Prost!

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Keinesfalls unbemerkt zählte mein Zähler heute den viermillionsten Seitenaufruf. 259 Tage nach dem der dritten Million. Somit wurde mein Blog in den letzten Monaten durchschnittlich 3.800 Mal pro Tag angeklickt. Es ist damit mal wieder Zeit, zu danken für das Interesse an mir, an meinem Geschreibsel, an meinem Onlinetagebuch: Danke!

Der Tag mit den bislang meisten Seitenaufrufen war der 29.09.14, an diesem Tag wurde meine Seite fast 19.000 Mal aufgerufen. Davor hatte ich eine Zeitlang nur offline geschrieben. Eine wahnsinnige Zahl. Finde ich.

Insgesamt gibt es rund 880 Beiträge und über 9.300 Kommentare.

Die häufigsten Suchworte, mit denen Leserinnen und Leser auf meine Seite gelenkt wurden, sind:
– Jule Stinkesocke (rund 12.000)
– Jules Blog (rund 2.000)
– Ohne Unterhose (rund 900)
– Amelo (rund 700)
– Contergan (rund 400)
– Berühmte Blogs (rund 170)
– Orgasmus in der Sauna (rund 110)
– Hosenboden stramm ziehen (rund 90)
– Wenn sie pupst (rund 60)
– Einbeinige Frauen haben oft ein Herz aus Gold (rund 50)

In Klammern dahinter sind die Anzahl derjenigen, die meine Seite über die entsprechende Suchanfrage gefunden haben. Als Zeitraum sind die letzten 259 Tage (die letzte Million) relevant. Ob jedoch alle gefunden haben, was sie suchten, wage ich zu bezweifeln.

Einige Besucherinnen oder Besucher haben über die verweisende Suchmaschine auch Fragen oder ganze Sätze formuliert…

– Macht man Witze über Behinderte?
Ja!

– Gibt es grippale Infekte auch 2015?
Ja!

– Wackelt ein Rollstuhlrad?
Besser nicht!

– Ich kenne Behindertenwitze mit Brechdurchfall.
Bitte behalte ihn für dich!

– Wurde schon eim Kind ein Rollstuhl amputiert?
Rollstuhl und Kind sind selten fest miteinander verwachsen.

– Hattest Orgasmus in der Sauna?
Etwas warm dafür dort, oder?

– Besetzt Schild für Klo wo?
An der Klotür?

– Sind Damenbinden und Leggings dasselbe?
Nein!

– Machst du auch Sport ohne Unterhose?
Ja.

– Hilft Regenmantel bei Inkontinenz?
Nur bedingt, würde ich sagen.

– Was kann bei Heliumsuizid schief gehen?
Alles.

– Ich habe einen Aufblas-Fetisch seit ich 14 bin.
Okay.

– Ich verleihe 50 Euro und hinterher hab ich 51.
Das nennt man ‚Zinsen‘.

– Wie kriege ich meinen Darm in Schwung?
Genug trinken, ausreichend Ballaststoffe essen, …

– Kannst du Kaninchen schlachten?
Nein!

– Hat Helene Fischer einen Blindenhund?
Nicht, dass ich wüsste.

– Ich komme nicht aus der Tiefgarage.
Ist das Problem noch aktuell?

– Du bist eine knackige Erbse.
Sagt wer? Möhrchen?

– Mein Freund will mir ein Fieberthermometer in den Po schieben.
Hast du Fieber?

– Narkosefetisch kannst du helfen?
Nein.

– Freundin fragt, ob sie duschen soll.
Wenn sie schon fragt, dann: Ja.

– Stößt du an?
Mit Blick auf die 4. Million: Ja!

In diesem Sinne: Prost!!!

Maut, maut

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Nun kommt sie also. Die Maut für Pkws. Vorausgesetzt, dieses aufwändige System wird nicht noch von der EU kassiert. Was mir vor allem widerstrebt, ist die damit verbundene Erfassung und Nutzung von Daten. Ich schätze, es dauert nun nicht mehr lange, bis diese Datensätze auch offiziell für die Terrorbekämpfung und die Aufklärung schwerer Verbrechen genutzt werden dürfen.

