Trainingslager NNRW

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Eigentlich hatten wir vor langer Zeit mal einstimmig beschlossen, dass sich Anfahrt und Abfahrt plus Teilnahmekosten für dieses eine Wochenende nicht lohnen würden. Anfang letzter Woche fragte unsere Trainerin, ob wir uns nicht kurzfristig neu entscheiden wollen, denn ein bayerisches Team hatte abgesagt und wir müssten nur noch die Hälfte für Unterkunft, Verpflegung und Honorar zahlen: 125 Euro pro Person für ein Wochenende (statt 250). (Einschließlich Fahrtkosten dann 250 Euro statt ursprünglich 375 Euro.) Die Rede war von einem bundesoffenen Trainingslager in Nord-Nord-Rhein-West-Fa-Len.

Nun wollten doch insgesamt 16 Leute aus Hamburg dorthin fahren und irgendwie ist es immer wieder faszinierend, welches Organisationstalent unsere Trainerinnen und Trainer an den Tag legen. Innerhalb von zwei Tagen waren Hin- und Rückfahrt organisiert, das Geld eingesammelt, die Trainingspläne standen fest und vor allem der Shuttle zwischen Unterkunft und Trainingsstrecke (3 km entfernt) war organisiert. Eine Zettelwirtschaft und Materialschlacht ohne Ende, immerhin mussten 16 Behinderte, 16 Alltagsstühle, 16 Rennrollis oder 16 Rennbikes hin- und hergegurkt werden. Neunzig oder 180 Minuten dauerte eine Einheit und nicht alle machten zur selben Zeit dasselbe Programm. Man musste also genau aufpassen, wessen Bike und wessen Rennrolli verladen werden musste, wer in der Schwimmhalle war oder wer beim Gerätetraining. „Finde ich hier heute irgendein Rad, irgendein Kissen, irgendein Ersatzteil, irgendeine Sporttasche oder sogar einen ganzen Stuhl, an dem kein Aufkleber mit Namen, rechts, links, oben, unten, Ersatz oder sonstwas steht, wird der Gegenstand amtlich eingezogen und am Sonntag meistbietend versteigert.“ Klare Ansage mit großer Wirkung: Noch vor dem ersten Verladen in Hamburg ging das große Beschriften los. Schön, wenn man (wie ich) zu Hause ein P-Touch-Gerät hat und sowieso schon überall mein Name draufsteht…

Ich könnte jetzt über dreißig Absätze schreiben, wie toll es war, aber ich glaube, das würde nach dem zweiten Absatz langweilig werden. Also: Es war sehr toll.

Die Unterkunft war klasse (einfach, aber sauber, gepflegt und relativ neu), das Essen war für Kantinenverhältnisse sehr gut, die anderen Trainer waren auch in Ordnung, die Leute waren nett, die Trainingsstrecke war okay, die Schwimmhalle und der Kraftraum auch. Lediglich einen weiteren Massagetermin hätte ich gerne gehabt. Aber wenn das alles ist, was ich an Kritik vorbringen kann, darf sich der Veranstalter doch lobend auf die Schulter klopfen!

Genug zu Lachen gab es auch diesmal wieder. Sven war auch wieder dabei, allerdings nur bis Samstag morgen. Nachdem wir ja beim letzten Mal umfangreich das Thema „Selbstbefriedigung“ eruieren mussten, begann diesmal seine breit angelegte Konversation mit den Mädels mit einer Massen-SMS: „Schon den ganzen Tag Erektion. Was kann ich tun?“ – Jetzt mal ganz im Ernst: Der Typ hat Mittlere Reife. Auch wenn es in seiner Hose vielleicht hochexplosiv zugeht, die Gefahr, dass so eine SMS etwas ganz anderes zündet, muss ihm doch klar sein!!! Ich begreife so etwas nicht. Ich habe über die SMS nur die Augen verdreht, Cathleen hat, als sie das im Zimmer las, gefragt, was er jetzt von uns erwartet, und eine andere Teilnehmerin ist zu den Trainern gegangen und hat dort eine Szene gemacht. Ende vom Lied: Sven wurde am Samstag morgen mit hochrotem Kopf von seiner kleinlauten Muddi abgeholt.

Eine andere frühzeitige Heimreise konnten wir gerade noch verhindern, allerdings stand hier etwas ganz anderes im Raum. Normalerweise werden aus gutem Grund keine Teilnehmer mitgenommen, die jünger als 14 sind. Ein Mädel, Emily, angeborene Querschnittlähmung, 12 Jahre alt, ist aus Schleswig-Holstein nach Hamburg gezogen und hatte in Schleswig-Holstein bereits immer im Rennrolli trainiert und ist seit vier Monaten regelmäßig beim Nachwuchstraining. Ihre beste Freundin ist Lisa, jene inzwischen 15-jährige mit frühkindlicher Hirnschädigung, die seit zwei Jahren bei uns trainiert und über die ich auch schon mehrmals geschrieben hatte. Die beiden hatten ein Zimmer zusammen und Emily bekam am Freitagabend so derbe Heimweh, dass sie nur noch mit Handy am Ohr heulend im Rolli saß und ihrer Muddi erzählte, wie dolle sie sie vermisse. Es war kurz davor, dass die Mutter sie abholen wollte, als es uns endlich gelang, sie mit einer Miniparty abzulenken. Ein paar jüngere Leute in unser Zimmer (wir waren direkt daneben), die beiden auch verpflichtet, Gummibärchen, Erdnussflips, ein Unospiel und zum Schluss auch noch Ligretto, dann gemeinsam Zähneputzen und den beiden eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen. Cathleen und ich haben uns zu den beiden ins Bett gesetzt, Cathleen hat vorgelesen, ich hatte Emilys Kopf auf dem Schoß und durfte ihr den Kopf kraulen… Am Ende haben wir die beiden ordentlich zugedeckt und dann war es okay. Am nächsten Tag war Emily das schon wieder voll peinlich, aber als ich sie später gefragt habe, ob wir abends nochmal was vorlesen sollen, wollte sie unbedingt.

Ich sehe schon den ersten Kommentar auf mich zukommen, ich würde das Mädel bloßstellen, indem ich von diesem Abend schreiben würde. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass diese Miniparty zustande gekommen ist, nachdem alle Leute mitbekommen hatten, dass es Emily so dreckig ging und dass sie Heimweh hatte. Es heißt immer, Behinderte wollen kein Mitleid. Für ihre Behinderung sicherlich nicht, das ist richtig. Aber wieviel Mitgefühl und Einfühlungsvermögen ich an diesem Wochenende erlebt habe, besonders bei den jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie lieb die zu Emily waren, sie getröstet haben, als sie so gelitten hat, ist schon beachtlich. Ich weiß nicht, ob Heimweh eine Schwäche ist. Ich finde aber, es gilt genau das, was auch sonst in Bezug auf die Behinderung gilt: Verberge sie nicht. Das funktioniert nämlich nicht. Und wenn sie dich herausfordert, dann führe sie offensiv vor.

