So ein Tag

Ich war gerade, trotz Regen und Wind, eine Stunde Handbiken. Zum Abreagieren. Ist gerade Vollmond oder hat in dieser Gegend wieder irgendjemand eine Büchse Idioten aufgemacht? Unwahrscheinlich viele waren heute unterwegs. Und mein Idiotenmagnet zieht sie bekanntlich alle an. Es war kurz davor, dass ich ausgerastet wäre. Ich halte mich für einen sehr toleranten Menschen, aber mein Geduldsfaden ist nicht endlos strapazierbar.

Das begann schon morgens damit, dass sich jemand direkt vor unsere Auffahrt gestellt hat. Parkenderweise. Zehn Minuten später, ich war wirklich kurz davor, ihn abschleppen zu lassen, kam er wieder, guckte mich grinsend an und sagte: „Ach, ist das Ihre Auffahrt?“ – „Eine Entschuldigung wäre wohl angebracht“, habe ich zurückgeblubbert. Sagte er: „Nun stellen Sie sich mal nicht so an, wegen der fünf Minuten. Sie werden nicht dran sterben.“

Nee, da hat er Recht. Kurz danach wurde ich auf der Bundesstraße auf zwei Seiten gleichzeitig überholt. Einer überholte regulär, zwar im Überholverbot, aber immerhin links neben mir, der andere bretterte rechts neben mir über den Standstreifen vorbei. Wirbelte jede Menge Dreck auf und lieferte sich ganz offensichtlich ein Rennen mit dem anderen Überholer. Nur fürs Protokoll: Ich fuhr laut Tacho 105 bei erlaubten 100. Ich habe inzwischen übrigens meinen Notfallrucksack im Auto. Ich bezweifel allerdings, dass ich damit noch was ausrichten kann, wenn einer von denen crasht, denn die hatten beide locker 160 oder mehr drauf.

Am Arbeitsplatz konfrontierte mich ein Vater damit, dass er Angst habe, meine Behinderung könne auf seinen Sohn abschreckend wirken. Ich antwortete: „Meinen Sie nicht, mit 15 wäre es allerhöchste Zeit, dass Ihr Sohn einmal Kontakt zu Menschen mit Behinderung bekommt?“ – „Meinen Sie nicht, heute ist der falsche Zeitpunkt? Immerhin ist er krank.“ – Ich habe da schon brechen wollen. Der Sohn hatte übrigens, von einem aufgeplatzten Knie und ein paar Prellungen nach einem Skateboard-Unfall abgesehen: Nichts.

In der Mittagspause wollte ich mir beim Bäcker ein Brötchen holen. Zwei Mitarbeiter standen hinter dem Tresen, quatschten miteinander und ignorierten mich. Ein paar Mal hatten wir Blickkontakt. Nach rund einer Minute rollte ich einen Tresen weiter und sprach die Mitarbeiterin an, die gerade Geld zählte: „Entschuldigung, von Ihren Kollegen werde ich irgendwie nicht bedient. Könnte ich vielleicht von Ihnen ein Brötchen bekommen?“ – Sie packte mein Brötchen in die Tüte, nahm einen Euro von mir entgegen – und nichts passierte. Ich bekam weder mein Wechselgeld, noch das Brötchen. Stattdessen sprach sie erstmal in aller Ruhe die beiden Männer an: „Kollegen, ihr seid zum Arbeiten hier. Wenn ihr Pause machen wollt, geht bitte in den Pausenraum. Aber das macht einen schlechten Eindruck.“ – „Entschuldigung, könnte ich jetzt bitte mein Brötchen und mein Wechselgeld haben?“ – „Nun seien Sie doch nicht so ungeduldig. Ich komme gleich zu Ihnen herum.“ – „Das ist nicht nötig.“ – „Doch, das ist für mich selbstverständlich, dass ich helfe und Ihnen das Brötchen auch in den Rucksack packe.“ – „Das möchte ich gar nicht. Vielen Dank.“ – Nun war sie beleidigt, feuerte Brötchen und Wechselgeld mürrisch auf den Glastresen und wandte sich ab.

