Nur noch peinlich

Was habe ich nicht so alles vermisst in der einen Woche, in der ich flach lag: Menschen! Vollmond! Menschen bei Vollmond?!

Ich habe den heutigen dienstfreien Morgen zum Einkaufen genutzt. Also Lebensmittel und so. Wir haben bei uns im Ort fünf verschiedene Supermärkte, davon zwei Discounter und drei relativ große Läden mit Vollsortiment. Am häufigsten bin ich bei dem, der Lebensmittel liebt, vor allem, weil der so schöne Behindertenparkplätze vor der Tür hat. Und weil ich die eine Kassiererin so gerne mag. Oder sie mich. Oder beides.

Ich nenne sie mal Gabi. Ich kannte sie schon aus dem Supermarkt, als ich sie plötzlich mit ihrem Enkel im Krankenhaus traf. Das ist einige Monate her. Sie trug den Jungen auf dem Arm und kam in die Notaufnahme. Panisch, weil er überraschend allergisch auf irgendein Nahrungsmittel reagiert hatte. Ich glaube, es waren Scampis. Damit meine ich nicht, dass es nach dem Essen ein wenig (oder ein wenig mehr) im Hals kratzte, wie es viele Leute beispielsweise nach grünen Äpfeln haben, sondern da war richtig was los. Quaddeln am ganzen Körper, das Gesicht war so angeschwollen, dass der Junge kaum mehr aus den Augen gucken konnte, die Lunge pfiff wie eine Dampflok, schon von Weitem hörbar. Er war einerseits kaum zu beruhigen, andererseits abwesend und benommen – kurzum: Mit Schock oder Kreislaufstillstand war jeden Moment zu rechnen und der Zustand war durchaus potenziell lebensbedrohlich. Sein Glück war, dass das Essen in einem Restaurant in der Nähe des Krankenhauses stattgefunden hatte. Oma hatte sich ihren Enkel direkt geschnappt und hat die Beine in die Hand genommen.

Das Gute ist, dass man mit den richtigen Medikamenten den Zustand relativ schnell in den Griff bekommt. Nach zehn Minuten hat sich der Sturm komplett gelegt und nach einer Stunde fragen die meisten schon, ob es wirklich nötig ist, dass sie noch länger zur Beobachtung vor Ort bleiben. Jedenfalls wollte Gabi in den ersten zwei Minuten ihren Enkel kaum loslassen, bis sie dann merkte, dass die Medikamente anschlagen. Erst als ich sie dann in die dermatologische Ambulanz entlassen hatte, fragte sie mich, ob wir uns nicht kennen. Kurzum: Jedes Mal, wenn ich nun dort einkaufe, stelle ich mich an ihre Kasse. Und jedes Mal legt sie mir mein Wechselgeld mit beiden Händen in meine Hand, drückt sie fest zu und wünscht mir einen schönen Abend. Oder ein schönes Wochenende.

Heute nun kam ich auf den Parkplatz. Alle Behindertenparkplätze waren von unberechtigten Leuten belegt, also habe ich mich über zwei normale Parkplätze an einen Bordstein gestellt, so dass neben mir niemand mehr parken konnte und ich genügend Platz zum Ein- und Aussteigen hatte. Dafür musste ich aber nun einmal komplett um den Supermarkt herum rollen und auf dem Weg dorthin hätte mich beinahe jemand mit seinem SUV einkassiert, der meinte, mit mindestens 40 Sachen über die Auffahrt hämmern zu müssen.

Zuerst holte ich vom Bäcker, der dort eine Shop-in-Shop-Filiale hat, ein Brot. Es sollte 25 Cent mehr kosten als sonst. Und es war beim letzten Mal schon 50 Cent teurer geworden. 75 Cent innerhalb von drei Wochen fand ich so happig, dass ich ganz freundlich fragte: „Huch, ist das teurer geworden?“ – Die Verkäuferin, geschätzt relativ neu oder aus einer anderen Filiale, jedenfalls hatte ich sie da noch nie gesehen, pampte mich in einem unmöglichen Tonfall an: „Nee. Das kostet schon immer so viel.“ – Ich erwiderte: „Echt? Ich war der Meinung, dass ich vor drei Wochen noch 75 Cent weniger bezahlt hätte.“ – „Das kann ja gar nicht sein. Und ich finde die Tour auch ziemlich beknackt von Ihnen. Wir sind hier nicht auf einem türkischen Basar. Wenn Sie sich das Brot nicht leisten können, nehmen Sie einfach ein günstigeres.“ – What?! Hatte sie das wirklich gerade gesagt? Lief hier eine versteckte Kamera, hatte sie schlecht gefrühstückt? Kunde stört? Ich blieb betont ruhig: „Das habe ich so nicht gemeint. Ich möchte nicht verhandeln. Ich habe mich nur gewundert, weil ich vor zwei Wochen dafür einen anderen Preis bezahlt habe.“ – „Das glaube ich Ihnen nicht.“ – „Also nun wird es echt unverschämt.“ – „Zahlen Sie jetzt für das Brot oder kann ich den nächsten Kunden bedienen?“