Lisa hingegen versucht noch immer, das richtige Maß zu finden. Sie stammt aus einer stinkreichen Familie, die Eltern leben in einer Villa mit Elbblick und eigenem Personal. Zu Hause werden von Lisa nur die besten Manieren erwartet, jedoch sind sowohl Mutter als auch Vater sehr umgänglich und sehr offen. Ich mag beide sehr gerne. Lisa ist in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt, allerdings ist ihr ganzer Körper durch die Hirnschädigung spastisch gelähmt, das bedeutet, besonders bei schnellen und gegensätzlichen Bewegungen verkrampfen sich ihre Muskeln. Handbiken und vor allem Rennrollifahren ist nunmal schnell und es braucht regelmäßige, zum Teil gegensätzliche Bewegungen, so dass sie eine ungeheure Disziplin aufbringen muss, um eine Leistung zu erreichen. Und: Es dauert immer ein wenig, bis ein Funken überspringt. Deshalb ist sie keineswegs dumm, nur sie wirkt dadurch oft sehr naiv. Oft merkt sie erst nach einigen Sekunden, dass sie einen Witz gemacht hat und nach weiteren Sekunden, warum das so witzig ist. Dadurch entsteht mit ihr oft eine herrliche Situationskomik. Und das schönste ist: Sobald der Witz auch bei ihr angekommen ist, kann sie so derart herzlich über sich selbst lachen, dass immer etwas fehlt, wenn sie mal nicht dabei ist.

So saßen „die älteren“ am Samstagabend zusammen und wollten „Privacy“ spielen. Lisa kam um die Ecke gerollt und wollte unbedingt mitspielen. Irgendeiner machte den Spruch, dass Lisa noch nicht mitspielen dürfe, da die meisten Fragen unter der Gürtellinie seien und sie erst 15 sei. Lisas spontane Antwort: „Mir macht das nichts! Ihr könnt mich nicht mehr versauen, ich bin schon versaut!“ – Die Leute lagen vor Lachen fast unter dem Tisch, als sie merkte, was sie da redete und anfügte: „Ein bißchen versaut, wollte ich sagen. Ein bißchen! Nicht so doll, wie ihr gleich wieder denkt.“

Am Samstag, nach dem Mittagessen, stand bei den meisten von uns eine Einheit im Rennrollstuhl auf dem Plan. Alle sitzen frierend in ihren Stühlen und warten darauf, dass der letzte startbereit ist, als Lisa betont laut rülpst, und zwar gleich zwei Mal nacheinander. Eine Mutter aus Hessen, die sich als Shuttle-Dienst bereitgestellt hat und daneben stand, guckte sie entgeistert an und meinte: „Sag mal! Benimmt man sich so als Mädchen?“ – Daraufhin sagte Lisa: „Wir sind hier beim Sport und nicht auf einer Schönheitsfarm!“ – Womit sie Recht hat, das ist der Standardspruch, den unsere Trainer predigen, wenn Anfänger sich über Schweiß/Schmutz im Gesicht, Rotze am Ärmel, angepinkelte Hosen, bekleckerte Oberteile, Sand in den Haaren oder ähnliches aufregen. Was sie nur nicht sah: Die Shuttle-Muddi konnte vor lauter Botox kaum noch das Gesicht bewegen und hatte die ganze Zeit nur Angst um ihre Fingernägel und ihre Designerhose. Über den Kommentar war sie sichtlich geknickt. Lässt sich nicht mehr ändern. Was das Aussehen betrifft, die Mutter ist halt für sich selbst verantwortlich und wenn sie so glücklich ist, soll sie so rumlaufen, ist mir egal. Der Brüller aber war, als Lisa uns später fragte, ob sie sich nochmal entschuldigen müsste. „Ich hab erst später gemerkt, dass die Beautyfarms wohl sehr toll findet.“

Spruch Nummer drei hat sich Lisa erstmal verkniffen. Der ging nämlich ebenfalls gegen die Mutter. Sie brauchte etwas Aufmerksamkeit und immer, wenn sie mit ihrem Auto auf den Parkplatz vor der Unterkunft fuhr, machte sie alle Fenster auf und drehte das Autoradio laut mit immer demselben Song: „Erbarme – zu spät – die Hessen kommen!“ Und war sichtlich mitgenommen, wenn das bei fünften Mal niemand mehr lustig fand. „Was seid ihr hier für eine ernste Gesellschaft? Es ist Karneval in Deutschland!“ Lisa sagte, als sie wieder weg war: „Irgendwas begreif ich da nicht. Sie kommt doch aus Hessen, wieso macht sie dann dieses doofe Lied an?“

Am Samstagabend war als Ausgleichstraining Schwimmen dran. Alle Hamburger Mädels in einer Bahn. Zwei Einheiten hintereinander, also 180 Minuten. Jeder hatte seine Plastik-Trinkflasche am Rand, jeder hatte ein individuelles Programm, nach zwei Stunden war ich eigentlich reif fürs Körbchen, aber man beißt sich ja durch. Als ich endlich aus dem Wasser war, wollte ich nur noch eine heiße Dusche, mein Abendessen (halbes Schwein auf Toast) und mein Bett. Okay, es gab dann doch noch einen Spieleabend, aber für den ersten Moment hatte ich erstmal genug. Zu allem Überfluss mussten wir im Umkleideraum noch darauf warten, dass die Duschen frei wurden, denn ein Duschraum war jeweils mittig zwischen zwei Umkleideräumen angelegt und in dem Moment duschte ein anderes Team. Also saßen wir frierend im Handtuch eingewickelt mit acht Leuten und warteten darauf, endlich duschen zu können. Etliche hatten ihr Smartphone in der Hand und informierten sich, was sie in den letzten drei Stunden versäumt hatten. So auch Lisa, die sich auf eine Holzbank gekauert hatte und in Facebook vertief war. Während ich mich mit Cathleen unterhielt, fing es plötzlich irgendwo zu plätschern an. Was bei acht Leuten mit Blasenlähmung passieren kann, vor allem, wenn zwischen Schwimmen und Duschen noch keiner der Leute, die es tun müssten, eine Windel trägt. Ohne eine Miene zu verziehen und ohne den Blick vom Handy zu lösen, murmelte Simone neben uns: „Irgendjemand ist hier undicht. Ich bin es nicht.“ Als niemand reagierte, schaute sie dann doch in die Runde. Cathleen und ich guckten auch und sahen Lisa, die im selben Moment erschrocken versuchte, ihr Handtuch, in das sie eingewickelt war, vom Körper zu bekommen. Eigentlich hat Lisa uneingeschränkt Kontrolle über ihre Blase. „Ich bin so doof!“, rief sie. „Ich träum hier vor mich hin und hab ganz vergessen, dass ich ja nicht mehr im Wasser bin.“ – Die Leute lachten so laut, dass Tatjana vom Flur reinkam und fragte, ob bei uns alles in Ordnung ist. Als sie wieder draußen war, sagte Lisa: „Ich weiß gar nicht, warum ihr alle lacht, das war nur aus Versehen.“ – Erneutes Gegacker. Einige Sekunden später: „Ach du Scheiße, jetzt hab ich es auch verstanden. Ich bin so peinlich! Meint ihr, Tatjana hat was gemerkt?“ – „Tatjana merkt alles.“ – „Ich frag sie nachher!“ – Erneutes Gelächter.

