Ostseetraining

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Perfektes Wetter, um in der Ostsee zu schwimmen:

Nicht besonders heiß, kaum Wind, keine Wolke und keine Leute. Ideale Bedingungen für eine Vier-Kilometer-Trainingseinheit mit anschließendem Grillen am Strand. Ohne Neopren ist es derzeit noch ein wenig kalt, aber in einem Zwei- und Dreimillimeteranzug waren es perfekte Bedingungen. Das fanden auch die fünf anderen Leute aus meinem Hamburger Team, die sich spontan entschlossen hatten, mitzufahren.

Übrigens: Eine Stinkesocke ohne Meer ist keine Stinkesocke. Ich brauche salziges, welliges Wasser und den Blick in die endlose Weite. Und den Strand. Und den Sommer.

Wellenlänge

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Kleine und große Freaks gibt es überall. Im Norden wie im Süden. So hat ein junger Mann aus meiner neuen Nachbarschaft noch nicht bemerkt, dass ich ihn vom Balkon aus sehen kann, wenn er auf der Bank in einer Grünanlage sitzt und sich einen runterholt. Das macht er jeden zweiten bis jeden dritten Abend. Es ist dunkel, er beobachtet genau, ob irgendwoher Leute kommen … und dann legt er los. Ich habe das jetzt schon mehrmals beobachten können. Er ist einige Meter weg, ich tippe mal auf 300 Meter, aber man kann trotz der Dunkelheit im Schein einer Laterne erkennen, was er dort macht. Vermutlich möchte er gar nicht, dass ihn jemand entdeckt, vermutlich möchte er eher das Gegenteil. Und das Gegenteil blüht ihm zu Hause. Keine Ahnung.

Das finde ich ein halbes Prozent besser, als wenn mein Nachbar im Aufzug furzt. Ja, in der Kabine. Nicht, während ich daneben stehe, aber wenn ich nach unten fahre, um den Müll wegzubringen, er hoch fährt und ich anschließend den Aufzug wieder rufe, dann ist das ziemlich eindeutig zuzuordnen. Finde ich. Widerlich.

Mit mir zusammen studiert eine 25jährige Frau. Sie studiert nicht Medizin, ich habe sie beim Schwimmen kennengelernt. Ich habe im Rahmen des Hochschulsports in der Schwimmhalle trainiert, wir waren in derselben Bahn, sie fragte mich beim Rausklettern, ob ich Hilfe bräuchte. So kamen wir ins Gespräch, unter anderem darüber, dass ich auch draußen trainiere und gerne in diesem Jahr noch einen (Para-) Triathlon absolvieren würde. Sie sagte, sie würde auch gerne draußen trainieren. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben uns mehrmals verabredet und zusammen draußen trainiert. Zu zweit im See. Ausdauertraining, ich konnte ihr noch ein paar Tipps für ihren Kraulstil geben, ich finde sie nett, sie mich wohl auch.

Und sie erzählte mir von einer Erkrankung, die sie plagt. Eine Psychose. Sie hört Stimmen und sieht Bilder. Immer mal wieder, wenn sie aufgeregt ist. Woher ihre Halluzinationen kommen, weiß niemand so genau, zum ersten Mal sind sie mit 14 Jahren aufgetreten. Sie hat das gut im Griff, meint sie, manchmal ein wenig zu gut. Es kann sein, dass sie auf manche Fragen gar nicht erst reagiert, weil sie gerade denkt, dass sie Stimmen hört. Dass sie richtige Stimmen den Halluzinationen zuordnet, käme aber nicht oft vor. Ich finde das voll krass, vor allem, weil sie mir das auf Anhieb sehr ausführlich erzählte und auch erklärte. Sie meinte: „Ich verheimliche das nicht, es gehört zu mir. Aber meistens erwähne ich nur einmal die Diagnose. Dass ich jemandem die Bilder genau beschreibe, soweit sie überhaupt konkret zu beschreiben sind, kommt eher nicht vor. Außer bei Ärzten, als ich stationär in der Klinik war oder bei meinem ambulanten Psychiater. Aber deine Fragen sind so interessiert, so neugierig, so ernsthaft und so wertfrei. Weißt du schon, was du später werden willst? Interessieren dich Neurologie und Psychiatrie?“

