Rucksack

So häufig komme ich ja nicht mehr zum Schwimmtraining, aber ich versuche, es irgendwie hinzubekommen. Und nach Möglichkeit auch mit Marie zusammen, was hier nicht klappte. In der letzten Woche war unser Trainer mal wieder krank, der „dienstälteste“ Schwimmer übernahm, während er selbst schwamm, die Aufgabe, sich das Trainingsprogramm auszudenken und anzusagen. Wir waren fünfundzwanzig Leute in zwei fünfundzwanzig Meter langen Bahnen. Ich kann beim Tempo deshalb ganz gut mithalten, weil ich in der Bahn schwimme, in der diejenigen schwimmen, die lediglich trainieren, um fit zu bleiben, nicht, um den Deutschen Rekord zu knacken.

Ich bin 14 von 16 Bahnen eingeschwommen, als eine etwa fünfundzwanzig Jahre alte Trainingspartnerin, die ich nur oberflächlich kenne, verspätet ins Wasser steigt, ihre erste Bahn zurückgelegt hat und auf der gegenüber liegenden Beckenseite mit Mühe und Not ihren Oberkörper auf den Beckenrand legt, sich auf den Rücken umdreht, die Arme über dem Kopf ausgestreckt, die Beine ab Knie ins Wasser hängend. Hatte sie einen Wadenkrampf? Kreislaufprobleme? Oder nur ein Trainingsdefizit? Sie war lange nicht beim Training.

Als ich drüben ankam, tickte ich sie am Bein an. „Hey, was ist los mit dir?“ – Im Lärm des Schwimmbads war keine Antwort zu verstehen. Sie hatte irgendwas gemurmelt. In Ruhe lassen? Nee, das kam mir komisch vor. Ich stützte mich auf den Rand, legte mich auf den Bauch, drehte mich herum, setzte mich neben sie und blickte in ein kalkweißes Gesicht und auf bläuliche Lippen. Ich erschrak mich. Sie sah ernsthaft krank aus. Nee, oder? Lange keinen Notfall gehabt. „Was ist denn mit dir los? Hast du Asthma?“ – Sie schüttelte den Kopf. Sprach nicht. Fasste sich auf den Brustkorb. Herzinfarkt?

„Hast du Schmerzen?“ – Sie schüttelte den Kopf. „Brauchst du ein Medikament? Kann ich dir was bringen?“ – Sie schüttelte den Kopf. Griff nach meiner Hand: Angst. Luftnot. Das sah nicht gut aus. Der Ersatztrainer kam an, spritzte mich nass: „Hey, ihr Schlaffis, schwimmen, nicht feiern!“ – Er wollte gerade weiterschwimmen, ich krallte mir sein Handgelenk. „Hey! In meinem Auto ist ein Notfallrucksack im Kofferraumboden. Schlüssel ist in der Kletttasche im Rollstuhl unter meiner Sitzfläche. Und der Bademeister soll den Notarzt rufen. Zackig!“ – „Scheiße. Bin unterwegs.“

Er kletterte aus dem Wasser, lief um das Becken herum zu meinem Rollstuhl. Während er sich zu meiner Kletttasche vorarbeitete, brüllte er: „Training einstellen! Alle raus aus dem Wasser!“ – Da kein Bademeister anwesend war, drückte er im Rauslaufen einen Alarmknopf. Mehrere Piezzo-Sirenen begannen an unterschiedlichen Stellen unter der Hallendecke ohrenbetäubend zu kreischen. Ich stellte mir vor, wie er nass in Badehose bei einstelligen Gradzahlen barfuß zu meinem Auto läuft und es, weil es auf einem der drei Behindertenparkplätze stand, wohl gleich finden würde. Vier in weiß gekleidete Bad-Angestellte kamen im Abstand von jeweils zehn Sekunden angewetzt.

Vier Mal kam die Frage auf, ob es ein Ertrinkungsunfall war. Der Trainer kam mit dem Notfallrucksack angelaufen. „Lass den an der Seite stehen, bevor das hier alles ins Wasser fällt. Könnt ihr die Frau mal bitte unter den Schultern und unter den Knien mit ins Trockene nehmen?“ – „Wir haben da so ein Rettungsbrett. Das könnten wir holen.“ – „Nee. Vier Mann, vier Ecken, ab in den Sanitätsraum. Keine großartigen Manöver jetzt. Ich komme mit.“

