Fünfzig geschenkte Liter

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Ich bin mit dem Verbrauch meines Viano völlig zufrieden, nur irgendwann ist auch der größte Tank mal leer. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die jeden Tag drei Mal für 5 Euro tanken, schon gar nicht, weil ich ja bei jedem Ein- und Aussteigen meinen Rolli zusammen- und auseinander bauen muss, andererseits fahre ich den Tank aber auch nicht bis zum letzten Tropfen leer, wenn eine Tankstelle einen halbwegs guten Preis hat und kein Andrang herrscht.

Kurzum: Vor rund zwei Wochen tankte ich für 73 Euro rund 50 Liter Diesel bei Aral und zahlte mit meiner Visacard. Gestern nun bekam ich meine Kreditkartenabrechnung und wunderte mich: Die 73 Euro waren zwar ordnungsgemäß belastet, aber gleichzeitig wurden mir dieselben 73 Euro gutgeschrieben, und zwar mit Wertstellung drei Wochen vor dem Tanktag.

Frank sagt: „Freu dich. Geschenke an treue Kunden nimmst du doch immer gerne an.“ – Wo er Recht hat, hat er Recht.

Pupsende Kühe

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Nachdem ich ja diverse Male über verschiedene Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs bereits öffentlich verzweifelt bin, muss ich doch mal ein paar lobende Worte loswerden: Über die Hamburger Hochbahn. Die betreiben nicht nur die U-Bahnen, sondern auch einige Buslinien.

Ende letzter Woche landeten wir mit acht Rollifahrern wegen einer Streckensperrung der U-Bahnlinie 3 im Busersatzverkehr. Dieser endete am Berliner Tor. Während Fußgänger am Berliner Tor problemlos wieder in S- und U-Bahnen umsteigen können, haben Rollifahrer keine Chance. Die Station ist nicht barrierefrei, obwohl dort (fast) alle U- und S-Bahnen halten. Und es verkehrt auch keine einzige Buslinie vom Berliner Tor zum Hauptbahnhof – einzig ein Schnellbus, der jedoch um die Zeit, zu der wir dort auftauchten, bereits nicht mehr fuhr.

Wir stellten uns bereits auf eine auswendig vorgetragene Streckenbeschreibung ein (bis zur Kreuzung, dann links, dann drei mal rechts, dann zehn Minuten geradeaus, …), doch es passierte auf unsere Frage, wie der schnellste Weg zum Hauptbahnhof ist, ganz was anderes: „Peter, fährst du die Kunden hier mal eben zum Hauptbahnhof?“ – „Geht los. Wie fahre ich am besten, damit ich hinterher hier wieder richtig stehe?“

„Sonderfahrt“ stand draußen nicht dran, „Behindiausflug“ auch nicht, sondern nur „Nicht einsteigen“ oder ähnliches. Und so hatten wir einen 17 Tonnen schweren Gelenkbus ganz für uns alleine. Party!! Ja, so eine Mühle bekommt acht Rollifahrer rein ohne dass einer im Weg steht. Wenn man eine Version erwischt, die genügend Stellplätze hat und die Rollifahrer vernünftig einparken können. Selbstverständlich haben wir artig „Danke“ gesagt und uns über die ungläubigen Blicke der an der Ausstiegshaltestelle wartenden Passanten amüsiert, die sich nicht erklären konnten, wieso da acht Rollifahrer aus einem ansonsten leeren Bus springen. Cathleens Kommentar: „Endlich in Freiheit!“ verstärkte die ungläubigen Blicke noch einmal, seinen Fotoapparat hat aber niemand in die Hand genommen.

Eine Sache haben wir noch gelernt: Trotz der 17 Tonnen Gesamtgewicht hat der Bus weniger Kohlendioxid ausgestoßen als eine pupsende Kuhherde. Nein, ich bin nicht besoffen, sondern entsprechende Plakate kleben zur Zeit überall in Hamburg. Fragt sich, ob die bei ihrer Berechnung mit einbezogen haben, dass einige Fahrgäste … lassen wir das.

Umzug perfekt

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Neben meiner Studienzulassung ist noch eine andere Sache amtlich: Ich ziehe zum 1. August um! Oder besser: Wir ziehen zum 1. August um. In ein rolligerechtes Wohnprojekt am Hamburger Stadtrand, wie bereits hier beschrieben.

Derzeit wird noch fleißig gebaut, ich hoffe, die werden rechtzeitig fertig. Einen Monat haben wir Übergangsfrist, also im äußersten Notfall könnten wir auch noch bis zum 01.09. warten. Dann müssen wir aus unserer jetzigen Wohnung ausziehen.