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich habe, auch ohne Starallüren, das Gefühl, gut mit Menschen reden zu können. Also insbesondere habe ich schon oft bemerkt, dass Menschen mir sehr schnell etwas anvertrauen, von dem sie sagen, dass sie es sonst nicht erzählen. Vielleicht wäre es passend, später einmal beruflich in einem besonderen Bereich zu arbeiten. Allerdings: Den ganzen Tag nur Gespräche zu führen, kann ich mir irgendwie auch nicht vorstellen. Zum Glück muss ich mich heute beinahe noch nicht festlegen. Denn bis nach dem 13. Semester ist alles gleich. Erst danach kann man sich durch eine vier- bis sechsjährige Facharzt-Ausbildung spezialisieren. Aber: Ich bin gefragt worden, ob ich nicht promovieren möchte. Ich müsste mich jetzt noch nicht entscheiden, aber ab dem nächsten Semester sollte ich mal Gedanken daran verschwenden.

Ehrlich gesagt: Mich reizt das sehr. Nicht, weil ich einen möglichen Doktortitel als Ausgleich für meine Behinderung sehe oder diesen für mein Ego brauche. Sondern weil ich ganz große Lust hätte, während meines Studiums auch an einer Sache zu forschen. Selbst Ergebnisse auf eigene Fragestellungen zu finden. Und damit meine ich zum Beispiel Themen, für die ich vermutlich nirgendwo einen Proff finden werde. Themen, die ich vielleicht später noch vertiefen könnte. Vielleicht sogar etwas, was mit Behinderung und Inklusion zu tun hat. Oder mit der Wellenlänge, auf denen Menschen, die sich verstehen und vertrauen, kommunizieren.

Zu schnell ist nicht immer zu schnell

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Es war kurz vor Weihnachten, als Maries Mutter zuerst notfallmäßig zu einem Hausbesuch gerufen wurde und anschließend wegen eines akuten Herzinfarktes notfallmäßig zurück in ihre Praxis musste. Der Herzinfarktpatient (oder eher dessen Frau) hatte sich darauf verlassen, während der Sprechzeit einen Arzt anzutreffen. Dass Maries Mutter zu einem Notfall unterwegs war, kommt vor.

Auf dem Rückweg von dem häuslichen Notfall in die Praxis, wo der akute Herzinfarkt wartete, wurde sie mit ihrem privaten Pkw geblitzt. Auf einer über Kilometer geradeaus verlaufenden Straße, die sich durch Felder hindurch zieht, gut ausgebaut ist, und auf der eigentlich 60 km/h erlaubt waren. Sie hatte nach Abzug der Toleranz 106 km/h auf dem Tacho, war also 46 km/h zu schnell. Die Bußgeldstelle hatte (nach altem Recht) ein Bußgeld von 160 € plus Gebühren gefordert und wollte 1 Monat Fahrverbot verhängen und 3 Punkte in Flensburg eintragen.

In solchen Fällen schaltet man am besten gleich einen Anwalt ein, vor allem dann, wenn man rechtschutzversichert ist. Das Verfahren wurde nicht eingestellt, sondern es kam zur mündlichen Verhandlung vor Gericht. Marie und ich wurden nicht als Zeugen geladen, was uns aber nicht davon abhielt, als Zuschauer dabei sein zu wollen. Geladen war der Ordnungsbeamte, der das Meßgerät bedient hatte, und noch ein anderer Mann von einer Behörde. Es war ein eher kleiner Raum, für Zuschauer standen ein paar Stühle herum, dann ging es los. Maries Mutter musste sich vor einen Tisch stellen, der Richter las die ganzen persönlichen Daten vor und fragte sie dann: „Was machen Sie beruflich?“

Okay. Dann musste der Ordnungsbeamte, der das Messgerät bedient hatte, vor die Tür. Der Anwalt von Maries Mutter wurde gefragt, ob Maries Mutter aussagen möchte. Sie wollte. Sie wurde gefragt, ob es zutreffend ist, dass sie 46 km/h zu schnell unterwegs war und dass sie auf dem Weg zu einem Notfall war.

