Dickes Brett

Ich erinnere mich noch gut an meine eigene Schulzeit. Als ich so alt war wie Helena und die 8. Klasse besuchte, war ich, genauso wie sie mit ihren 13 Jahren, ganz oft im Reitstall. Ich habe mich damals, genauso wie Helena heute, mit noch zwei anderen Mädchen um ein wunderschönes Pferd gekümmert, dass einer Reiterin gehörte, die nur am Wochenende Zeit hatte. Sie hatte noch ein zweites Pferd, das wir regelmäßig reiten durften. Ich erinnere mich gut, dass ich meistens um 15 Uhr, selten erst um 15.30 Uhr dorthin gefahren bin. Ich hatte meine Hausaufgaben fertig. Vielleicht musste ich abends vor dem Einschlafen hin und wieder nochmal ein paar Vokabeln wiederholen. Aber das war es.

Helenas Schule hat ein Ganztagsprogramm, das täglich Mittagstisch sowie bis 16.00 Uhr Unterricht und Hausaufgabenbetreuung anbietet. An inzwischen vier Wochentagen gibt es darüber hinaus noch ein offenes Programm bis 20.00 Uhr, am Freitag sogar bis 21.00 Uhr. So etwas gab es bei mir früher nicht. Die Teilnahme bis 16.00 Uhr ist verpflichtend, wobei für die letzte Doppelstunde eine sogenannte „vereinfachte Freistellung“ beantragt werden kann. Mit Unterschrift der Eltern kann das Kind einmalig um 14.15 Uhr die Schule verlassen, ohne dass Gründe angegeben oder eine Genehmigung abgewartet werden müssen. Es reicht die Bitte, freizustellen. Allerdings ist so eine Freistellung immer nur einen Tag lang gültig. Helena, die an einem Tag früh zur Physiotherapie soll, muss jede Woche so einen Zettel vorlegen. Aber es ist okay.

Helena fährt meistens um 16.00 Uhr direkt weiter zum Reitstall, ist dann mit ihren Hausaufgaben bereits fertig. Wenn sie abends nach Hause kommt, essen wir noch was zusammen und dann fällt sie ins Bett. Nun schreibt Helena in den Wochen bis Weihnachten noch insgesamt sechs Klassenarbeiten, für die sie lernen muss. Während es mir in dem Alter für Klassenarbeiten oft gereicht hat, den Stoff am Vorabend noch einmal durchzulesen, möchte Helena gerne abgefragt werden und intensiv üben. Das geht während der Hausaufgabenzeit nicht, das müssen wir zu Hause machen. Nach dem Abendessen ist sie nicht mehr aufnahmefähig, also fällt das Reiten aus. Wohlgemerkt: Das ist keine Auflage von Marie und mir, sondern ihre freiwillige Entscheidung. Bei neun Klassenarbeiten oder Tests alleine im Dezember ist klar, dass sie theoretisch einen ganzen Monat lang nicht mehr in den Reitstall kann.

Und als würde das noch nicht ausreichen, haben zwei Lehrkräfte ihr noch eine Vorbereitungsarbeit für die Weihnachtsferien aufgedrückt. Am zweiten Schultag nach den Ferien wird eine Deutscharbeit geschrieben, dafür soll sie sich „Kassandra“ von Christa Wolf reinziehen und interpretieren. Ich kenne das Werk nicht, aber Susi hat mir erzählt, dass sie das im Leistungskurs Deutsch in der 12. Klasse hatte. Sie sagte, dass sie damals selbst mit Grundkenntnissen der griechischen Mythologie nur deshalb durchgestiegen ist, weil sie parallel einen Zeitstrahl und ein Beziehungsgeflecht gemalt hatte. Die Klassensprecherin in Helenas Klasse habe bereits protestiert, darauf vom Deutschlehrer aber nur gehört: „Natürlich ist das über die Ferien freiwillig. Wer es nicht liest, ist dann zur Klassenarbeit eben schlecht vorbereitet.“

Die Englischlehrerin kam noch mit dem Wunsch daher, ein Buch anzuschaffen. 118 Seiten in A6, nur Englisch. Bitte eine schriftliche Zusammenfassung verfassen, acht Fragen beantworten (zum Beispiel Frage 1, auf Englisch wohlgemerkt: „Wie beurteilst du das Verhältnis von … und … zueinander, an welches berühmte Werk erinnert dich dieses Verhältnis und welche Gefahr birgt sich in ihm?“)

Helena macht das alles ohne Murren und Knurren. Aber ich finde das nicht gut. Ein knapp 14 Jahre altes Kind muss auch Freizeit haben. Es kann nicht sein, dass sich alles nur noch um Schule, Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie und Schlafen dreht, der Sport (eigentlich schwimmt sie noch neben dem Freizeitreiten) gar nicht mehr stattfinden kann, sie abends um acht von sich aus ins Bett geht, an den Wochenenden nicht vor 12 Uhr mittags aus dem Bett kommt und so weiter. Ich sehe langsam das Burnout auf uns zukommen. Zumal Helena ja ohnehin sehr viel langsamer schreibt.

