Kein Triathlon IV

Hier kommt nun der letzte Teil meines mal wieder ausführlich beschriebenen Erlebnisses. Und ich warne vor: Es wird exkrementlastig. Wer da empfindlich ist, liest vielleicht lieber ein wenig im Telefonbuch.

An meinem „großen Tag“ weckte mich der Wecker. Nicht die Enten. Als ich nach dem Duschen wieder im Zelt war, sagte Christin: „Ziehe ich dir das Ding jetzt im Zelt im Liegen an oder legen wir drüben eine Decke auf die Wiese? Im Sitzen wirst du es nicht über den Hintern kriegen.“ – Gemeint war ihre Ersatz-Hightech-Schwimmkleidung, die sie bereits ausrangiert und nur für den Notfall noch dabei hatte. Oder für Stinkesocken, die ziemlich genau die gleichen Körperproportionen haben. Ich antwortete: „Ich lege mich nicht nackt vor den Augen anderer auf eine Decke.“ – „Dann hier. Danach nur noch Zelt abbauen, das mache ich, alles ins Auto, Klappe zu, rüberrollen.“

Ich habe noch nie in meinem Leben so ein enges Teil angezogen. Christin meinte die ganze Zeit, dass das so eng sein müsse. Ich dachte, ich implodiere gleich. Über die Beine ging es in etwa zehn Minuten. Das war wie eine superenge Feinstrumpfhose. Stück für Stück. So stelle ich es mir vor, Kompressionsstrümpfe anzuziehen. Dann über den Hintern. Was an sich kein Problem wäre, müsste nicht der ganze Stoff, der später den Oberkörper bedeckt, auch mit drüber. Der Stoff erinnerte mich irgendwie an Butterbrotpapier. Ich war in erster Linie damit beschäftigt, nicht wegzurutschen. Aber Christin war völlig ruhig. Nach weiteren zehn Minuten hatte sie das Ding über meinen Popo bekommen. Dann nochmal überall etwas nachziehen, dann bis zur Brust hochziehen und wieder runterschieben. „Oben ziehst du dir jetzt ein Shirt drüber, das machen wir erst kurz vor dem Start, sonst schneidet es später an den Schultern so in die Haut ein.“ – „Darf ich atmen?“ – „Wenn es noch geht, gerne. Unten ziehst du dir eine lange Sporthose drüber, damit du nirgendwo hängen bleibst und ein Loch reinreißt. Du siehst klasse aus.“

Hatte schonmal irgendwer so ein Teil an und weiß, wovon ich schreibe? Ich fürchte: Nein. Während ich mich schonmal auf den Weg zum Call-Tent machte, wo sich alle Schwimmerinnen eine halbe Stunde vor dem Start zu letzten Anweisungen einfinden sollte, baute Christin unser Zelt ab. Eigentlich wollte ich mich nochmal einschwimmen. Aber das würde ich zeitlich nicht mehr schaffen. Egal, es ging um nichts. Außer ankommen. Ein Mensch vom Orgateam kam auf mich zu und sprach mich in gebrochenem Deutsch an. „Mein Name ist Freddi und ich bin für ihre persönliche Assistenz zuständig. Wenn Sie Hilfe benötigen, rufen und winken Sie bitte nach mir. Ich bin immer auf dieser Wiese oder auf dem Steg.“ – „Dankeschön.“

Ich war so aufgeregt. Meine Badekappe hatte ich irgendwo. Meine Schwimmbrille auch. Christin kam zu mir. „Ich habe das gerade noch mit dem Kajak geklärt. Ich helfe dir auf den Steg und beim Start, dann komme ich im Kajak hinter dir her und begleite dich bis zum Ziel. Die ersten fünf bis zehn Minuten müsstest du alleine schaffen. Ich habe mir schon eine Schirmmütze organisiert gegen die Sonne. Eincremen mache ich, wenn ich dir den Anzug hochgezogen habe, sonst habe ich keine Kraft. Und dann geht es los. Bist du aufgeregt?“ – „Wahnsinnig.“ – „Hör gleich gut zu beim Briefing. Nicht dass du die Bojen falsch anschwimmst und disqualifiziert wirst. Ich würde deinen Rollstuhl auch gerne ins Auto werfen. Zum Steg kommen wir damit eh nicht runter, das Ding versandet unterwegs. Ist es okay, wenn ich dich auf den Arm nehme?“ – „Meinetwegen ja, aber bin ich dir nicht zu schwer?“ – „Das kriege ich hin.“

