Keine Mobilität

Am Pfingstwochenende müssen Marie und ich in diesem Jahr nicht arbeiten. Gar nicht. Alle Tage frei. Wahnsinn.

Nein, wir verreisen nicht. Wir bekommen auch keinen Besuch. Sondern wir chillen. Garten, Sonne, Handbike, Strand. Mehr bitte nicht.

Und Kontaktpflege. Und Bloggen. Und ausnahmsweise kann ich heute Kontaktpflege und Bloggen mal gleich miteinander verbinden: Ein langjähriger Freund erzählte mir heute am Telefon seine Story, die eigentlich exklusiv zu meinem Idiotenmagneten passen würde. Vielleicht müssen wir inzwischen darüber nachdenken, ob alle Menschen mit Behinderung einen solchen Magneten haben, denn auch dieser Freund sitzt im Rollstuhl. Vielleicht wird dadurch aber auch nur einmal mehr deutlich, wie in diesem Land mit Menschen mit Behinderung umgegangen wird.

Ich betone, dass nicht alle Menschen so sind. Ich betone aber auch, dass ich den „bedauerlichen Einzelfall“ nicht mehr hören, lesen oder glauben kann. Es ist kein bedauerlicher Einzelfall, dass die Deutsche Bahn schon wieder ein Problem hatte, Rollstuhlfahrer von Hamburg nach Berlin zu transportieren.

Gerade erst vor knapp zwei Wochen traf es die ehemalige Bahnradsportlerin Kristina Vogel, die seit einem Unfall querschnittgelähmt ist und im Rollstuhl fährt: Verschiedene Medien berichten, dass sie in Frankfurt aussteigen wollte, das jedoch nur mit der Hilfe anderer Reisender schaffte, die sie mitsamt Rollstuhl aus dem Zug hoben. Der Mitarbeiter mit der für das Aussteigen benötigten Rampe sei nicht am Zug gewesen, der Schaffner habe sich auch nicht gemeldet. Ich kenne das auch, in einem solchen Fall stelle ich mich dann immer in die Tür und halte den gesamten Zug auf. Irgendwann kommt immer jemand und schaut nach, warum die Tür nicht schließt.

Zwei Wochen davor hatte Bloggerin Wheelymum beschrieben, wie sie beinahe eine Reise nach Berlin absagen musste, weil man ihren Rollstuhl nicht aus dem Zug bekam. Am Ende reiste sie mit dem Flugzeug an.

Und in der letzten Woche? Da traf es vier junge Menschen aus Hamburg, die zu einem internationalen Wettkampf nach Berlin wollten. Zwei sitzen im Rollstuhl, zwei haben andere Einschränkungen; alle vier gehörten zu einem Landes-Auswahlteam, hatten sich für die Teilnahme an dem Wettkampf qualifiziert und über ein Jahr hart dafür trainiert. Für die Hin- und Rückfahrt waren die Fahrkarten schon vor Monaten gekauft und bezahlt, die beiden einzigen in dem ICE vorhandenen Plätze für Rollstuhlfahrer reserviert und die Einstiegshilfe vorbestellt. Wer mit einem Rollstuhl in den Zug möchte, braucht die Hilfe vom Personal, da eine Rampe bedient werden muss.

Am Morgen des Anreisetags stellte eine der Sportlerinnen dann zufällig fest, nachdem sie sich im Internet auf dem Weg zur Schule noch einmal vergewissert hat, ob alles klappen würde: Der betreffende Zug fährt heute ohne Wagen 9. Leider sind im Wagen 9 die beiden einzigen Rollstuhlplätze des Zuges. Und das einzige mit dem Rollstuhl befahrbare WC. Vielleicht übersteht der eine oder andere die zwei Stunden ohne WC. Dass der Zug liegen bleibt und die vier dann nicht auf die Toilette können, mag auch noch weit hergeholt sein. Aber: Die Deutsche Bahn lädt keinen Menschen im Rollstuhl in einen anderen Wagen ein, denn selbst wenn der Rollstuhl durch die schmaleren Eingangstüren hindurch passen würde, müsste derjenige ja die ganze Fahrt über auf dem Gang und damit im Fluchtweg stehen.

Die Beförderung von Menschen mit Behinderung wird bei der Deutschen Bahn durch den hauseigenen Mobilitätsservice koordiniert. Insbesondere diejenigen, die mit dem Rollstuhl reisen, müssen sich spätestens zwei Tage vor Reiseantritt dorthin wenden und darum bitten, eine Einstiegshilfe, also einen Mitarbeiter, der die Rampe bedient, zu bekommen. Nachdem der Wunsch aufgenommen wurde, senden die Mitarbeiter ihn an die jeweiligen Bahnhöfe, diese melden dann zurück, ob das benötigte Personal zur Verfügung steht. Und ob alle Aufzüge funktionieren. Anschließend erhält der Rollstuhlfahrer eine Bestätigungsmail oder einen Anruf. Bei kurzfristigen Änderungen sollen die betroffenen Personen eigentlich informiert werden.