Womit ich beim nächsten Thema bin: Sie hat, wegen ihrer Behinderung, eine Zeitverlängerung bei Klassenarbeiten und Tests. Aktuell liegt sie bei 30 Prozent und mindestens fünf Minuten. Schreibt die Klasse also eine Klassenarbeit über zwei Schulstunden, also 90 Minuten, darf Helena 117 Minuten lang Zeit beanspruchen. Darüber gibt es einen schriftlichen Bescheid, den alle Lehrkräfte kennen.

Wenn eine Doppelstunde lang geschrieben wird, dann ist nach den 90 Minuten in der Regel die große Pause. Helena darf also die große Pause (15 Minuten) sowie 12 Minuten der nächsten Stunde noch für ihre Klassenarbeit nutzen, während alle anderen spätestens zu Beginn der großen Pause abgeben mussten.

Ich möchte unbedingt vorweg schicken, dass die große Mehrzahl der Lehrkräfte an der Schule Helena vollkommen korrekt, verständnisvoll und gerecht behandelt und benotet. Viele machen sich einen Kopf, überlegen sich, wie sie Helena gut teilhaben lassen. Viele erkennen an, dass Helena fleißig ist und genauso viel versteht wie die anderen Kinder auch – oft sogar mehr. Dass das Mitschreiben oder das Aufschreiben aber etwas länger dauert, dass sie in Bewegung und Koordination eingeschränkt ist. Sie fordern sie, sie geben ihr keine Sonderrolle. Sie achten darauf, dass es ein gutes Miteinander in der Klasse gibt, dass die Schülerinnen und Schüler füreinander Verständnis haben und sich gegenseitig wertschätzen. Sie haben ein offenes Ohr, gehen auf die Kinder ein, reißen sich oft den Allerwertesten auf, kümmern sich, identifizieren sich. Machen einen guten Job.

Ich will zudem allen Lehrkräften zugute halten, dass es viel zu wenig Personal gibt, dass viele kaum bis gar nicht auf inklusiven Unterricht vorbereitet wurden und heute überfordert sind. Ich möchte denen, wo es nicht läuft, gar keinen bösen Willen unterstellen, das wäre sicherlich nicht korrekt. Aber bei einzelnen der hiesigen Pädagogen gibt es mit Sicherheit eine Gedankenlosigkeit und ein viel zu dickes Fell.

Übel 1: Die Lehrkraft möchte auch ihre Pause haben und sammelt mit dem Beginn der großen Pause alle Hefte ein, schickt die Schüler aus der Klasse und verschwindet. Die Lehrkraft lässt Helena also alleine weiterschreiben. Zum Ende der großen Pause kommen die anderen Schüler wieder rein und sind natürlich alles andere als leise. Die Lehrkraft der Folgestunde beginnt ihren Unterricht und labert rum, malt Tafelbilder, beginnt Dialoge, während Helena immernoch schreibt und sich auf ganz andere Dinge konzentrieren muss. Irgendwann sammelt die Lehrkraft der Folgestunde Helenas Heft im Auftrag ein und reicht es nach der Stunde an die andere Lehrkraft weiter.

Es würde zu weit führen, das hier wissenschaftlich abzuhandeln, aber es lässt sich medizinisch erklären, warum Menschen mit Cerebralparese leichter ablenkbar sind als Menschen ohne Hirnverletzung. Menschen mit Cerebralparese fällt es im Allgemeinen sehr viel schwerer, sich zu fokussieren. In der Folge gelingt es auch unverhältnismäßig schwer, sich zu konzentrieren. Wenn nun im Klassenraum während einer Leistungsüberprüfung Papierflieger geworfen werden, Mitschüler grölend zwischen Tafel und Helenas Tisch oszillieren, allgemein rücksichtslos gequatscht und gelacht wird, dann noch Unterricht, vielleicht in fremder Sprache, stattfindet, fällt es einem nicht eingeschränkten Menschen schon schwer, für sich dieselben Bedingungen auszumachen, die in der Stunde zuvor herrschten. Im Ergebnis hat Helena also nicht dieselben Bedingungen für ihre Klassenarbeit wie die anderen Schüler, sondern ist benachteiligt. Trotz ihres Nachteilsausgleichs.

