Nicht immer einfach

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Diese Klinik scheint es besser mit mir zu meinen. Sofern ich das nach so kurzer Zeit überhaupt schon beurteilen kann. Die Arbeitszeiten und die Erwartungshaltung gerade gegenüber jungen Ärzten sind nicht anders als anderswo – darüber hatte ich aber auch keinerlei Illusionen. Immerhin wird relativ ernst genommen, dass ich ein Kind zu Hause habe, das nicht endlos alleine bleiben kann. Wann Marie da ist, wann Helena ein Angebot der Ganztagsschulbetreuung in Anspruch nimmt oder wann sie zur Therapie, mit einer Freundin unterwegs ist oder zu Hause, muss ich ja nicht großartig erläutern. Ich habe mich nur schon gewundert, dass alle Welt sich beschwert, Mütter hätten es in Deutschland im Beruf so schwer, und ich es als (Pflege-) Mutter gefühlt einfacher habe als als Arbeitnehmerin mit Behinderung. Vor allem, wenn es um klare Arbeitszeiten geht.

Die üblichen schrägen Vögel gibt es allerdings auch an meinem neuen Arbeitsplatz. Beispiel: Das gesamte ärztliche Personal der Kinderklinik sitzt zusammen mit dem Chefarzt in einem Besprechungsraum. An dem Tisch sind zwölf Plätze, es sind vierzehn Leute da. Strenge Hierarchie: Die teilnehmenden Studierenden im Praktischen Jahr sitzen zu viert an der kurzen Seite des Tisches, wo eigentlich nur zwei Plätze vorgesehen sind. Ein älterer Oberarzt, geschätzt 63 Jahre, nimmt auch an der Runde teil, setzt sich aber nicht zu uns an den Tisch, sondern setzt sich drei Meter zurück in den Türrahmen zur Teeküche. Ist dabei aber nur für diejenigen sichtbar, die ihm gegenüber sitzen. Ich sehe ihn nicht, sondern höre immer nur mal eine Stimme aus dem Off.

Bei einer meiner Patientinnen soll eine bestimmte Untersuchung gemacht werden. Ich darf sie alleine nicht machen, der ältere Oberarzt könnte sie machen, hat aber wegen des Aufwandes keinen Bock. Zumindest ist das mein Eindruck. Nun könnte sie auch ein anderer Kollege zusammen mit mir machen, dafür müssten wir aber in „seinen“ Behandlungsraum. Wobei man dazu sagen muss, dass es nicht sein Behandlungsraum ist. Er hat sich dort aber häuslich eingerichtet. Ganz schwieriges Kapitel, weil auch der (jüngere) Chefarzt sich nicht traut, das mit ihm auszudiskutieren. Der ältere Oberarzt macht dann nämlich auf bockig und arbeitet gar nicht mehr, sondern sitzt nur rum und tut beschäftigt. Also frage ich: „Wann können wir die [Untersuchung] bei [der Patientin] machen?“

Drei Kollegen bieten sich an, das mit mir zusammen zu machen. Stimme aus dem Off: „Wie sich ja alle, die einigermaßen Erfahrung haben, denken können, wird das in dieser Woche nicht mehr möglich sein. Von daher ist das erstmal vom Tisch.“ – „Warum geht es diese Woche nicht? Diese Erfahrung fehlt mir.“ – Stimme aus dem Off: „Werden Sie erfahren, Frau Kollegin, und so lange vertrauen Sie den Kollegen, die das schon 40 Jahre machen.“ – „Davon haben wir ja derzeit nur einen. Könnten Sie mich bitte teilhaben lassen?“ – Sagt er: „Nächster Punkt! Ich will nach Hause. Habe eigentlich schon seit einer halben Stunde Feierabend.“

Ich antworte: „So kommen wir doch jetzt nicht weiter. Wann machen wir denn jetzt die Untersuchung?“ – „Besprechen wir nächste Woche. Weiter im Text!“ – Und der Chefarzt sitzt daneben und spricht den nächsten Punkt an. Also schnappe ich mir nach dem Meeting die drei Kollegen, die sich angeboten hatten. Antwort: „Das haben wir ja nun vertagt.“ – Also wartet das Mädchen weiterhin auf ihre Untersuchung und nichts geht voran. Sie würde jetzt sowieso nicht entlassen werden, aber wir kämen in ihrer Therapie vielleicht mal ein Stückchen weiter. Und selbst wenn sich durch die Untersuchung kein neuer Ansatz finden sollte, immerhin habe ich dann alle Chancen genutzt. Aber nee, ich fühle mich wichtig und bin faul, ich stehe mal auf der Bremse.