Am Abend sitzen wir mit Tatjana in einer Runde an einem Kaminfeuer. Lisa darf ein Bier. Sagt Papa. Wenn der Abend lang ist, auch ein zweites. Lisa verhandelt nun, ob ein Bier dasselbe ist wie zwei Flaschen Green Lemon. Tatjana antwortet: „Dein Papa meinte ein Bier 0,3. Lemon hat 0,5. Also darfst du ein Lemon 0,5. Wenn der Abend lang ist, auch zwei.“ Lisa zieht ab, holt ihr Handy, Taschenrechner auf und rechnet aus: 330 ml x 2 = 660 ml. Mal 4,9% Alkohol = 3234 ml%. „Wenn ich nun 3234 ml% durch 2,5% von den Green Lemon teile, sind das 1294 ml. Also darf ich zwei Flaschen und etwas mehr als eine halbe von dem Green Lemon. Jule, teilst du dir mit mir meine dritte Flasche?“ – „Wenn du drei Flaschen von dem Zeug säufst, pinkelst du heute nacht ins Bett.“ – „Gar nicht! So’n Quatsch. Ich geh vor dem Schlafen aufs Klo und nachts werd ich wach, wenn die Blase voll ist! Ich bin ja kein Querschnitt wie du!“ – Na vielen Dank. Aber Rache ist süß: „Wolltest du Tatjana nicht noch was fragen?“ – „Nee, was?“ – „Umkleideraum.“ – „Achja: Sag mal, Tatjana, kannst du das eigentlich sehen, wenn jemand ins Schwimmbecken pinkelt?“ – Tatjana antwortete, ohne mit der Wimper zu zucken: „Aber sicher! Das kann man vom Beckenrand total gut sehen, vor allem, wenn die Unterwasserbeleuchtung brennt.“ – Lisa, mit ernster Miene: „Scheiße.“

Nachdem sich die Leute die Lachtränen aus den Augen gewischt haben, fragte Lisa: „Kann man das nun wirklich sehen?“ – Tatjana schüttelte den Kopf. „Die Wasseroberfläche ist so unruhig und so gebrochen, da sieht man nichts. Vor allem nicht auf die Entfernung.“ – „Siehst du“, krähte Lisa in meine Richtung, „man sieht doch nichts. Du hast mich wieder voll verarscht. Ich bin hier wieder das Opfer.“ – Ich konnte nicht anders, als sie an mich heranzuziehen und sie fest zu knuddeln. Ich sag es immer wieder: Soooo süß.

Ganz viel Schokolade

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Man kommentiert, ich sei ein Magnet für schräge Leute. Ob das stimmt?

Ich erlebe viele Dinge. Ob mehr oder weniger als andere Menschen – vielleicht stimmt beides. Ich glaube, ich nehme bestimmte Dinge einfach intensiver wahr. Eine andere Rollstuhlfahrerin äußerte kürzlich, dass es ihr genauso ginge wie mir und sie vermutet, dass das daran liegt, dass ich Menschen sehr viel genauer beobachte, insbesondere, wenn ich mit ihnen in Kontakt kommen muss. Weil ich sie um Hilfe bitten möchte, weil sie mich ansprechen, weil sie mich beobachten, weil sie von mir eine Antwort wollen, weil sie mich vollsülzen…

Ich muss mal wieder etwas anderes schreiben als von meiner Mutter. Ein schräges Erlebnis kommt da gerade recht. Wer aber immer weitere Spannungssteigerungen erwartet, den muss ich enttäuschen. Es wird eher unterhaltsam.

Kurzum: Es gibt in dem Krankenhaus, in dem ich behandelt wurde, einen Angestellten, dessen Namen ich nicht verrate, weil ich ihm nicht schaden möchte. Er selbst schadet sich allerdings schon genug, indem er ständig irgendwelche Kommentare bei Facebook online stellt, die einen Bezug auf seine Arbeit haben. „Ist das wieder langweilig“, „in 3 Stunden endlich Feierabend“, „die Kunden sind heute alle blöd“ sind noch die harmlosen Sprüche. Neuerdings hat er einen Faible für Erotik und stellt regelmäßig einschlägige Kommentare auf seine Seite, dazu Bilder von Frauen im Latex-Einteiler, Blondinen mit übergroßen Hupen und ähnliches. Kann man ignorieren, man muss den Typen auch nicht als Freund hinzugefügt haben, dann bekommt man das alles nicht mit.

Ich hätte das alles auch nicht mitbekommen, hätte nicht am Dienstagabend jemand ein verdrahtetes Spielzeug auf einem Bahnhofsmülleimer abgelegt. Ich war gerade von der Schäferkampsallee zum Bahnhof Sternschanze gerollt, als die im Lautsprecher wohnende Frauenstimme von einem Gong geweckt wurde und aufsagte: „Verehrte Fahrgäste, wegen eines Feuerwehreinsatzes im Bahnhof Dammtor ist der Zugverkehr zwischen Hauptbahnhof und Holstenstraße unterbrochen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird in Kürze eingerichtet. Wir bitten um Entschuldigung. Knack. Puff.“

Weil der Aufzug nicht funktionierte, war ich mit der Rolltreppe nach oben gefahren. Problem: Es gab nur eine Rolltreppe aufwärts, keine abwärts. Und oben kam man nicht weg, weil kein Zug mehr fuhr. Während ich so überlegte, was ich tun könnte, kam Jana mit der Rolltreppe nach oben. Orientierte sich kurz, sah mich, blieb stehen und schien so gar nicht begeistert zu sein. Hallo? Enge Freundschaft? Keine Umarmung?

„Komm mir nicht zu nahe“, blubberte sie vor sich hin. Ich guckte sie fragend an. Sie schaute betont durch mich durch. Ich fragte: „Wieso?“ – „Machs einfach.“ – „Na du hast ja ne Laune.“ – „Ja und mit solchen Kommentaren erst recht.“ – „Hab ich dir was getan?“ – „Lass mich in Ruhe.“ – „Wenn du meinst…“ – „Ja, meine ich.“

Sie schaute auf die Anzeigetafel: Bitte Ansage beachten! Sie guckte mich an, fragte: „Was ist denn das jetzt noch fürn Scheiß?“ – „Feuerwehreinsatz am Dammtor, Ersatzverkehr kommt irgendwann und der Aufzug ist kaputt. Mäuschen in der Falle. Sag mal, wieso bist du eigentlich barfuß?“ – „Ach halt die Klappe!“, fuhr sie mich an und fing an zu heulen. Als ich sie in den Arm nehmen wollte, rollte sie vor mir weg.