Übel 2: Die Klassenarbeit wird offiziell auf 70 Minuten angesetzt. Die Klassenarbeit soll also in 70 Minuten schaffbar sein. Mit ihrer Zeitverlängerung kommt Helena nun auf ziemlich genau 90 Minuten. So muss die Lehrkraft niemanden durch die Pause hindurch betreuen. Die Klassenarbeit wird aber nicht nach 70 Minuten eingesammelt, sondern die anderen Schülerinnen und Schüler dürfen „überziehen“ – bekommen also einen Bonus bis zu dem Zeitpunkt, an dem Helena fertig sein muss. Im Ergebnis sind also alle gleichzeitig fertig und Helena hat keine Zeitverlängerung bekommen. Die Klassenarbeit ist auch nicht in 70 Minuten zu schaffen und dieselbe Arbeit war im Schuljahr vorher noch für 90 Minuten angesetzt. Wenn die Lehrkraft allen nun 20 Minuten Bonus gibt, Helena aber nicht, ist Helena benachteiligt. Trotz ihres Nachteilsausgleichs. Helena hat das der Lehrkraft gegenüber als „Taschenspielertrick“ bezeichnet. Der Ausdruck gehört sich natürlich nicht und sie hat sich für diese Wortwahl auch bereits schriftlich entschuldigen müssen. Gleichwohl halte ich an der von ihr beabsichtigten Aussage, einer Benachteiligung durch Schönrechnen, fest. Damit konfrontiert, dass die Lehrkraft Klassenarbeiten zu 90 Minuten schreiben müsse (laut Lehrplan), antwortete sie: „Die Schülerinnen und Schüler durften ja 90 Minuten schreiben.“ – Also mit anderen (meinen) Worten sagt die Lehrkraft damit aus: Nachteilsausgleiche interessieren mich nicht. Oder ich nehme sie zumindest nicht ernst.

Übel 3: Die Klassenarbeit wird in einem Fachraum geschrieben, der per Rollstuhl nur über einen Aufzug erreicht werden kann. Helena ist pünktlich in der Schule, hat auch einen Transponder, um den Aufzug rufen zu können, allerdings kommt der nicht. Der Aufzug sei laut Display fahrbereit, stehe aber im dritten Stock. Alles Klopfen und Rufen hilft nichts in den lauten Gängen, die Mitschülerinnen und Mitschüler wollen schnell an ihren Platz und können leider nicht nach dem Aufzug schauen. Der Schulhausmeister ist unterwegs, die Sekretärin hat erst in 20 Minuten kurz Zeit. Inzwischen hat die Stunde begonnen. Helena lässt also ihren Rollstuhl im Erdgeschoss stehen und klettert mit Rucksack (da ist ja ein wertvoller Laptop drin) auf dem Rücken Stufe für Stufe bis ins dritte Stockwerk hoch, um dort einen verlassenen Putzwagen aus der Lichtschranke zu ziehen, mit dem Aufzug runterzufahren, ihren Rollstuhl zu holen, in den Fachraum zu fahren und dann … am Ende keine Zeitverlängerung mehr zu bekommen. „Wer zu spät kommt, kann nicht noch Vergünstigungen in Anspruch nehmen.“ – Sie traut sich dann nicht zu widersprechen, ist emotional so angespannt, dass sie sich nicht mehr gut konzentrieren kann. Ich habe ihr empfohlen, künftig dann als letzte Zeile zu schreiben: „ZV verweigert, 11:20 Uhr unfertig abgeben müssen.“ – Ich dachte, dass so etwas die Lehrkraft vielleicht zu einem schriftlichen Kommentar verleitet. Nö: Sie malt einen Smiley dahinter.

Übel 4: Es wird ein Vokabeltest geschrieben. Die Lehrkraft diktiert die Vokabeln, die Schülerinnen und Schüler sollen sie auf einen leeren Zettel notieren, Übersetzung dahinter. Anschließend wird eingesammelt. 15 Vokabeln in zehn Minuten. Helena dürfte nun noch fünf Minuten länger schreiben (Mindestverlängerung). Aber die Lehrkraft sammelt alle Zettel ein, Helenas sogar zuerst, weil sie vorne sitzt. Begründung: Bei zwei Stunden mache eine Zeitverlängerung Sinn, drei Minuten hingegen seien ja auf einer analogen Uhr kaum zu erkennen. Während die anderen Schülerinnen und Schüler schon beim Diktieren schnell die Übersetzung dazugeschrieben haben, hat Helena sich darauf konzentriert, alle diktierten Wörter mitzubekommen und möglichst keins auszulassen. Es ist unheimlich schwierig in dem Alter, bewusst eine Lücke zu lassen, um wieder in den Takt zu kommen und nicht ganz zu versanden. Oder sich aktiv zu entscheiden, erst alles mitzuschreiben, vielleicht auch nur ein paar Buchstaben, und dann die Zeitverlängerung zu nutzen, um zu Ende zu ergänzen und zu übersetzen. Tja … die Übersetzungen wurden bewertet, das richtige Mitschreiben nicht. Sie hatte 2 von 15 Punkten. Obwohl sie am Vorabend alle Vokabeln konnte. Und dann stand drunter: „Vokabeln lernen ist eine Fleißarbeit!!“