Sie war sehr fürsorglich. Was ich sonst nicht so mag. Aber irgendwie konnte sie es so gut abgrenzen. Verstand, wo es mir half und wo es unangebracht war. Bis das Briefing startete, dauerte es gefühlt endlos. Ich saß zusammen mit Christin in der letzten von fünf Klappstuhlreihen in einem großen weißen Zelt. Mein Herz raste vor Aufregung. Ich versuchte, mich zu entspannen. Christin drückte mir erneut meine Trinkflasche in die Hand und brachte erstmal meinen Rollstuhl ins Auto, während ich auf einem wackeligen Holzklappstuhl saß. Neben mir saßen rund dreißig Frauen, wenige ein paar Jahre jünger als ich, etliche ein paar Jahre älter als ich. Durchschnittlich wohl um die 30. Als Christin wieder da war und sich neben mich setzte, fing endlich jemand mit der Begrüßung an. Der Zeitplan war schon nicht mehr zu halten. In zwei Minuten sollte der Start sein. Die Männer waren schon lange im See. Es begann damit, dass die Windstärke unter drei sei, die Wassertemperatur 23,6 Grad und die Luft bereits 25 Grad hätte. Alles auf Englisch. Was wichtig sei, wenn jemand einen Krampf bekäme. Dass man sich nirgendwo festhalten dürfe, auch nicht am Begleitboot. Dass die Strecke amtlich vermessen sei und zur Qualifikation für höhere Leistungsstufen geeignet sei. Mein größtes Problem war (wie könnte es auch anders sein) mal wieder meine Blase. Das würde nicht mehr lange gut gehen. Und er hörte einfach nicht auf zu sabbeln. Noch eine Regel, noch ein Hinweis. Die junge Frau neben mir war auch schon ganz nervös und wippte die ganze Zeit mit ihren Beinen. Ich flüsterte Christin ins Ohr: „Wenn der noch lange labert, geht hier was schief.“ – Christin sagte: „Ist Rasen unterm Stuhl. Merkt keiner.“

Nö, das würde ja auch gar nicht plätschern. Ich überlegte, ob ich mich lieber auf den Boden setzen sollte. Dann endlich war er fertig. „Wenn keine weiteren Fragen mehr sind, begeben Sie sich bitte direkt bis vor den Steg. Sie werden einzeln aufgerufen.“ – Christin nahm mich auf den Arm. Einen Arm unter meine Knie, einen Arm hinter meinen Rücken und unter meine Schultern, ich hielt mich mit einem Arm an ihren Schultern fest. Sie trug mich nach draußen und setzte mich auf den Rasen vor den Steg. Wahnsinn, wie kräftig sie war. Es machte ihr scheinbar überhaupt nichts aus. Ich bin nun auch nicht sehr schwer, aber ich bin auch kein Kind mehr. Ein herumstehendes älteres Paar, er mit einem Wanderstock in der Hand, tuschelte hörbar: „Ach, die ist behindert. Ich wundere mich schon, warum sie getragen wird. Schwimmt die auch mit? Nicht, dass die untergeht.“ – Christin murmelte leise: „Fresse.“

Vorsichtig mein T-Shirt ausziehen und vor die Brust halten, während Christin mir die Träger über die Schultern zog. Das war nochmal ein Akt. Und ich weiß, too much information, aber es blieb uns nichts erspart: „Ich piss jetzt echt hierhin“, sagte ich. Christin meinte: „Ja schön. So trocken, wie das Gras ist, versickert das an Ort und Stelle.“ – Ich war froh, es zumindest bis hierhin geschafft zu haben. Christin schmierte mich an den Schultern und am Hals fett mit Sonnencreme und Vaseline ein. Eine Badekappe auf den Kopf, Schwimmbrille drüber, zweite Badekappe, festkleben. An der Stirn, an den Wangen. Ich bekam meinen Transponder ums Handgelenk. Auch festkleben. Mit wasserfestem Klebeband. „Der rödelt sich sonst los in den nächsten Stunden“, wusste Christin. Hätte ich alles nicht auf dem Schirm gehabt. Nun kam endlich die Frau mit dem dicken schwarzen Fasermaler und schrieb mir meine Startnummer auf die Oberarme und auf die Hände. Christin gab mir drei Squeez-Trinkbeutel für unterwegs. „Steck sie dir hinten rein.“ – „Was?“ – „Am Hintern oben in den Badeanzug. Dann hast du was mit Zucker, wenn du schnelle Energie brauchst. Wasser bekommst du an der Verpflegungsstation, das hat er ja eben erklärt. Gesalzene Suppe gibt es heute nicht.“ – „Haha.“

Dann durfte Christin mich endlich auf den Steg bringen. Ich saß am äußersten linken Ende. Man rechnete wohl damit, dass ich die langsamste sein würde. Ich saß auf Christins Handtuch. Mit meinem angepinkelten Hintern. Es dauerte nochmal rund fünf Minuten, dann hob ein Mensch auf einem Motorboot endlich seine Fahne. „Take your marks …“ – Mit dem lauten Hupen aus einer Druckluft-Tröte sollte es losgehen. Ich war durch das lange Sitzen außerhalb des Wassers richtig aufgeheizt und dachte für einen Moment, ich bekäme Kreislauf, als ich in das kalte Wasser fiel. Ich schwamm einfach. Christin hatte Recht. Die optimierte Wasserlage durch den geringfügigen zusätzlichen Beinauftrieb in dem langen Schwimmanzug war vorteilhaft. Und die Gleit-Eigenschaften auch. Ich kraulte. Ich suchte eine Geschwindigkeit, die ich möglichst eine lange Zeit durchhalten könnte. Ohne dass ich heute abend noch beschäftigt wäre. Die ersten hundert Meter liefen gut. Ich war nicht die letzte, sondern hatte bereits zwei Frauen überholt. Ohne mich angestrengt zu haben. Ich versuchte eine lockere Armfrequenz und eine ganz ruhige Sechser-Atmung. Klappte. Allerdings nicht immer, manchmal wollte ich atmen und bekam wegen einer Miniwelle den Mund nicht aus dem Wasser. Dann zur anderen Seite … klappte. Doch, es lief besser als gedacht. Schon zweihundert Meter? Und noch immer zwei Leute hinter mir. Gut.