Jetzt reichte es. An der nächsten Gelegenheit überholte ich sie, stellte mich vor sie und bremste sie aus. „Hat dir einer was getan? Hat dich einer angefasst? Ich bin deine Freundin, ich mach mir Sorgen! Jetzt rede endlich, verdammt!“ – „Es ist nichts los. Heute ist ein Scheißtag, alles läuft schief, ich hab mich heute morgen in der Uni vor allen Leuten blamiert, weil ich mit meiner Tasche an dem Geländer hängen geblieben bin und es mich nach hinten aus dem Stuhl gezogen hat und ich lag auf der Rampe wie ein Maikäfer auf dem Rücken, die Knie im Gesicht und der Stuhl rollte die Rampe runter und quer über den Parkplatz und alle fanden es irre komisch. Außer mir.“

„Och Scheiße. Aber sowas kann doch passieren.“ – „Und dann wollte mir ausgerechnet der Typ helfen, den ich so toll finde und der nichts von mir will und der hat mich dann auch noch umarmt, um mich wieder in den Rollstuhl zu heben und dann haben alle die drum herum standen auch noch ‚Küsst euch, küsst euch‘ gerufen. Und eine Freundin von mir, von der ich dachte, sie sei aus dem Kindergartenalter raus, hat auch noch mitgemacht.“ – „Hättest du ihn nicht einfach küssen können?“ – „Jetzt fang du auch noch an! Und dann war das, was ich zu Hause ausgedruckt hatte, zur Hälfte nass und zur anderen Hälfte weggeflogen. Ich hab mich umgezogen und bin in Sporthose in die Vorlesung, denn meine Jeans war matschig. Und dann wollte ich heute mittag meine Tabletten nehmen und dann waren die auch weg, das war sowieso die letzte, weil die Apotheke, die das heute morgen da haben wollte, es erst heute abend bekommt, und nun komme ich nicht mehr dazu, sie abzuholen, weil ich nicht nach Hause komme wegen diesem Scheißdreck hier.“

„Blase oder Schilddrüse?“, fragte ich sie, weil ich wusste, dass sie für beides etwas nahm. „Blase“, antwortet sie. Ich nickte. „Blase!“, wiederholte sie. – „Ja, hab ich verstanden.“ So langsam dämmerte mir, warum sie das wiederholte. Sie bekam ein Präparat, das niemand anderes in der WG bekam, insofern brauchte sie das unbedingt. Smartphone sei dank, gelang es uns, die Telefonnummer der Apotheke herauszubekommen. Aber zur Bitte, das Medikament noch auszuliefern, kam es nicht, denn das Präparat war bei einem Großhandel nicht verfügbar und käme erst morgen früh vom anderen Großhandel. Das gab Jana den Rest. Sie wurde richtig aufgebracht und motzte in der Gegend rum. „Diese beschissene Behinderung, mich kotzt das alles an, nirgendwo kommt man rein, nirgendwo kommt man raus, dann packst du dich auf die Fresse in den Dreck, dann klemmst du im S-Bahnhof fest, dann kriegst du die Tabletten nicht, man ey, ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte.“

„Und was ist mit deinen Schuhen?“ – „Die hab ich auf dem Klo beim Übersetzen vollgepisst. Das war kurz nachdem ich gemerkt hab, dass meine Tablette für mittags weg ist und irgendwo mit im Dreck liegt. Hör bloß auf, ich würde hier am liebsten alles einzeln die Treppe runterfeuern, den Rollstuhl gleich hinterher.“ Ich wollte sie in den Arm nehmen, sie stieß mich weg. Ein Mann beobachtete das. Er fragte: „Habt ihr Stress?“ – Ich antwortete: „Wir lieben uns!“, drückte meine Hände gegen Janas Wangen, presste sie zusammen, zog so ihren Kopf zu mir und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Sie antwortete: „Bäh, dass du mich überhaupt anfassen magst.“

„Ich liebe Nelken“, sagte ich. Sie antwortete: „Pissnelken oder was. Manchmal könnte ich dir eine knallen.“ – „Mach doch“, sagte ich, hielt ihr meine Wange hin, bekam eine symbolische Ohrfeige und hatte sie zumindest zum Schmunzeln gebracht. Zwei Minuten später schmiedete sie schon wieder Pläne, wie wir nun nach Hause kommen. Ich sage nur: Stufenweise die lange Treppe rückwärts mit dem Rollstuhl runter, dabei am Geländer festhalten *schepper*, anschließend durch die Schanze zur U-Bahn … die fuhr immerhin.

Und in der Bahn trafen wir dann eben ausgerechnet den Typen, der so gerne Latexfrauen mit großen Hupen bei Facebook reinstellt. Und er gesellte sich ausgerechnet zu uns und quatschte uns voll, ob wir nicht Lust hätten, im nächsten Jahr mit ihm zu einer großen Erotikmesse zu gehen, die leider gerade vorbei sei. Am besten hätten ihm dort zwei Frauen gefallen, die in Latexkleidung in einem Käfig eingesperrt worden waren. Ich sagte: „Du, das ist nicht so unser Interessengebiet.“

Er hörte aber nicht auf, sondern fuhr fort: „Das war irre da. Man konnte zwei Frauen sogar auf der Bühne beim Pinkeln zuschauen!“ – Das hatte gerade noch gefehlt. „Und warum erzählst du uns das?“, wollte Jana wissen. Seine Antwort: „Na, ich wollte euch schonmal auf den Geschmack bringen für nächstes Jahr.“ – „Ich kotz gleich“, sagte Jana. Deutlicher konnte die Antwort nicht ausfallen. Der Typ war beleidigt, ich überlegte noch, ob ich das noch relativieren sollte, aber ich dachte mir, es ist vielleicht so am besten. Nein, ich möchte nicht auf solch eine Messe.

Jana bekam von mir eine Badewanne eingelassen und anschließend von Cathleen und mir in ihrem Bett eine Wohlfühlmassage. Nein, keinen Schweinkram, sondern nur den Schulter-Nacken-Bereich und den Rücken und die Arme und Hände. Danach war sie wieder ganz zahm. Damit in dieser einen Nacht ohne Tabletten das Bett trocken blieb, hatte sie von mir eine Pampers bekommen. Sie meinte, das sei das erste Mal in ihrem Leben seit sie 3 ist, dass sie so etwas trage. „Das ist übrigens die Facebook-Seite von unserem Freund aus der U-Bahn“, meinte sie und holte ihr Smartphone raus. Und fragte dabei, wieso so auffallend viele Männer (im Gegensatz zu Frauen) ein aktives Interesse am Pinkeln haben. „Frauen tun das einfach und Männer finden das spannend.“

Cathleen hatte die Idee, dass es daran liegen könnte, dass Männer ihr Ding dafür jedes Mal in die Hand nehmen müssten, damit im Schnee schreiben könnten und ähnliches, während Frauen das, was da passiert, nicht mal sehen und nur hinterher einmal abwischen müssen. Spannende Theorie, oder?

Das Spielzeug am Bahnhof Dammtor war nicht explosiv. Ausgerechnet einen Tag später legte der nächste (oder der selbe?) Spinner einen Karton in der S-Bahn ab, auf dem geschrieben stand: „Vorsicht explosiv. Nicht anfassen, sondern Polizei rufen.“ Der „Bombenleger“ konnte noch vor Ort von der Polizei verhaftet werden. Im Karton war kein Sprengstoff, sondern ganz viel Schokolade…

Endlich Hilfe für meine Mutter

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Inzwischen hat sich ja beim Training herumgesprochen, dass die Verrückte zu mir gehört und es forderten bereits die ersten Eltern beim Verein, man möge mich vom Training fernhalten, damit die Mutter fernbleibt und nicht demnächst auch ihre Kinder gefährdet. So weit ist es also schon. Vielen Dank für das Einfühlungsvermögen. Bisher zielten die Aktionen (aus gutem Grund) nur in meine Richtung. Allerdings weiß man nie, was in so einem kranken Kopf vorgeht, daher kann ich es auch ein bißchen verstehen.