Ich könnte jetzt noch mehr Beispiele aufzählen. Aber es geht ja nicht darum, anzuklagen. Sondern deutlich zu machen, dass dringendst sensibilisiert werden muss. Und zwar überall.

Ich will noch einmal erwähnen, dass diese Beispiele nicht der Maßstab sind und eine untergeordnete Rolle spielen; trotzdem schafft es aber eine Minderheit, das Positive derer, die sich engagieren, in den Schatten zu stellen. Helena hat nunmal eine Cerebralparese und damit etwas, was derzeit nur einmal an dieser Schule vorkommt. Unser Bildungssystem hat darauf keine adäquate Antwort, sondern behilft sich mit individuellen Sonderregeln. Ich will nicht behaupten, dass ich bessere Antworten kenne. Aber wenn die Zeitverlängerung die Antwort ist, weil erkannt wurde, dass unser Bildungssystem sonst Menschen wie Helena ausgrenzt, dann muss diese Antwort auch verbindlich sein. Sie ist keine Vergünstigung, kein Entgegenkommen, keine Diskussionsgrundlage. Es kann nicht sein, dass eine Dreizehnjährige um ihren gleichberechtigten Zugang zu Bildung kämpfen muss – neben dem ausufernden Lernstoff.

Also ist die Socke mal wieder eskaliert. Hat sich mit Marie, Susi und Otto ausgetauscht und zum persönlichen Gespräch angemeldet. Dieses Mal nicht bei den betroffenen Lehrkräften, sondern die Mail ging an den Jahrgangskoordinator und an den Direktor. Ich bekam sofort einen Termin und das Ergebnis lässt hoffen: Der Schulleiter war sichtlich mitgenommen, hat mehrfach geschluckt. Hat sich bei mir entschuldigt, will sich bei Helena, die bei dem Gespräch aus guten Gründen nicht dabei war, persönlich entschuldigen. Und möchte nun selbst mit den betroffenen Lehrkräften sprechen, wie künftig besser sichergestellt sein kann, dass Helena gleichberechtigt am Unterricht teilnimmt. „Darüber brauchen wir gar nicht weiter reden. Das geht so überhaupt nicht. Ich werde mir jeden Test und jede Klassenarbeit aus dem letzten Halbjahr vorlegen lassen und persönlich anschauen. Ich kann Ihnen schon jetzt sagen, dass dieser Vokabeltest nicht in die Wertung einfließt. Entweder wird der nachgeschrieben oder rausgenommen. Und wir werden intern abstimmen, ob Helena entweder nur jedes zweite Wort mitschreibt und dann am Ende noch drei weitere Worte bekommt; oder ob sie einen Zettel bekommt, auf dem bereits jedes zweite Wort schon steht, oder ähnliches. Das kann ich so nicht aus dem Ärmel schütteln. Aber so geht es nicht weiter.“

Wenigstens ist er jemand, mit dem man wohl reden kann. Er hat mir seine Karte gegeben, er möchte von mir sofort direkt informiert werden, wenn wieder irgendwas passiert. Und die Raumpflege werde ebenfalls sensibilisiert, dass es auch unter den Schülerinnen und Schülern Menschen gibt, die den Aufzug benutzen. „Vermutlich haben die das nicht überlegt.“

Ich habe Hoffnung, dieses dicke Brett heute etwas weiter durchbohrt zu haben. Ich weiß allerdings, dass es nicht mein letzter Besuch in der Schule sein wird.