Ich versuchte, abzuschalten. Sechser-Atmung. Ganz ruhige und lange Züge. Ellenbogen weit aus dem Wasser raus. Schön den letzten Druckpunkt noch mitnehmen. Kopf konkret zum Atmen hochdrehen und nach dem Einatmen zackig wieder ins Wasser zurück. Finger zusammen. Sauber eintauchen, Arme weit vorstrecken. Lief. Um Christin zu entdecken, atmete ich jetzt zur anderen Seite. Nein, sie war noch nicht da. Oder? Egal. Sie würde mich schon entdecken und im Moment brauchte ich sie nicht. Richtiger Kurs? Ja. Die nächste Boje liegt vor mir. Die beiden Frauen waren weiterhin hinter mir. Nicht ablenken lassen. Schwimmen.

So schwamm ich. Und schwamm. Und schwamm. Irgendwann sah ich Christin. Ihr Kajak fuhr etwa zehn Meter neben mir. Tipps dürfte sie mir nicht geben. Aber falls irgendwas schief gehen würde, wäre sie da. Ich schwamm. Und schwamm. Das Tempo schien okay zu sein. Das würde ich durchhalten können. Vermutlich. Habe ich es auf Anhieb richtig gewählt? Wahnsinn. Das ist das erste Mal, dass ich eine so lange Strecke im See schwimme. Die beiden Frauen sind noch immer hinter mir. Die erste Boje würde bei 1,5 Kilometern kommen. Da war ich noch lange nicht. Obwohl … Konzentration. Nicht so viele Gedanken machen, sondern sauber schwimmen.

Plötzlich war sie da. Wenn ich nach vorne schaute, konnte ich sie sehen. Die erste rote Boje. Alles lief gut. Wenn es so weitergehen würde, würde ich es schaffen. Die erste Wasserstation war in einem Kilometer. Ich griff nach einem Trinkbeutel. Ein Plastikverschluss. Ich legte mich auf den Rücken, bekam den Verschluss geöffnet und kippte das Zeug in mich rein. Apfelsaft. Geschätzt 200 Milliliter. Christin kam dicht an mich heran. „Schwimm du weiter, ich fische den Müll gleich aus dem Wasser“, rief sie mir zu. Das Trinken muss ich noch üben. Ich hatte dabei Luft geschluckt. Hat schonmal jemand unter Wasser gerülpst? Nee? Mahlzeit. Weiter im Text. Sechser-Atmung. Ging noch immer. Nochmal, nochmal, und Zack! Hatte ich eine Welle im Mund und verschluckt. Bäh. Ich musste husten. Heftig husten. Und kotzte dabei den Apfelsaft wieder aus. Boa, wie widerlich. Ich hustete nochmal. Und kotzte. Unter Wasser. Schwallweise. Ich drehte mich auf den Rücken. Nochmal husten. Nicht mehr kotzen. Und atmen. Atmen. Husten. Atmen. Ich drehte mich wieder in Bauchlage. Und musste wieder husten. Wieder zurück in Rückenlage. Eine Frau zog an mir vorbei. Ich hoffe, sie hatte nichts von meinem Apfelsaft abbekommen. Christin rief: „Was ist los? Verschluckt? Einmal aufrichten, abhusten, weitermachen!“ – Ich versuchte, meinen Oberkörper in eine senkrechte Position zu bekommen. Ich hatte noch mehr Luft im Magen, die jetzt rauskam. Danach war auch der Hustenreiz weg. „Weiter!“, brüllte Christin. Ist ja gut.

Weiter. Trinken will gelernt sein. Ich schwamm wieder. Vierer-Atmung. Irgendwann wieder Sechser-Atmung. Schwimmen, schwimmen, schwimmen. Meine Arme wurden schwer. Zuckermangel? Noch einen Versuch mit dem Apfelsaft starten? Wäre wohl besser. Wieder auf den Rücken drehen. Dieses Mal klappte es besser. Ich ging gleich nach dem Trinken einmal in die Horizontale, rülpste die Luft aus dem Magen, und schwamm weiter. So oft und so laut habe ich das wohl noch nie in meinem Leben gemacht. Aber wie sagte Christin? Ich bräuchte mich nicht zu genieren. Meine Blase war ruhig, mein Darm war ruhig, mein Magen war ruhig. Die schweren Arme wurden wieder leichter. Die Wasserstation kam in Sichtweite. Eigentlich hatte ich keinen Durst. Aber besser wäre es wohl. Die Wasserstation bedeutete auch, dass ich die Hälfte gleich geschafft hätte. Ich bekam eine Trinkflasche gereicht. Öffnete sie auf dem Rücken liegend und soff. Doch, ich hatte Durst. Zum Glück war es Wasser ohne Gas. Ich sah, dass inzwischen drei Leute hinter mir waren. Und ich konnte mich nicht erinnern, zwei überholt zu haben. War ich so konzentriert?