Kümmern musste ich mich außerdem um eine Anzeige wegen Verleumdung gegen Unbekannt, um Strafanträge wegen den zwei Verstößen gegen die einstweilige Anordnung (SMS und Auftauchen in der Schwimmhalle) gegen meine Mutter sowie zwei Anträge auf Festsetzung von Ordnungsmaßnahmen bei dem Gericht, das die Anordnung erlassen hatte. Dann habe ich inzwischen aufgegeben, der Klinik hinterher zu telefonieren, die meine Mutter mal stationär behandelt hat und habe den Sozialpsychiatrischen Dienst (über Umwege) „erreicht“. Da ich vorher dort nicht unbedingt ernst genommen wurde, habe ich darüber hier nicht berichtet, schließlich weiß ich nicht, ob meine Mutter nicht doch mitliest und das noch als Bestätigung auffasst.

Aber der Reihe nach. Ich hatte nach der zweiten Aktion von ihr erstmals Kontakt zu der Klinik aufgenommen, in der sie bis vor kurzem noch behandelt wurde. Ich hatte darum gebeten, von ihrer Therapeutin zurückgerufen zu werden und als das nicht klappte, hatte ich sie beim fünften Versuch endlich in der Leitung. Sie meinte aber, dass sie mir nicht helfen könne. Sie könne mir nur sagen, dass eine Frau diesen Namens derzeit nicht in ihrer Behandlung sei. Ich fragte dann, ob sie nicht Kontakt zu demjenigen aufnehmen könnte, der sie ambulant weiter betreue, daraufhin meinte sie, dass sie mir nicht weiterhelfen könne, denn jedes „Ja“ oder „Nein“ würde für den Fall, dass meine Mutter in Behandlung wäre, gegen geltendes Datenschutzrecht verstoßen. Ich hoffte damals, dass ich lediglich so eine doofe Antwort bekommen hatte, sie aber anschließend den Kollegen angerufen hat. Anscheinend war das aber nicht der Fall.

Beim Sozialpsychiatrischen Dienst wurde ich nur gefragt, ob eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt. Ich habe dem Typen erzählt, dass es bereits eine richterliche Anordnung zu einer Abstandshaltung gibt und sie mich regelmäßig auch körperlich angeht. Ich habe ihm von der Diagnose erzählt und ihm kurz geschildert, was hier so los war und dass ich den Eindruck habe, dass sie dringend Hilfe braucht. Daraufhin meinte er aber nur, dass soweit er das beurteilen könne, keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben sei. Der Fremdgefährdung könne man vorübergehend aus dem Weg gehen, daher sei sie nicht akut. In solchen Fällen werde der Sozialpsychiatrische Dienst nicht sofort, sondern mit Termin tätig; ob ich meine Mutter einpacken und dorthin bringen könnte. Es wäre beim ersten Termin immer sehr gut, wenn Angehörige sie begleiten. Ich habe dann gefragt, ob das sein Ernst ist: Es gibt ein Näherungsverbot, um mich zu schützen, und ich gehe dorthin und lade sie in mein Auto? Daraufhin antwortete er: „Na dann verstehe ich aber nicht, was Sie von mir wollen. Ich hatte Sie so verstanden, als wenn Sie Ihrer Mutter helfen wollten.“

„Das ist richtig, nur wollte ich mich dabei nicht selbst gefährden“, fiel mir als druckvolle Antwort ein. Er antwortete: „Nein, das ist schon richtig, aber meinen Sie denn, dass sie selbständig hierher kommt, wenn wir jetzt einen Termin machen?“ – Auweia. „Nein, das glaube ich nicht. Aber vielleicht könnten Sie sie ja mal zu Hause aufsuchen?“ – „Nee, das machen die Kollegen, da müssten Sie morgen zwischen 11 und 13 Uhr nochmal anrufen, ich gebe Ihnen mal die Durchwahl…“ – Die Kollegen hatten am nächsten Morgen dann einen Termin am 28.11., vorher nicht, es sei denn, es wäre eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung zu befürchten. Ansonsten hätte man „gut zu tun“. Argh!!!

Die Wende nahm die ganze Arie aber gestern, als das Gericht, das die einstweilige Verfügung erlassen hatte, von Frank ein Fax bekam, in dem der ganze Zirkus, auch mit der Mail und der inzwischen erstatteten Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung, beschrieben war. Gegen mittag rief mich Tatjana an, bei ihr seien gerade zwei Polizeibeamte in zivil gewesen, die wollten einen Ausdruck der Mail haben, die ihr von meiner Mutter aus der Mappe gestohlen worden war. Außerdem wollten sie von ihr hören, was da in der Schwimmhalle los gewesen ist.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch kurz auf die Fragen eingehen, wieviel Zufall im Spiel sein muss, damit die letzte Aktion meiner Mutter funktioniert. Ich glaube nicht, dass sie erst die Aktion geplant hat und dann in Tatjanas Tasche nach brauchbaren Dingen gesucht hat, sondern dass sie nach irgendwelchen Daten gesucht hat (vielleicht nach meiner Adresse), diese aber auf die Schnelle nicht gefunden und einfach irgendwas mitgenommen hat. Auf dem Zettel war eine ausgedruckte Mail zur Weihnachtsfeier und darüber stand der Verteiler. Das waren die Mailadressen sämtlicher Leute und bei einigen jüngeren Jungs und Mädels auch die der Eltern. Meine Mutter hatte sinngemäß folgenden Text gefunden:

… Hildegard Jessen [hildegard-jessen@gmx.de]; Anton Jessen [schokokeks97@yahoo.de]; …

Natürlich sind die Namen und Mailadressen nur Beispiele, die Familie heißt nicht wirklich Jessen und der Sohn nicht Anton. Sie hat dann überlegt, was man mit den Daten anfangen kann und hatte sich dann unter hildegard-jessen@gmx.net einen eigenen Account eingerichtet. Und ja, sie kann sowas. Bei meinem Vater hätte ich Zweifel, aber meine Mutter ist in der Lage, eine Mailadresse bei GMX anzumelden und sich dort durchzuklicken. Außerdem hatte sie möglicherweise die Anwesenheitsliste gesehen, den Namen (Anton) gehört, ihn auf einem Foto im Internet wiedererkannt oder einfach nur gemutmaßt, dass er unter den Anwesenden ist, wenn die Bahn so voll ist.

Wie ich inzwischen erfahren habe, hat meine Mutter freiwillig zugestimmt, sich wieder stationär in eine psychiatrische Klinik aufnehmen zu lassen. Das erzählten mir und vor allem Frank vor einigen Stunden jene Polizeibeamte in zivil, die auch gestern bei Tatjana waren (eine Frau und ein Mann).