Ein anderer schräger Vogel kommt aus dem Pflegedienst. Eine achtjährige Patientin wird stationär aufgenommen. Immer bei Anstrengung kommt sie außer Atem und bekommt blaue Lippen. Der Kinderarzt hat sie eingewiesen. Ich untersuche sie im Rahmen der Aufnahme und möchte selbstverständlich ihr Herz abhören. Dafür brauche ich ein paar Minuten Zeit und vor allem Ruhe. Immer, wenn ich gerade drei bis vier Sekunden auf ihr Herz höre, fängt die Pflegekraft an zu labern, irgendwas zu verräumen oder stellt Fragen an die Patientin oder an die daneben sitzende Mutter. „Können wir mal bitte alle kurz zwei Minuten still sein? Ich kann sonst nichts hören.“

Zehn Sekunden später labert sie wieder. „Bitte! Seien Sie einmal ganz ruhig. Ich höre sonst nicht das, was ich hören will, sondern nur Ihre Stimme.“ – Ich versuche mich zu konzentrieren, Sie räumt Kanülen in die Fächer ein, reißt dafür Kartons auf und lässt Schubladen auf und zu schlagen. – „Also nochmal jetzt: Ich brauche absolute Ruhe. Können Sie das bitte später machen!“ – Nächster Anlauf: „Wie lange hat sie das schon?“, fragt die Pflegekraft die Mutter, flüsternd. Das kann doch echt nicht wahr sein. Ich fahre Sie an: „Kommen Sie mal bitte kurz mit raus.“ – Ich rolle vor die Tür. „Sagen Sie mal, wie oft soll ich Sie jetzt noch bitten, leise zu sein? Ich möchte einmal das Herz abhören, und das geht nur, wenn es leise ist.“ – „Das haben Sie doch nun schon fünf Mal gemacht. Wie lange brauchen Sie denn dafür? Bei anderen Patienten geht das doch auch in acht bis zehn Sekunden.“ – Ich bin sprachlos. Das ist eine solche Respektlosigkeit, dass ich mich frage, was ich falsch mache.

Das, was ich hören muss, ist ungefähr so, als wenn ich vor einer geschlossenen Tür stehe, drinnen im Raum spielt jemand eine große Pauke, und jetzt soll ich durch die geschlossene Tür hindurch hören, ob in dem Raum auch noch eine Katze schnurrt oder sich die Pfoten leckt. Oder ob gar keine Katze mit drinnen ist. Also hänge ich mit meinem Ohr direkt an der Tür, werde von dieser Pauke malträtiert – und dann labert jemand in dem Flur, in dem ich stehe. Unnötig.

Jedenfalls kann ich für einen Mini-Sekunden-Bruchteil eine Art Zwitschern oder Zirpen hören, ganz leise, unregelmäßig. Aber wenn, dann rhythmisch und immer im selben Abstand zu den üblichen Herztönen. Das kann auf eine nicht richtig schließende Herzklappe hindeuten und durchaus schon die Ursache für das akute Problem sein. Ich untersuche alles andere, mache auch ein Ultraschall, das unauffällig ist, höre danach erneut auf das Herz. Wieder dieses Geräusch. Ganz leise, nicht immer, aber wenn, dann regelmäßig.

Ich rolle zu einer Kollegin, bitte sie, auch einmal auf das Herz zu hören. Wichtig ist natürlich, dass das Kind nicht verunsichert wird. Aber die Kollegin verpackt das ganz gut. Wieder fängt die Schwester an, Lärm zu machen. Die Kollegin: „Einmal Ruhe bitte!“ – Sagt die Schwester: „Ach, geht das wieder los.“ – „Schschttt!“ – Die Kollegin schüttelt den Kopf. „Ich höre da nichts.“ – Wir hören zusammen auf das Herz. Wieder dieses Geräusch: „Das!“, sage ich zu der Kollegin. Nochmal: „Das!“ – Die Kollegin: „Ich höre das nicht. Aber du hast eindeutig die jüngeren Ohren.“