Einmal in die Horizontale. Nee, keine Luft im Bauch. Das lag wohl an diesen komischen Trink-Squeeze-Beuteln. Ich schwamm und schwamm. Und überholte tatsächlich noch eine Frau. Jetzt hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Vier Schwimmerinnen hinter mir, obwohl sie mit Armen und Beinen schwammen? War ich so gut oder konnten die nur ihre Kräfte besser einteilen und würden mich auf dem letzten Kilometer überholen, während ich auf den Seegrund absinke? Schwimmen. Nicht so viel denken. Auch nicht darüber nachdenken, dass ich heute noch mit dem Auto wieder nach Hause fahren musste. Oder was wohl Helena macht, ob es ihr gut geht. Wie es Marie geht. Hallo, Kopf! Schwimmen!

Irgendwann war die nächste Boje in Sicht. Schon dreieinhalb Kilometer geschafft. Aber noch 1.500 Meter. Soviel wie 60 kurze Bahnen. Nach der Boje kamen die Wellen eklig von der Seite. Ich atmete zur anderen Seite. Und sah jetzt Christin ständig neben mir. Die Arme wurden schwer. Fühlte ich sie überhaupt noch? Halte ich das durch? Eigentlich nicht. Aber durchbeißen ist jetzt angesagt. Konzentrieren. Es war die letzte Boje. Und ich bin nicht die letzte Schwimmerin. Noch immer waren vier Schwimmerinnen hinter mir. Bei jedem dritten Versuch, zu atmen, bekam ich jetzt eine Welle ab. Und immer, wenn ich Seewasser in den Mund bekam, versuchte ich, es wieder auszuspucken. Was mir nicht immer gelang. Aber zum Glück verschluckte ich es nicht. Ich bekam Bauchweh. Das war auch keine Luft im Bauch, das war der Darm. Den ich eigentlich heute morgen entleert hatte. Würde ich am Ende auch so eine tolle Story erzählen können? Bitte. Nicht.

Nochmal Apfelsaft. Christin fischte den Müll aus dem Wasser. Nochmal rülpsen. Das ist nicht der Darm. Das ist die Blase, die da Theater macht. Als ich kurz in der Horizontalen war, fasste ich mir an den Bauch. Das war die Blase. Warum entleerte die sich nicht? Sonst tut sie das zu den unmöglichsten Momenten, und jetzt, wo sie es dürfte, macht sie es nicht? Soll das jemand verstehen? Ich versuchte, sie zu triggern. Unterleib beklopfen, an den Oberschenkelinnenseiten kratzen. Nö. Interessierte sie nicht. Ich bekam Gänsehaut. Könnte sie sich bitte entleeren?

Sie dachte nicht dran. Weiter im Text. Christin kam zu mir. „Was ist los? Nicht so lange unterbrechen, sonst kommst du raus. Es läuft so gut für dich.“ – „Ich muss dringend pissen und kann nicht.“ – Sie lachte. „Dreh dich auf den Rücken und versuch nochmal.“ – Ich drehte mich auf den Rücken. Kratzte nochmal an meinen Beinen. Nichts. Keine Chance. Die vierte Schwimmerin kam gefährlich nahe. Weiterschwimmen. Bevor ich aus dem Rhythmus kam. Der Ehrgeiz packte mich. Ich wollte es durchziehen. Und vor den vier anderen ins Ziel kommen. Ich schwamm zügig weiter und konnte auch wieder ein wenig größere Distanz zu der gefährlich nahe gekommenen Schwimmerin aufbauen. Ich schaute einmal nach vorne. Die nächste Schwimmerin war sehr weit weg. Die würde ich nicht mehr einholen. Das Ziel ist noch etwa einen Kilometer entfernt. Das würde ich schaffen.

Dann spielte doch tatsächlich noch mein Kreislauf verrückt. Mein Herz raste. Das war die Blase, die hier so extrem auf mein Nervensystem drückte. Einen Moment später hörte ich ein Rauschen in meinen Ohren, mir wurde schwindelig. Nicht lustig. Ich schwamm weiter. Drei, vier Sekunden später ging es wieder. Jetzt durchhalten bis zum Ende. Kreislauf, Kreislauf, Kreislauf. Abwechselnd Herzrasen und dann Blutdruckabfall. Rauschen in den Ohren, schwindelig. Aber immer nur Sekunden. Ich konnte dabei aber weiter schwimmen. Übel war mir. Nochmal spucken? Bitte nicht. Jetzt so kurz vor Ende aufgeben? Bitte auch nicht. Ich schwamm näher an Christin heran. Drehte mich auf den Rücken. Sagte zu ihr: „Ich hab Kreislaufprobleme. Bleib mal bitte in meiner Nähe.“ – Und schwamm weiter. Viereratmung. Die Atmung wurde immer flacher. Am Ende schwamm ich immer langsamer, aber mit Zweieratmung. Übel war mir. Egal jetzt, die Anschlagbrücke, unter der ich durchschwimmen müsste, ist da vorne. Sichtbar. Durchziehen jetzt. Endspurt? Daran war nicht zu denken. Ich könnte froh sein, wenn ich da ohne Abzusaufen ankomme. Kreislauf grüßt erneut. Nie so, dass es unbeherrschbar wurde, aber doch deutlich merkbar. Dann endlich: Das Ende ist keine 50 Meter mehr weg. Und die vier Schwimmerinnen sind noch hinter mir. Eine ist sehr nah dran, aber ich würde das durchziehen. Komme ich mit meiner Hand überhaupt an diese Brücke? Ja, mit den Fingerspitzen. Weiterschwimmen, weiterschwimmen. Ins flache Wasser. Ich kann nicht mehr.