Das ist in diesem Fall nicht geschehen. „Es ist Ihre Aufgabe, zu prüfen, ob der Zug wie vorgesehen fährt und sich gegebenenfalls bei uns zu melden“, sagte die Mitarbeiterin am Telefon. Service geht natürlich anders. In diesem Fall versuchte man nun, die vier Sportlerinnen und Sportler aus Hamburg in einen anderen Zug umzubuchen. Ein Zug später ging nicht, weil dann die Ankunft zum Wettkampf nicht mehr sichergestellt wäre. Ein Zug vorher ging nicht, weil der ebenfalls ohne Wagen 9 fuhr. In dem Zug davor waren die beiden Rollstuhlstellplätze bereits durch andere Rollstuhlfahrer belegt, in dem davor auch, in dem davor auch. Also blieb nur eine Umbuchung auf einen Zug, der sechs Stunden vor der eigentlichen Verbindung fahren würde.

Der Versuch, die Jugendlichen sofort aus ihren Schulen zu bekommen, scheiterte. Alle Handys waren natürlich aus. Das war aber auch nicht mehr relevant, denn wie sich bei einem weiteren Telefonat mit der Bahn herausstellte, würde auch diese Verbindung scheitern: In Berlin stünde für diesen Zug kein Personal zur Verfügung, das die Rampe bedienen könnte.

Somit lässt sich zusammenfassen: Nix Bahn. Es mussten kurzfristig Fahrzeuge und Fahrer organisiert werden, die die Sportler zu ihrem internationalen Wettkampf nach Berlin fahren. Das kleinste Problem dürfte dabei gewesen sein, dass die vier Erfrischungsgetränke verfallen sind, die die Bahn den vier Sportlern vor zwei Monaten spendiert hat (Verzehrgutschein), nachdem dort auch bereits alles drunter und drüber ging, und das Team für eine Strecke, die üblicherweise in 1:52 Stunden zurückgelegt wird, mal eben über fünf Stunden (Rückfahrt nur vier Stunden) benötigt hat. Damals auch, weil die barrierefreien Komponenten gar nicht oder zeitlich nicht passend verfügbar waren. Auf die schriftliche Beschwerde ihres Vereins hat sich bis heute niemand gemeldet. Zwar wurden 50% des Fahrpreises inzwischen automatisiert erstattet, aber auf die versprochene Aufarbeitung warten die Jungs und Mädels noch heute.

Nein, die Deutsche Bahn ist nicht entschuldigt. Auch wenn viele motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagiert alles versuchen, und auch wenn es unter den Menschen mit Behinderung durchaus auch nervige Zeitgenossen gibt: Es kann nicht sein, dass Menschen mit Behinderung in Deutschland nicht zuverlässig und gleichberechtigt mit der Deutschen Bahn fahren können. Es ist kein Einzelfall, wenn es den ganzen Tag lang effektiv nicht möglich ist, als Rollstuhlfahrer von Hamburg nach Berlin zu fahren. Und darüber diskutiere ich auch nicht.

28 Gedanken zu „Keine Mobilität

  1. 2 Rollstuhlfahrer, rechtezeitig vorangemeldet mit Sitzplatzreservierung und dann fährt der Zug ohne den Wagen mit Rolli–Plätzen??? Selbst wenn der Wagen 9 eine plötzliche Panne gehabt hat und unerwartet ausgefallen ist – die DB sollte in ihrem Fuhrpark nen gleichwertigen Ersatz haben. Das ist Servicewüste hoch 3 und ein absolutes No-Go.
    Ich hoffe, die 4 Athleten konnten beim Wettkampf trotz der widrigen Anreise ihre Leistungen abrufen.

  2. Moin, moin,
    früher war es die Telekom, die sich regelmäßig mit schlechtem Service blamierte. Heute eben die Bahn. Da wurde eben Zuviel auf Kosteneinsparung gefahren und das Material, sowohl Schiene wie auch das rollende Material komplett verschlissen ohne rechtzeitig zu reparieren oder zu ersetzen.
    Als Rolli Fahrer trifft es euch dann doppelt. Hört doch aber bei den Rampen nicht auf. Wie viele Fahrstühle an den Bahnsteigen funktionieren nicht? Betrifft schon U- und S-Bahn, da gibt’s also schon Probleme überhaupt zum Bahnhof zu kommen!
    Wieso gibt es eigentlich nur 2 Rolliplätze in einem ICE? Über den Platz würden sich ggfs. doch auch Eltern mit Kinderwagen freuen, oder? Sind wahrscheinlich aber zu viele Normalsitze, die dann fehlen und nicht verkauft werden können.
    Was sagt den der Behindertenbeauftragte in Berlin zu so etwas? Könnte der nicht Einfluss nehmen, die Bahn zu mehr Barrierefreiheit zu zwingen?
    Gruß Frank

  3. Wäre mal interessant zu wissen, wie oft Erste-Klasse-Plätze ersatzlos gestrichen werden…
    Es ist mir wirklich unbegreiflich: So viel läuft mittlerweile automatisiert und über Datenbanken etc ab. Wenn Es nur einen Wagen mit Rolli-Plätzen gibt und dieser Wagen wird, aus welchem Grund auch immer, gestrichen, muss doch sofort eine rote Lampe leuchten, dass man überprüfen muss ob Rollstuhlfahrer gebucht sind und wenn ja, muss sofort für Ersatz gesorgt bzw. zumindest die Betroffenen informiert werden.