„Was war das für ein Notfall?“ – „Ein akuter Herzinfarkt in meiner Praxis.“ – „Wie haben Sie davon erfahren?“ – „Meine Tochter rief mich an. Sie half an dem Morgen aus.“ – „Konnte Ihre Tochter erkennen, dass es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand des Patienten handelte? Oder haben Sie das aufgrund von Schilderungen angenommen?“ – „Beides. Meine Tochter studiert Medizin, damals im 4. Semester, und sie hatte mir am Telefon die Symptome beschrieben. Zudem war eine ausgebildete nichtärztliche Mitarbeiterin vor Ort, die die Lage genauso einschätzte. Es bestanden keinerlei Zweifel daran, dass sich der Patient in einem lebensbedrohlichen Zustand befand und sofortige ärztliche Hilfe benötigte.“ – „Sofortige ärztliche Hilfe? Das bedeutet, dass die sofortige Hilfe von nichtärztlichem Personal oder die spätere ärztliche Hilfe nicht ausreichend waren?“ – „Richtig. Der Patient hätte von einer Sekunde auf die nächste sterben können. Nur ein Arzt durfte Medikamente geben, die das verhinderten.“ – „Das ist auch mein Verständnis von einem Herzinfarkt. Warum sind Sie 106 gefahren und nicht 90 oder 130?“ – „Ich bin die Geschwindigkeit gefahren, die mir angesichts der Situation gerade noch vertretbar erschien. 130 wäre zu schnell gewesen. Die Straße war gut ausgebaut, es war niemand außer mir unterwegs, der gesamte Bereich war über mehrere Kilometer gut einsehbar.“ – „Das ist zwar für meine Entscheidung nicht wichtig, aber mich interessiert es trotzdem: Hat der Patient überlebt?“ – „Ja.“ – „Und es spielt ebenfalls keine Rolle, aber ich möchte es trotzdem wissen: Waren Sie vor dem Rettungsdienst da?“ – „Ja.“ – „Gibt es noch weitere Fragen?“

Nach allgemeinem Köpfe schütteln wurde der Ordnungsbeamte reingerufen. „Sie sind entlassen. Wir brauchen Sie nicht mehr.“

Und dann wurde ohne Unterbrechung ein Urteil gefällt. Maries Mutter wurde freigesprochen, die Geschwindigkeitsüberschreitung war angemessen und nötig, um einem Menschen das Leben zu retten. Sie muss nichts bezahlen, den Führerschein nicht abgeben und fühlte sich natürlich bestätigt. Der Richter sagte: „Ich habe keine Zweifel, dass Sie bei der Ausübung Ihres Berufs nicht nur das eine Leben des Patienten im Blick hatten, sondern auch Ihr eigenes und das der anderen Verkehrsteilnehmer. Sie dürfen niemanden gefährden oder gar schädigen und Ihr fahrerisches Können nicht überschätzen. Nur dann bleibt eine solche Geschwindigkeitsüberschreitung auf dem Weg zu einem lebensbedrohlichen Notfall ohne Strafe. Daran müssen Sie immer denken, denn Sie können ja bereits in wenigen Stunden erneut in solcher Situation sein.“

Das ganze Theater hat keine zehn Minuten gedauert. Zu schnell ist also nicht immer zu schnell. Was mir nicht ganz klar ist: Warum hätte man das nicht einfach nach Aktenlage entscheiden und einstellen können? Mir wurde übrigens erklärt, dass es keine Rolle spielt, ob parallel der Notarzt angeflogen kommt. Entscheidend ist nur die Frage, ob eine Möglichkeit besteht, dass Maries Mutter den Notfallort vor dem Notarzt erreicht. Nur wenn das völlig aussichtslos wäre, dürfte sie es nicht versuchen.