Christin musste um die Anschlagbrücke herum paddeln, fuhr mit dem Kajak auf den Strand, sprang heraus und kam zu mir gelaufen. „Du bist fertig, Jule, du hast es geschafft! Superklasse! Ganz ruhig, leg dich auf den Rücken. Atme ganz ruhig weiter. Alles ist gut. Versuche, auf dem Rücken etwas weiter zu schwimmen. Du bist im flachen Wasser, ich kann hier stehen und passe auf dich auf. Leg dich auf den Rücken. Ganz ruhig.“ – Sie hielt mich fest. Das tat gut. Ich hatte Unterleibsschmerzen, das war unbeschreiblich. Blase und Nieren. Gar nicht gut. Wenn sich das jetzt nicht sofort regulieren würde, müsste ich mich sofort kathetern. Ich wusste nicht, ob sie das auf dem Schirm hatte. Ich sagte: „Ich muss so extrem dringend, dass es schon weh tut, und kann aber nicht. Das macht auch die Kreislaufprobleme, schätze ich.“ – Ich war richtig kurzatmig. Christin nahm mich auf den Arm und ging mit mir noch ein Stück tiefer ins Wasser. „Versuche, dich zu entspannen.“ – Sie drehte mich so, dass ich auf den See hinaus gucken konnte. Hielt mich unter meinen Knien fest. Wie man ein kleines Mädchen abhalten würde. Nur im Wasser. Ich kratzte erneut an den Innenseiten meiner Oberschenkel. Nichts. „Entspann dich. Guck in die Ferne. Bleib ganz ruhig.“ – Meine Güte, tat das weh. Das war so gemein und sicherlich nicht gesund. Dann plötzlich klappte es. Zuerst spürte ich nur die Wärme, dann ließen die Schmerzen langsam nach. Es schien gar nicht mehr aufzuhören. „Es klappt, oder?“, fragte Christin. Ich nickte. Sie hielt mich weiter fest. Was um mich herum passierte, bekam ich nicht mit. Christin sagte: „Gut, dass niemand so genau weiß, was wir hier tun.“

Das war mir so egal. Es waren gefühlt schon zwei Minuten vergangen. Irgendwann ließ Christin meine Beine los. Ich konnte wieder atmen. Die Schmerzen waren weg. Ich fühlte mich so erleichtert. Sowas hatte ich noch nie. So extrem. Ich atmete mehrmals ganz tief ein und aus. Dann begann ich zu frieren. Und gleichzeitig zu lachen. Ich hatte so eine Euphorie in mir, dass ich lachen musste, ob ich wollte oder nicht. Und nicht mehr aufhören konnte. In den ersten Momenten lachte Christin mit. Dann realisierte sie aufgrund ihrer Wettkampferfahrung, was mit mir los war. Und schien zu wissen, dass das nicht angenehm ist. „Du hast einen Flash, oder? Versuche, ruhig zu atmen. Ich bin bei dir. Das ist gleich vorbei. Einfach nur ruhig atmen.“ – Christin trug mich aus dem Wasser und setzte mich auf die Wiese ins Gras. „Ich hole dir dein Handtuch.“

Meine Zeit: Ich war schneller als Christin. Während sie 2:15 Stunden gebraucht hatte, war meine Zeit 2:09:33 Stunden. Okay, ich gebe zu, sie ist die doppelte Strecke geschwommen. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit waren damit etwa 2,3 km/h. Das ist nun wirklich nicht schnell, aber: Schwimme du mal 5 Kilometer am Stück ohne Beine. Und dann reden wir nochmal. Und für ein allererstes Mal ist die Zeit gut. Basta. Christin fand sie super. Und immerhin waren noch vier Leute langsamer als ich. Okay, die waren schon über 60. Aber sie waren langsamer.