    Es wird Zeit, dass ernsthafte Konkurrenz für die Bahn auf die Schienen kommt.

  4. Ja es ist traurig.
    Je mehr man im Ausland unterwegs ist, desto mehr realisiert man, wie „Industriestandort Deutschland“ hinter anderen Nationen zurückfällt.
    Gerade im Bereich Service und im Bereich Barrierefreiheit.

  5. Es ist in meinen Augen schon ein Unding, lediglich 2 Plätze für Rollifahrer in einem der modernsten Züge (und selbst innerhalb eines ICs dürfte es nicht viel anders sein) vorzuhalten.
    Es ist jedoch eine Unverschämtheit, eine Vorlaufzeit vor der Buchung zu fordern, diese dann weit über Soll eingehalten zu bekommen und sich dann außerstande zu sehen, bei Änderungen zu reagieren. Also nicht mal Bescheid zu geben, nicht mal für adäquaten Ersatz zu sorgen – und wenn der dann eben aus einem Taxi von HH nach Berlin im Auftrage der Bahn besteht.

    Es müßte für solcherlei Verhalten Sanktionsmöglichkeiten geben, die wehtun würden. Die die Sportler oder eben auch „nur“ Fahrgäste entsprechend entschädigen, ihnen das Nehmen eines Taxis und deren Erstattung ermöglichen und dem Unternehmen richtig viel Strafgeld kosten.

    Wir sind in 2019, nicht 1900.

  6. Mich überrascht irgendwie so gar nichts. Die Bahn bekommt es bestenfalls halbherzig hin, deren „Standard“-Produkt für gehende Menschen auf die Reihe zu bekommen. Wenn ein Waggon fehlt, in dem man zB reservierte Plätze hatte, kann man sich ja die 4,50€ für die Reservierung wieder holen. Vorab erfährt man davon eher nichts, und wenn der Zug brechend voll ist, dann guckt man halt in die Röhre. Oder findet einen Platz im Bistro/Restaurant, dem elementare Lebensmittel nicht geliefert wurden – weswegen einen die in aller Regel „überaus freundliche“ Bedienung dann halt anraunzt. Gesperrte Waggons mangels funktionierender Klimaanlage – oder man darf sich reinsetzen und taucht zu Terminen völlig durchgeschwitzt auf. Längere Distanzen fahre ich nur noch mit der Bahn, wenn die Anreise am Tag vorher möglich ist…
    Wenn die nichtmals ihr Basisprodukt im Griff haben, wie soll das dann bei Special Needs werden?

  7. Moin,

    Wagen 9 sollte dürfte eigentlich nicht fehlen. Das ist im ICE 1 und 4 der mit dem Dienstabteil. 😉 In den anderen Typen gibt es ihn nicht.
    Wer weiß, was da wieder los war.
    Vielleicht sollten die vier es mal mit Kontaktaufnahme bei der DB auf höherer Stelle versuchen. Es kann nicht ihr Problem sein, wenn die DB nicht liefern kann, was sie verspricht. Und das ist ja Alltag, dass irgendetwas nicht klappt.

    @ Thomas, 11. Juni 2019, 8:17 Uhr: Es gibt nicht in jedem Fall die Möglichkeit, den Fahrscheinkäufer zu kontaktieren.

  8. Es müssten ALLE die da in der Informationskette hätten mitarbeiten müssen, also vom Rampenbediener bis zur Bestellung abnehmenden Telephonistin, von Wagendisponenten bis zum Kundencenter mal für eine Woche die Arbeitszeit und die Freizeit in einem Rollstuhl verbringen müssten!

    Irgendwann hat’s dann hoffentlich einen genügend hohen Prozentsatz der Mitarbeiter erwischt……

  9. Ich verstehe es auch nicht. Warum eigentlich gibts keine Niederflur-ICEs in die ihr ohne externe Rampe (und dann vermutlich auch ohne Hilfe) einsteigen könntet? Also solche Wagen wie die Doppelstockwagen mit Fahrrad-/Rolliabteil unten dran wo nur Klappsitze sind? Davon sollte es viel mehr geben.

    Wie ist das eigentlich im ICE…? Ich gestehe hier, ich bin lange nicht ICE gefahren aber ich empfand die Gänge immer als recht eng und die Türen erst recht – zumal die dann auch gerne schnell zu gehen. Kommt ihr da mit den Rollis gut klar? Sind die schmal genug für die engen Gänge oder sind die Rolliplätze dann so nah an der passenden Tür dass das kein Problem ist?