Die ersten Laborwerte kommen zurück: Ausgeprägter Eisenmangel, erheblich zu wenige rote Blutkörperchen, hohe Entzündungswerte. Der Rest unauffällig. Ich entscheide mich zusammen mit der Kollegin, die kleine Maus in eine Kinder-Herzklinik verlegen zu lassen, wo eine vernünftige Herzdiagnostik gemacht werden kann. Ende vom Lied: Das Mädchen hatte vor einem halben Jahr eine Entzündung im Mund, Bakterien von dort haben das Herz besiedelt und es geschädigt. Wie es mit ihr weitergeht, weiß ich nicht. Die Information habe ich nur bekommen, weil die Mutter mir ein großes Glas selbst gemachte Marmelade vorbeigebracht hat. Sie war der Meinung, dass ihre Tochter es nur mir verdankt hat, dass die Ursache gefunden wurde. Ich behaupte mal bescheiden: Spätestens bei einer Keimbestimmung im Blut wäre das jedem aufgefallen. Aber dass die Mutter nochmal zurückkommt, hat mich natürlich gefreut: So etwas passiert bei 200 Patienten vielleicht ein Mal. Vom Rest erfährt man nichts.

Mit allen anderen Kolleginnen und Kollegen komme ich gut aus. Und sie wohl auch mit mir. Und die plappernde Pflegekraft kann auch anders drauf sein: Wenn sie nicht gerade redet, macht sie einen guten Job. Und es darf nicht vergessen werden, dass sie den schon seit Jahrzehnten macht. Aber sie ist halt super einfach gestrickt. Und der ältere Oberarzt kann auch anders. Neulich bekam ich von ihm ein großes Lob: „Sehr gut. Ich könnte das nicht. Als ich so alt war wie Sie, gab es sowas nicht.“ – Obwohl er eigentlich nicht für mich zuständig ist, hat er mir angeboten: „Wenn du mal ein Problem hast, kannst du immer zu mir kommen.“

Menschen: Nicht immer einfach.

111 mal gesucht

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Anlässlich meiner 7. Million habe ich mich noch einmal von den bei mir gestrandeten Suchanfragenden inspirieren lassen.

1.Atomantrieb Rollstuhl
Eine einfache Batterie sollte für einen E-Rolli reichen.

2.Aufblasbarer Rollstuhl
Es gibt tatsächlich Rollstühle mit großen aufblasbaren Ballonreifen für den Strand.

3.Aufgeplatzter Aufzug
Abgestürzt?

4.Aus Versehen laut gepupst
Ups.

5.Badeanzug hat Doppelstoff im Schritt Harnfilter
Ich behaupte mal, die zweite Lage Stoff dient dazu, die Konturen etwas zu kaschieren, und nicht, um austretenden Harn zu filtern.

6.Behinderte Cousinen haben denselben Vater
Das soll vorkommen.

7.Bei Rollstuhlfahrerin auf den Schoß setzen erlaubt
Solange wir uns kennen, darfst du dich auch auf meinen Schoß setzen.

8.Bist du schwanger
Nicht, dass ich wüsste.

9.Bloggst du über das Leben
Ja!

10.Brille draufgesetzt
Knirsch.

11.Brüste bitte in den Badeanzug
Ja, bitte. Nicht draußen hängen lassen.

12.Crazy Schnuller
Mag ich.

13.Dennis riecht streng
Dennis sollte duschen.

14.Die Radfahrerin vor mir wird rot
Schämt sie sich?

15.Doof bleibt doof da helfen keine Pillen
Selbst Aspirin versagt. Das stimmt.

16.Doppelrollstuhl Zwillinge
Maximal für siamesische.

17.Du bist an Niedlichkeit kaum zu übertreffen
Danke! Manchmal bin ich auch gerne niedlich.

18.Du bist verheiratet
Das bestimmt wer?

19.Du stinkst spanisch
Nee, ich stinke griechisch. Es gab heute Gyros.

20.Du wohnst im Bunker
Mach keinen Scheiß! Mein Haus ist schön.

21.Ein gesundes Jahr
Danke! Dir auch!

22.Ein hübsches Mädchen ist die Jule
Danke!

23.Elektrische Heizung
Ist ziemlich teuer, oder?

24.Erste Nacht in der neuen Badewanne
Gleich die ganze Nacht?

25.Frau zieht sich in der Öffentlichkeit aus
Das gehört sich aber nicht.

26.Geht es um Rollstühle
Auch, ja.

27.Gib mir deine Kontonummer
Und dann?