Der Trainer brachte meinen Rollstuhl zum Rand. Ich ließ mich zurück ins Wasser fallen, tauchte unter den Leinen hindurch zum Rand, kletterte dort wieder aus dem Wasser. Das ging schneller, als zwischen den Startblöcken hindurch zu krabbeln. Im Sanitätsraum stand eine Bank. „Habt ihr ein Handtuch?“ – Sofort holte jemand drei Handtücher. Die Trainingspartnerin konnte kaum sprechen. Im Sanitätsraum war es relativ ruhig. Ich versuchte, mit einem Stethoskop die Lunge abzuhören, konnte kein Pfeifen, wie man es üblicherweise beim Asthma-Anfall hört, hören. Sie war extrem kurzatmig und es hörte sich so an, als wenn das Atemgeräusch nicht überall gleich war. Ich wollte sie auch nicht unnötig bewegen, und es gab noch kein EKG. Für eine Diagnose war es zu früh, aber ich tippte auf eine Lungen-Embolie.

Ich legte ihr einen Zugang in die Armvene. Kurz darauf traf der Rettungswagen ein. Wir verständigten uns, dass sie so schnell wie möglich in das Fahrzeug kommt. Es klappte wunderbar. Ich hoffte, dass der Notarzt gleich eintreffen würde, denn mit dem Rollstuhl würde ich nicht in den Rettungswagen kommen. Der Badmitarbeiter lieh mir einen Kapuzenpullover, den ich überziehen konnte. Ich rollte mit nach draußen. Als sie gerade in den Rettungswagen geschoben wurde, kam der Notarzt auf den Parkplatz gefahren. Stellte sich vor. Ich äußerte meinen Verdacht und bekam zwei dämliche Reaktionen. Erstens: „Lungenembolie? Und dann noch kein EKG dran?“ – Als wir geklärt hatten, dass der Rettungswagen gerade erst eingetroffen war, sagte er: „Mit Verlaub, aber eine Lungenembolie sieht anders aus. Aber Sie sind ja noch sehr frisch und deshalb recht unerfahren auf dem Gebiet. Ich tippe eher auf einen entzündlichen Prozess. Vielleicht einen verschleppten Infekt.“

Klar. Alles möglich. Ich habe meinen Verdacht ausdrücklich als erstes Bauchgefühl gekennzeichnet. Training war gelaufen. Ich ging heiß duschen und ab nach Hause. Am Abend bekam ich eine Kurznachricht vom Ersatztrainer: Eine weitergeleitete Message von der Mutter der Trainingspartnerin. Sie bedankt sich tausendfach für die schnelle und beherzte Reaktion. Ihre Tochter hatte: Eine Lungen-Embolie. Absolut krass. Und völlig unnötig, gerade in dem Alter. Außer der Ersten Hilfe konnte ich nichts für sie tun. Und wäre ich nicht dort gewesen, hätte in den nächsten zwanzig Sekunden vermutlich der Ersatz-Trainer was unternommen. Aber ich konnte ihr helfen. Und inzwischen bin ich froh, den Rucksack im Auto dabei zu haben, auch wenn ich ihn dieses Mal nicht wirklich gebraucht habe. Aber ich wette: Bei meinem Glück ist es eines Tages soweit.

15 Gedanken zu „Rucksack

  1. Hallo Jule
    Uih, toll. Gleich drei Beiträge auf einmal. Ich habe sie aber nur einmal kurz überflogen und muß ein anderes Mal (wenn ich mehr Zeit habe) nochmal genauer lesen.

    Zum Glück warst Du im Schwimmbad gleich da und konntest der Trainingspartnerin schnell helfen. Dabei zählt ja jede Minute.
    Meine Schwester verstarb leider vor drei Jahren 42 jährig an einer Lungenembolie, obwohl auch damals schnell Ersthelfer sowie der Rettungsdienst und ein Notarzt vor Ort waren.

  2. Ein Bekannter von mir ist vergangenes Jahr auch überraschend an einer Lungenembolie verstorben. Es ist ein zeitkritischer lebensbedrohlicher Notfall und es ist durchaus möglich, dass der Trainingsleiter erst eine oder zwei Bahnen später auf den Notfall reagiert hätte. Dann wäre die Sache vielleicht anders ausgegangen.

  3. Uuund … wieder mal eben so ein Leben gerettet. Jule as usual.
    Zahlt eigentlich irgendwer dir den Rettungsrucksack? Oder gibt es da wenigsten Steuer zurück?