  10. @ Frau Laterne, 11. Juni 2019 um 12:18 Uhr: Die kürzlich bei Talgo bestellten neuen IC-Garnituren der DB werden eine Einstiegshöhe von 76 cm haben, passend zu den meisten Bahnsteigen im deutschen Fernverkehrsnetz (ferner gibt es 55 und 96 cm als Standardhöhen, dazu diverse ältere niedrigere Bahnsteige). Neue schweizer Züge haben im Wagen für Rollstuhlfahrer Einstiege für deutsche und schweizer Bahnsteighöhen mit entsprechender Rampenlandschaft. Konstruktionsbedingt lassen sich mit herkömmlichen Wagen wie sie die ICEs haben keine solch niedrigen Fußbodenhöhen durchgehend einrichten. (Und selbst bei Straßenbahnen kommt man von Lösungen mit 100 Prozent Niederflur wieder weg zu Drehgestellwagen.)

  11. Da hat die Bahn einiges zu verbessern denn so geht es gar nicht. Bin selbst mal mit der Bahn nach Lübeck gefahren aber nicht ICE sondern normalerZug(öfter umsteigen… aber dafür kostenlos) Den Service der Bahn hatte ich nicht gebucht (teure Hotline) mit meiner Begleitung kam ich auch einigermaßen in die Züge, nervig ist da die unterschiedliche Höhe der Bahnsteige und das die Fahrstühle oft von Leuten genutzt werden die einige Stufen nicht gehen wollen und sich vordrängeln obwohl man schon am Fahrstuhl wartet. Zum Glück fahr ich wenig Langstrecken für kurze Strecken komm ich mit Bus klar. Lange Strecken müsste ich dann immer mit Begleitung planen oder doch das Auto nutzen…. und dann gibt es noch Leute/Partei die die Inklusion für ausreichend halten und auf Kosten hinweisen! Wenn ich die bei uns sehe kriege ich immer einen Hals da Diskutieren da sinnlos ist

  12. Das es hoffentlich auch nicht der Regelfall ist, handelt es sich um einen bedauerlichen Vielfall.
    Ehrlich… das ein Wagen mal kurzfristig ausfällt, weil blubb – okay. Das aber den darauf angewiesenen Personen weder Bescheid gesagt wird (durch die interne Koordination) noch ein guter und gescheiter Ersatz gefunden werden kann (durch einen Ersatzwagon oder anderen Zug) ist ein Armutszeugnis.
    Ich find es ja schlimm genug, dass man so etwas überhaupt vorher anmelden muss (Platzreservierung mal ausgeklammert), weil die Bahn es nicht schafft Züge bauen zu lassen, damit Rollstuhlfahrer allein in allen handelsüblichen Bahnhöfen einsteigen können (alte Bahnhöfe, bei denen die Bahnsteige besonders hoch oder tief sind… okay… aber die meisten Bahnhöfe werden/sind/wurden ja einheitlich gebaut).

  13. Beim http://www.behindertenparkplatz.de/ gibt’s mehrere Beispiele, wie man auf der Insel der Merkwürdigen mit dem Problem umgeht.
    Kurz gesagt haben Verkehrsunternehmen eine Beförderungs-PFLICHT für Behinderte. Klappt das aus technischen oder ORGANISATORISCHEN Gründen nicht, hat der/die Betroffene ein Klage-RECHT und gewinnt in aller Regel den Prozess. Und so spendieren die Verkehrsunternehmen lieber mal ein Taxi, als sich eine noch wesentlich teurere Klage und üble Publicity einzufangen.

    Die meisten Beiträge zum Thema dürften unter http://www.behindertenparkplatz.de/tag/dda/ zu finden sein.

    Da stellt sich die Frage, warum nicht auch in Deutschland so verfahren wird.

    Man stelle sich das vor. Das Telefon klingelt, man geht ran. „Hallo, hier ist Lieschen Müller von der Deutschen Bummelbahn, Abteilung Inklusion. Der von ihnen für übermorgen gebuchte ICE von München nach Hamburg hat unterwegs ein paar Wagen verloren und kann Sie leider nicht mitnehmen. Ich habe für Sie zwei Alternativen vorbereitet: Ein Großraumtaxi holt Sie von ihrer Wohnung oder Ihrem Hotel ab, bringt Sie zum Flughafen bis ans Gate, von dort fliegen Sie mit Lufthasi nach Hamburg. Am Flughafen Hamburg werden sie am Gate von einem weiteren Großraumtaxi abgeholt, dass sie pünktlich zu ihrem Ziel bringt. Alternativ dazu würde ein Großraumtaxi Sie ca. eine Stunde früher abholen und nach Stuttgart bis ans Gleis bringen, dort wartet ein vollständiger ICE mit funktionierender Rampe auf Sie, der sie nach Hamburg bringt und nur fünf Minuten nach dem ICE aus München ankommt. Ihr Ticket würde für beide Alternativen gelten, einschließlich Taxi-Kosten. Wenn ihnen beides nicht zusagt, werde ich für Sie nach anderen Wegen nach Hamburg suchen.“

    OK, man wird ja noch träumen dürfen …

  14. Der Detlef mal wieder.
    Als ich vor Jahren Urlaub in den USA gemacht habe, ist mir aufgefallen, dass viele Geschäfte, Hotels, Restaurants explizit auf Menschen mit (körperlichen) Behinderungen ausgerichtet sind. Liegt anscheinend an der sehr hohen Anzahl Kriegsverwundeter, und dem Umgang mit (ehemaligen) Militärangehörigen durch die Gesellschaft.
    Natürlich ist der öffentliche Transport in den USA nicht mit Deutschland zu vergleichen.