Nochmal der Reihe nach: Die Polizei hat versucht, den Absender der Mail zu identifizieren. Dabei hat man festgestellt (und so schlau ist meine Mutter dann doch nicht), dass die Mail-ID ihren Vornamen beinhaltet. In einigen Mailprogrammen fließt in die automatisch mitversendete Mail-ID der Anmeldename bei Windows mit ein, und das war ihr Vorname. Versendet wurde das Ding allerdings über das mobile Netz und der Anschlussinhaber war ein Mann, der rund 40 Kilometer von Hamburg entfernt wohnt. Das hat doch sehr verwirrt. Man hat dann vermutet, dass das eventuell ein neuer Freund von meiner Mutter sein könnte. Man hatte überlegt, ob man diesen Herrn besucht und hatte mit der Polizeidienststelle vor Ort telefoniert. Bei der Überprüfung der Personalien kam heraus, dass der vor einigen Wochen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden sein soll. Was die Theorie des neuen Freundes ja bestätigen könnte – man hat sich dort kennen gelernt. Man hatte dann aber in Erfahrung gebracht, dass der Typ noch in der Klinik ist. Da man hier nicht weiter gekommen ist, hat man sich wieder auf meine Mutter konzentriert und versucht, einen Durchsuchungsbeschluss zu bekommen, um den PC sicherstellen zu können und dort vielleicht Beweise zu finden.

Der Durchsuchungsbeschluss wurde aber abgelehnt, die Beweise reichten nicht aus. Der Richter hätte in der Ablehnung begründet: Wenn sicher gestellt sei, dass meine Mutter tatsächlich einen PC besitzt, auf dem sie sich mit ihrem Vornamen als Anmeldenamen anmeldet, hätte er unterschrieben. So nicht, es blieben zu viele Zweifel.

Nun kam aber noch eine andere Sache ins Spiel: Niemand wusste, was meine Mutter wirklich plante. Niemand wusste, ob sie glaubte, dass sie mit dieser Aktion irgendwas erreicht hatte oder ob sie wusste (eigentlich wissen müsste), dass der Schwindel bereits aufgeflogen war. Würde sie dann aufgeben, mich zu verfolgen? Oder was hatte sie als nächstes vor? Könnte ja auch sein, dass sie irgendwann erkennt, dass sie sich damit in eine Sackgasse manövriert hat und auf noch wesentlich dümmere Ideen kommt.

Gestern abend wartete die Polizei in zivil in der Schwimmhalle. Und wieder tauchte meine Mutter dort auf. Sie wurde vor Ort festgenommen. Zu aller Überraschung ohne irgendein Theater. Wir waren noch nicht im Becken, da war der ganze Spuk schon vorbei. Ich habe dann vom Fenster aus noch sehen können, wie sie ihr am Auto in die Taschen geguckt haben und sie sich ohne jede Gegenwehr von dem Mann Handschellen anlegen ließ. Ich vermute, dass den beiden die Vorgeschichte auch nicht geheuer war und sie einfach auf Nummer Sicher gehen wollten, wenn sie mit ihr in einem Auto fahren. Sie musste sich hinten hinsetzen, wurde angeschnallt, die Frau setzte sich neben sie auf die Rückbank und der Mann fuhr. Ich hatte schon einen dicken Kloß im Hals. Aber weiß jemand eine andere Lösung?!

Wie sie mir heute erzählten, sei die Wohnung zwar nicht verwahrlost gewesen, aber sie sammle Plastikflaschen. In der Wohnung waren mindestens 500 leere Mineralwasserflaschen. Ich finde das voll heftig und echt erschreckend. Man habe den Sozialpsychiatrischen Dienst angerufen und der kam dann doch sofort und hat mit ihrem Einverständnis einen Einweisungs- und einen Transportschein fertig gemacht. Anschließend wurde sie mit einem Krankenwagen in eine psychiatrische Klinik gebracht, jedoch wohl nicht in die, die sie vorher bereits behandelt hatte. Den Laptop hätte sie der Polizei freiwillig ausgehändigt und auch zugegeben, dass sie die Mail geschrieben hat und die Sache mit dem Typen in 40 Kilometer Entfernung klärte sich auch: Sie hatte einfach einem Mitpatienten den Stick nicht zurück gegeben, nachdem er ihn im Krankenhaus mehrmals ausgeliehen hatte. Jeder halbwegs fitte Mensch würde ihn ja sperren lassen, aber der Mann hatte anscheinend krankheitsbedingt andere Sorgen.

Ich bin auf jeden Fall sehr erleichtert, dass dieser Krimi erstmal vorbei ist und ich mich wieder auf mein Leben konzentrieren kann. Bei allem Mitgefühl: Das ist mir einfach zu heftig! Sorry, die Kraft habe ich nicht, ihr da anders (persönlich) zu helfen. Ich kann versuchen, Hilfe für sie anzustoßen. Soweit es geht und soweit ich mich parallel schützen kann. Aber mehr ist wirklich nicht drin. Ob man meiner Mutter in dieser Klinik nun besser helfen kann, weiß ich nicht. Ich hoffe es und ich wünsche es ihr. Zumindest passiert jetzt erstmal was.

Hosengrabscherei

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Seit einer Woche bin ich endlich fertig mit meinem dreimonatigen Pflegepraktikum, das ich für mein Studium brauche. Der eine Monat in der Pflegeeinrichtung wird angerechnet, so dass ich nur zwei Monate im Krankenhaus arbeiten musste. Ich bin reif für die Insel, aber ich habe es geschafft. Es war spannend, ich habe sehr viel dazugelernt, sehr viele Leute kennen gelernt und vor allem: Dinge erlebt, die ich niemals erleben wollte. Und von denen ich mich frage, ob sie mich auf meinem Lebensweg ein Stück nach vorne gebracht oder lediglich nicht aus der Bahn geworfen haben.

Seit einer Woche habe ich also wieder mehr Zeit, vor allem mehr Zeit zum Bloggen. Entsprechend muss es einen guten Grund geben, warum dann in den letzten Tagen so wenige neue Beiträge erschienen sind wie schon lange nicht mehr – keiner. Es gab einen guten Grund. Und dieser gute Grund ist leider gleichzeitig ein schlechter Grund: Frank hat mir dringend davon abgeraten, irgendetwas schriftliches zu äußern, was nicht durch seine Hände gegangen ist und jede Kommunikation zu unterlassen, die nicht unbedingt sein muss. Inzwischen hat er diesen Rat wieder zurückgenommen.

Was passiert ist, ist so unglaublich, dass ich fest damit rechne, dass die ersten Kommentare mich nach den Pillen fragen, die ich vor Verfassen dieses Beitrags eingeworfen habe. Nein, ich habe die Krankenhausapotheke nicht überfallen und ich hatte auch keinen Schlüssel für den Giftschrank auf der Station. Ich bin ganz nüchtern.