Auf der Rückfahrt hatte ich einen silbernen Seat vor mir. Der fuhr auf der Bundesstraße 80 km/h. Innerorts, außerorts, immer 80. Als ich ihn in einem Bereich, in dem 100 km/h erlaubt sind, überholen wollte, beschleunigte er ebenfalls. Ich brach das Überholmanöver ab, scherte hinter ihm wieder ein und er fuhr kurz danach wieder 80. Zweiter Ansatz, gleiches Spiel. Dritter Anlauf, gleiches Spiel. Beim vierten Mal gab ich dann Vollgas und war dank guter Motorisierung schnell an ihm vorbei, musste allerdings bis auf 130 beschleunigen. Tempomat eingeschaltet – überholt mich doch der Seat anschließend bei Tempo 100, schert vor mir ein und bremst wieder 80 km/h runter, fängt dann an, zuerst die Wisch-Wasch-Anlage zu betätigen, so dass das ganze Wasser über ihn hinweg auf meine Windschutzscheibe spritzt, und anschließend allen möglichen Krempel aus dem Fenster zu werfen. Jede Menge Müll, ein angefressenes Waffeleis, ein kleiner Karton war dabei. Getroffen hat er mich nicht. Ich bin dann, um das nicht weiter eskalieren zu lassen, abgebogen, bin eine kleine Schleife durch einen Nachbarort gefahren und dann wieder aufgefahren. Die Klügere gibt nach?

Auf dem Weg nach Hause hielt ich an einer Apotheke an. Es bediente mich ein Apotheker höchstpersönlich. Der Inhaber war es nicht. Ich wollte für Marie ein Eisenpräparat, da sie nach ihrer Seuche und ihrer letzten Regel vermutlich einen Eisenmangel hatte. Ich sagte: „Bitte eins, das sich erst im Darm auflöst.“ – „Wofür brauchen Sie es?“ – „Um einen Eisenmangel auszugleichen.“ – „Warum denken Sie, dass Sie einen Eisenmangel haben könnten?“ – „Es geht um meine Freundin, sie hat eingerissene Mundwinkel, das steht vermutlich im Zusammenhang mit einem Eisenmangel.“ – „Bei eingerissenen Mundwinkeln nehmen Sie am besten eine Pflegesalbe.“ – „Ich hätte gerne das Eisenpräparat.“ – „Haben wir nicht da.“ – „Wie jetzt, kein Eisen in der Apotheke? Das ist jetzt nicht Ihr Ernst.“ – „Wir haben nur das“, sagte er und holte: Ein Eisenpräparat. Das sich im Magen auflöst. Ich wiederholte: „Bitte eins, das sich im Darm auflöst.“ – „Dieses löst sich im Darm auf.“ – „Nein, dieses löst sich im Magen auf.“ – „Das ist eins für den Darm. Das steht nur nicht drauf.“ – „Ich hätte gerne das, wo es drauf steht, dass es sich im Darm auflöst.“ – „Das haben wir nicht.“ – Ich bemühte meine Suchmaschine und zeigte ihm ein Bild von der Verpackung, nachdem ich nun den Namen schon vier Mal wiederholt hatte. Und plötzlich hatte er es doch da. „Wollen Sie 100 und reichen Ihnen 20?“

Am frühen Nachmittag fuhr ich mit Helena zum Reitstall. Sie war um 15.30 Uhr mit ihrer besten Freundin zum Reiten verabredet. Einschließlich hinterher Box reinigen etc. Ich dachte, ich würde die Wichtigtuerin vom Reitstall mal verarzten. Und tatsächlich sagte Helena gleich: „Ihr Auto steht da auf jeden Fall.“ – Erster Satz auf meine Frage, ob ich sie mal kurz sprechen könne, war: „Ach, geht es um das behinderte Kind, oh, hat es etwa die gleiche Behinderung wie Sie? Ich meine, Sie sitzen ja auch … Sie sind auch nicht ganz gesund, oder?“ – „Sie sind ganz schön distanzlos, oder?“ – „Nein, wie kommen Sie denn darauf? Es fällt doch aber nunmal auf, und wenn man das sieht, muss man das ja auch erwähnen dürfen.“ – „Sehen Sie, und genau da ist der Irrtum. Vielleicht reißen Sie sich künftig einfach mal ein wenig zusammen.“ – „Was hab ich denn so Verkehrtes gesagt?“ – „Dass man Reithosen nicht waschen darf, zum Beispiel.“ – „Darf man ja auch nicht.“ – „Selbst wenn es so wäre, halten Sie das für einen sensiblen Umgang mit einer 12jährigen, die sich gerade in die Hose gemacht hat?“ – „Eine gewisse Härte ist ganz gut für die Disziplin.“