  15. Also bei einem ICE kann eigentlich kein Wagen 9 fehlen, denn der ICE besteht aus einem festen Verbund.

    Ich gehe mal davon aus, daß die Jugendlichen mit einem IC gefahren sind.

    Leider ist es so, daß die barrierefreie Toilette im Zug auch von den Fußgängern benutzt wird.

    Einige Personengruppen machen sich dann auch einen Spaß daraus, Dinge mutwillig zu zerstören. Sei es aus langeweile oder aus Frust, weil der Zug zu spät / zu voll whatever ist.

    Ich habe schon ganze Klopapier Rollen im Toilenntenraum und der Toilette verteilt gesehen. inkl. übergelaufener Toilette.
    Das arme Reinigungspersonal, denk ich mir dann immer.

    Ich will die Bahn nicht in Schutz nehmen, aber etwas Licht ins Dunkel bringen:

    Die Bahn ist ein privates Unternehmen dessen Eigentümer zwar noch der Staat ist, aber dennoch muß die Bahn wirtschaftlich arbeiten.

    Personal ist teuer, daher versucht man, mit wenig Personal viel Umsatz zu machen.

    Früher (in den 1990ern) wurden in den Bahnhöfen noch Loks getauscht und Waggons zusätzlich angekuppelt – auch an Durchgangsbahnhöfen.

    Früher konnten so bei zu wenig Kapazität im Zug einfach zusätzliche Waggons angekuppelt werden.
    Es gab auch Kurswaggons, die immer an den nächsten Zug angekuppelt wurden. Der Reisende sparte sich das Umsteigen.

    Allerdings geht der Trend hin zu festen Zuggarnituren. Schön zu sehen am neuen (weißen) IC2. Heutzutage spart man sich das Wecheln der Lok bei einem Richtungswechsel, denn an beiden Seiten des Zuges befindet sich ein Führerstand. Dadurch wird nicht nur der Lokwechsel gespart sondern auch das Personal, welches diesen durchführt.

    Aus diesem Grund ist es auch nicht so einfach möglich, einfach einen Waggon auszutauschen, das wird nur in Notfällen gemacht, denn ein Zug geht in der Regel als eine Einheit in die Wartung.
    Es mußte also etwas größeres gewesen sein. Trotzdem sehr ärgerlich.

    Wie sieht in diesem Falle eigentlich die Rechtslage aus?
    Da die Tickets ja schon bezahlt waren und die Bahn somit einen Beförderungsauftrag hatte sowie genügend Zeit zur Planung vorhanden war, sollte es doch möglich gewesen sein, die Fahrt mittels PKW (Taxi) auf bahnkosten durchzuführen, oder?

  16. @Fujolan

    Jetzt weiß ich warum es die Flugbereitschaft gibt!

    In solchen Fällen ohne vernünftigen Ersatz müsste die Strafe erheblich sein erst dann würde sich was ändern, traurig aber wahr

  17. In Hongkong gibts Selbstbedienungsrampen mit Interkom um Unterstützung zu rufen.
    In den Flyern heißt es, man solle sich frühzeitig am Bahnhof einfinden wenn man hilfe benötigt
    (und nicht man soll 2 Wochen vorher fragen ob es geht wie bei uns)

    Bei den High-Speed Zügen kommt nur auf den Bahnsteig wer ein Ticket für den Zug hat und frühestens 20min vor Abfahrt.
    Dadurch bleibt es übersichtlich und das Personal erkennt sofort wer Hilfe braucht.
    Das Unternehmen muss wollen, dann geht es.

  18. Das jahrzehntelange Mißmanagement und die Desorganisation fallen bei Deutschlands typischstem Staatbetrieb nur auf.
    Naturgemäß besonders bei den Rollstuhlfahrern, einfach weil dort für die Reise mehr für die DB zu organsieren gibt.
    Als beruflicher, meist mehrmals täglich Fernzug-Nutzender, habe ich schon fast das ganze Bullshit-Bingo der Bahn erlebt.
    An dem Unternehmen ist alles marode, dafür ist es der große Mobilitäts-Hoffnungsträger unserer Öko-Jünger. Ich habe völlig an den Glauben an Besserung in meiner restlichen Lebenszeit verloren. Hey, ein Unternehmen welches öffentlich feiert, daß nun nicht mehr nur 60% sondern fast 98% aller falschen Zugreihungen richtig ansagt. Dafür gibt es jetzt eben generell mehr falsche Zugreihungen – man kann nicht alles haben bei der Deutschen Bahn.

    Quizfrage: Wieviel Ausschreibungen für Strecken hat die Bahn in den vergangenen Jahren laut Manager Magazin gewonnen?