Menschen mit Behinderung, die (sinngemäß) sich nur im Rollstuhl oder ähnlich eingeschränkt fortbewegen können, die blind sind oder in erheblichem Umfang ständig hilfebedürftig, sind in Deutschland von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Dieser Personenkreis könnte also theoretisch eine Flugzeugturbine als Antrieb verwenden – Steuern fallen nicht an.

Jener Personenkreis, der sich im Straßenverkehr nur eingeschränkt bewegen kann (hierzu zählen Menschen, die wegen gesundheitlicher Einschränkungen eine Gehstrecke von etwa zwei Kilometern nicht innerhalb von rund dreißig Minuten zurücklegen können) und entsprechend einen Ausweis für Menschen mit Behinderung hat, auf dem das eingetragen ist, zahlte bisher nur die halbe Kraftfahrzeugsteuer – oder konnte alternativ eine vergünstigte Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr kaufen.

Da wurde ja im Rahmen der Mautdiskussionen versprochen, dass niemand schlechter gestellt wird als vorher, wenn die Maut kommt. Die Kraftfahrzeugsteuer soll entsprechend gesenkt werden. Nun zahlen Menschen mit Behinderung ja in einigen Fällen keine Kraftfahrzeugsteuer, so dass hier ein anderer Weg gefunden werden musste, um diejenigen nicht mit Einführung der Maut zu belasten.

Das Gesetz sieht nun vor, dass die Pkw-Maut nicht zu entrichten ist für Kraftfahrzeuge, die für schwerbehinderte Personen zugelassen sind, die entweder (sinngemäß) sich nur im Rollstuhl oder ähnlich eingeschränkt fortbewegen können, die blind sind oder in erheblichem Umfang ständig hilfebedürftig. Also jener Personenkreis, der nach wie vor von der Kraftfahrzeugsteuer befreit ist.

Das Gesetz sieht darüber hinaus vor, dass die Pkw-Maut auch nicht zu entrichten ist für Kraftfahrzeuge, die für Personen zugelassen sind, die sich im Straßenverkehr nur eingeschränkt bewegen können (also diese Zwei-Kilometer-Regel). Hier umfasst das Pkw-Maut-Gesetz also künftig einen wesentlich größeren Kreis.

Soweit ist das wohl erstmal ganz gut. Man hat die Menschen mit Behinderung zumindest schonmal nicht vergessen.

Welche Auswirkungen hat das aber für die Praxis? Einige, würde ich sagen.

1. Ich müsste für mein Auto jetzt jährlich 234 € Steuern zahlen (Diesel mit Euro 6). Die Pkw-Maut pro Jahr beträgt später pro Jahr 96 €, die Steuerentlastung 100 €. Künftig würde ich also 230 € zahlen und hätte 4 Euro gespart.

2. Da ich aber von der Kraftfahrzeugsteuer wegen meiner Behinderung befreit bin, zahle ich jährlich 0 € Steuern. Das kann man nicht ermäßigen, aber die Pkw-Maut fällt auch nicht an, somit zahle ich künftig auch 0 € und bin genauso dran wie vorher.

3. Gehörte ich nun zu denjenigen Leuten, die noch laufen können, aber nicht so weit und so schnell (erhebliche Einschränkung, Zwei-Kilometer-Regel) und hätte ich keine Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr, zahlte ich jetzt die Hälfte von 234 € Steuern (also 117 €). Die Entlastung wegen der Pkw-Maut betrüge künftig 0 €, somit zahlte ich immernoch 117 € Steuern. Eine Pkw-Maut fiele nicht an, also bin ich später mit 117 € genauso dran wie heute.

4. Gehörte ich zu denjenigen Leuten mit der erheblichen Einschränkung (Zwei-Kilometer-Regel) und hätte eine Jahrskarte für den öffentlichen Nachverkehr, zahlte ich jetzt 234 € Steuern, würde künftig im Rahmen der Pkw-Maut nicht entlastet werden, müsste aber ebenfalls keine Maut zahlen. Würde also künftig auch 234 € zahlen und würde damit 4 € pro Jahr mehr zahlen als ein nicht behinderter Mensch (siehe 1.).

