Nichts Neues bei Maria

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Der neueste Schrei: Die sozialmedizinische Beratungsstelle, die bisher keine Empfehlung dafür abgeben wollte, dass Maria bei uns wohnt, unternimmt zur Zeit eigene Anstrengungen, eine geeignete Wohnmöglichkeit für sie zu finden. Wir sind sowohl von der Pflegekasse als auch vom Sozialamt und von der Organisation, die zur Zeit die Assistenz übergangsweise sicherstellt, angesprochen worden. Jeder einzelne sagte: „So ein Unsinn. Es ist überhaupt keine Linie zu erkennen.“

In der übernächsten Woche treffen sich nun die Leiterin des zuständigen Sozialamtes mit dem Leiter des zuständigen sozialen Dienstes zu „bilateralen Gesprächen“ unter Moderation eines hohen Tiers des Pflegeversicherungsträgers. Bis dahin geht man davon aus, dass Maria hier umsonst wohnen darf und irgendjemand für ihre Pflegekosten aufkommt. Eine weitere vorläufige Kostenzusage wurde erstmal nicht erteilt. Maria ist jetzt nicht in Gefahr, sie wird auch nicht vor die Tür gesetzt, aber sie fragt natürlich täglich, ob sie alles richtig macht, auf wessen Kosten sie denn gerade lebt bzw. wem sie gerade auf der Tasche liegt. Frank sagt dann zwar jedes Mal, dass sie sich keine Sorgen machen muss und er zur Not am Ende die Kosten einklagt, wenn es nicht nachträglich zu einer Einigung kommt, aber für Maria geht es ja nicht um irgendeine „Sache“, sondern um ihre Wohnung. Es bleibt uns allen nur, abzuwarten.

Mein Fuhrpark

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Es gibt etwas Neues zum Thema Auto. Sogar etwas mehr, um genau zu sein. Bei meinem Verschleiß kann man bald schon von einem „Fuhrpark“ reden. Allerdings fahre ich in der Versicherung schon bei 85% – es waren also immer die anderen Schuld. Bin gerade etwas zickig, sorry.

Die Versicherung des Vereins hat sich bei mir gemeldet. Man möchte das Thema unbürokratisch regeln. Entweder ich reiche eine Reparaturrechnung ein und bekomme die ausgewiesenen Kosten erstattet, oder ich erkläre mich mit pauschal 500 Euro einverstanden und der Fall ist abgeschlossen. Nach Rücksprache mit Frank, ob ich die 500 Euro nehmen darf, wenn das Fahrzeug nicht mehr repariert wird, schickte ich den zugefaxten Zettel zurück und hatte heute einen Verrechnungsscheck über 500 Euro in der Post.

Das Gutachten der anderen Versicherung liegt mir inzwischen auch vor. Danach handelt es sich trotz Fahrzeugalter und -zustand um einen wirtschaftlichen Totalschaden. Der Zeitwert (Wiederbeschaffungskosten) des Fahrzeuges vor dem Crash wurde ohne Berücksichtigung des behindertengerechten Umbaus auf 36.250 € geschätzt. Die Aus- und Einbaukosten der behindertengerechten Ausstattung wurde mit 1.200 € veranschlagt. Ich habe damals rund 31.000 € bezahlt – meine Unfallkasse hat allerdings rund 17.000 € zugeschossen und ich habe fast 20% Rabatt auf den Listenpreis bekommen.

Da ich bei dem Händler, der mich beim letzten Mal mit rund 1.000 € übers Ohr hauen wollte, nicht noch einmal bestellen werde, habe ich mir einen Kostenvoranschlag bei einem anderen Händler erstellen lassen. Für exakt das gleiche Auto müsste ich bei ihm 43.000 € auf den Tisch legen, einschließlich Ausbau der behindertengerechten Austattung (Bediengeräte) aus dem Unfallfahrzeug und Einbau in das neue Fahrzeug. Die Unfallkasse teilte gestern mit, den maximal möglichen Zuschuss zu den Anschaffungskosten gibt es natürlich so schnell nicht noch einmal, aber immerhin würde man insgesamt 2.900 € zuschießen.

Das bedeutet: Ich bleibe auf exakt 2.650 € Euro sitzen, wenn ich mir das Auto noch einmal bestelle (abzüglich der 500 Euro für den Spiegel sind es noch 2.150 €). Allerdings nur dann – bestelle ich ein anderes Fahrzeug oder kaufe einen Gebrauchten, würden die Zuschüsse komplett wegfallen und ich könnte die Bediengeräte nicht verwenden, da sie auf das Fahrzeug zugeschnitten sind. Dann hätte knapp 7.000 € in den letzten 15 Monaten in den Sand gesetzt. Also gibt es jawohl keine zwei Meinungen. Frank meinte, über die Entschädigung für Nutzungsausfall etc. wäre es gut möglich, dass ich am Ende so gut wie ohne Eigenanteil aus der Sache heraus komme. Allerdings würde das Fahrzeug erst in der 23. Kalenderwoche geliefert werden können, das ist Anfang Juni. Hurra. Jetzt wollen wir versuchen, wenigstens in der kommenden Woche das alles abzuschließen, damit es sich nicht noch weiter verzögert.

Und: Ich spiele mit dem Gedanken, mir zusammen mit Sofie (sie sucht dringend, hat aber nicht das nötige Kleingeld) noch ein weiteres Fahrzeug zu bestellen. Das klingt zwar überheblich und bescheuert, aber es gibt dafür mehrere gute Gründe: Auf den Viano möchte ich nicht verzichten, denn ohne dieses große Fahrzeug kann ich meinen Sport so gut wie vergessen. Ich könnte auch nie mehr jüngere / andere Leute zu Wettkämpfen und Trainingslagern mitnehmen und müsste mir ständig jemanden suchen, der meine Ausrüstung (Rennbike, Rennrolli) zum Training fährt. Ich könnte nie mehr spontan irgendwo an den Strand fahren und nachts mit zwei, drei Leuten im Auto schlafen. Wie oft haben wir im letzten Sommer auf einer Matratze im Kofferraum gepennt?

Um damit zum Einkaufen oder in die Stadt oder mal eben zur Therapie zu fahren, ist es aber schlichtweg zu groß. Es ist nicht unhandlich, es ist nicht träge, aber man kommt in kein Parkhaus vernünftig rein, jede zweite Parklücke ist zu klein und nicht zuletzt muss man bedenken, dass man alleine mit einer Schrankwand unterwegs ist, hinter der noch sieben andere Leute Platz hätten. Und ich fahre meistens alleine. Vorher hatte ich ja noch parallel einen Golf Kombi, bis mir der ebenfalls zerlegt wurde.

Ich habe mir bei einem anderen Händler ebenfalls einen Kostenvoranschlag für einen Touran geholt. Der würde einschließlich Umbau und Rabatt rund 33.000 € kosten. Ich würde Sofie das Geld leihen, Sofie würde das Auto kaufen, auf ihren Namen zulassen und (Vollkasko) versichern (damit wäre es ebenfalls steuerfrei, ich hingegen müsste, da es für mich ein Zweitwagen wäre, Steuern zahlen) und mir monatliche Raten zahlen. Das wäre eine gute Idee, finde ich.