    ZERO

  19. Noch ein Aspekt: Mit Schwerbehindertenausweis hat man Anrecht auf eine Fahrkarte für die Begleitperson und eine kostenlose Reservierung… die bekommt man aber nicht online, sondern nur am Schalter, im Reisebüro oder am Telefon.
    https://community.bahn.de/questions/1105658-online-ticket-schwerbehindertenausweis-buchen
    Man könnte fast meinen, die Bahn habe keine Lust auf solcherlei Kundschaft?
    Andererseits gibt sie sich solche Mühe, uns mit 67-seitigen Broschüren zu verwirren: https://www.bahn.de/p/view/service/barrierefrei/broschuere_handicap.shtml

  20. @ Anonymous 11. Juni 2019 um 23:41 Uhr: Der ICE besteht zwar als betrieblich fest verbundene Einheit. Doch es fehlen diesen Zügen leider alltäglich immer wieder einzelne Wagen. Diese werden bei Defekten in den Unterhaltsanlagen der DB aus- und wieder eingereiht. Wenn der Wagen 9 beim ICE-1 mit Service-Abteil, Rollstuhlplätzen und befahrbarer Toilette fehlt, so dürfte ein solcher Zug eigentlich nicht auf die Strecke geschickt werden. Doch die DB leidet an grossem Fahrzeugmangel und der damit verbundene Schlamassel wird leider immer schlimmer. Ich habe kürzlich in Mannheim einen ICE-1 beobachtet, dem drei Ersteklassewagen fehlten.

  21. Argh wenn ich das lese könnte ich dem Verantwortlichen ungebremst in die Hacken fahren… 🤬 Es kann doch nicht sein, dass sich auf einmal dazu entschieden wird einen ganzen Wagen abzukoppeln! Und sich dann noch nicht mal vernünftig um die Fahrgäste zu kümmern, die *Monate im Voraus* ihren Teil des Services erfüllt haben!
    Und von dieser Mitarbeiterin am Telefon könnte ich mich jetzt auch wieder stundenlang aufregen. Seit wann ist es denn bitte Aufgabe der zahlenden Kundschaft zu überprüfen, ob die Mitarbeiter bei der Bahn ihren Job vernünftig machen?! Das ist so hirnrissig, ich kann nicht mehr… 🤦‍♀️

  22. @Morni: Dem muss ich leider widersprechen. Meine Platzreservierungen fordere ich regelmäßig beim Mobilitätsservice per Mail oder Telefon an und habe Sie oft innerhalb von Minuten oder Stunden. Lediglich einmal hab ich dort meinen Schwerbehindertenausweis hinterlegt und bin als Kunde registriert. Die Fahrkarte kaufe ich regelmäßig online kurz vor der Fahrt. Die Begleitpersonen müssen dabei nirgendwo hinterlegt werden.

  23. Unglaublich…
    Das ist echt unfassbar, dass da ständig was schief läuft.
    Würde da denn eine Petition helfen, um darauf aufmerksam zu machen und dass endlich mal was angeschoben wird?
    Ich würde unterschreiben.
    Hoffentlich haben du und deine Freunde in Zukunft viel Glück beim Reisen mit der DB.

  24. Es ist nicht meine Absicht, hier als Anwalt der DB aufzutreten. Dort wurden und werden immer wieder sehr grobe Fehler begangen, die für die oft zurecht kritisierte schlechte Pünktlichkeit, den schlechten Service und damit verbunden leider auch für den schlechten Ruf der Bahn verantwortlich sind. Bei aller Kritik sollten aber gewisse Fakten nicht übersehen werden, die nun halt einmal untrennbar mit dem Wesen der Bahn, ihrer Technik und ihrem Betrieb verbunden sind.

    Eisenbahnfahrzeuge werden für eine technische und wirtschaftliche Lebensdauer von 40 Jahren gebaut. In vier Jahrzehnten ändert sich auf der Welt sehr viel. In den 1980er-Jahren wurden die Neigezüge entwickelt (Pendolini). Heute werden kaum mehr Züge mit Neigetechnik gebaut. Aber die bestehenden Fahrzeuge werden uns noch viele Jahre begleiten, um nur ein Beispiel zu nennen. Die Verbreitung der Niederflurzüge erfolgte ebenfalls erst in jüngerer Zeit. Die Ablösung alter Wagengenerationen erfolgt zwar im Zeitablauf rollend, aber stichtagbezogen sind stets mehrere Generationen an Eisenbahnfahrzeugen im Betrieb. Nach halber Lebensdauer werden die Bahnen grundlegend instand gestellt und sie können an gewisse neue Entwicklungen seit ihrer ersten Inbetriebnahme angepasst werden. Aber Hochflurwagen werden nie niederflurig, sie bleiben so wie sie sind bis sie in vielleicht 20 bis 25 Jahren aus dem Betrieb ausscheiden. Fahrzeuge, die in unserer Jugend neu und modern waren, begleiten uns durch das ganze Leben, bis sie ausgedient haben, wenn auch wir in Rente gehen.