Das sagt die Richtige. Die mit der größten Disziplin von uns allen. Da es nicht lohnte, ihr zu erklären, dass eine spastische Blase auch mit größter Disziplin nicht immer beherrschbar ist und Helena mir manchmal schon viel zu „diszipliniert“ ist, bat ich sie lediglich, Helena künftig in Ruhe zu lassen.

Auf dem Weg zum Reitstall hatte mich Helena gebeten, ihre Klassenlehrerin am Nachmittag anzurufen. Sie hatte mit Helena einen Disput, weil Helenas Insulinpumpe während einer Klassenarbeit gepiept hatte. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Laut Helena war es nicht die Pumpe, sondern das Messgerät, das einen Blutzuckerspiegel-Abfall erkannt und sie rechtzeitig vor einer drohenden Unterzuckerung gewarnt hat. Das macht es durch Vibrieren und einen etwa zwei Sekunden dauernden einmaligen Piepton. Und das ist einfach genial, weil das Ding in Echtzeit die Verlaufskurve auswertet und schon Alarm gibt, bevor überhaupt ein Wert außerhalb einer Toleranzgrenze erreicht wird. Früher fühlte Helena sich unterzuckert und hat dann mit einer Einzelmessung geschaut, ob das Gefühl richtig ist. Da war der Wert dann aber schon so niedrig, dass sie quasi notfallmäßig Gegenmaßnahmen einleiten musste, um nicht in den nächsten Minuten bewusstlos zu werden.

Dazu muss man wissen, dass ein Nüchternwert bei nicht zuckerkranken Menschen etwa zwischen 4,4 und 6,7 mmol/l liegt. Unter 3,6 entwickeln nicht zuckerkranke Menschen ein Heißhungergefühl und werden wegen der Unterzuckerung zittrig. In der Regel reguliert der Körper das selbstständig wieder. Helena hatte in der Vergangenheit schon Werte unter 2,0 mmol/l, ohne dass sie gemerkt hat, dass etwas nicht stimmt. Bei uns nicht, aber früher wohl. Unter 1,7 wird man in der Regel bewusstlos, unter 1,1 sind Krampfanfälle und Hirnschädigungen wahrscheinlich. Inzwischen hat sich diese Wahrnehmung bei ihr wieder einigermaßen normalisiert und die neue Pumpe trägt entscheidend zu dieser positiven Entwicklung bei.

Die Lehrerin meinte nun, dass es störend sei, wenn das Gerät piept, Helena erstmal damit „rumspielt“ und dann auch noch nicht nur Traubenzucker, sondern auch noch eine halbe Scheibe Käsebrot mampfe. Es würde die anderen ablenken, weil doch alle sich einmal vergewissern, was da los sei. Dass sie mitunter in der Stunde sofort was essen muss, sei ihr klar, aber ob in einer Klassenarbeit nicht der Traubenzucker reichen würde. Früher sei es ja auch ohne Piepen und ohne Brot gegangen. Auf meine Nachfrage sagte sie, dass das mit dem Brot bisher genau einmal vorgekommen sei. Ihr Problem sei aber, dass sie im Interesse der Gleichbehandlung … Da habe ich sie dann unterbrochen: „Entschuldigen Sie mal: Sie dürfen alle Menschen mit Diabetes gleich behandeln. Die, die keinen Diabetes haben, müssen in der Stunde auch nichts essen. So einfach ist das. Das Piepen muss sein, das Brot auch.“ – „Warum sind Sie denn gleich so angefressen?“ – „Weil wir vor einiger Zeit exakt darüber ganz intensiv gesprochen haben, ich Ihnen dazu eine Broschüre, extra für die Schule geschrieben, überlassen habe, ich Ihnen meine Handynummer gegeben habe, und ich es als äußerst unprofessionell empfinde, ein Kind, das ohnehin schon mit einer Situation zu kämpfen hat, mit der viele Erwachsene nicht klar kommen, vor großer Runde zur Rechtfertigung aufzufordern, anstatt das wahrzunehmen, leise dorthin zu gehen und ihr allenfalls Hilfe anzubieten oder mich bei Fragen einmal anzurufen.“