28.Gibt es Jule auch nackt
Jule gibt es auch nackt. Immer dann, wenn sie gerade keine Kleidung trägt.

29.Hast du eine Pinkelente
Nein!

30.Hast du einen Stomabeutel
Auch nicht! Auch kein Stoma!

31.Helena bloggt
Bei mir nicht.

32.Herzlichen Glückwunsch
Danke!

33.Hi Blondi
Hi Doofi

34.Hund hat Slipeinlage gefressen
Dein Hund ist eklig.

35.Ich bin ein Bär
Hallo Bär!

36.Ich hab doch gar nichts gemacht
Ich auch nicht.

37.Ich habe eine Zweiplus geschrieben
Ich gratuliere!

38.Ich habe empfindliche Zähne
Hast du darüber schon einmal mit deinem Zahnarzt gesprochen?

39.Ich hatte du hattest
Er / Sie / Es hatte.

40.Ich kam im Training
Ich kam zum Training. Bitte wiederholen! Und jetzt alle gemeinsam!

41.Ich kriege du krisst
Er / Sie / Es krisselt.

42.Ich kriege einen Anfall
Ich regelmäßig auch. In schwedischen Möbelhäusern.

43.Ich liebe Strumpfhosen
Viel Spaß!

44.Ich mache mir Gedanken über dein Outfit
Ich auch. Damit wollte ich gerade nicht auf die Straße.

45.Ich möchte meinen Bewährungshelfer zurück
Ruf ihn doch mal an!

46.Ich tanze gerne mit Gabi
Schön! Viel Spaß!

47.Ich verschenke eine Schubkarre
Danke, ich habe gerade keinen Bedarf.

48.Ich will immer nackt sein
Tu dir keinen Zwang an!

49.Ich will noch ein Kuss
Ich auch.

50.In der Wohnung über mir ist Randale
Besenstiel? Oben mal klingeln? Musik lauter drehen?

51.Ist nüchtern 111 zu viel
Blutzucker? Ja.

52.Jule die fröhliche
*sing*

53.Jule fährt immer im zweiten Gang an
Erzähl keinen Scheiß … der war gerade zur Inspektion.

54.Jule guckt Pornos
Nö. Jule schreibt Blog.

55.Jule ist ein Arsch
Nein. So schlimm bin ich nicht.

56.Jule raucht viele Zigaretten
Jule ist überzeugte Nichtraucherin.

57.Jules Badelatschen stehen
… senkrecht an der Wand? Ich hab nichtmal welche.

58.Kann man Bier in der Sauna trinken
Kann man machen. Knallt bestimmt gut.

59.Kann man im Notfall ins Sitzkissen pinkeln
Kann man, ist dann halt eklig. Und tropft.

60.Kann man Leggings ohne Unterhose tragen
Kann man auch.

61.Kannst du Glitzerstaub pupsen
Bin ich ein Einhorn?

62.Kartoffelpüree mit Pesto
Hatte ich noch nie. Schmeckt das?

63.Käseeis
Pfui.

64.Lautester Furzer der Welt
Möchte ich gar nicht wissen.

65.Mache ich mir zu viele Gedanken
Eindeutig ja.

66.Mag Sally Nutella
Nachdem Sally vegan isst, schätze ich: Nein.

67.Marie ist doof
Nö, keineswegs.

68.Matthias Reim hat ein behindertes Kind
Das interessiert mich nicht.

69.Mein Bauch hängt in Neumünster
Wie ist er denn dorthin gekommen?

70.Mein Caddy eiert vorne links
Bist du irgendwo gegen gefahren?

71.Mein Scheibenwischer ist krank
Was hat er denn?

72.Mein Scheibenwischer kratzt und knarzt
Vielleicht mal das Wischerblatt tauschen, bevor die Scheibe zerkratzt?

73.Meine Waschstraße riecht streng
Am besten nimmst du nächstes Mal eine andere.

74.Nassputzmaschine
Sind das diese Dinger in Supermärkten, die vorne spritzen und hinten saugen?

75.Ob du behindert bist hab ich dich gefragt
Ja, bin ich! Schrei hier nicht so rum!

76.Rennrollstuhl kaufen
Kleiner Tipp: Gut ausmessen lassen!

77.Rollisitzkissen darf gefurzt werden
Du furzt in dein Kissen, ich in meins. Okay?