Dazu (in paralleler Argumentation) gleich noch eine andere Kuriosität aus Hamburgs ländlichen Gebieten: Falls mal nicht der Hubschrauber kommt, der in den ländlichen Gebieten Hamburgs gerne eingesetzt wird, sondern der fahrende Notarzt, brauchen sowohl der Rettungswagen als auch das Notarztfahrzeug über 10 Minuten zu der Praxis. Das hat zur Folge, dass darüber hinaus noch ein so genannter „First Responder“ (Erstversorger) alarmiert wird. Im Bereich der Praxis von Maries Mutter nimmt diese Aufgabe die Freiwillige Feuerwehr wahr, die dann mit 8 bis 10 Mann und einem großen Löschfahrzeug parallel anrückt. In dem großen Löschfahrzeug ist ein Sanitätsrucksack und mindestens ein geschulter Sanitäter. Die Freiwillige Feuerwehr ist meistens 2 bis 5 Minuten vor dem Rettungswagen und 4 bis 7 Minuten vor dem Notarzt-Einsatzfahrzeug vor Ort.

Das Auto.

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Da ist es endlich, mein neues Auto. Die Lieferzeit war vier Mal so lange als vorher zugesagt. Am Ende, nachdem ich den Händler gewechselt hatte, klappte alles wie am Schnürchen. Da ich als Mensch mit Behinderung ohnehin schon relativ viel Rabatt bekomme und als Ausgleich für die lange Wartezeit kein weiterer Rabatt mehr drin war, hat man mich unvorbereitet noch mit mehreren nicht bestellten und deshalb auch nicht berechneten Extras beglückt. So meinte man, mir mit zusätzlicher „Ambiente-Beleuchtung“, was so viel heißt, dass der Dreck im Fußraum auch noch angestrahlt wird, und einem zusätzlichen „Ablagenpaket“ einen Gefallen zu tun, ohne vorher zu fragen, ob die Ablagen nicht möglicherweise beim Verladen des Rollstuhls hinderlich sein könnten. Ich betone, dass das nicht vom zweiten Autohaus ausging, dort war man genauso verwundert darüber und fragte gleich, ob ich das so annehme oder ob der wieder zurück geht. Ich dachte, ich kriege einen Föhn.

Das dachte ich sowieso, denn der für mehrere tausend Euro eingebaute Umbau entspricht überhaupt nicht den Erwartungen, den ich an diesen Preis habe. Ja, ich weiß, ich bin nur am Meckern. Ist auch so. Wie bitte kann ein Einbau durch die Endabnahme kommen, der im Leerlauf scheppert? Und wie bitte kann ein Auto durch selbige kommen, wenn das Amaturenbrett knarzt und im Kofferraum irgendwas während der Fahrt klackert?

Das Autohaus bat um Verständnis, dass man mich zur Reparatur der Handbedienung zu einer Firma schickt, die diese Geräte verbaut. Man selbst wollte daran keine Reparaturen vornehmen, das sei in meinem Interesse, man habe keinerlei Schulungen in dieser Hinsicht bekommen und daher auch keine Ahnung davon. Damit kann ich leben – also fuhr ich zu einer Firma, die solche Geräte verbaut. Und war dort natürlich angemeldet. Erster Kommentar: „Das liegt daran, wenn man das ab Werk bestellt, statt das hinterher hier einbauen zu lassen.“ – Brauche ich das? Nein. Man fummelte eine gute Stunde an dem Teil herum, dann konnte ich vom Hof fahren. Beim Auffahren auf die Autobahn blieb dann das Gaspedal in der durchgedrückten Stellung stehen. Zum Glück beim Auffahren auf die Autobahn und nicht irgendwo in dichter Verkehrslage. Die Autobahn war frei, daher hatte ich genug Zeit, zu reagieren. Bei einem elektronischen Gaspedal konnte das ja nur zwei Ursachen haben: Entweder war die Feder defekt, die das Pedal wieder in die Ausgangsposition brachte, oder das Handbedienungsgerät war verklemmt. Ich drückte also den Hebel zum Gasgeben mit roher Gewalt in die Richtung, in die er eigentlich von selbst wieder zurückfallen sollte. Und das brachte auch gleich Erfolg. Meine zweite Maßnahme wäre gewesen, das Getriebe von „D“ auf „N“ zu stellen, was den nagelneuen Motor sicherlich erfreut hätte.