Auch wenn es nur vier Euro pro Jahr sind … An einer anderen Stelle gibt es aus meiner Sicht aber noch eine Ungenauigkeit.

Nämlich: Im Kraftfahrzeugsteuergesetz heißt es, dass die Steuervergünstigung für behinderte Menschen nur für ein Fahrzeug zusteht. Die Nutzung dieses Fahrzeugs darf nicht gewerblich sein, andere Personen dürfen das Fahrzeug nicht nutzen, es sei denn, sie fahren mich durch die Gegend oder führen dadurch meinen Haushalt.

Aus diesem Grund ist es zum Beispiel auch nicht möglich, dass Marie alleine mit meinem Auto zum Training fährt. Auch wenn sie ebenfalls die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung erfüllt. Auch wenn kein eigenes Auto auf sie zugelassen wäre. Wenn Marie und ich uns die Nutzung meines Autos teilen wollten, müssten wir beide auf die Steuerbefreiung verzichten, obwohl wir beide die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung erfüllten.

In dem neuen Pkw-Mautgesetz steht davon ausdrücklich nichts. Dort heißt es nur, dass die Pkw-Maut nicht für Autos zu entrichten ist, die auf schwerbehinderte Personen mit den zusätzlich erwähnten Merkmalen zugelassen sind. Als Rollstuhlfahrerin könnte ich also theoretisch zwei Autos zulassen, könnte zwar nur für eins die Steuerbefreiung in Anspruch nehmen, aber für das andere die Steuerermäßigung ohne dass ich Maut zahlen müsste. Also Beispiel:

5. Ich müsste jetzt für das (erste) Auto 0 € zahlen und für das zweite 234 €. Ab Einführung der Maut würde sich die Steuer für das zweite Auto um 100 € ermäßigen, eine Maut fällt aber nicht an. Somit zahle ich künftig nur noch 134 €.

Das finde ich natürlich gut, nicht nur, weil es mal relativ einfach gelöst ist. Aber die Frage ist, wann die ersten Leute auf schlaue Ideen kommen. Ich sehe schon ein neues Geschäftsmodell. Alle meine Leserinnen und Leser, die ihr Auto auf meinen Namen zulassen möchten, sparen künftig rund 70 € pro Jahr. 30 € bekomme ich. Macht bei 10.000 Klicks am Tag … huch, ist mir schwindelig.

Inklusion selbstgemacht

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Menschen mit Behinderung sind in ihrer Berufswahl bisweilen erheblich eingeschränkt. Insbesondere bei körperlich schwer beeinträchtigten Menschen, die im Alltag persönliche Assistenz benötigen, lohnt sich ein Job meistens nicht, weil das Gehalt für die Assistenz draufgeht. Manchmal ist aber auch die technische Realisierung unmöglich oder zumindest unverhältnismäßig, manchmal stehen auch klare gesetzliche Regelungen dem Berufswunsch entgegen.

Von alledem, insbesondere von den klaren gesetzlichen Regeln, hat sich ein 38jähriger Rollstuhlfahrer aus Karlsruhe überhaupt nicht beeindrucken lassen. Der seit einem Arbeitsunfall vor etwa fünf Jahren querschnittgelähmte Mann war selbständig tätig, bevor er bei der Ausübung seiner Tätigkeit aus großer Höhe abgestürzt sein soll und sich schwer an der Wirbelsäule verletzte.

Statt sich in staatliche Umschulungsmaßnahmen zu begeben und sich anschließend auf Kosten der Steuerzahler den Arbeitsplatz barrierefrei einrichten zu lassen, nahm er die Sache selbst in die Hand und gab den Teil seiner Arbeit, den er aus technischen Gründen nicht selbst erledigen konnte, einfach an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder ab. Das betraf in erster Linie jene auswärtigen Tätigkeiten, die ihm deshalb nicht mehr möglich waren, weil seine Kunden überlicherweise nicht in barrierefreien Wohnungen wohnten.