Alles begann damit, dass ich am Freitagabend eine SMS von meiner Mutter bekommen hatte, in der sie schrieb: „Nachdem ich nun wirklich alles versucht habe, was eine Mutter tun kann, um dir zu helfen, gebe ich es auf. Ich lasse mich von dir nicht mehr erniedrigen. Von mir wird keine Reaktion mehr kommen. Vielleicht bist du nun zufrieden. Lebe wohl.“

Ich dachte zunächst: Okay. Sie ist nicht glücklich, aber sie hat verstanden, dass sie mich in Ruhe lassen soll. Das ist ein erster Schritt und wenn sie dann in ihrer Therapie ein Stück weiter gekommen ist, wird sie vielleicht verstehen, was sie falsch gemacht hat und künftig anders handeln. Dann kann man vielleicht einen neuen Versuch starten.

Ich habe Frank davon erzählt und bin mit ihm so verblieben, dass wir diese einmalige Aktion als Anerkennung der Auflagen werten und nicht deshalb schon das Gericht einschalten, auch wenn sie damit bereits gegen die Auflagen verstoßen hat. Wenn ansonsten danach Ruhe ist, belassen wir es dabei. Sollte keine Ruhe sein, könnte das später immernoch mit einfließen, denn man ist ja nicht verpflichtet, alles sofort dem Gericht zu melden.

Das Wochenende war entspannt, wir haben mir ein paar Leuten eine Handbiketour an der Elbe gemacht, später zusammen gekocht, es waren zwei sehr schöne Tage. Die neue Woche brachte dann die erste Schwimmstunde, bei der meine Mutter nun wirklich damit rechnen muss, dass es Konsequenzen hätte, wenn sie dort auftaucht. Das weiß selbst ein kleines Kind.

Ich habe mir gedacht, dass ich ganz entspannt mein Schwimmtraining mache, denn es würde schon an Hysterie grenzen, wenn ich sie suchen würde. Ich wollte mich entspannen und darauf vertrauen, dass nun wirklich Schluss mit dem Theater ist. Unsere Bahn war mehr als überfüllt, so dass sich an den Enden jeweils Schlangen bildeten. Man muss ja immer etwas Abstand zum Vordermann lassen, und wenn zu viele Leute in der Bahn sind, muss man am Rand kurz warten, bevor man starten kann. Hier bildeten sich bereits Schlangen aus vier oder fünf Leuten. Ätzend, aber nicht zu ändern.

Während ich also am Rand klammerte, sah ich, wie 25 Meter entfernt auf der anderen Seite meine Mutter in der dort abgestellten Sporttasche von Tatjana wühlte und ihre Mappe mit Klemmbrett rauskramte und aufklappte. In dieser Mappe sind alle möglichen Aufzeichnungen von ihr: Trainingspläne, Anwesenheitslisten und ähnliches. „Und eine Adressen- bzw. Telefonliste“, schoss es mir durch den Kopf. Ich war zwar noch nicht dran, egal, ich drängelte mich einfach dazwischen und schwamm quasi mittig durch die Bahn und etlichen Leuten in die Quere – vermutlich meine Tagesbestzeit. Drüben angekommen, klammerte ich mich einfach an irgendwelchen Leuten fest, zog mich zwischen ihnen an den Beckenrand, stützte mich auf und brüllte Tatjana an: „Tatjana, was macht sie da?“

Tatjana drehte sich um, ging auf meine Mutter zu, sprach sie an, wollte ihr das Klemmbrett aus der Hand nehmen. Meine Mutter hielt es mit beiden Händen fest und zappelte wie ein kleines Kind, das seine Sandschaufel nicht hergeben möchte. Tatjana krallte sich mit beiden Händen ihre Mappe und drückte meine Mutter mit dem Ellenbogen weg und drehte sich mit dem Rücken zu ihr. Jetzt begann meine Mutter, mit den flachen Händen auf Tatjana einzuprügeln, ebenfalls wie ein kleines Kind, dem man sein Spielzeug weggenommen hat. Tatjana drehte sich um und schubbste sie nochmals zurück, diesmal mit den Worten: „Beim nächsten Ding tut es weh. Legen Sie es nicht drauf an.“

Da Vereinstraining war, ist kein Schwimmhallenpersonal in der Halle. Ein Typ eines anderen Sportvereins, der in der Nachbarbahn trainiert, kam Tatjana zur Hilfe. Ohne ein Wort packte er meine Mutter von hinten an der Jacke, schob sie vor sich her, machte den Notausgang auf und schob sie nach draußen auf die Wiese. Tür wieder zu. Damit war das Problem vorerst gelöst, da sie vorne nicht mehr reinkommt. Ab 18.00 Uhr ist Vereinstraining und wer bis 18.15 Uhr nicht drin ist, steht draußen. Sie muss also bereits vor 17.00 Uhr (letzter Einlass) eine reguläre Eintrittskarte gelöst und sich so lange irgendwo im Gebäude aufgehalten haben.

Meine Schwimmstunde war damit erstmal zu Ende. Tatjana beruhigte mich und wie sich dann herausstellte, war keine Adressenliste in der Mappe gewesen. Tatjana sagte, sie hätte sie nur in ihrem Handy und das liegt ausgeschaltet in ihrem Rucksack. Da war sie aber nicht dran. Das einzige, was fehlte, war ein Zettel, den Tatjana zu Hause ausgedruckt hatte, da ging es um eine Weihnachtsfeier. Es handelte sich um eine Rundmail, auf der oben alle unsere Mailadressen sichtbar waren. Aber Mailadressen kann man im Notfall ändern oder den Spamfilter entsprechend konfigurieren.

Tatjana brachte mich nach dem Training zum Auto. Das Auto war ganz, meine Mutter war weg, alles schien in Ordnung. Bis ich am Mittwochabend eine Mail von der Mutter eines 14jährigen Jungen, der mit uns trainiert und in der selben Bahn geschwommen ist wie ich, bekomme. Die Mail ist in Kopie an einen großen Verteiler geschickt, einschließlich Tatjana, einschließlich Abteilungsleitung, einschließlich Vorstand, insgesamt acht Personen. In der Mail verlangt diese Mutter von mir eine schriftliche Erklärung, dass ich mich freiwillig verpflichte, ihren Sohn künftig in Ruhe zu lassen.

Man wolle keine große Sache daraus machen, aber ihr Sohn sei 14 und noch am Anfang seiner geschlechtlichen Entwicklung. Er finde meine Nähe zu ihm schmeichelhaft, nur sei er noch damit überfordert, mich mit dem Nachdruck zurückzuweisen, den ich offensichtlich bräuchte. Sie hätte sich gewünscht, dass ein einfaches „Nein“ von ihm ausreiche, stattdessen müsse sie als Mutter einschreiten. Das falle ihr nicht leicht. Sie wirft mir vor, dass ich ihren Sohn an diesen Wartepositionen am Bahnende regelmäßig von hinten umarmt und ihm an und einmal sogar in die Badehose gegriffen haben solle. Auch wenn der Sohnemann sich nicht so deutlich wehre, wie es vielleicht angebracht wäre, wünsche er diesen Kontakt und vor allem diese Hosengrabscherei nicht. Sie bittet darum, dass auch der Verein noch einmal mit mir Tacheles redet und meinen Verbleib in dieser Trainingsgruppe davon abhängig mache, dass ich ausdrücklich versichere, küntig diese Grenzen zu beachten.