Christin trug mich unter eine nicht barrierefreie Dusche. Sie hatte einen Gartenstuhl dort hineingestellt, auf den ich mich setzen konnte. Das Ausziehen dieses Schwimmanzugs ging bedeutend schneller als das Anziehen. Christin und ich duschten in derselben Kabine. Sie seifte mich mit ein. Es war einiges an Shampoo und mechanischer Arbeit nötig, um die Vaseline-Reste und die Reste der Startnummern von der Haut zu bekommen. Ich war völlig platt. „Wenn es für dich okay ist, fahre ich“, sagte Christin. „Dann kannst du schlafen. Du siehst sehr kaputt aus.“

Geschlafen habe ich im Auto zwar nicht, aber es war gut, dass sie gefahren ist. Sie ist sehr gut und aufmerksam gefahren. Wieder zu Hause, empfingen mich bereits Helena und Marie. Sie wollten als Erstes meine Urkunde sehen. Marie fand meine Zeit gut. Und dann erzählte ich von Christin und unseren beiden Nächten. Bevor Marie oder Helena das in meinem Blog lesen. Helena: „Hattet ihr Se* miteinander?“ – „Nein, wir haben nur ein wenig gekuschelt.“ – „Aber nackt?!“, fragte Helena. Ich antwortete: „Ja.“ – Sie überlegte einen Moment und sagte dann: „Das muss so schön sein.“ – „Wir haben nur ein wenig gekuschelt. Den Rücken gekrault und sowas. Aber es war schön.“ – „Aber du kraulst mich doch trotzdem auch noch, oder?“

Na sicher, Helena. Sicher.

20 Gedanken zu „Kein Triathlon IV

  1. Schöne Geschichte und endlich mal wieder Sport. Und eine neue Freundschaft, Beziehung oder was auch immer sei Dir gegönnt.

  2. Wie leicht oder schwer ist eigentlich die Umstellung Deines Fahrzeuges von Behindert auf Nichtbehindert?
    Oder ist Christin jetzt tatsächlich mit HandGas / Bremse gefahren ?

  3. Toller Bericht! Und gratuliere zu der Schwimmleistung; war selber mal im Schwimmverein, die Zeit ist echt gut!!! 🙂 🙂 🙂

    @McPixl: ’ne Freundin und ich sind mal ein Auto mit Handgas und -bremse gefahren: die Pedale waren noch vorhanden und voll funktionsfähig, also konnten wir das Auto ganz normal bedienen. Auf irgendeinem großen + leeren Parkplatz haben wir Handgas und -bremse mal ausprobiert: das war wir in der 1. Fahrstunde 🙂 , normal in den Straßenverkehr würde ich mich damit nicht trauen… (zumindest nicht ohne einige Fahrstunden)

  4. ui, spannende Berichte 🙂 Schön, dass du auch noch Freude hattest.
    Was ich nun aber nicht verstanden habe: wo war es eklig? ich habe mir bereits Szenarien ausgemalt, und was machst du? Du Pullerst und stößt auf. mmh. Meine Lieblingsstelle „Hat schonmal jemand unter Wasser gerülpst? Nee? Mahlzeit.“
    Übrigens sind mir deine neuen Profilfotos auf Twitter und Co aufgefallen. Sehr schön ! 🙂
    liebe Grüße und Glückwunsch zu der Leistung, auch, dass du diese trotz Schmerzen, Kreislauf und Co durchgezogen hast !

  5. Hi Jule

    eigentlich bin ich kein großer Blogleser, ich lese fast ausschließlich Blogs von Leuten die ich persönlich kenne und das meist unregelmäßig, außer sie machen eine lange Fernwanderung/Radtour etc. dann lese ich meist alles.
    Nach vier Wochen lesen bin ich hier nun endlich (?) beim aktuellen Beitrag angekommen, die ergreifende Schreibweise über die tolle Jule ließen mich meist nicht lange los. Immer wenn ich dachte, da kann nichts Neues mehr kommen/mich schocken, werde ich von neuen Wendungen überrascht, seien es die fast unglaublichen Gründe für die Blogpause und überraschende Flucht (hätte da eher religiöse Fanatiker erwartet) oder ein paar der Artikel seit dem Einzug von Helena (toll dass ihr sie aufgenommen habt, allergrößter Respekt und Hochachtung) über die ich noch nachdenken sollte, da ich Dinge erlebt habe, die Ähnlichkeiten haben und nicht nur daraus kann ich noch etwas lernen.

    Nun zu dem aktuellen Beitrag hier: Nach dem ersten Absatz musste ich schon herzhaft lachen, allerdings hätte ich nach der Geschichte von Christins 6h Wettkampf auch zuerst etwas anderes erwartet. Wie läuft das eigentlich beim Ironman? Toll dass du am Ende nicht (un-)freiwillig aufgegeben hast und ins Ziel gekommen bist, so eine Strecke hätte ich mir sicher nicht zugetraut (auch wenn ich mich mal spontan bei einem 30 km Querfeldeinlauf ohne jegliches Lauftraining, nach einer kurzen Nacht mit einer Abschiedsparty, mit Krämpfen in beiden Beinen auf den letzten Kilometern ins Ziel gehumpelt bin), Schwimmen ist (leider?) nicht so mein Ding. Bauchkrämpfe im Wettkampf hatte ich auch mal, nachdem ich aus versehen eine Wasserflasche mit Kohlensäure erwischt hatte, die sich mit der Müslimilch nicht vertrug, gab zum Glück kein Malheur. Ein anderes mal, als ich nach einem Triathlonernährungsvortrag in Nordamerika bei einer Tagestour (112 km Radfahrt (Vancouver bis kurz vor Whistler), 29 km Wanderung (2000er), 112 km Radfahrt, insgesamt ca. 4000 Höhenmeter im Anstieg) ernährungstechnisch Wraps mit Peanut Butter oder Cream Cheese ausprobierte, war nach einem Drittel des Wanderteils auch eine unfreiwillige Magen-Darm-Erholungspause notwendig. Habe mich erholt und kam in 20 Stunden ohne Ausfallerscheinungen/Hungerast zurück, anders als beim mal zuvor, wo es sogar auf zwei Tage aufgeteilt war, ich aber mehr Gewicht dabei hatte (Zelt, Schlafsack, mehr Essen, Klettergurt).