78.Sandwichläden überall
Ja, wie Pilze aus dem Boden.

79.Schade dass du dich nicht mehr meldest
Hier bin ich!

80.Schlafanzug falschherum an
Geht gar nicht.

81.Sie befahren eine Vorfahrtsstraße
Nee, ich sitze am Schreibtisch.

82.Sieht der Doktor Herzschmerz im EKG
Oh wie süß.

83.Strumpfhosen essen
Mit Ketchup?

84.Theophyllin außer Handel
Das wäre fatal.

85.Tropifrutti gut für Mutti
Du hattest zuviel davon, oder?

86.Tun Nierensteine weh
Nierensteine selbst nicht, aber sie können eine Nierenkolik machen und die hältst du ohne starke Schmerzmittel nicht aus.

87.Vati macht heute Zwillinge
Wie gut, dass wir das vorher wissen.

88.Verarsch mich nicht
Mach ich nicht!

89.Verlassene Katjesfabrik
Restbestände bitte zu mir.

90.Wann holst du dir den Porsche
Porsche ist nicht so meins.

91.Wann wird ins Meer gepinkelt zum Anfang oder zum Ende
Gibt es dazu Vorschriften? Ich pinkel dann, wenn ich muss.

92.Warum bist du in der Psychiatrie
Bin ich das?

93.Warum dreht sich eine Spinne nicht am Faden
Die Struktur des Spinnenfadens verschlingt die Dreh-Energie.

94.Warum Mann gar nicht genug masturbieren kann
Ich glaube, das will ich nicht wissen.

95.Warum sind Behindertenwitze verboten
Keineswegs. Liest du: Behindertenwitze

96.Was bedeute ich dir
Kennen wir uns?

97.Was ist eine Kanüle
Eine Hohlnadel.

98.Was ist eine Taucherheizung
Taucherheizung ist der Effekt, der entsteht, wenn sich körperwarmer Urin im kalten Taucheranzug ausbreitet.

99.Was sind Sauerkonserven Medizin
Sauerkonserven kenne ich nur aus dem Supermarkt. Gurken und so Zeugs.

100.Was versteckst du in deiner Strumpfhose
Kartoffeln.

101.Welches Auto fährst du
Meins.

102.Wem seine Hühner fressen Stangen
Es heißt: Wessen Hühner

103.Wer ist Laktata Zidotisch
Laktat-Azidotisch sind Patienten, deren Blut und Gewebe durch einen Überschuss von Milchsäure sauer sind.

104.Wie heißt Fridolin
Fridolin.

105.Wie oft kleben Klebewindeln
Jeder Klebestreifen klebt meistens genau zwei Mal.

106.Wieviel Behindertengeld gibt es
Behindertengeld gibt es in Deutschland nicht.

107.Wo ist Jules Blog
Hier!

108.Wo kaufst du ein
Im Supermarkt, meistens dort, wo man Lebensmittel liebt.

109.Wo leben Stachelbären
Im tiefen, dunklen Wald.

110.Wo lernt man kacken
In der Kackschule!

111.Wollen Frauenärzte immer nur Sex
Du schaust die falschen Filme.

Die siebte Million

13 Kommentare2.851 Aufrufe

Seit meinem Blog-Umzug hat sich vieles verbessert. Aber einiges ist noch nicht optimal. Aus irgendeinem Grund ist der Seitenzähler abgestürzt und hat nur noch die Direktaufrufe älterer Beitragsseiten gezählt und nicht mehr die der Hauptseite. Ich hatte schon länger den Verdacht, dass da irgendwas nicht stimmt, denn beispielsweise wurde alleine der Beitrag „Gutachten“ in einer Woche fast 3.000 Mal aufgerufen, der Zähler war aber zwischenzeitlich nur um rund 1.000 Punkte weitergegangen.

Entsprechend habe ich mal meine anonymisierten Analysedaten aufgerufen und festgestellt, dass der 7.000.000. Seitenaufruf bereits am 15. Februar 2019 um 20.12 Uhr gewesen ist. Seitdem sind schon fast eine weitere Viertelmillion Klicks auf meinen Seiten geschehen. Etwas peinlich für den Seitenzähler. Ich hoffe, der Fehler wurde mit dem letzten Update behoben, ansonsten muss ich kurzfristig noch einen geeigneten neuen finden.