Die Kundin hinter mir sagte, ebenfalls betont ruhig: „Keine Hektik bitte, ich habe Zeit.“ – Ich legte ihr das Geld auf die Glastheke, und ich war mir sicher, was ich sonst bezahlt hatte und noch sicherer, beim letzten Mal mit einem Schein ausgekommen zu sein und nicht noch zusätzliche Münzen rausgekramt zu haben. Aber egal. Für das nächste Mal überlegen wir uns halt, ob wir nicht doch wieder häufiger selber backen, denn bei fast 20 Prozent Aufschlag ist eine Schmerzgrenze überschritten. Ich bekam mein Brot, rollte in den Supermarkt und verschwand im ersten Gang. Und während ich dort stand und abwartete, ob jemand vorbei kommen würde, der mir ein Glas aus dem obersten Regal holen könnte, hörte ich Gabi mit mühsam gedämpfter Stimme: „Sind Sie eigentlich noch ganz dicht, die Kundin so anzukacken?“ – Die Verkäuferin blökte irgendwas zurück, was ich nicht verstehen konnte, weil Gabi ihr gleich in die Parade fuhr: „Ich will hier nichts hören! Sie entschuldigen sich sofort, wenn sie wieder rauskommt. Mindestens mit einem Stück Kuchen. Das ist eine Stammkundin, die immer freundlich ist.“

Freundlich? Oh, dann kennt sie mich an meinen schlechten Tagen nicht. Aber irgendwie machte es Spaß, zuzuhören. Ich blickte mich um, ob man mich irgendwo in einem Spiegel sehen könnte. Nö. Die Verkäuferin versuchte nochmal, sich zu rechtfertigen: „Vielleicht habe ich etwas zu heftig reagiert. Aber wir sind doch hier kein Sozialamt, das Nahrungsmittel an Bedürftige verteilt.“ – „Sind Sie eigentlich komplett bescheuert? Noch ein Wort und ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass das Ihr letzter Tag in dieser Filiale ist. Zu Ihrer Information: Das ist eine Kinderärztin! Und keine Obdachlose, die sich hier ihr Essen zusammenschnorrt.“

Okay, Kinderärztin stimmt nicht. Aber „keine Obdachlose“ stimmt. Wobei mir wichtig ist, dass man einer Obdachlosen auch freundlich sagen könnte, dass man nicht bereit ist, ihr ein Brot umsonst oder verbilligt zu geben. Auch eine Obdachlose müsste man nicht so unmöglich anfahren. Es ist aber erstaunlich, was Leute so alles mit Rollstühlen verbinden. Einige denken ja, ich schlafe in dem Teil, andere verbinden damit Obdachlosigkeit (ich bin in der Tat schon mehrmals gefragt worden, ob ich eine Wohnung hätte, und bekam auf erstaunte Nachfrage erklärt, dass ja viele Obdachlose im Rollstuhl sitzen würden). Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nur Leggings, alte Sneaker, einen Wollpullover und eine Mütze trug.

Nachdem weitere Kunden in den Kassenbereich kamen, war das Gespräch schlagartig vorbei. Ich suchte immernoch jemanden, der mir das Glas aus dem Regal holen könnte. Als ich später mit meinem gesamten Krempel bei Gabi an der Kasse war, erkundigte sie sich, wie immer, nach meinem Befinden. Ich mich nach ihrem. Am Ende drückte sie mir mein Wechselgeld fest in die Hand und wünschte mir, wie immer, einen schönen Tag. Von ihrer Explosion beim Bäcker war ihr nichts anzumerken. Auf dem Weg nach draußen fing mich die Verkäuferin ab. Inzwischen bedienten zwei Frauen hinter der Bäckerei-Theke. Die andere hatte mich schon öfter bedient. „Darf ich Ihnen ein Stück Kuchen anbieten? Ich möchte mich bei Ihnen für meinen Tonfall eben entschuldigen.“