Zu meinem größten Erstaunen antwortete sie: „Da haben Sie Recht. Das war höchst ungeschickt von mir. Ich werde mich bei Helena dafür entschuldigen.“ – Das wiederum fand ich stark. Als Helena vom Reiten wiederkam, haben wir ihre Werte gemeinsam ausgelesen. Vermutlich durch den Stress der Klassenarbeit gab es nach etwa 25 Minuten einen krassen Trend nach unten. Bei völlig normaler Dosierung, so, wie sie vorher wochenlang funktioniert hat. Helena hat völlig richtig entschieden, nicht nur kurzwirksamen Traubenzucker, sondern auch eine nachhaltige Nahrung zuzuführen und die ständig im Hintergrund abgegebene Insulindosis für 90 Minuten um 30% zu reduzieren. Alles richtig gemacht, mal eben während einer Klassenarbeit. Und ein einzelner Piepston wird zum Aufreger. Seufz.

22 Gedanken zu „So ein Tag

  1. Ach ja. Solche Tage sind immer großartig (es ist übrigens tatsächlich gerade Vollmond. Allerdings weigere ich mich, das als Ursache anzuerkennen).
    Mit solchen Helden der Straße habe ich auch öfter zu tun. Die wichtigste Bundesstraße bei uns ist dreispurig ausgebaut, d.h. jede Richtung hat abwechselnd mal zwei Spuren, so dass man langsame problemlos überholen kann. Und da gibt es IMMER die Spezialisten, die im einspurigen Bereich 70 fahren, und wenn es dann zweispurig wird und man überholen könnte, auf 120 beschleunigen (bei erlaubten 100 über die gesamte Strecke). Man müsste dann also mindestens 130 fahren, um sie überholen zu können und das möchte ich nicht. Auf der Autobahn hatte ich auch mal so einen Spezi vor mir. Mit 90 über die Autobahn getuckert, wenn ich überholt habe, hat er mich auch wieder überholt, sich vor mich gesetzt und wieder auf 90 runtergebremst. So ging das über 20 km. In deinem Fall hätte ich mir die Nummer gemerkt und den spätestens beim Rauswerfen von Müll angezeigt. DAS kann ich nämlich gar nicht leiden. In meinem Fall war es damals ein ausländisches Fahrzeug, da war es mir dann die Mühe nicht wert. Außerdem saßen zwei Personen drin, somit hätte ich bei Aussage gegen Aussage ohnehin verloren.

  2. ich bewundere deine geduld… ich hätte schon einen amoklauf durchgeführt… ein wahnsinn was dir so alles passiert… dein magnet muss riesig sein…. chapeau

  3. Das wird sich nie ändern. Zu meiner Zeit kamen gerade die Insulin-Pens neu auf. Und weil ich intensivierte Therapie machte, bekam ich sogar ein Blutzucker-Messgerät. Und irgendwann im Geschichts-Unterricht fühlte ich mich zittrig, und dann auch ganz plötzlich ganz doll zittrig, und habe mit zittrigen Händen meinen Finger angepiekst, um einen Tropfen Blut auf diesen Teststreifen zu bekommen. Mein Geschichtslehrer: „Bei allem Respekt, ich kann nicht dulden, dass du hier in der Klasse mit Körperflüssigkeiten hantierst. Was ist denn das für eine Sauerei?“

  4. Ich kann dich beruhigen. Den Idiotenmagnet habe ich auch. Ich arbeite an der Kasse einer großen Supermarkten und an manchen Tage liegt mein Kopf mehr auf dem Scanner, wie das ich kassiere. Oder ich muss mir auch der Haushaltswarenabteilung die größte Bratpfanne bringen lassen, die wir haben. Neulich in den ersten 1,5 Stunden meiner Schicht 6 Idioten gehabt!!!!!