Inzwischen gibt es 1.065 Beiträge von mir (mit diesem hier), und insgesamt über 11.300 veröffentlichte Kommentare, die in den letzten 10 Jahren von meinen Leserinnen und Lesern geschrieben wurden. Wahnsinn!

Wie immer zu solchen runden Zahlen habe ich gerade etwas Bock auf ein paar statistische Werte: Aktuell (Daten aus dem letzten Quartal) wurde meine Seite pro Tag zwischen 2.900 und 9.400 Mal aufgerufen. Insgesamt gab es über 21.000 eindeutige Besucher*innen im letzten Quartal, die für insgesamt eine halbe Million Klicks verantwortlich sind. Fast 85% meiner Leser*innen kommen aus Deutschland, weitere jeweils 5% aus der Schweiz und aus Österreich. Auffallend viele Blogleser*innen gibt es auch in den USA, in Chile, Italien, UK, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Schweden, den Arabischen Emiraten, China, Belgien, den Niederlanden, Israel, Neuseeland, Japan und Dänemark. Ich grüße alle und danke für das Interesse!

Die meisten Leser*innen kommen aus München, gefolgt von Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Trier, Stuttgart und Essen. Erste nichtdeutsche Städte sind Wien, Zürich, Chicago, Basel, Bern, Santiago, Genf und Linz. Der häufigste Browser ist der Safari Browser, gefolgt von Google Chrome. Nur etwa 18% benutzen Firefox. Rund 40% greifen mit einem Windows-PC auf meine Seite zu, rund 33% mit einem iOS Betriebssystem, rund 20% mit Android. Die häufigste Bildschirmauflösung ist übrigens 1024 x 768, was ich nicht vermutet hätte.

Die meisten Leser*innen sind Kunden der Deutschen Telekom AG (über 20%). Gefolgt von O2, Arcor, Vodafone, 1&1. Und ich richte besondere Grüße an die Universitäten in Trier, Konstanz, Dortmund, Heidelberg, Greifswald, Graz, Braunschweig, München, Berlin, Bonn, Bochum, Köln, Zürich, Weimar und Oldenburg, aus denen auch regelmäßig verschiedene Leser*innen meine Seite aufrufen. Den Rollstuhlhersteller und das Sanitätshaus (mit beiden hatte ich noch nie zu tun), die regelmäßig vorbeischauen, grüße ich ebenfalls.

Big Brother

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Da sitzen wir also an einem Samstagmorgen, nachdem alle ausgeschlafen haben, beim gemeinsamen Frühstück. Es fällt vor allem zeitlich erheblich üppiger aus als an Schultagen. Und es ist das einzige Frühstück, das wir in dieser Woche alle gemeinsam begehen können, da ich am morgigen Sonntag arbeiten muss. Helena ist schon vor meinem ersten Gähnen losgeflitzt und hat frische Brötchen beim Bäcker geholt, Marie hat in der Küche alles zubereitet, ich habe den Tisch gedeckt: Teamwork funktionierte.

Marie und ich reden morgens üblicherweise nicht so viel. Wir schweigen nicht, aber lebhafte Diskussionen oder großartige Geschichten kommen in der ersten halben Stunde üblicherweise nicht vor. Man kann das als Morgenmuffeligkeit bezeichnen, ich wäre aber auch mit der Behauptung einverstanden, mein System laufe erst mit halber Umdrehungszahl. Und da weder jemand mit dem Auto in unsere Hauswand gekracht ist (wie kürzlich bei einer Kollegin, wobei sie auch an einer Stelle wohnt, an der ich niemals ein Haus gekauft oder gar gebaut hätte), noch jemand eine große Kanne mit flüssigem Inhalt umgeworfen hat (wie kürzlich eben jene Kollegin im Pausenraum), konnte mein ganzes Adrenalin heute morgen im Nebennierenmark verbleiben. Ist auch mal schön.

Handys und andere Unterhaltungsgeräte sind bei uns am Tisch tabu. Es läuft auch kein Fernseher im Hintergrund. Ich möchte vorsichtig behaupten, dass ich mit der Situation sehr zufrieden bin. Helena hat keine Sendung oder Serie, die sie regelmäßig im Fernsehen schauen möchte. Sie spielt am Handy auch keine Spiele. Aber sie kommuniziert sehr viel über das Ding. Bisher gab es damit noch keine Probleme (oder wir sind schon mittendrin und wissen es nur noch nicht). Wir können uns wirklich nicht beklagen. Gerade am Anfang der Woche habe ich lange mit einer Bekannten telefoniert, deren Neffe im Alter von 9 Jahren in jeder freien Minute an dem Ding hängt, und wenn der Akku leer ist, geht es mit Muttis Handy weiter. Da kriege ich beim Zuhören schon einen Föhn.