„Ach, wissen Sie, mir reicht schon, dass Sie es sich nochmal überlegt haben. Das hat mich nämlich gerade sehr verletzt, wie Sie mit mir umgegangen sind.“ – „Ja, das tut mir leid, aber letztlich haben Sie sich getäuscht. Und dann so aufzutreten, war auch nicht in Ordnung.“ – War sie wirklich so doof, dass sie nicht merkte, dass sie sich gerade erneut um Kopf und Kragen redete? Inzwischen war es mir scheißegal, was dieses Brot kostete, und am liebsten hätte ich ihr das als Geschoss hinter ihre Theke gefeuert. Ungefähr so:

Nein, ich kann mich ja benehmen, wenngleich mir vermutlich jeder Bissen davon im Hals stecken bleiben wird. Ich ließ die blöde Schrippe stehen und rollte zum Auto. Auf halbem Weg holte mich ihre Kollegin ein und sagte: „Ich möchte mich für meine Kollegin entschuldigen. Sie ist ganz neu bei uns im Team. Wir werden das Verhalten mit unserem Chef nachbesprechen. Ich habe das eben schon von Frau Gabi gehört, was da vorgefallen ist. Das ist wirklich nicht unser Stil.“

„Sie müssen sich nicht für Ihre Kollegin entschuldigen. Ich kann das schon trennen. Ist das Brot eigentlich teurer geworden?“ – „Ja, seit Anfang April kostet es 40 Cent mehr.“ – „Ich habe jetzt […] bezahlt.“ – „Dann hat die Kollegin das auch noch falsch gebucht. Kommen Sie bitte beim nächsten Mal zu mir. Sie bekommen eine Tüte Brötchen aufs Haus. Da ist offenbar alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Das ist wirklich nur noch peinlich. Bitte keine Feindschaft, okay?“

Ja. Das stimmt. Und nee, keine Feindschaft. Wobei ich um die neue Kollegin künftig einen großen Bogen machen werde. Die bedient mich nicht nochmal. Muss ich erwähnen, dass sich jemand mit seinem SUV (nicht der, der mich fast umgenietet hätte) neben mein Auto gestellt hat? Mit zwei Rädern den Bordstein hochgefahren und auf dem Rasen stehend, zwanzig Zentimeter neben meiner Tür? Und ich hatte Speise-Eis im Einkaufskorb …

14 Gedanken zu „Nur noch peinlich

  1. Hihi, ich wurde auch schonmal für obdachlos gehalten, weil jemand das mit meinem Rolli verband! Ich hab vermutlich genauso doof aus der Wäsche geguckt wie du. Die Bäckereifachverkäuferin ging ja mal gar nicht. Ich schätze, dass die ihren Job nicht lange haben wird. Ich hatte das neulich zusammen mit meiner Mutter in einem SB-Restaurant, da wurden wir auch von einer jungen Kraft so angemacht, dass wir rückwärts wieder rausgelaufen sind. Ich hatte mir erlaubt, zu fragen, ob ich das eine Gericht ohne Zwiebeln haben kann, weil ich dann immer so viel furze und das (wie du) nicht kontrollieren kann und dann von einem peinlichen Moment zum nächsten komme … naja, die Frau meinte dort sowas wie: Immer diese vorgeschobenen Allergien, sie könne es nicht mehr hören. Wir nur noch so: Und tschüss!

  2. Ahhhh. Vollmond. Was ein Glück bekomme ich davon nie so viel mit. Ich glaube ich bin Immun dagegen.
    Deine Geschichte erinnert mich etwas an Condoleezza Rice. Sie war vor vielen vielen Jahren, als sie noch nicht so bekannt war, in einem Schmuckgeschäft. Sie wollte dort etwas sehen. Die Verkäuferin entgegnete ihr jedoch, dass sie sich das nicht leisten kann.
    Daraufhin sagte „Condi“, dass die Verkäuferin zum einen nicht darüber urteilen kann was sie sich leisten kann, und zum zweiten, dass die Verkäuferin niemals vergessen darf auf welcher Seite der Ladentheke die eine, und auf welcher Seite die andere Person steht.
    Was lernen wir daraus? Viele Menschen haben mit Vorurteilen zu kämpfen. Manche weil sie es so beigebracht bekommen haben, andere aus Erfahrung und andere aus Unwissenheit und nicht gelernten Manieren. Gerade im „Dienstleistungssektor“ sollte man eine gewisse Kundenbindung anstreben, jedem Menschen gegenüber.
    Es freut mich, dass Gabi dir wohlgesonnen ist und dich nicht vergessen hat und du sie umgekehrt genausowenig und stets zu ihr gehst.