Ich fiel aus allen Wolken, denn an diesem Vorwurf war nichts dran. Null. Ich komme mit diesem Jungen zurecht, ich quatsche mit dem, wir albern manchmal ein bißchen herum, er ist oft recht kiebig zu den Mädels, aber mehr nicht. Ich will nix von dem und er auch nicht von mir. Was sollte also diese Mail? Wollte er so mit mir ins Gespräch kommen? Hatte ich ihm etwas getan? War er eifersüchtig? Hatte ich ihn mit meinen Beinen berührt, ohne etwas davon gemerkt zu haben? Alles unwahrscheinlich. Es wurde eine aktive, belästigende Handlung beschrieben. So etwas passiert nicht aus Versehen.

Am nächsten Morgen wurde ich von unserem Abteilungsleiter angerufen und ins Büro bestellt. Ich überlegte, ob ich Frank mitnehmen sollte. Ich entschied mich dafür, Frank nahm sich auch die Zeit und sagte einen anderen Termin ab. Ich bat ihn, sich im Hintergrund zu halten und mich möglichst selbst sprechen zu lassen, denn eigentlich kann man mit unserem Chef sehr gut reden. Alleine die Tatsache, dass er zunächst meine Darstellung hören wollte, bevor er irgendetwas unternimmt, zeigt eigentlich, dass das ein sehr fairer Typ ist.

„Was ist denn das für eine beschissene Geschichte?“ fragte er mich. Ich sagte ihm, dass ich absolut nichts getan hätte. Absolut nichts. Ich will auch nichts von dem Typen. Er sagte mir dann, dass es überhaupt kein Problem gewesen wäre, wenn die Mail von einem anderen Mitglied gekommen wäre und sich dieses Mitglied darüber beschwert hätte, dass er mich und meinen Freund dabei beobachtet hätte. Dann hätte ich jetzt von ihm einen symbolischen Anschiss bekommen, so etwas doch während des Trainings zu unterlassen, weil das andere nervt, und dann wäre es erledigt. „Geht dann halt in die Umkleide und erledigt das dort. Aber schließt vorher ab.“

Nur das hier sei etwas anderes: Der Junge ist 14 und damit steht er unter besonderem Schutz. Alles, was nicht eindeutig einvernehmlich geschehen sei, sei gegen den Willen geschehen und damit strafbar. Und wenn er noch so willig geguckt habe, wenn er später sagt, er habe das nicht gewollt, zähle nur noch das. „Jule, warum lässt du dich überhaupt mit einem 14jährigen ein?“ – „Ich habe überhaupt nichts gemacht!!! Ich habe den nicht mal angeguckt!“ – „Ich glaube dir das. Nur ich muss auch der anderen Partei glauben. Sonst darf ich diesen Job hier nicht machen.“ – „Das bedeutet?“ – „Schreib mir was dazu. Antworte auf die Mail, setz mich in Kopie. Dann wird sich die Mutter ja irgendwie nochmal äußern. Solange kann ich dir nicht mehr gestatten, an unseren Gruppen teilzunehmen. Du unterschreibst mir also an Ort und Stelle, dass du das vorläufige Hausverbot erhalten hast.“

Ich guckte Frank an, der zuckte nur mit den Schultern. Ich fing an zu heulen. „Das kann doch jetzt nicht wahr sein. Ich hab nichts gemacht!“ – „Jule, ich glaub dir das. Aber mir sind die Hände gebunden. Ich werde die Mutter spätestens 24 Stunden nach deiner Mail anrufen und versuchen, zu einer Lösung zu kommen. Das verspreche ich dir. Wenn sich das alles geklärt hat, darfst du sofort wieder mitmachen. Aber bis dahin musst du dich erstmal gedulden. Schreib sofort was dazu, je schneller geht es.“

Ich antwortete der Mutter schriftlich, dass ich die Vorwürfe entschieden zurückweise. Ich hätte ihren Sohn nicht angefasst und ich könne mir nicht erklären, wie es zu seiner Behauptung gekommen ist. Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir uns zusammen mit einem Moderator, beispielsweise dem Chef des Vereins, treffen und gemeinsam über den Vorfall sprechen könnten. Es kam keine Antwort.

Gestern morgen rief der Verein bei der Mutter an. Sie habe abgestritten, jemals eine solche Mail geschrieben zu haben und sie habe auch keine Antwort erhalten. Auch hätte sich der Sohn nie bei ihr beschwert. Die Mutter könne meinem Namen ein Gesicht zuordnen, da sie mich das eine oder andere Mail beim Training oder beim Trainingslager, wenn sie ihren Sohn vorbeigebracht oder abgeholt hätte, gesehen habe. Sie hätte mich als nett und freundlich wahrgenommen und auch ihr Sohn hätte niemals schlecht über mich geredet, im Gegenteil. Aber er habe doch eine Freundin und … blabla.

Bei der weiteren Überprüfung kam heraus, dass die Mailadresse der Mutter unter vorname-nachname@gmx.de registriert war. Die Mailadresse, von der diese komische Mail gesendet worden war, lautete vorname-nachname@gmx.net. Außerdem war ein vollständiger Name übermittelt worden, so dass man nur über „Eigenschaften“ die dahinter stehende Mailadresse angezeigt bekam. Die Mutter des Jungen war genauso in dem Mailverteiler zur Weihnachtsfeier wie der Junge selbst. Und den Zettel hatte … meine Mutter.

Ich darf inzwischen wieder Sport machen. Aber der Verein war so gar nicht amused und meinte, dass er so einen Stress nicht haben wolle. Ich solle also daran mitwirken, dass dieses Theater aufhöre. Dieses Theater stünde in Verbindung mit meiner Person und der Verein wünsche dieses Theater nicht. Immerhin konnte ich erreichen, dass meiner Mutter auch vom Verein ein Hausverbot für sämtliche Trainingsstätten ausgesprochen worden ist. Sie bekommt es per Einschreiben zugestellt. Gleichzeitig ist noch gestern ein Fax an das Gericht rausgegangen, das die Bannmeile angeordnet hatte. Frank hatte mir das getippt, so dass ich es nur noch unterschreiben und abschicken musste. Darin heißt es, dass ich die SMS bekommen habe, sie in der Halle aufgetaucht ist, dabei Dokumente mit Daten aus einer Tasche entwedet hat und diese anschließend vermutlich verwendet hat, um diese Mail zu schreiben. Ich ließe mich gerade anwaltlich beraten, ob über diese Meldung hinaus noch eine Strafanzeige wegen Verleumdung sinnvoll erscheine. Frank meinte: Das dritte Ding wird richtig teuer, wenn sich der Verdacht bestätigt, dass sie dahinter steckt.

Insofern hatte die SMS, die ich am letzten Freitag bekommen hatte, wohl eine ganz andere Bedeutung als zunächst gedacht. „Nachdem ich nun wirklich alles versucht habe, was eine Mutter tun kann, um dir zu helfen, gebe ich es auf.“ Das bedeutet anscheinend, dass sie nun alles versucht, was eine Verrückte tun kann, um mir zu schaden – das kann ja heiter werden.