  4. hi jule,

    ich musste etwas weinen da mir solche dinge auch immer wieder passieren und dann herumrudere, ich sage soviel, es wird mit der zeit besser also der stress in solchen situvationen und du hast wirklich alles richtig gemacht, dein magnet ist echt hart, ich bin einige jahre genau wegen solchen dingen nichtmehr in städte gegangen und panik entwickelt wann wieder etwas passiert und menschentrauben zu beseitigen ist auch nich mein ding also hut ab, ich wünsche dir mal ne lange zeit wo du nicht helfen musst, mich machte es fertig bzw zur zeit auch wieder in anderer form fertig nur das nicht lebensbedrohliche sachen sind wobei, lithium überdosis und sowas… egal

    drück dir die daumen und hut ab das du das alles „verdaust“
    ich wollte kein kommentar zu deiner behinderung sagen nur ich muss, das scheint dich wirklich abgehärtet zu haben

    wünsche dir paar ruhige tage und ruhe
    liebe grüsse (ein verrückter aus dem med bereich der aufgegeben hat)

  5. Wer weiß, ob der Ersatztrainer sofort den Ernst der Lage erkannt hätte oder es erstmal mit einem markigen Spruch versucht hätte.

    Zwei (nein drei) Fragen hätte ich aber doch:
    – Warum deutet ein nicht überall gleich starkes Atemgeräusch auf Embolie hin? Der „pneumatische“ Teil der Lungenfunktion ist doch nicht betroffen, d.h. die Luft strömt weiter überall hin. Was nicht stattfindet, ist der Blutzufluss in manche Bereiche und somit kein Austausch von CO2 und O2, aber beides hört man ja nicht.
    – Und warum völlig unnötig? Weißt Du von mehr als Du schreibst? Solange sie nicht leichtsinnig direkt aus langer Autofahrt ins Becken gestiegen ist, war es doch wohl eher einfach Pech.
    – Und da fällt mir noch ein: wie sieht es aus mit vom Rolli ins Schwimmbad, ist das nicht auch ein erhöhtes Risiko?

  6. Toll, wenn der Notarzt doch so schlau ist, und Diagnosen direkt ausschließt, statt erstmal zu untersuchen. Leider wieder eine Person von der Sorte: Klug schnacken und falsch handeln.

    Wie gerne ich doch sein Gesicht sehen würde nach der Diagnose…..

  7. @thorstenv: Ich habe den Rucksack geschenkt bekommen. Soweit ich weiß, ist der nicht steuerlich absetzbar. Alles, was über Kleinmaterial hinausgeht, kann ich mir theoretisch mit einer Rechnung von demjenigen wiederholen, der es verbraucht hat. Der müsste dann einen Antrag bei seiner Krankenkasse stellen, damit sie ihm das erstattet.

    @Taste: Ich habe nicht geschrieben, dass ein nicht überall gleich starkes Atemgeräusch auf eine Embolie hindeute. Sondern, dass mein Bauchgefühl sich für eine Embolie stark gemacht hat. Gleichzeitig hatte ich aber den Eindruck, dass das Atemgeräusch unterschiedlich stark hörbar war. Was eher auf ein anderes Problem hindeuten würde. Man muss allerdings dazu sagen, dass ich die Frau nur bedingt abhören konnte und dass es in dem Raum viel zu laut war, um belastbare Befunde zu erheben.

    Sie hat einen Schreibtischjob, kommt mit dem Auto zum Schwimmen, … Unnötig im Sinne von völlig überflüssig. Braucht kein Mensch. Und ein Rolli ist immer ein erhöhtes Risiko.

  8. @Taste
    Ja der Punkt mit dem Atemgeräusch hat mich auch gewundert. Mein Wissen war auch, dass man eine Lungenembolie nicht durch auskultieren diagnostizieren kann. Aber ein Blick in die Literatur gerade hat mir verraten, dass ein besonderer 2. Herzton drauf hinweisen kann. Aber vielleicht kann Jule dazu noch was schreiben?
    Übrigens, der Begriff den du gesucht hast ist Ventilation bzw. Belüftung. Und der Gasaustausch bzw. die Respiration ist das, was bei der LAE eingeschränkt ist.

    Das „völlig unnötig“ bezieht sich vermutlich darauf, dass es bei jungen (gesunden) Menschen praktisch nur zwei Gründe für eine Lungenembolie gibt: Lange Immobilisation bei z.B. Flugreisen oder Krankenhausaufenthalt oder Pille+Rauchen.

    Beide Risikofaktoren sind aber eigentlich mittlerweile einer breiten Masse der Bevölkerung bekannt, sodass es tatsächlich unnötig – weil völlig vermeidbar – ist, dass es zu so einem schlimmen Krankheitsbild kommt.

  9. Hallo Jule,
    ich lese hier ja schon ewig mit – damals schon in Abi – Zeiten, als Du schon längst Medizin studiert hast. Ich glaube, damals hat der Blog mir den Antoß gegebenen, dass Medizin ja vielleicht doch keine so schlechte Idee wäre; irgendwie scheint es ja spannend zu sein. Mittlerweile mache ich in ein, oder zwei Monaten mein Examen – Termin gibt es noch nicht.