    LG Anne

  5. Meine Tochter ist auch ein zuckersüßes Kind, hat auch eine Insulinpumpe, allerdings noch keine Mess-Einheit. Sie muss noch selbst pieksen und dann reagieren. Ich musste ja, ohne medizinische Vorkenntnisse, den ganzen Kram auch erlernen und ansprechbar sein für ihre fachlichen Probleme. Mit 10 war sie mir schon weit voraus. Sie hat das im Grunde alleine gemännetscht, auch wenn ich mir das natürlich immer noch habe zeigen lassen. Das ist immer wieder bewundernswert, wie gut schon Kinder damit umgehen.

  6. Die Tante vom Reitstall hat aber auch nicht alle beieinander, oder? Was geht sie das an? Ich würde niemals ein Kind ansprechen, schon gar nicht in so einer Situation. Allenfalls würde ich fragen, ob ich ihm helfen kann. Aber solche Aussagen, die nicht stimmen und, selbst wenn sie stimmten, auch nicht weiterhelfen, klemmt man sich doch. Fehlende Impulskontrolle, sobald es im Hirn bläht, furzt der Mund.

  7. Ach Mensch, Jule, man weiß gar nicht, ob man sich über neue Beiträge bei dir so unbeschwert freuen darf, wenn es doch bedeutet, dass du dermaßen von Idioten traktiert wirst.
    Ich hoffe, eure Laune (ja, auch die von Marie und Helena) hebt sich möglichst schnell wieder nach solchen Idiostrophen, und wünsche euch ein paar schöne, idiotenfreie Tage… über die du gerne auch posten darfst. 🙂

    Gruß,
    Salat

  8. Die ganzen „Problembereiter“ müsste man nur mal nach Brille, Hörgerät und dritten Zähnen fragen. Wenn das noch nicht reicht bleiben noch Einlagen und Kompressionsstrümpfe. Ich gehe davon aus, daß dann nur ganz wenige übrig bleiben, die (vermutlich) NOCH keine Hilfsmittel benötigen. Ansonsten benutzen ‚die‘ selbst nämlich genauso Hilfsmittel wie ein Rollstuhl eines ist!

    Und zum Thema Insulin im Unterricht sollte man die Lehrerin mal fragen, ob der Notarzteinsatz der nötig geworden wäre, nicht die gesamte Klassenarbeit derart gestört hätte, das da nichts mehr bewertbar gewesen wäre!

  9. Wie schon jemand sagte, eine Dashcam scheint mir echt eine sehr gute Investition für dich (mit deinem Hochleistungs-Idiotenmagneten) zu sein. Das erspart im worst case viel Ärger.
    Chapeau, das du ausgerechnet an so einem Tag, an dem dir viele schon so dumm kamen auch noch den Nerv und die Energie hast, von dir aus auf so eine Deppin wie die Reitstalltante zuzugehen.

  10. P.S.: Was wäre eigentlich, wenn du Notdienst hättest und nicht aus deiner Ausfahrt kommt, da da so ein monosynaptischer Autobesitzer meint, er müsse da stehen? Da stehen dann ja tatsächlich Leben auf dem Spiel. Bis da ein Abschleppwagen kommt, würde das ja ewig dauern.

  11. Über Deinen Idiotenmagneten kannst Du einen Almanach schreiben…
    Allerdings bedenke, dass jetzt die Narren wieder rauskommen, nicht nur im Rheinland – nur dass die hier oben halt nicht saufen, knutschen, vögeln, sondern einfach nur die Idioten raustun, die sie die anderen dreihundertschießmichtot Tage im Jahr auch sind.