    Ferner ist zwischen Zügen für den Nahverkehr und solchen für den Fernverkehr zu unterscheiden. Beide verlangen nach ihrer eigenen Technik. Hochgeschwindigkeitszüge, die erwähnten Neigezüge, Doppelstockfahrzeuge mit Wankkompensation stellen an die Konstrukteure und an den Bau immer ganz spezielle Anforderungen. Was alles wie optimiert werden muss, erleben wir derzeit in der Schweiz am Beispiel der neuen Twindexx-Fernverkehrs-Doppelstockzüge, die zwar ein autonomes ebenerdiges Befahren mit dem Rollstuhl aus der Bahnsteighöhe 55cm über Schienenoberkante erlauben, aber gleichwohl von den Behindertenverbänden bis vor das Bundesgericht beanstandet werden.

    Auch anlagenseitig sind die Bahnen gefordert. Hier erweist es sich zur Hauptsache als nachteilig, dass sich die Länder nicht auf einen international einheitlichen Standard einigen können. In der Schweiz wird für den Regional- und Fernverkehr von Normalspurbahnen eine einheitliche Bahnsteighöhe von 55 cm verwirklicht, was für Rollstuhlnutzer den Selbstein- und Ausstieg ermöglicht. Deutschland hat im Fernverkehr eine Bahnsteighöhe von 76 cm, im Nahverkehr von S-Bahn-Netzen kommt 55 cm vor und es soll gelegentlich auch noch eine Bahnsteighöhe von 96 cm gelten. Mit dieser Vielfalt müssen die Fahrzeugkonstrukteure leben. Die brandneuen Giruno-Züge der SBB, die dereinst von Mailand durch die Schweiz nach München fahren sollen, sind im Türbereich auf P55 ausgerichtet. Eine Tür im Fahrzeugteil mit den Rollstuhlplätzen ist allerdings auf P76 ausgerichtet, damit in Deutschland und Italien ebenfalls ungehindert der Selbstein- und Ausstieg praktiziert werden kann. Derart unterschiedliche Türbereiche lassen sich allerdings bei Doppelstock-Fernverkehrszügen wie dem erwähnten Twindexx nicht verwirklichen. Sie sind zwar auch für den Einsatz nach Deutschland „optimiert“, indem die für Fussgänger maximal zulässige Stufe vom Wagenboden zum Bahnsteig P76 eingehalten wird, doch Rollstuhlfahrer werden eine im Zug mitgeführte mobile Rampe benützen müssen, dies wohverstanden bei Zügen mit Ablieferungsdatum 2019 bis 2021!

    Nebst den fahrzeug- und anlageseitigen Hindernissen für das mobilitätseingeschränkte Reisepublikum krankt die Deutsche Bahn vor allem bei der Organisation und bei den Abläufen für die Mobilitätsserviceleistungen. Eine Voranmeldefrist für die Fahrt von mindestens 2 Tagen ist heutzutage nicht mehr akzeptabel. Dass es anders auch geht, zeigt die Schweiz. Hierorts besteht eine Voranmeldefrist von in der Regel einer Stunde, in örtlichen Ausnahmefällen von zwei Stunden. Die in Brig angesiedelte Mobi-Zentrale erfrägt die örtlichen Stellen an den Bahnhöfen nicht über Möglichkeiten für Serviceleistungen, solche müssen auch nicht bestätigt und schliesslich an die Reisenden weitergeleitet werden. Der Reisewunsch wird in Brig entgegen genommen und als Auftrag weitergeleitet. Basta. Abgelehnte Reisewünsche gibt es hierzulande nicht. Sind in einem Zug die Rollstuhlplätze zufälligereise bereits belegt, so wird man sich wohl untereinander arrangieren können. Und das fördert die Kommunikation unter den Reisenden.

    Bei der Deutschen Bahn gibt es anders als in der Schweiz fahrzeuggebundene Ein-/Ausstiegshilfen und örtliche Mobi-Lifte auf den Bahnsteigen. Dabei erweist sich die Arbeitsteilung der DB für die Bedienung dieser Hilfsmittel immer wieder als eine ganz besondere Krux. Fahrzeugseitig sind nur die Triebfahrzeugführer, allenfalls Zugbegleitpersonal zuständig und zur Bedienung auch berechtigt. Örtliche Hilfsmittel werden von den „Mützenleuten“ des entsprechenden Bahnhofs bedient. Auch hier geht die Schweiz einen kundenfreundlicheren Weg: Erstens gibt es keine fahrzeuggebundenen Hilfsmittel, was schon einmal einen Teil der Probleme vorab beseitigt. Ferner ist für die Bedienung von Mobi-Liften sowohl örtliches Personal als auch Zugbegleitpersonal zuständig, was von Fall zu Fall sehr flexible Lösungen erlaubt.