Warnblinklicht an, Standstreifen angesteuert, Auto aus. Per Handy die Firma angerufen. „Wir schicken Ihnen einen Abschleppdienst.“

Der kam, wollte mich allerdings mit dem Abschleppseil ziehen, was ich aber ablehnte, denn ich könnte das Auto ja nur mit dem eingebauten Gerät abbremsen. Und das war ja nicht in Ordnung. Also fuhr der wieder weg und es kam ein Abschlepper mit Kran, der mein Auto auflud … und weil ich in den Lkw vorne nicht rein kam, kam dann auch noch die Polizei mit einem Sprinter und holte mich mit meinem Rollstuhl von der Autobahn. Auf dem Gelände der Umbaufirma entschuldigte man sich ein paar Mal bei mir. Eine Kunststoffabdeckung sei nicht richtig verankert gewesen und habe sich verhakt. Man tausche sie komplett aus. Was ganze zwei Stunden dauerte. Anschließend bin ich vom Hof, zunächst war alles gut, nun scheppert es wieder im Leerlauf. Ein nächster Termin lässt noch auf sich warten, zunächst wurde mit dem Gerätehersteller Kontakt aufgenommen. Der stellte bereits in Aussicht, das Gerät komplett zu tauschen, ein defektes Gerät wolle man nicht auf sich sitzen lassen.

Das Knarzen im Amaturenbrett kam von einer Lüftungsdüse, die hat man ausgetauscht. Ein Klackergeräusch kam vom Beifahrersitz, das hat man behoben, ein weiteres kommt aus dem Kofferraum. Da meinte die Werkstatt, man habe die Abdeckung der Reserveradmulde im Verdacht und habe diese mit Klebefilz „entstört“, es klackert aber noch immer. Außerdem ist mir aufgefallen, dass irgendwer, ich habe den Abschleppdienst im Verdacht, zwei stecknadelkopfgroße Beschädigungen am hinterhen Stoßfänger verursacht hat. Da ist nämlich bereits der Lack abgeplatzt. Eine Schraube an der Beifahrertür ist auch nur halb lackiert … ich bin genervt.

Eigentlich ist das Auto total toll, wenn dieser Ärger nicht wäre. Den Turbodieselmotor und das DSG-Getriebe kenne ich schon vom Touran, der leichtere und windschnittigere Golf ist damit fast schon übermotorisiert. Das Getriebe schaltet, im Stadtverkehr, bei 60 km/h bereits in den 6. Gang und man kann ohne Probleme mitschwimmen. Im Gegensatz zum Touran hat der Golf nun auch eine Start-Stopp-Automatik, die ich teilweise etwas gewöhnungsbedürftig finde. Gerade wenn man von der Autobahn kommt und ein paar Kilometer mit 130 km/h gefahren ist, dauert es rund eine Viertelstunde, bis das Auto im Innenstadtverkehr wieder an Ampeln den Motor ausschaltet. Die Werkstatt meinte, das sei normal, das liege an einer zu hohen Temperatur der Ansaugluft nach einer Autobahnfahrt.

Besonders gut gefällt mit die Stop-And-Go-Funktion (Abstandsassistent), bei der das Auto einfach die Geschwindigkeit des Vordermanns übernimmt. Was im Stau absolut geil ist, weil man sich nur um das Lenken kümmern muss. Und es funktioniert sogar. Und sehr begeistert bin ich bisher vom Verbrauch, der mir schon beim Touran sehr gefallen hatte. Wenn man normal fährt (also nicht besonders sparsam), komme ich im Stadtverkehr nicht über 5 Liter. Wenn ich darauf achte, möglichst wenig zu verbrauchen, ist selbst im Stadtverkehr problemlos ein halber Liter weniger drin. Man könnte das sicher noch optimieren. Auf der Autobahn bin ich, von einigen 120er- und 100er- Beschränkungen abgesehen, die meiste Zeit mit Tempomat 160 gefahren, zu einer Zeit mit wenig Verkehr. Das war absolut entspannt, der Motor dreht bei etwa 3.000 U/min, also durchaus ruhig, und ich bin durchschnittlich nicht über 5 Liter pro 100 Kilometer gekommen. Damit bin ich sehr zufrieden.

Nun bin ich mal gespannt, wann mein Auto tatsächlich so „perfekt“ ist, dass es nicht mehr ständig in die Werkstatt muss. Mindestens zwei weitere Termine zu jeweils einem ganzen Tag stehen noch an.