  3. Oh. Ich glaube, ich habe gerade herausgefunden, in welchem Ort Du wohnst. Das klingt alles merkwürdig vertraut aus […] und einer gescheiterten Beziehung… und nach einem leider sehr bekannten Menschenschlag da in der Gegend, was das zickige beschürzte Halbkornbrötchen an der Addierhilfe angeht.
    (Keine Angst, ich sag GAR nix in der Richtung. Und man muss die Gegend schon kennen, um sie zu erkennen.)
    Es hätte Dich schlechter treffen können. (Okay, aber auch besser… 😉 )

  4. Die Verkäuferin geht gar nicht, aber ein wenig Zügeln solltest du dich auch. Was das Parken angeht da habe ich schon im Geschäft darauf hingewiesen das die Behindertenparkplätze von nicht berechtigten besetzt werden. Entweder wurden sie per Mikrofon ausgerufen was ihnen Peinlich war oder die Polizei kam vorbei-auf dem Parkplatz stehen ja meist Schilder das da die StVO gilt und schon wird es teuer. Ist meist die einzige Lösung denn nur so bleiben die Plätze für die Leute die dort parken dürfen. Das Problem mit dem Parken ist meiner Meinung nach wichtiger als der Disput um den Preis eines Brotez

  5. „… die blöde Schrippe … “ Haha, danke Jule. Das hat mir den Tag versüßt. Ich komme aus dem tiefsten Süden der Republik und kannte Schrippe nur als eine Bezeichnung für das, was hier „Semmel“ heißt. Als Synonym für nervige Verkäuferinnen macht es sich aber auch gut. 😀

  6. Hallöchen in die Runde, ich frag mich ja immer, warum hier so viele Menschen anonym kommentieren. Traut ihr euch nur anonym, Kritik zu üben? Oder wat is da los? Ihr könntet euch ja sogar Micky Maus nennen…

  7. Mal meine Geschichte zum Thema Behindertenparkplätze, die wunderbar ausging: Ich parkte neben einem Behindertenparkplatz, weil ich meine gesunde Tochter abholen wollte. Rundum, in ca. höchstens 20 Meter Entfernung gab es auch noch weitere Parkplätze. Vor einer Ladenzeile mit Bäcker. Schwungvoll parkte ein älteres Auto neben mir ein, junger Mann sprintete raus und joggte in den Bäckerladen. In mir die Gedanken, was, wenn nun ein behinderter Mensch einen Parkplatz sucht? Wie oft war mir das mit meiner gehbehinderten Tochter passiert, dass diese Parkplätze unberechtigt belegt waren?? Ich stieg aus wartete, der Mann kam hastig mit Brötchentüte an und wollte in sein Auto. Ich sprach den Mann an, ob er vielleicht das Schild mit dem Rollisymbol übersehen hätte? Er fragte, was mich das anginge. Ich erklärte ihm, dass ich eine Tochter im Rolli hätte und die breiten Parkplätze nicht ohne Grund so schön breit seien, und dass ich oftmals Probleme hätte, einen geeigneten Parkplatz zu finden, da diese oft von unberechtigten Parkern belegt seien. Daraufhin sagte der junge Mann zu mir recht von oben herab: “ Na und, meine Oma sitzt auch im Rollstuhl, damit habe ich doch keine Probleme!“ Ich wollte gerade überlegen, wie ich da kontern kann, als hinter uns eine tiefe Stimme ertönte: „Aber ich habe damit ein Problem, ich möchte nun Ihre Fahrzeugpapiere sehen!!!“ Ich drehte mich um, sah einen verärgert aussehenden Polizisten und musste mich sehr beherrschen, nicht zu lachen. Der junge Schnösel wurde knallrot, musste nicht nur seine Papiere zeigen, nein, auch ein Lichttest, Begutachtung der Reifentiefe, Zeigen von Warndreieckt und Verbandskoffer, sowie den gesamten Inhalt des Verbandskoffers musste der junge Mann exakt dem Polizisten zeigen. Mein Tag war so gerettet, ich kann das gar nicht beschreiben. Ich fand das so gerecht. Ich glaube ja, das waren sehr teure Brötchen und der junge Mann ist hoffentlich beim nächsten Mal einsichtiger….. Innerlich dankte ich dem Polizisten so sehr…..Ich erinner mich immer wieder gerne daran und teile es gerne, vor allem mit Menschen, die auch so oft Scherereien haben, wenn mal wieder der Parkplatz für Menschen mit aussergewöhnlicher Gehbehinderung, Blinde Menschen unberechtigt belegt ist. Liebe Grüße