    Bei der Sache am Vortag im Zelt mit der vollen Blase, da hätte ich vielleicht ins Vorzelt (ohne Boden? Gras?) oder in einen Behälter gepinkelt, bevor ich mich aussichtslos zur Toilette quäle, auch wenn es sicher peinlich ist, wenn noch jemand dabei ist. Wenn ich alleine wild übernachte, dann rolle ich mich manchmal (kleines Biwakzelt in dem man sich nicht mal gescheit umdrehen kann ohne anzustoßen) auch an/über den Reißverschluss und lasse es laufen oder in einen Behälter, anstelle in der Kälte Schuhe anzuziehen, verstochen zu werden, in etwas rein zu treten, über eine Wurzel zu stolpern, an einem Ast den Kopf anschlagen, an Dornen/Brennnesseln im Intimbereich hängen bleiben, eine Zecke einfange oder von unten/oben nass zu werden, reicht schon wenn ich für große Dinge ins Gebüsch gehen muss und viel von dem Aufgezählten passiert. Das Zelt wird am nächsten morgen meist eh abgebaut und der nächste Regen kommt bestimmt. So alleine irgendwo mitten im Nirgendwo zu sein, meist auch ohne Handyempfang, das ist große Freiheit für mich (so lange es nicht gewittert, die ganze Nacht ein Hirsch röhrt oder direkt am Zelt vorbei läuft, mir auf einer Forststraße ein Bär entgegenkommt der lange nicht auf mein beruhigendes zureden reagiert und ich mit viel Gepäck/Essen schlecht mit dem Rad zurück kann ohne ihn aus den Augen zu lassen, oder wenn ich in den Wald zum nächsten Zeltplatz fahre und schon ein ganzes Rudel Coyoten mir entgegenheult, oder im Piemont bei Vollmond mir ein ausgebüxtes Kalb sowohl in Traum und in der Realität durch die Zeltwand den Hintern leckt, bevor ich fast nackt das Vieh, mit einer Hand den Plastikpfosten vom Elektrozaun hochhaltend, unter diesem durchziehe). Mir hat jemand auch schon mal gesagt, ich solle ein Buch schreiben, schaffe aber nicht einmal ein Blog.

    Bei solchen Sachen wie mit der Blase im Zelt scheinst du noch ein paar Barrieren im (Hinter-)Kopf zu haben (die ich nicht habe, habe dafür andere), da ist die, wie ich vermute sehr konservative Erziehung, noch im Weg. Wenn du mit einem Mann einfach mal Spaß haben willst, ist das wohl ähnlich, alles muss perfekt sein und passen, vielleicht kriegst du das mit Christin ja weg, die scheint ja ziemlich unkompliziert zu sein und einen Narren an dir gefressen zu haben.

    Wünsche dir auf jeden Fall weiterhin viel Spaß beim meistern deines Lebens und hoffe auf viele neue, interessante Bloggeschichten.

    Grüße aus dem Süden in den Norden,

    Frank

    PS: Wie bei jedem zweiten/dritten Kommentar wieder Captcha-Probleme.

  6. Liebe Jule,

    wie schön, wieder von dir zu lesen. Und dann noch so ausführlich! Das klingt nach einem sehr schönen, prickelnden, sportlich herausfordernden, erlebnisreichen Wochenende. Wünsche dir noch schöne Momente mit Christin, wie auch immer sie sich gestalten werden.

    Liebe Grüße
    Katharina

  7. Hallo Jule,
    ich habe dich an deinem 11. Zweitgeburtstag auf Twitter entdeckt und seitdem deinen Blog nachgelesen…..ich bin hin und weg, von deinem Blog, den Wendungen, die dein Leben genommen hat, deiner Stärke und deinem Willen.
    aber nun habe ich eine technische Frage: ist es möglich, sich hier zu registrieren um benachrichtigt zu werden, wenn du Neues von dir hören lässt?
    Viele Grüße, Kerstin

  8. @ Frank_Z sagt: 5. August 2019 um 12:45 Uhr
    Ich tipp auf timeout-Probleme. Einfach Antwortformular vor dem Senden neu laden. Sicherheitshalber Text kopieren, falls der Browser ihnnicht aufbewahrt.