    Wenn ich Deine „Notfall – Einträge“ immer so lese, kommen mir immer zwei Dinge in den Kopf. Erstens: Hätte ich auch so gehandelt oder hätte ich einfach selbst daneben gestanden und nicht so richtig gewusst was zu tun ist und am Ende wäre das Outcome vielleicht schlecht gewesen, weil ich ein Brett vor dem Kopf hatte? Und zweitens: Irgendwie bist Du medizinisch gesehen schon ein Vorbild für mich – so souverän würde ich auch mal gern irgendwann sein…

  10. Wäre jetzt noch spannend ob der Notarzt sich noch selbst seinen “ Fehler“ eingestehen konnte oder ob er so von sich überzeugt war, dass es erst in der Klinik richtig diagnostiziert wurde.

  11. @Anonym 23.08 Uhr: Man kann eine Lungenembolie generell nur sehr schwer diagnostizieren und ohne Labor und Bilder sowieso nicht. Aber warum wundert dich, dass ich mir das Atemgeräusch anhöre, wenn vor mir eine Patientin liegt, die offensichtlich zu wenig Sauerstoff im Blut hat? Das Ergebnis der späteren Diagnostik habe ich zu dem Zeitpunkt, an dem ich entscheiden muss, womit ich ihr helfen kann, noch nicht, und die Luftnot kann auch andere Ursachen haben, die ich dadurch herausbekomme oder zumindest eingrenze oder ausschließe, dass ich die Lunge abhöre. Dazu muss man aber auch noch sagen, dass es in einer Schwimmhalle immer laut ist, auch in einem Sanitätsraum einer Schwimmhalle, so dass sowieso kaum etwas Verwertbares zu hören ist bzw. ich mir nicht sicher sein kann, ob ich das wirklich gehört habe.

    Was den erwähnten „besonderen zweiten Herzton“ angeht, so gibt es bis zu vier Ereignisse, die pro einzelnem Herzschlag einen gleich- und regelmäßigen Ton erzeugen können. Zwei davon hört man immer, und die muss man auch hören, zwei andere hört man manchmal bei Kindern, ansonsten nur, wenn mit dem Herzen was nicht stimmt. Den ersten Herzton erzeugt das Herz, wenn es sich anspannt, entsprechend unmittelbar bevor man den Pulsschlag fühlt. Den zweiten erzeugt es kurz nach dem ersten, wenn es die beiden Herz-Arterien mittels Herzklappen verschließt. Üblicherweise werden die beiden Herzklappen gleichzeitig geschlossen, damit das gerade gepumpte Blut bei der Entspannung des Herzens nicht wieder zurückschwappt. Wenn die Lungen-Arterie Millisekunden später geschlossen wird als die Haupt-Schlagader, hört man den zweiten Herzton doppelt oder gespalten. Das kann bei tiefem Einatmen passieren und ist dann völlig okay. Auch bei Kindern kann das zu hören sein und ist dann völlig okay. Bei ganz schlanken jungen Männern kommt das auch vor, ohne dass das krankhaft ist. Bei Erwachsenen ist es in der Regel krankhaft und daher abklärungsbedürftig, wenn es auch beim Ausatmen zu hören ist.

    Es kann aber auch sein, dass man beispielsweise nicht den um Millisekunden versetzten Klappenschluss hört (wobei man die Klappe selbst nicht hört, sondern die Vibration des Blutes), sondern ein Strömungsgeräusch, das durch eine direkt neben der Hauptschlagader gelegene weitere Herzklappe unter bestimmten (eher seltenen und dann meistens krankhaften) Bedingungen erzeugt wird. Um das abzugrenzen, muss man herausfinden, ob man (a) zwei, (b) eine plus eine, (c) eine plus zwei, (d) zwei plus eine, (e) drei Vibrationen als 2. Herzton hört. (a) wäre korrekt, (b) wäre eventuell korrekt (s.o.), (c, d und e) wären abklärungsbedürftig. Oft, wenn man die daneben liegende Herzklappe (bzw. ein Strömungsgeräusch) hört, hört man danach auch noch ein ganz schnelles und tiefes Gluckern, aber eben auch nicht immer. Und dann gibt es noch diverse andere Möglichkeiten, wie Geräusche zustande kommen, die fälschlicherweise für Herztöne gehalten werden. Was ich damit ausdrücken will: Das ist viel zu komplex für einen (lauten) Sanitätsraum.