  8. @Anonymous 3. Mai 3:59
    Du glaubst aber nicht ernsthaft dass die Leute nach Durchsage im Laden immer sofort peinlich berührt zu ihren Autos stürmen und reumütig die widerrechtlich belegten Parkplätze räumen, oder? Kommt vor, ist aber nicht die Regel. Zurück zum Auto bekommt man sie höchstens mit der Ansage dass der Wagen grad auf den Abschlepper geladen wird (den muss allerdings der Laden bestellen und auch erstmal bezahlen). Oder mit der Durchsage, dass das Auto beschädigt wurde.
    Und die Polizei kann auch schon mal ne halbe Stunde brauchen bis sie da ist, bis dahin sind die Autos meist wieder weg. Abgesehen davon, dass die zumindest in unserer Stadt zwar kämen, wenn ein Auto zugeparkt ist, aber nicht, weil Behindertenparkplätze auf Privatgrund blockiert sind.
    Ich kann sehr gut verstehen, dass einem die eigene Lebenszeit irgendwann zu schade für diesen Kampf gegen Windmühlen ist, man aber trotzdem natürlich Energie verwendet um den (offensichtlich falschen) Brotpreis zu hinterfragen.
    Zumal Jule selbst ohnehin nichts mehr von der Beschwerde hätte – um drinnen Bescheid zu sagen, dass die Behindertenplätze belegt sind muss sie ja erstmal einen Parkplatz finden…
    Ich verteile beruflich Knöllchen. „Leider“ in einer Stadt, in der nicht abgeschleppt wird. Es gibt nicht wenige Leute, die lieber die 35 € zahlen als 10 m weiter zu laufen…

  9. Herrlich! Ich arbeite ebenfalls in einem Supermarkt an der Kasse. Ich könnte also theoretisch Gabi sein (Nein ich binnicht Oma und leben in Niedersachsen an der Grenze zu NRW) und wir gehören auch noch zu den Lebensmittelliebenden allerdings sind wir ein anderes Unternehmen der gleichen Gruppe. Ich hätte meine Kollegin in den Fall noch viel mehr zusammengestaucht und die Kollegin beim Backshop wäre bei uns definitiv nicht alt geworden!

    LG Anne

  10. Moin, moin,
    ich glaube bei den Behindertenparkplätzen denkt kaum jemand daran, warum die breiter sind. Ich glaube, es wäre dir relativ egal, wenn du 20 Meter weiter rollen müsstest. Es geht doch um das Ein- und Aussteigen.
    Viele glauben ja auch, mit einem Behindertenausweis da eine Freifahrtschein zu haben. Dass es da das „aG“ braucht, wissen viele nicht.
    Es gab mal schöne Aufkleber: „Sie nehmen mir meinen Parkplatz weg, dann übernehmen Sie doch bitte auch mein Behinderung!“
    Ich habe auch mal so einen Ignoranten angesprochen und ihn gefragt, auf welches Bein er denn verzichten möchte, wenn er so gerne auf den „Rolliplätzen“ parkt. Da habe ich fast Schläge bekommen.
    Wahrscheinlich werden die Ignoranten erst sensibel, wenn sie selber betroffen sind oder regelmäßig betroffene Angehörige im Auto haben.
    Supermärkte kümmern sich hier kaum um die Falschparker. Auch diese sind für die Geschäftsführer leider in erster Linie Kunden, die Umsatz bringen.
    Gruß Frank

  11. „Muss ich erwähnen, dass sich jemand mit seinem SUV (nicht der, der mich fast umgenietet hätte) neben mein Auto gestellt hat?“

    Also wiedermal ein Hauptgeschichte, die so haarsträubend ist, dass die Nebenärgernisse fast untergehen. https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/WhatHappenedToTheMouse Vorsicht! Der Link ist NSFW! Not save for women. Niedliches Mäusebild voraus! Akute Dahinschmelzgefahr.

    Leider fällt mir auch nichts Besseres ein, als die Leute aus Ottos Verein zu Hilfe zu rufen. Mit allem Aufwand und Konsequenzen. Für Menschen und Mäuse und Speiseeis.

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