Bei dem Gebäude handelt es sich um eine alte Lebensmittelfabrik, die um 1900 gebaut wurde. Zwischenzeitlich war ein Fachgeschäft und ein Fotoatelier sowie ein Büro drin, irgendwann früher wohl auch mal eine Muckibude – seit 2011 ist es offiziell Wohnraum. Frank hat mit mehreren Leuten aus der Szene gemeinsam zwei Organisationen gegründet, eine wickelt das Wohnprojekt zum Selbstkostenpreis ab, die andere vermittelt denjenigen, die das brauchen, die nötigen Hilfen, Assistenz und Pflege, beantragt Fördermittel, hilft und vertritt diejenigen vor Ämtern etc.

Die erste Organisation dient im wesentlichen dem Zweck, dass Frank nicht privat als Vermieter auftreten muss und möglicherweise mit seinem Privatvermögen für Mietausfälle oder ähnliches haften muss, die zweite dient dazu, das alles so zu strukturieren, dass eine gewisse Seriösität dahinter steht, die das Finanzamt und vor allem öffentliche Mittelgeber (Pflegekassen, Sozialbehörden) benötigen, wenn sie Menschen unterstützen, die von Pflege oder Assistenz abhängig sind. Einige Hilfen bekommt wohl eine Privatperson nicht, eine Organisation schon. Ich blicke da nicht ganz durch, habe mich aber auch nicht intensiv damit beschäftigt. Frank wird wissen, was er tut, und das Konzept wurde bereits von allen maßgeblichen Stellen abgesegnet.

Insgesamt entstehen über 2 Etagen verteilt 16 vermietete Zimmer, pro Etage eine Küche, ein Gruppenraum, eine Waschküche, ein Abstellraum, vier Bäder, zwei kleine Gästezimmer – und das geilste wird vermutlich eine Dachterrasse, die wir anteilig mitbenutzen dürfen. Alle 16 Zimmer sind bereits belegt, fünf bereits durch die Bewohner der „alten“ (jetzigen) WG, einschließlich Cathleen. Markus zieht ebenfalls ein. Ich hoffe, das geht gut – aber immerhin haben wir zwei getrennte Zimmer ;). Insgesamt sind 12 Frauen und 4 Männer drin. Acht Leute sind Rollifahrer, fünf weitere können, teilweise mit Festhalten, gehen oder zumindest stehen, drei sind nicht behindert. Drei Leute haben einen Unfallquerschnitt, sechs eine angeborene Querschnittlähmung, drei einen frühkindlichen Hirnschaden und eine Person eine andere (degenerative) Nervenerkrankung.

Ich bin sehr aufgeregt und gespannt, auch auf die neuen Leute. Besichtigt habe ich das Gebäude schon, Fotos gibt es aber noch keine.

Einhundertundacht

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108 und 84, das sind die beiden magischen Zahlen, die aus meinem Test herausgekommen sind. Ich liege mit meinem Testergebnis acht Prozent über der durchschnittlichen Leistung und konnte bei 84% der in Hamburg in diesem Jahr getesteten Kadidaten leistungsmäßig mithalten. Das heißt: Nur 16% der Leute waren besser als ich, 84% waren schlechter oder gleich gut. Und während die anderen Bewerber, die entweder gar nicht oder zentral getestet werden, fast alle noch auf ihr Ergebnis oder ihre Zulassung warten, …

*künstliche Pause einfüg*

*trommelwirbel starte*

*Spannung aufbau*

… halte ich meine Studienzulassung bereits in der Hand. Yes!!! Es gibt auch mal Dinge, die nicht nur auf Anhieb funktionieren, sondern auch einfach genial laufen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, diesen Weg zu gehen. Meiner Hausärztin und jenem Prof, der mir eine Empfehlung geschrieben hat, verdanke ich das: Ich darf ab Februar 2012 studieren! Wie geil ist das bitte?!?!

Ich muss jetzt bis zum 22. Juni schriftlich antworten, ob ich den angebotenen Studienplatz in Hamburg verbindlich annehme. Hmm, mal überlegen…

Seit Freitag bin ich mit der Schule inoffiziell fertig. Die letzten Wochen waren die reinste Qual. Weniger wegen der Mitschüler, sondern mehr wegen der Dinge, die noch von mir verlangt wurden, weil ich meine Noten noch aufbessern wollte. Vorletzte Woche habe ich vier Nächte hintereinander nur jeweils sechs Stunden geschlafen und die ganze übrige Zeit nur gebüffelt, geschrieben, gelesen und gemailt und geschleimt. In der letzten Woche waren die letzten Klausuren. Jetzt lässt sich nichts mehr ändern, übernächste Woche bekomme ich mein Abgangszeugnis. Die Noten bzw. Punkte stehen fest.