34 Gedanken zu „Dickes Brett

  1. Ohmann, die ersten 3/4 deines Textes sind recht traurig, auch wenn dies die minderheit der Lehrkräfte ausmacht.
    Dieser Text ist geprägt von Lehrkräften, welche keinen Respekt, Anstand, Werschätzung und Würde haben.
    Helena ist für ihr Alter sehr reflektiert, und ist in meiner Sicht rational weiter wie viele in ihrer Altersklasse. Das Wort „Taschenspielertrick“ ist ein super Wort. Beschähmend, dass sie sich hierfür (schriftlich !) entschuldigen musste, blanker Hohn !
    Dass Lehrkräfte gerne zeigen wo „oben und unten“ ist, ist nichts neues. Das war auch schon zu meiner Schulzeit so. Ein Baum fiel auf die Oberleitung, meine reguläre Straßenbahn fuhr nicht, ich kam zu der 90 Minuten Klausur 60 Minuten zu spät „hättest du eine Bahn früher genommen.. *gleiches Szenario bei einer anderen Lehrkraft erzeugte ein „das ist höhere Gewalt, selbstverständlich gebe ich Ihnen die Zeit

    Was mich jedoch ebenfalls traurig macht ist die Tatsache, dass die Ferien als Erholungszeit, als solche nicht mehr angesehen werden. Ferien werden nun dazu genutzt um sich auf die Schulzeit vorbereiten zu können. Das sollte freiwillig sein, nicht erzwungen.
    *ein großteil meiner Freunde sind Lehrkräfte. Dort gibt es nach den Ferien den Standardaufsatz „mein schönstes Ferienerlebnis“, aber fest Aufaben oder Bücher nicht.

    Ich hoffe, dass das Gespräch mit dem Direktor weiter Früchte tragen wird.
    alles Liebe

  2. Au Weia! Aber echt ey… wenigstens gibts ja Hoffnung auf ein gutes Ende.
    Wäre ein ummodellierter Nachteilsausgleich in Form von weniger Umfang bei den Arbeiten und Tests eventuell leichter umzusetzen als ein mehr an Zeit?

    Ich lese übrigens mit großer Spannung mit, hier ist ganz frisch jetzt der erste Nachteilsausgleich eingezogen: Schreiben am Computer statt mit der Hand. Und der nächste Nachteilsausgleich (vermutlich mehr Zeit für Arbeiten und Tests, vielleicht aber auch geringerer Umfang) ist in Aussicht, der wird in der nächsten Klassenkonferenz direkt nach den Ferien beschlossen.

    Habt ihr Helenas Laptop eigentlich privat angeschafft oder gibts in solchen Fällen öffentlichen Zuschuss? Ich finde da irgendwie keine Infos obwohl selbst betroffen und die Schule hat jetzt auch erstmal eine eigene Übergangslösung gefunden.

  3. Dein vorletzter Satz hat mich an meine Realschulzeit erinnert: Kunstunterricht, Laubsägearbeiten. Unsere Lehrerin gibt uns normale Laubsägen und fingerdickes Holz, um eine Kindergarderobe zu basteln, Tierfiguren auf einer Leiste. Sogar meine nicht-behinderten Mitschüler hatten Probleme, durch das dicke Holz zu kommen, ich hab mich irgendwann frustriert geweigert. Aufgrund meiner CMD hab ich das einfach nicht geschafft, da mir die erforderliche Kraft und die Beweglichkeit der Hände gefehlt hat. Es fand sich erst eine Lösung, als mein Vater nach Dienstschluß bei unserem Direktor auftauchte, um das zu klären. Da stand nun mein 2m großer Vater in Bundeswehr-Uniform vor einer 1.5m großen Lehrerin und durfte sich Sprüche anhören, sie wäre davon ausgegangen, dass ich nur keine Lust hätte.

    Die Lösung war dann, dass mein Vater mir daheim (mit der Stichsäge) drei der fünf Figuren aussägen durfte, den Rest musste ich machen. Ist das Inklusion? Nachdem der Vorfall jetzt 22 Jahre zurückliegt würde ich sagen „Nein“: ich wurde ausgenommen, meine Mitschüler haben mit dem Finger auf mich gezeigt, weil ich Hilfe hatte, und die Lehrerin war angepisst wie wer weiß was. Wie hätte man das besser machen können? Keine Ahnung.

    Das Helena von „Taschenspielertricks“ redet finde ich klasse! 😀 Der Begriff mag zwar nicht in Ordnung sein, aber sie hat völlig recht. Ich hatte einige Freiheiten an meiner Realschule (extra Klassenraum im Erdgeschoss, durfte in der Pause mit Freunden drinnen bleiben, kein Sportunterricht), aber gleichzeitig wurden Dinge/ Veranstaltungen, die ich gerne ausprobiert hätte, sofort mit Begründungen abgesagt wie „Du kannst ja auch nicht am Sportunterricht teilnehmen, wieso willst du dann […] machen?!“

  4. Ich halte das Wort „Taschenspielertrick“ auch für richtig gewählt. In dem Fall ist es nichts anderes, der Leher hat offiziell Helena 30% mehr Zeit gegeben als dem Rest der Klasse, der aber dann auch 30% länger schreiben durfte und das ohne Cerebralparese. Zumal der Vergleich mit der Klausur aus dem Vorjahr zeigt, dass die Klassenarbeit auf 90 Minuten ausgelegt ist. Nachdem Helena sich dafür schriftlich entschuldigen musste, hätte ich mit dem Schulleiter besprochen, dass der betreffende Lehrer sich dafür schriftlich entschuldigt, so 6 bis 8 Seiten handschriftlich (lesbar) geschrieben. Über das Wochenende. Damit er mal merkt, was er da verlangt hat.
    Ich lese hier schon etwas länger mit, und bin immer wieder beeindruckt, wie du dich entwickelt hast und wie du dich deine Mitmenschen (insbesondere Helena) kümmerst.
    Du bist in so vielem ein Vorbild. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.