    So leitet SBB-Handicap aus Brig die eingegangenen Reisewünsche dem Einzelfall entsprechend adäquat als Auftrag an Bahnhöfe mit stationärem Personal, an „springende“ Mobilitätshelfer für Hilfestellungen an nicht ständig personell besetzten Stützpunktbahnhöfen oder an das Zugbegleitpersonal weiter. Wie flexibel die Hilfestellung im Einzelfall organisiert werden kann, zeigt das Beispiel eines Rollstuhlfahrers, der von Basel aus mit einem damals noch von der DB betriebenen und von Zürich kommenden CNL-Nachtzug nach Berlin reisen wollte. Am Bahnhof Basel Bad der DB gab es um die nächtliche Abfahrtszeit keinen Service mehr. Am Bahnhof Basel SBB konnte ebenfalls kein örtliches Personal beansprucht werden. Die Zugbegleiter der DB, die schon seit Zürich auf dem Zug im Einsatz waren, durften aufgrund ihrer Dienstvorschriften den Hublift auf dem Bahnsteig in Basel nicht bedienen. Die Situation war in Brig bekannt. Von dort ging der Auftrag für die Hilfeleistung an SBB-Zugpersonal, das um die fragliche Zeit von wo auch immer in Basel eintraf und dort bis zum nächsten Einsatz gerade eine Pause gehabt hätte. Zu alledem sei noch angemerkt, dass die fraglichen DB-Nachtzüge Zürich – Berlin und zurück auf deutschem Boden nirgends von Servicepersonal bedient wurden!

    Ich habe der DB-Mobilitätszentrale schon wiederholt – aber leider immer wieder vergeblich – empfohlen, die Abläufe für ihren Service zu überdenken und zu entschlanken. Dazu ein weiteres Beispiel: Für einen Tagesaufenthalt in Passau meldete sich ein Rollstuhlfahrer bei der Mobilitätsservice-Zentrale der DB an. Hinfahrt von München o.k., Rückfahrt nach Nürnberg einstweilen ebenfalls schriftlich bestätigt. Kurzfristig vor der Reise erhielt die Person die Mitteilung, die Reise von Passau nach Nürnberg sei nicht möglich. Eine Verbindung später konnte auch nicht realisiert werden. Bei der dritten Verbindung wurde es im Ergebnis möglich. Begründet wurde die Ablehnung des ersten Reisewunsches und der zweiten Variante damit, der örtliche Service sei bereits von anderen Rollstuhlfahrern beansprucht.

    Diese Begründung verdient leider nicht mehr als Hohn und Spott. In Passau hat sich aufgrund der seinerzeitigen Beobachtungen und Diskussionen mit dem leutseligen Personal einige Zeit vor der angemeldeten Reise von der Infrastruktur her einiges verbessert, indem die Bahnsteige neuerdings mittels Aufzügen erreichbar wurden. Der örtliche Service wurde dadurch eigentlich überflüssig, blieb aber weiterhin bestehen. Der fragliche Rollstuhlfahrer hätte also jedwelche Verbindung selber erreichen können und es hätte bloss noch vom ohnehin vorhandenen Zugpersonal die fahrzeuggebundene Einstiegshilfe bedient werden müssen. Örtliches Personal hätte also gar nicht beansprucht werden müssen. Doch MSZ DB hatte offensichtlich von solchen neuen Entwicklungen gar keine Kenntnis. Und der vor Ort Dienst leistende DB-Funktionär war wie gesagt so leutselig, dass der Rollstuhlfahrer sich mit ihm während geraumer Zeit blendend über Gott, die Welt und auch die DB unterhalten konnte.

    Es gibt beim DB-Mobilitäts-Service gewiss einiges an Verbesserungspotenzial. Aber wer setzt sich dafür ein, dass ein solches auch innert hinlänglicher Frist umgesetzt wird?

  25. Zum einen: Die Bahn wird seit Jahrzehnten kaputtgespart, weil sie wirtschaftlich arbeiten soll, Öffentlicher Verkehr aber eigentlich eine notwendige Leistung des Staates ist (so wie die zur Verfügung Stellung von Straßen). Aber im Autoland Deutschland wird immer noch mehr in Autobahnen gesteckt als in die Bahn.
    Zum anderen: warum greift hier nicht die Beförderungsverpflichtung? Wenn die gebuchte Verbindung nicht möglich ist, braucht es einen Ersatz, zur Not einen Taxigutschein.

  26. @ k4RollerCH, 13. Juni 2019 um 21:16 Uhr: Die Bahnsteighöhe von 96 cm gibt es in Deutschland verbreitet in S-Bahn-Netzen, sowohl in den klassischen wie Berlin und Hamburg als auch in solchen neueren Datums. Bei reinem S-Bahn-Verkehr ist das unproblematisch, auf Mischverkehrsstrecken (wie z. B. der hamburger S 3 zwischen Neugraben und Stade) hat man aber doch 76 cm-Bahnsteige für die auf die 96 cm gebauten Züge. Bei der S-Bahn Rhein/Ruhr hat man sich mittlerweile von dem 96 cm verabschiedet und wechselt zu 76 cm. Dauert natürlich ein paar Jahre, ehe Bahnsteige und Züge wieder zueinander passen und beim üblichen Planungstempo der DB noch einige Jahre länger…

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