    Als Enkel einer langjährigen Diabetikerin, die immer mal Extreme in beide Richtungen hatte, habe ich einige Male nicken müssen. Helena hat das komplett richtig gemacht, jedenfalls nach meiner Erfahrung damit. Dass in der Stresssituation der Klassenarbeit der Blutzuckerspiegel in den Keller geht, ist nicht wirklich überraschend – Nervosität, Aufregung, der Blutdruck geht hoch, der Ruhepuls ebenso, da verbraucht der Körper schneller Energie, und wenn das Hirn aufdreht, dann sowieso. Hätte sie nur Traubenzucker genommen, wäre der ja unter den Umständen auch schnell verbraucht gewesen, gerade wenn die Insulinpumpe auf den höheren Wert reagiert. Insofern war es goldrichtig, dass sie sich die Stulle reingepfiffen hat, um eine konstantere Energieaufnahme ins Blut und damit Stabilität in den Blutzuckerwert zu kriegen. Genau so haben wir das auch immer gemacht, wenn meine Oma merkte, dass sie unterzuckert war (meist lag der Wert dann um die 55 mg/dl, aber einmal war’s völlig entgleist und auf 35 runter – da kam dann auch lieber der Notarzt): 3 Traubenzucker, dann Brot oder was Ähnliches mit Substanz, und das hat’s dann immer auch gebracht.

    Übrigens ein „Profi-Tipp“: Wer gut gefrühstückt hat, sollte zum „Mittag“ kurz vor dem Schwimmengehen in der Ostsee trotzdem nicht bloß einen Schokoriegel reinpfeifen und dann danach am Strand sitzen bleiben, bis es dunkel wird. Sonst kommen Schwächegefühl, innere Kälte, Schweißausbruch und Zittern auch bei 25 Grad Außentemperatur… (eigene Erfahrung – so blöd war ich nie wieder!)

    @Shark
    Das mit dem „monosynaptisch“ merk ich mir. Der ist gut.

  12. Könnte Helena mal ein Referat über Diabetes halten? Dann wissen alle Bescheid Lehrer und Schüler. Ein Pieps ist dann keine Störung mehr, sondern wird von allen verstanden.
    Alles Gute Euch Dreien!

  13. Ich hab zunehmend das Gefühl, dieses Blog wird zu einem Meckerblog. Ich kann verstehen, das das Leben mit Rolli und Pflegekind etwas schwieriger ist, aber ich würde mich freuen, ab und zu mehr positive Dinge zu hören und die gibt es definitiv auch in eurem Leben. Davon gehe ich aus.

  14. Liebe Jule,

    Du bist ein großartiger Mensch. Was für ein Glück hat Helena, mit jemandem wie Dir (und Marie) zusammenleben zu dürfen. Danke, dass Du uns an Deinem Leben teilhaben lässt.

  15. Liebe Jule,
    Weil weiter oben eine Maria kommentiert hat. Ich wollte schon lange mal fragen, wie es der „Maria“ aus den früheren Blogeinträgen geht. Sie hatte doch eine progressive Erkrankung, konnte aber trotzdem in der Physiotherapie arbeiten. Außerdem würde mich auch interessieren, wie es Frank geht. Der Jura-Engel, der Dir nicht nur für Deinen Führerschein, sondern auch bei so vielen anderen Dingen geholfen und juristisch gekämpft hat.
    WordPress hatte meine Kommentare immer geschluckt.

    Ich wünsche Euch allen Dreien viel Kraft (den Deppenmagneten hast ja nicht nur Du, sondern auch Marie und Helena) und gute Besserung.

    Gruß,
    Matthias

  16. @ Die andere Jule 25. Februar 2019 um 10:20 Uhr
    Äh … selbständiges Leben, approbierte Ärztin, echte Freunde, Pflegekind. For starters.

  17. @ Die andere Jule
    Also ich finde nicht, dass das hier zum Meckerblog wird mal ganz abgesehen davon, dass Jule hier ihr Tagebuch schreibt und ueblicherweise schreibt man im Tagebuch gerade auch die nicht so tollen Dinge.
    Wobei ich wie gesagt nicht mal finde, dass hier das negative ueberwiegt sondern auch die vielen schoenen Dinge geschrieben werden.
    Und nach so einem Tag sich dann auch noch aufzuraffen und Sport zu machen zeigt doch gerade die positive Einstellung. Die meisten Menschen haetten sich da nur jammernd in ihr Bett verkrochen statt sich vernuenftig abzureagieren.

  18. @ Lara 28. Februar 2019 um 11:09 Uhr
    Exakt.
    Wobei man mal die Gelegenheit ergreifen kann, darauf hinzuweisen, dass es als Meckerblog gedacht war. Auf therapeutische Anregung. Aber auch der Blog ist erwachsen geworden. Sowas von erwachsen.

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