  5. Vielen Dank erstmal, dass du das mit uns teilst. Ich bin gerade echt schockiert, wie manche Lehrkräfte mit der Situation umgehen.

    Ich habe selbst auch Konzentrationsschwierigkeiten und einen Nachteilsausgleich, bei dem ich für schriftliche Prüfungen 25% mehr Zeit habe. Obwohl ich bei Klausuren Ohrstöpsel trage, bin ich immer ziemlich abgelenkt, wenn die anderen Studenten abgeben müssen, reden und rumlaufen. Wenn ich mir das jetzt als Schülerin vorstelle, ohne Ohrstöpsel, laute Kinder, die dann nach der Pause wiederkommen, kann ich zu gut mitfühlen und verstehe, dass das wirklich keine gute Lösung ist.

    Dass du dich an den Direktor gewandt hast, finde ich super und noch besser finde ich, dass er voll auf eurer Seite steht, Vorschläge macht, wie man Helena entgegenkommen kann und sich für Helenas Rechte einsetzen will. Ich hoffe sehr, dass das funktioniert und eine gute Lösung gefunden werden kann. Ich wünsche euch und vor allem Helena viel Glück und alles Gute.

  6. Hey, lese seit Anfang mit, kommentiere das erste Mal.
    Kassandra war bei mir auch 12. Klasse Leistungskurs und ich – die eigentlich nie lernen musste und gerade Lektüren Mal eben aus dem Ärmel schütteln konnte, musste mich 2 Monate sehr intensiv auf die Klausur vorbereiten. Mythologie, Analogien, generell die (ziemlich langatmige) Schreibweise und der Inhalt im Besonderen. Eine der Klausuren, durch die ich mich durchgequält habe und die ich im Lernen fürs Abi für mich kategorisch ausgeschlossen habe. Stelle ich mir jetzt vor, dass meine 13jährige Schwester dasselbe Buch lesen muss – puh. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass der Stoff für die Altersklasse passend ist. Einfach weil der Bezug mMn komplett fehlt. Ich wünsche Helena Glück und Erfolg und empfehle ein Hörbuch (nicht vorm Zubettgehen, denn es ist definitiv Ausknock-Lektüre)

    Liebe Grüße,
    Jana

  7. Hm ich bin selbst Lehrerin und schwer entsetzt. Finde den Ausdruck Taschenspielertrick vollkommen korrekt verwendet und finde er erfordert noch nicht Mal eine Entschuldigung. Ich weiß ja vorher, wenn ich wen mit Zeitverlängerung in der Klasse habe, dann nehme ich mir was zu trinken mit und trinke leise während der oder die fertig schreibt oder bitte den Kollegen der Folgestunde 5 Minuten eher zu kommen…

  8. Der Beitrag beschreibt sehr anschaulich praktische Probleme der Umsetzung von ideologischen Forderungen praxisferner Politiker.
    Inklusion kann funktionieren. Aber bevor man das beschließt, sollten eben diese Fragen der praktischen Umsetzung auf Realisierbarkeit mal geklärt werden.
    Allein das Beispiel mit dem länger Schreiben der Arbeit über die große Pause bis IN die nächste Stunde. Mag als Theorie ok sein. Aber das soll ERNSTHAFT ein Nachteilsausgleich sein?! Wer kommt auf solche dumme (ja so sehe ich das!) Ideen?
    Ich habe dafür jetzt auch keine Patentlösung. Aber ich werde dafür auch nicht bezahlt…

  9. Die Schule ist offensichtlich in den vergangenen 35 Jahren kein bisschen besser geworden. Eher schlimmer. Ich bin oft genug bestraft worden, aber schriftlich entschuldigen musste ich mich nie. Und das Wort „Taschenspielertrick“ hätte ich genau so benutzt, weil es absolut passt.

    Erschreckend finde ich, dass die Schule das „Arbeit fertig schreiben während um mich herum die anderen Schüler in der Pause sind und die nächste Unterrichtsstunde im gleichen Raum begonnen hat“ wirklich ernst meint. Das kann doch nicht wahr sein.