Wir sind fast fertig, da fragt Helena plötzlich: „Sag mal Jule, gibt es in meinem Zimmer eigentlich eine Kamera?“ – Ich habe das erstmal völlig falsch verstanden, denn Helena hat in der Vergangenheit schon öfter Fotos mit meiner Spiegelreflex gemacht, die sehr gut geworden sind. Sie hat dafür ein glückliches Händchen und auch einen interessanten Blickwinkel. Sie hat das irgendwann mal ausprobiert, zunächst im Automatikmodus, hat sich nach und nach alles erklären lassen. Neulich gab es hier abends einen wunderschönen Sonnenuntergang, den sie dann mit langer Belichtungszeit so fotografiert hat, dass das Meer trotz relativer Windstille wie Zuckerwatte aussieht. Wir sind zusammen zum Strand gefahren, mit Stativ und Objektiv- und Filtersammlung; vom Ergebnis her hätte sie das auch alleine machen können, da sie sehr vorsichtig und sorgfältig mit dem teuren Gerät umgeht, völlig ohne Hektik, trotz erhöhtem Muskeltonus sehr präzise agiert – allerdings dauert alles so lange, dass jedes wilde Tier bereits im Nest wäre, bevor sie das erste Bild schießt.

Mich hätte die Fragestellung gestört. Sie weiß, wie teuer so eine Kamera ist, und dann beiläufig zu formulieren, dass in ihrem Zimmer eine fehlen würde, fände ich unangemessen. Marie schien das ähnlich verstanden zu haben, denn sie antwortete: „Ja, in deinem Handy gibt es sogar zwei. Eine vorne und eine hinten.“ – Es dauerte einen kleinen Moment, dann sagte sie: „Aber mein Handy liegt doch gar nicht immer in meinem Zimmer. Häh? Ich verstehe das nicht. Könnt ihr euch in mein Handy reinhacken?“

Ich antwortete: „Wie kommst du denn darauf?“ – Helena war nun völlig verwirrt und ich wusste nicht, warum. Sie wiederholte: „Ich wollte wissen, ob es in meinem Zimmer eine Kamera gibt. Und du hast gesagt: Ja, in meinem Handy.“ – Marie antwortete: „Ja. Aber die kennst du doch, damit hast du doch schon fotografiert und Videos gemacht.“ – „Ich meine eine Kamera, mit der man in den Raum sehen kann. Also Tag und Nacht.“ – „Wie kommst du denn darauf?“, fragte Marie.

Ich sagte: „Du bist doch regelmäßig in deinem Zimmer. Hast du da jemals eine Kamera gesehen?“ – „Ich bin mir beim Rauchmelder nicht sicher. Der könnte eine Kamera sein.“ – Jetzt wird es leicht spooky bis moderat psychotisch. „Helena, das ist jetzt nicht dein Ernst. Der Rauchmelder soll uns alle wecken, falls hier nachts mal irgendwas qualmt. Marie und ich haben auch einen, hier hängt auch einer. Rauchmelder sind keine Kameras.“ – „Es gibt aber sowas. Und bei [einer Mitschülerin] ist eine richtige Kamera im Zimmer. Also nicht im Rauchmelder, sondern richtig in der Ecke über der Tür, und die zeichnet Tag und Nacht auf, die Eltern sagen, falls mal eingebrochen wird. Und das ist voll schrecklich, weil theoretisch die Eltern die auch ganze Zeit sie beobachten können.“

Ich bin völlig von den Socken. Marie guckte mich ebenfalls mit großen Augen an. Ich sagte: „Bist du dir sicher, dass das stimmt?“ – Helena reagierte angefasst: „Ich lüge nicht!“ – „So meinte ich das nicht. Aber bist du dir sicher, dass deine Freundin die Wahrheit sagt und alles richtig wahrgenommen hat? Also erstens: Unsere Rauchmelder sind Rauchmelder. Wir können gerne, beim nächsten Mal, wenn [Maries Papa] da ist, deinen abbauen, du guckst ihn dir an, und dann bauen wir ihn anschließend wieder dran. Und zweitens: Wir haben Kameras außen am Haus, aber die kennst du und davon kennst du auch die Bilder. Und eine geht an, wenn jemand klingelt. Aber im Haus haben wir keine Kameras. Das wäre auch verboten.“