    Und, Warnhinweis, erst recht zu komplex für eine Heimdiagnose durch sich selbst oder den Partner, und Hypochonder werden beim Herz abhorchen immer beunruhigt sein. Wer also Herzprobleme hat, muss zum Arzt und nicht sich selbst untersuchen! Und ich habe mich auch bestimmt geirrt und übernehme deswegen keine Garantie für die Richtigkeit meiner Ausführungen! Also schnell wieder vergessen! 🙂

  12. @Anonym 7.37 Uhr: Danke, und ich drücke dem angehenden Kollegen (m/w/d) beide Daumen. Mir hat meine Zeit in der internistischen Notaufnahme unheimlich viel gebracht. Von Routine will ich aber nicht sprechen. Und Maries Mutter meinte gleich, als ich ihr von der Sportlerin im Schwimmbad erzählt habe: „Korrekterweise hättest du sofort [ein blutverdünnendes Mittel] geben müssen, sobald du auch nur den Verdacht auf eine Embolie hast.“ – Ich war froh, dass der Notarzt sofort da war, und das, was sich sehr souverän liest, war definitiv eine klare Überforderung. Es ist etwas völlig anderes, ob ein erfahrener Kollege daneben oder in Rufweite ist, oder ob ich alles alleine entscheiden und hinterher verantworten muss. Aber am Ende war ich doch glücklich darüber, dass ich ihr helfen konnte und immerhin den richtigen Verdacht hatte.

  13. hi jule,

    ich bin froh das du dies aufgeklärt hast, ich wollte einen langen kommentar den sowieso keiner verstanden hätte machen und eine freundin hielt mich davon ab da sie das problem kennt und ich hypochondrisch reagiere und alles einschliesse, wobei nicht bei meinem ersten beitrag sondern danach, die fachinformation fehlt und ohne sie ist alles wertlos sofern es nicht 100% offensichtlich ist und habe meine finger zurückgehalten

    medizinstudium + auslandserfahrung + weiterbildung in infektiologie und hämatologie ma abgesehn vom sani…
    daher auch annonym

    was ich bereits sagte dazu stehe ich, weitere kommentare gelesen und realisiert und für blub lassmehr mal angesehen (nicht negativ gemeint) nur die frage wie du darauf kommst also der embolie die lässt mir keine ruhe und ich darf bzw will sie nicht erklären, am ende hast du 10.000 mitlesende die auf symptome achten und bin froh das du es nochmal erklärt hast im weiteren sinne da ich sonst ins detail gegangen wäre, bin theoretiker und zuviel gesehen

    viel erfolg, lass dich nicht unterkriegen und daumen hoch, achso und wenn ich in situvationen gerate wo jemand hilfe braucht und ich gerade depri oder sonstwas schiebe, ich helf immer, musste ich nur erwähnen

    liebe grüsse und hoffentlich kommt dir sowas nicht wieder in naher zukunft vor

  14. @Jule
    Danke noch mal für deine Erläuterung. Mittlerweile ist wohl klar, dass sowohl Taste, als auch ich beide (fälschlich) davon ausgingen, dass du das abgeschwächte Atemgeräusch für ein mögliches Symptom der LAE gehalten hättest. Dass bei einer akutem Atemnot immer die Lunge auskultiert wird, ist klar, selbst wenn man schnell die Verdachtsdiagnose Lungenembolie hat…

    Hast du die Fakten zu den Herztönen und Geräuschen gerade so aus dem Ärmel geschüttelt? Respekt! 🙂
    Ich meinte übrigens einen gespaltenen zweiten Herzton, der angeblich durch einen verzögerten Schluss der Pulmonalklappe durch die Rechtsherzbelastung durch die LAE auftritt. Inwieweit das überhaupt irgendeine klinische Relevanz hat weiß ich nicht. Ich habe jedenfalls gestern das erste Mal davon gelesen .

    Übrigens muss ich mir mal einen anderen Namen überlegen, anscheinend schreiben hier unter „Anonymous“ mindestens zwei verschiedene Medizinstudenten 😀

  15. Eine Bekannte ist vor einigen Jahren an einer Lungenembolie gestorben. Sie war davor ein paar Tage bettlägrig wegen einer Grippe. Im Nachhinein haben die Ärzte festgestellt, dass sie eine seltene Gen-Mutation hatte, die das Risiko von Thrombosen enorm erhöht. Diese Mutation kann wohl nur von Müttern auf Töchter weitergegeben werden. Die Mutter und Schwester meiner Bekannten wurden daraufhin getestet, und haben die selbe Mutation. Jetzt sind sie vorbereitet und vorgewarnt…

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