Der querschnittgelähmte Mann leistete aber die gesamte Vorarbeit und führte, während sein Bruder die nicht-barrierefreien Wohnungen aufsuchte, über einen Knopf im Ohr ständig Regie. Über das Headset des Bruders konnte der Rollstuhlfahrer so stets mithören und dem Bruder wichtige Informationen „ins Ohr flüstern“. Diese Zusammarbeit funktionierte so gut, dass nicht nur beide prima von diesem Job leben konnten, sondern der assistierende Bruder für einzelne Aufträge sogar jedes Mal rund 3.000 Kilometer mit dem Flugzeug zurücklegte.

Seit etwa Mitte Februar mussten beide ihre Tätigkeit nun vorläufig aufgeben. Die Behörden hatten sich eingemischt, nachdem sich mehrere Menschen über ungewöhnliches Verhalten des Rollstuhlfahrers beschwert hatten. So ein Rollstuhl fällt eben auf. Tatsächlich fand man bei einer späteren Durchsuchung seiner barrierefreien Wohnung Wertgegenstände im fünfstelligen Eurobereich, die alle aus zusammen mit dem Bruder verübten Einbrüchen stammen sollen. Beide sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Merke: Inklusion ist nicht alles im Leben…

Gewichtig

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„Sagt mal, ihr studiert doch Medizin, könnt ihr mich nicht mal eine wirksame Abnehmpille verschreiben?“, war der zwar betont scherzhaft formulierte, wohl aber mit mindestens einem Funken Ernst gemeinte Versuch unseres knapp 40 Jahre alten Nachbarns, ein paar überflüssige Pfunde ohne großen Aufwand loszuwerden. Oder der, ein Gespräch über ein Thema zu beginnen, das ihn zunehmend belastet. Oder beides.

Tatsächlich schüttete er Marie und mir in einem anschließenden langen Gespräch sein Herz aus. Und ja, ich darf darüber schreiben, und ich finde es auch wichtig, darüber zu schreiben. Ich finde es so unglaublich, weil ich die Einstellung, die dahinter steht, für mich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich sage bewusst, dass ich sie nicht nachvollziehen kann. Ich sage aber auch, dass ich sie ausdrücklich nicht verurteile. Jeder Mensch ist meiner Meinung nach für sich selbst verantwortlich. Aber so, wie es aussieht, konnten Marie und ich ihm bei dieser Verantwortung ein wenig unter die Arme greifen – und das gibt mir schon ein gutes Gefühl. Und die Überzeugung, dass alleinige Verantwortung nicht heißen muss, dass man sich zu allem auch selbst motivieren kann.

Dieser Mann ernährt sich seit 20 Jahren nahezu ausschließlich von Pizza, Pommes, Süßigkeiten und Cola. Das Frühstück fällt in der Regel aus, zum Mittag gibt es entweder eine Tiefkühlpizza oder Fleisch aus dem Supermarkt mit Pommes aus dem Backofen. Oder unterwegs eine Currywurst mit frittierten Pommes. Pro Woche gibt es im Durschnitt zwei Mal Fleisch, zwei Mal Pizza und drei Mal Currywurst. Dazu trinkt er ausschließlich Cola, pro Tag zwei bis drei Liter. Zum Abendessen holt er sich meistens Brötchen zum Aufbacken und belegt vier Stück davon (also acht Hälften) ausschließlich mit Salami. Abends, vor dem Einschlafen, isst er im Bett entweder eine Tüte Chips, eine Tüte Erdnussflips oder eine Tüte Popcorn. Zwischendurch, wenn der kleine Hunger kommt, gibt es Snickers, Schokolade oder irgendwelche Gummitiere. Pro Woche, so sagt er, kommt er auf zwei Tüten Chips, zwei Tüten Erdnussflips, drei Tüten Popcorn, zehn Tüten Gummibären oder Lakritzviecher und drei Fünferpacks Snickers oder Twix.