Helena fragte: „Heisst das, was [Mitschülerin]s Eltern machen, ist verboten?“ – „Wenn das wirklich stimmt, dann würde ich das mal behaupten. Sein Kind rund um die Uhr zu überwachen, ist verboten. Beim Baby ist das vielleicht noch okay, wenn man eine Kamera als Babyfon einsetzt, aber danach auf gar keinen Fall. Kannst du dir denn einen Grund vorstellen, warum die Eltern das machen?“

„[Mitschülerin] sagt: Wegen Einbrechern. Eigentlich wird das auch nur angeguckt, wenn eingebrochen wurde. Aber ich finde das schrecklich. [Mitschülerin] hat erzählt, dass ihr Vater ihr ein Video gezeigt hat als Beweis, weil sie nachts aus dem Fenster geklettert ist und der Vater konnte das auf dem Video sehen und sogar den Ton hören. Sie wollte das eigentlich nicht erzählen und hat, glaube ich, ihn deshalb sogar angelogen.“

Marie sagte: „Ganz großes Ehrenwort, Helena, wir haben keine Kamera in deinem Zimmer. Wir respektieren deine Intimsphäre.“ – „Ich weiß ungefähr, was Intimsphäre ist, aber was heißt das nochmal genau?“ – Ich antwortete: „Das bedeutet, dass du in deinem Zimmer sicher sein kannst, dass du unbeobachtet bist, wenn du in der Nase bohrst, wenn du nackt vor dem Spiegel stehst, wenn du rapunzelst, wenn du weinst oder nachts nochmal wach bist und dir vor dem Spiegel einen Pickel ausdrückst, und dass niemand mithört, wenn du Selbstgespräche führst oder deinem Kuscheltier Geheimnisse erzählst, mit deiner Freundin telefonierst, fünf Mal hintereinander gepupst hast oder falsch singst.“

Helena starrte mich mit großen Augen an, hatte ihr angebissenes Brötchen in der Hand und bekam den Mund nicht wieder zu. Irgendwann fasste sie sich wieder und sagte: „Scheiße, die Eltern können dann ja wirklich alles sehen! Das ist ja schrecklich.“ – Ich antwortete: „Das ist ja immer das Problem, wenn irgendwo Kameras hängen. Sie sollen meistens helfen, Verbrechen zu verhindern oder aufzuklären. Aber so etwas kann auch immer missbraucht werden. Und sowas wurde in der Vergangenheit auch schon missbraucht. Deshalb ist es immer besser, wenn es möglichst keine Überwachung gibt.“

„Ohne die Kamera würde der Vater gar nicht wissen, dass sie nachts aus dem Fenster geklettert ist. Sie reitet auch, aber in einem anderen Stall, und sie wollte zu dem Pferd, weil das am Nachmittag Koliken gehabt hat und sie nochmal gucken wollte, ob wieder alles gut ist. Das war eine dumme Idee, weil der Stall abgeschlossen war und sie da sowieso nicht reinkam.“ – „Wenn so etwas mal ist, dann weckst du mich, okay? Dann fahren wir zusammen dorthin.“ – „Ich klettere doch nicht aus dem Fenster! Dabei breche ich mir doch alle Knochen und außerdem steht mein Rollstuhl dann noch drinnen. Ganz klasse. Bringt ja richtig viel.“

Marie und ich haben uns entschieden, bei unserem nächsten Gespräch mit dem örtlichen Jugendamt dort einen entsprechenden Hinweis zu platzieren. Marie oder ich sind in der nächsten Woche wegen einer Formsache dort. Auch ein Kind oder ein Jugendlicher hat aus meiner Sicht uneingeschränkten Anspruch auf einen höchstpersönlichen Lebensbereich. Manche Eltern kommen auf Ideen, es ist sagenhaft. Ich hoffe nur, dass der Mist nicht noch irgendwo hochgeladen wird. Ich weiß nicht, ob ich in dem Alter schon so fit wäre, aber ich habe Helena gesagt, sie könnte der Mitschülerin empfehlen, die Kamera zu verdecken, also etwas davor zu stellen oder ein Stück Papier davor zu hängen. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch im Bad noch Einbrecher vermutet werden…