Eigene Tasche

Helenas Krankenkasse hat sich in der letzten Woche beim Anwalt gemeldet. Weil die Krankenkasse Helenas Insulinpumpe zwar als notwendig anerkannt hat, sie dennoch aber nur zu einem kleinen Anteil bezahlen wollte, haben wir den Quatsch gleich zum Anwalt umgeleitet. Der hat erstmal die Kasse aufgefordert, ihm Akteneinsicht zu gewähren.

Nach sieben Wochen bekommt er – statt der Akte – ein Schreiben, in dem steht: „Wunschgemäß teilen wir Ihnen mit, dass uns vom [Lieferanten von Helenas Insulinpumpe] mitgeteilt wurde, dass Ihre Mandantin bereit wäre, die Differenz zum vereinbarten Vertragspreis aus eigener Tasche zu zahlen. Bitte teilen Sie uns mit, wie mit Ihrem Widerspruch weiter umgegangen werden soll.“

Der Lieferant sagt dazu: Ein solches Gespräch hat es niemals gegeben. Aber genau dieser Textbaustein sei ihm schon etliche Male untergekommen.

Und jetzt kommst du.

3 Gedanken zu „Eigene Tasche

  1. Den Baustein kenn ich auch als es damals um meine Prothese ging und ich eben NICHT den Standard Puppenarm wollte sondern was mit wirklichem Gebrauchswert.

    Danach gabs ein zweites MDK Gutachen, in dem sinngemäß stand das es unzumutbar wäre eine junge Frau am Anfang ihres Berufslebens nur derart einfach zu versorgen.
    Gleichzeitig wurde die angebliche Wichtigkeit einer Optischen Anpassung betont; weshalb ich mir am Anfang sogar die Kosmetik-handschuhe geholt habe, ohne sie dann je benutzt zu haben.

  2. Könnte auch eine einfach Verwechslung sein. Nicht dass das viel besser ist, versuch mal Du im KH zu erklären, dass Du leider den Patienten verwechselt hast. Aber so ist es häufig bei der Sozialverwaltung. Schlamperei rulz! Wird sich der Versicherte schon beschweren, wenn was nicht passt. Deswegen bin ich dafür, dass es bei sozialen Trägern für sowas generell ein (Un-)Ordnungsgeld zu zahlen ist. Da bin ich mal Ganz auf Seiten der FDP: Leistung muss sich wieder lohnen. Gründliches Arbeiten muss sich lohnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

1 + sechzehn =