Aufgeräumt

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Aufmerksame Leser und Kenner dürften es mitbekommen haben, es sind ein paar Beiträge und etliche Kommentare verschwunden. Der Grund: Die Verbannung der Fetischisten aus meinem Blog. Durch die unbedachte Offenheit und Redseligkeit eines einzelnen Vertreters der Szene sind meinem Anwalt (nein, nicht Frank) nun 41 Personen namentlich bekannt. Einigen von ihnen konnten bestimmte Mailadressen zugeordnet werden, von denen aus ich längere Zeit immer wieder belästigt worden bin, einigen von ihnen auch Kommentare oder IP-Bereiche. Die Betreiber zweier einschlägiger Internetforen stehen ebenfalls namentlich fest, einer von ihnen hatte sogar ein ordnungsgemäßes Impressum. In einem Forum muss man sich registrieren, um lesen und schreiben zu können, im anderen kann jedoch auch jeder lesen. In beiden Foren wurde intensiv über mich geschrieben, zu 97,5% unter der Gürtellinie.

Inzwischen sind sämtliche Threads, in denen es um mich ging, in diesen beiden Foren freiwillig vom Betreiber gelöscht worden. Von beiden Betreibern liegt eine schriftliche Unterlassungserklärung vor. Darüber hinaus konnte mein Anwalt 18 der 41 Personen konkrete Kommentare zuordnen, die nicht nach Aufforderung, sondern ohne jeden Zusammenhang und unter der Gürtellinie abgegeben worden sind (und anschließend dann meistens von mir ausgeblendet wurden). Diese Personen sind nun schriftlich aufgefordert worden, das künftig zu unterlassen. Fünf weiteren Personen ist nachzuweisen, dass sie belästigende Mails geschickt haben. Von vieren liegt inzwischen auch eine schriftliche Unterlassungserklärung vor. Der fünfte hat bis morgen noch Zeit, danach überlegen mein Anwalt und ich nochmal, ob wir die gerichtlich durchsetzen und/oder ob wir Strafanzeige wegen Beleidigung und Verbreitung pornografischer Schriften erstatten. Derjenige, der noch nicht unterschrieben hat, hatte mir unter anderem seinen (?) Dödel in Großaufnahme gemailt, nachdem ich diverse Mails von ihm bereits ignoriert hatte.

Und nun wieder zu den erfreulichen Seiten: Ich habe unter „Fragen und Antworten“ aufgeräumt und die bisherigen Folgen eins bis drei auf einer Seite mit bisher über 200 Fragen und Antworten zusammengefasst. Ich werde künftig weiterhin offen und frei über alles schreiben, was mich bewegt und berührt, auch über Kontinenz und Sexualität, ich habe auch weiterhin nichts gegen Fragen und Kommentare, nur werde ich diese moderieren und ggf. gar nicht erst freischalten. Ich hoffe, dass das Thema damit nun erledigt ist und wir zur Tagesordnung zurückkehren können.

An den Rolli gefesselt

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Seit einigen Tagen ist der Hinweis im Umlauf, man möge, wenn man jemanden sieht, der an der Rollstuhl gefesselt ist, diesen losbinden oder die Polizei rufen.

Im Bahnhof Altona, genauer gesagt in dem dortigen Elektronikmarkt, befand sich heute eine knapp 20jährige Behinderte mit Rollstuhl. Ob gefesselt oder nicht, kann ich nicht sagen. Vermutlich hat sich jemand an den obigen Hinweis erinnert und vorsichtshalber die Cops gerufen. Diese parkten auch gleich auf dem richtigen Parkplatz…

Nett, aber nutzlos

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Mitleid ist meist nur oberflächlich betrachtet eine gute Emotion. Meist steckt dahinter eine besondere Form der Verachtung, das Urteil: „Nett, aber nutzlos.“

Eine deutliche Aussage der Sozialpsychologin und Princeton-Professorin Fiske, die sich mit der Entstehung von Vorurteilen beschäftigt und dabei auf zwei grundsätzliche Dimensionen gestoßen ist: Von der Wärme, die ein Mensch auf einen anderen ausstrahlt und von seiner Kompetenz hänge es ab, wie wir ihn einschätzen.

Im Rahmen verschiedener Studien hat sie etliche Menschen in einen Magnetresonanztomografen geschickt und die verschiedenen Aktivitäten im Hirn der Probanden gemessen. Dabei fiel auf, dass viele Menschen zum Beispiel Obdachlose oder Drogenabhängige als Objekte betrachten und nicht als menschliche Wesen. Ein unbewusster Vorgang als Ergebnis eines über den Lauf der menschlichen Evolution und Geschichte andauernden überlebenswichtigen Verhaltens, dem Vergleichen mit anderen zur Bestimmung des eigenen sozialen Status.