  10. Es kommt einem so vor als wären die „alten“ eingefahrenen Lehrer über 40 oder so einfach nicht auf so „neue“ Schüler wie Helena eingestellt. Alles „Neuland in Deutschland“ und so.

    Ich finde es es aber schön dass Ihr euch für euren Schützling hier so einsetzt und so ein Engagement zeigt.

    Grüße aus Dresden

    Philipp

  11. Taschenspielertrick ist da ein noch zu gutes Wort. Einen Taschenspieler durchschaut man nicht sofort. Sowas gehört in die Personalakte. Beim ersten Mal. Beim zweiten Mal reden wir darüber, dass es Disziplinarmaßnahmen nicht nur für Schüler sondern auch für Beamte gibt. Kann die drei Minuten auf meiner Uhr nicht ablesen! Dienstliche Anweisungen sind auszuführen und dazu sind nötigenfalls die Voraussetzungen zu schaffen. Da will ich (außer im Fall einer förmlichen Remonstration) keine Begründungen lesen oder hören. Ich will, dass dass Angeordnete geschieht! Wer unfähig dazu ist, das Beauftragte durchzuführen, hat sich bei seinem Dienstvorgesetzen zu melden. Ist das kürzlich geändert worden? Ist das neuerdings zu viel verlangt?!?!?!?!?!

    Das … dazu musss man noch nichmal die geheiligten Grundsätze des Berufsbeamtentums* heranziehen. Das ist einfach so mies und inkompetent, so desinteressiert daran gute Arbeit zu machen, auch wenn sie vielleicht mal vom alltäglichen abweicht oder einen Tick schwieriger ist. Ganz zu schweigen davon, dass man es hier vielleicht mit Menschen zu tun hat. Ganz zu schweigen davon, dass man es hier vielleicht mit Kindern zu tun hat. Denen man ein Vorbild sein soll. Guck ma Kleines, hier kannste lernen, wie man sich vor der Pflicht drückt und trotzdem ein Gehalt bezieht. Your tax Euros at work!

    Damit hätten wir die heutige Englischstunde auch durch.

    Hey Jule wie wär’s? Was ist denn das für eine Schrift auf der Ampulle? Kann man gar nicht richtig ablesen. Der Patient da hat eine Allergie gegen ein Standardmedikament? Oder er spricht zu stark an und braucht eine veränderte Dosis? Ja schau, steht hier auf diesem komischen Wisch, den ich bekommen hab! Hmm … Was macha da? Hpffff … Ach Sch**ß drauf! Rein mit der Spritze und fertisch die Sache!!!!! Die Arbeit kann soooo einfach sein.

    Sowas kann man ja ohne beruhigendes Rauchwerk gar nicht zuendelesen. … öh ich meine das natürlich symbolisch .. die Kerze, die zu stiften ist, dass es Jule gibt, die sich mit diesem Mist auseinandersetzt. Nicht nachlassen.

    *entsprechende Anwendung für ggf. angestellte Lehrkräfte

  12. @Frau Laterne sagt: 15. Dezember 2019 um 22:44 Uhr
    „… oder gibts in solchen Fällen öffentlichen Zuschuss?“

    Die Dinge sind gerade im Fluss, aber ohne Streit gibt’s da meisten (noch) nix, s. diesen Blog

    https://sozialberatung-kiel.de/2019/10/27/geld-vom-jobcenter-fuer-die-anschaffung-eines-computers-nur-wie-viel/

    Auf dem Blog gibt es mehrere Artikel dazu. Ich hab denjenigen ausgewählt, der auch so ein wenig illustriert, was ich von der Gründlichkeit, mit der unsere liebe Sozialgerichtsbarkeit arbeitet, so halte. Könnte man jetzt für boshaft halten. Oder für informativ. You’ll be the judge!

  13. @Matthias Labsch sagt: 15. Dezember 2019 um 22:47 Uhr

    „Wie hätte man das besser machen können? Keine Ahnung.“

    Ich aus der räumlichen und zeitlichen Distanz auch nicht. Aber es ist gut, dass es nicht schlechter gelaufen ist. Das Vorgehen war notwendig. Und ich bin nicht derjenige, der Angehörigen der Streitkräfte von vorneherein ein besonders großes Beurteilungsvermögen zutraut

  14. Drei Wanderer essen ein Menü in einer Ausflugsgaststätte. Jeder zahlt 10 Euro. Als sie schon gegangen sind, merkt der Wirt, dass es an diesem Tag eine Rabattaktion „Drei Essen für 25 Euro“ gab. Er schickt einen Azubi mit fünf einzelnen Euro hinterher. Der gibt jedem nur 1 Euro und behält den Rest für sich. Effektiv hat also jeder 9 Euro für das Essen bezahlt. Macht zusammen 27 Euro. 2 Euro hat der betrügerische Laufbursche behalten. Macht zusammen 29 Euro. Ursprünglich bezahlt wurden aber 30 Euro. Wo blieb der eine Euro?