  9. Den Preis der Miss Overthinking kriegst Du ohne Weiteres, aber ohne das wäre Jule nicht Jule und es ist zwar lästig, aber nützlich.
    Das ist also Sport. Sowas machen Menschen freiwillig zur Erholung. Und ich hab mich über die Dungeon EXXXtrem Angebote der Dominas hier gewundert. Bin erleichtert, dich wieder zu haben. Das hätte noch gefehlt, dass Du in irgendeinem Tümpel absäufst. Vielleicht das nächste Mal was Harmloseres? Einen Blinddarm transplantieren lassen oder so …

  10. @McPixl
    „Wie leicht oder schwer ist eigentlich die Umstellung Deines Fahrzeuges von Behindert auf Nichtbehindert? Oder ist Christin jetzt tatsächlich mit HandGas / Bremse gefahren ?“

    Soweit ich die gesetzlichen Regelungen kenne, müssen alle normalen Bedienelemente im Auto erhalten bleiben. Kenne ich von einem entfernten Bekannten auch nur so. D.h. man fängt typischerweise mit einem „stinknormalen“ Automatik-Auto an, dazu kommt der Hebel für Handgas und Bremse, der einfach nur die beiden Fußbedale betätigt. Am Lenkrad ist meistens noch ein Griff für einhändiges Lenken angebracht, wie z.B. auch bei Traktoren und Gabelstaplern.

    Warum so umständlich? Man könnte ja – gerade bei modernen „fly by wire“-Autos auch die ganzen Normalo-Bedienelemente rausreißen. Darf aber nicht. Wie soll z.B. ein Kfz-Mechatroniker eine Testfahrt machen, wenn das Auto mal in die Werkstatt muß? Oder so eine Aktion wie mit Christin? Der „fremde“ Fahrer wird das Handgas ignorieren, genauso wie Christin, und die normalen Bedienelemente benutzen. Handgas erfordert eine ziemliche Umgewöhnung, und im Notfall würden Christin oder der Schrauber nicht richtig reagieren können, wenn die gewohnten Bedienelemente fehlen.

    Auch bei Autos mit Fußlenkung bleibt das normale Lenkrad erhalten und voll funktionsfähig, ebenso die ganzen Schalter und Knöpfe für Licht, Blinker, Hupe. Zusätzlich gibt’s dann noch weitere Bedienelemente oder eine Sprachsteuerungm Pedal- und Schalthebelverlängerungen, Gaspedal links, vor- oder hochgezogene Pedale. Fährt ausnahmsweise ein nicht behinderter Mensch, deckt man die zusätlichen Pedale bzw. Fußlenkung ab, klappt sie weg, zieht die Verlängerungen ab, usw.

  11. Liebe Jule,

    Vielen Dank, dass du uns mit dem tollen ausführlichen Bericht an deinem Wochenende teilhaben lässt.
    Und … eklig finde ich da nix.
    Christin hat dazu die richtige unkomplizierte Einstellung.
    Und … gratuliere zu deiner Leistung. Respekt, dass du trotz Rülpsen, voller Blase und Kreislaufproblemen durchgezogen hast.

  12. @ Anonym vom 4. August: JEDE Wiese ist auch mittig immer voller Pipi. (Auch wenn’s überlicherweise von Vierbeinern stammt). Das ist Natur. 🙂

    Herzlichen Glückwunsch Jule, zu der tollen Leistung unter Extrembedingungen! (Schwimmen mit Bauchkrämpfen ist echt hardcore! Und das auch noch auf einer Strecke, für die du nicht geübt hast.) Überlegst du dir, dir nun selbst so einen Anzug anzuschaffen, oder lohnt sich das nicht?

  13. Erstmal Glückwunsch Jule zu dem gelungen Wochenende.

    Zweitens: Ich kann mich nur wiederholen : Applaus Christin, diesmal für das hier: „Christin murmelte leise: „Fresse.““

  14. Erstmal herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung. Beeindruckend wie du das gemeistert hast und danke an Christin, die dir da gut zugeredet hat, dass du das machst. Christin hat da genau die richtig Einstellung, zu allem, auch im Umgang mit dem, was dir selbst vielleicht peinlich war.
    Ich „kenne“ dich schon lange, genau genommen seit kurz nach deinem du im KH begonnen hast zu schreiben. Woher tut hier nichts zur Sache, du weißt oder kannst dir denken woher. Aus dem damals verzweifelten Mädchen, das da im KH zuerst darüber schrieb, was ihm wiederfahren ist, bis zu dieser starken jungen Frau, die du heute bist. Manche die es nicht damals glaubten und meinten, da sucht wer Aufmerksamkeit und erfindet Geschichten und eben auch die anderen, die die Verzweiflung zwischen den Zeilen damals gelesen haben.
    Ich persönlich ziehe den sprichwörtlichen Hut vor dir, habe wirklich großen Respekt was du bisher aus deinem Leben gemacht hast, wie du für dich und auch andere kämpfst hat ebenso großen Respekt verdient.
    Du bist für mich eine bewunderswerte und starke Frau, der man mit klarem Blick in die Augen schauen mag. Hier hat kein mitleidiger Blick etwas verloren.
    Ich weiß gar nicht, wie ich es richtig ausdrücken kann, ich will hier schließlich keine Lobhudeleien loswerden, also rundheraus gesagt (geschrieben) auch wenn ich dich nicht persönlich kenne, ich bin stolz auf dich. Ich denke, als Mutter einer älteren Tochter darf ich das so ausdrücken, ohne dass es lächerlich erscheint.
    Bin schon gespannt, weiteres von dir zu lesen und danke, für das, was du bisher schon geschrieben hast.
    Grüße von MM

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