Man habe herausgefunden, dass die Bestimmung des eigenen sozialen Status auf zwei Ebenen geschehe, nämlich durch die Beurteilung von Wärme und Kompetenz des Gegenübers. Ein erfolgreicher Aktienhändler gelte dabei eher als kühl, ein mittelständischer Handwerker als warm. Generell werden Mitglieder der Gruppe, in der man sich selbst sieht, eher als warm angesehen, Menschen, die sozial über oder unter einem stehen eher als kalt. Zusammen mit der Kompetenz, die man einem Menschen zuschreibt (Alte, Behinderte, Arme, Sozialhilfeempfänger, Obdachlose haben dabei eher eine niedrige Kompetenz, während man sich selbst und Vorbildern, Experten, erfolgreichen Menschen, Reichen eine eher hohe Kompetenz zuschreibt), ergeben sich vier unbewusste Empfindungen.

In der eigenen Gruppe findet sich eine hohe Kompetenz zusammen mit starker Wärme, die Stolz auslöst, in der Gruppe der erfolgreichen über sozial über einem selbst angesiedelten Menschen findet sich eine hohe Kompetenz bei schwacher Wärme. Diese lösen bei den meisten Probanden Neid aus.

Bei den Menschen, denen man eine niedrige Kompetenz zuschreibt, gibt es bei schwacher Wärme (Arme, Sozialhilfeempfänger, Obdachlose) regelmäßig Verachtung und Ekel, während bei starker Wärme (Alte, Behinderte) regelmäßig Mitleid entsteht.

Zusammengefasst behauptet Fiske also, behinderten Menschen begegnen wir instinktiv mit Mitleid, wir verknüpfen ihren Anblick unbewusst mit starker Wärme und wenig Kompetenz. Möchte man nun diesem Wärme-Kompetenz-Modell folgen, habe ich kaum eine Chance, dem Mitleid meiner Mitmenschen zu entkommen. Was sich in der Evolution und Geschichte in die Hirne der Menschen eingebrannt hat, werden wir in unserer kurzen Lebenszeit nicht ändern können. Shit.

Eis statt Sauna, Bier im Pool

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Mittagessen fiel aus, sonst hätte es noch länger gedauert, bis wir endlich losgekommen wären. Nein, nicht noch einmal zur Alster, sondern gemeinsam, passend zu den kalten Temperaturen, in die Sauna. Wir haben uns gedacht: Heute sind die Leute alle auf den zugefrorenen Seen, dann sind wir (trotz Sonntag) bestimmt ganz alleine im Schwimmbad.

Jana, Cathleen, Simone und ich passten mit viel Mühe in Janas Auto, Jana wollte unbedingt ihre Freundin Britta mitnehmen, Britta wollte nicht ohne Schatzi und Schatzi machte kurzerhand noch bei ein paar Kumpels Werbung. Und postete sein Vorhaben bei Facebook. Frei nach dem Motto: Wer Zeit hat, soll dazu kommen. Inzwischen weiß auch er, wieviel wir davon halten. Gestern auf der Alster wäre es okay gewesen, im Kino meinetwegen auch – aber in die Sauna möchte ich gerne nur mit Freundinnen und Freunden, die ich vorher schon kannte.

Er hatte auch nix gesagt, wir wunderten uns nur, warum nach und nach Leute dazu kamen, die er kannte, die Britta kannte, die wir teilweise auch entfernt kannten (Britta ist auch Rollifahrerin, macht aber keinen Paratriathlon) – aber die doch nicht alle zufällig da sein konnten. Wahrscheinlich bin ich, sind Jana, Cathleen und Simone, etwas zu empfindlich. Spaß soll auf keinen Fall zu kurz kommen, aber ich mag es nicht, wenn ich mit Leuten losziehe, die sich nicht benehmen können. Damit meine ich weniger, dass jemand ständig laut rülpst oder heißen Models hinterher pfeift, sondern damit meine ich beispielsweise, wenn man ein paar Flaschen Bier mit in den Whirlpool nimmt und sich vom Bademeister ein „Es ist 3 Minuten vor einem Hausverbot“ abholt. Jana distanzierte sich auch schon deutlich, die Britta fand das alles noch im Rahmen.

So fiel unser Saunagang ins Wasser, zumal wir auch erneut das Problem hatten, dass die Sauna für Rollifahrer nicht zugänglich war, da die Rampe mit einer dicken Eisschicht versehen war. Also ingesamt mal wieder ein toller Erfolg.

Britta und ihre Jungs sind noch länger geblieben, wir haben uns kurzerhand wieder auf den Heimweg gemacht. Und nun gibt es Abendessen.