Sein Glück ist wohl, dass er als Kind eher untergewichtig war. Damit steigen Studien zufolge die Chancen auf eine nachhaltige Gewichtsreduktion. Sein Glück ist auch, dass er sich im Rahmen seiner Möglichkeiten stets aktiv bewegt hat und keinen Alkohol trinkt. Anlass für das Gespräch mit uns war wohl, dass er beim Wiegen festgestellt hat, dass sein BMI an der 30er-Grenze kratzte. Jene Grenze, die, wenn man dieses eher ungenaue und nicht alle Faktoren berücksichtigende Verfahren anwendet, für den Übergang vom Übergewicht zur Adipositas steht.

Sein letzter Versuch abzunehmen scheiterte kläglich. Er hatte lediglich die Cola durch Apfelsaft ersetzt, denn Apfelsaft sei ja gesund. Und wenn schon gesund, dann auch ohne Zusatzstoffe: 100% Frucht. Dass das bei Gewichtsreduktion hilft, ist ein oft gehörter Irrtum. Das Gegenteil ist der Fall. Denn unverdünnter Apfelsaft enthält mindestens genauso viel Zucker wie Cola, eher noch mehr.

Wir haben ihn in die Praxis von Maries Mutter geschleift und zumindest einmal Blut abgenommen und den Blutdruck gemessen. Die Cholesterinwerte waren besser als ich vermutet hatte, zumindest war verhältnismäßig viel „gutes“ Cholesterin im Blut. Aber der Triglyceridwert war heftig. Maries Mutter sagte ihm klar ins Gesicht, dass sein Risiko, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu bekommen, bei über 35% liege. Ich glaube, das hat ihn aufgeweckt.

Zwei Wochen danach kam er auf uns zu und meinte, er trinke seitdem keine Cola mehr, nur noch Wasser. Er habe seitdem keine Süßigkeit und kein Knabberzeug mehr angerührt, in keinem Imbiss mehr gegessen und beschränke sich auf drei bis vier Hauptmahlzeiten. Eine Scheibe frisches Bio-Brot mit Putenfleisch, morgens Müsli mit Erdbeeren oder ungezuckerter Ananas – lediglich ausgewogenes Mittagessen sei noch nicht so sein Ding. In der Apotheke habe man ihm Brausetabletten gegeben, um Vitamin- und Mineralstoffmangel vorzubeugen.

Heute, vier Wochen nach dem Startschuss, ist sein BMI von ehemals 29,5 auf nun 27,7 gesunken. Inzwischen kaufen wir füreinander ein, bringen uns gegenseitig Erdbeeren, Ananas, Gurken, Tomaten, Brot und Fleisch mit und haben auch schon mehrmals zusammen gekocht. Während ich immernoch zunehmen muss, klappt es bei ihm mit dem Abnehmen nach wie vor. Er sagt: „Die ersten fünf Tage waren insbesondere wegen des Koffein-Entzugs eine Qual.“ – Aber inzwischen vermisse er nichts mehr von alledem, was vorher so verlockend war. In seinem Kühlschrank werden seit vier Wochen zwei Colaflaschen gekühlt. Im Schrank liegen mehrere seit Wochen ungeöffnete Snickers-Packungen, Chipstüten und ähnliches. Neulich habe eine Freundin ihm im Kino ein paar Gummibärchen in die Hand gedrückt: Nach fünf Stück war Schluss. Viel zu süß.

Insbesondere gehe es ihm körperlich inzwischen sehr viel besser. Aber alles das war einst gar nicht das Ziel. Er sagt, er habe sich einfach überlegt: „Jetzt ist der richtige Moment.“ – Und dann von einem Tag auf den anderen alles komplett umgestellt.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie schwer das ist. Ich kann mir aber auch bereits nicht vorstellen, mich so zu ernähren, wie er es einst getan hat. Ich kann mir allerdings sehr wohl vorstellen, dass es enorm schwierig ist und ungeheure Selbstdisziplin und Stärke verlangt, wenn man eine solche Gewohnheit konsequent ändern möchte. Marie und ich sind uns einig: Wir wünschen ihm, dass er es durchhält und auch nach Erreichen seines Ziels auf einem für ihn guten Level bleibt.