    Das ist ein Taschenspielertrick. Was Helena auszuhalten hatte, ist eine Frechheit.

  15. Im Grunde genommen ist die Zeitverlängerung immer irgendwie ein Dilemma.
    Hast Du ja schön beschrieben.
    Ich frage mich, warum ist es nicht möglich, das eine Aufgabe, oder zwei oder drei, wie auch immer für Helena weggelassen werden.
    Und der Punktschlüssel entsprechend angepasst wird?
    Ich mein jetzt – die Arbeit hat für alle 70 Punkte – das wären 100%.
    Helena schreibt zwei Aufgaben weniger, hätte ihre Arbeit dann halt nur 63 erreichbare Punkte, was dann eben 100% ergibt. Das kann man doch dann runterrechnen auf die entsprechenden Noten.

  16. Es ist traurig, dass nur WEnige mal wieder die gute Arbeit der Vielen zunichte machen, die sich Gedanken machen. Und es ist unglaublich, wie unsensibel diese Leute agieren. Vermutlich altehrwürdiges Inventar der Schule, wobei es auch unter solchen Engagierte geben kann.

    Ich hoffe ja, dass es sich für Helena zum Positiven ändert.

  17. Vielleicht gibt es beispielsweise einen Nebenraum zum Lehrerzimmer, wo sie die zusätzliche Bearbeitungszeit absolvieren könnte? Dort wurden an meiner ehemaligen Schule auch Nachschreiber hingesetzt. Die Zeit für den Umzug vom Klassenraum dorthin darf natürlich nicht mitgerechnet werden.

    Die einzige ernsthafte Alternative dazu wäre meiner Meinung nach, dass sie in einen separaten ungenutzten Klassenraum gesetzt wird für die Verlängerung. Dass um sie herum Unterricht stattfindet ist doch absolut unzumutbar, egal ob sie besonders leicht ablenkbar ist oder nicht, das bedarf doch keiner Diskussion.

  18. Dass Helena sich für den Ausdruck „Taschenspielertrick“ schriftlich entschuldigen musste, spricht Bände. Die Lehrkraft hat den sinn des Nachteilsausgleich missachtet und die betroffene Schülerin muss sich für die objektiv korrekte Einschätzung entschuldigen? Das geht ja gar nicht. Geht ja gar nicht betrifft gleichfalls das Verhalten der Lehrkraft und deren den Nachteilsausgleich nicht ernst nehmenden Kolleg*innen natürlich auch.
    Eigentlich sollte sich der Schulleiter für die geforderte schriftliche Entschuldigung für den Ausdruck „Taschenspielertrick“ bei Helena entschuldigen.

  19. Ich bin nicht verwundert. Ich habe ab 93/94 eine normale Grundschule besucht und der ganze Laden war komplett überfordert. In der Gesamtschule wurde es dann deutlich besser. Leider muss man sagen das Deutschland zwar Inklusion fördert hat, die Umsetzung aber echt hakt.

  20. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es Helena ginge, wenn sie noch immer bei den vorherigen Pflegeeltern leben würde. Die ja nun weder Ahnung noch Motivation hatten, irgendwas Sinnvolles für das Kind auf den Weg zu bringen. Die ihr jedes schulische „Versagen“ persönlich zur Last gelegt hätten. Dass sie bei euch sein kann, ist wirklich Gold wert.
    Wie es wohl anderen (Pflege-)Kindern geht, die ähnlich wie Helena betroffen sind, in den (Pflege-)Eltern aber keine kundigen, aufmerksamen und motivierten Unterstützer finden?

  21. Ich habe ein Kind mit Konzentrationsschwächen, er ist etwas jünger als Helena. Er schreibt seine Klausuren hinter einer verstellbaren Wand oder in einem Nebenraum, um nicht so leicht abgelenkt zu werden. Er darf im Unterricht auch Ohrenschützer benutzen wenn Stillarbeit gemacht werden soll und sich ggf. alleine an einen Tisch setzen.
    Vor allem schriftliches Arbeiten über einen längeren Zeitraum ist für ihn schwer, deshalb haben wir auch die Abmachung, dass er Aufsätze am Computer schreiben darf und z.B. bei Hausaufgaben, wo es nur darum geht Ziffern oder Buchstaben einzutragen (v.a. Mathe, Chemie, Physik), wir Eltern das übernehmen können – d.h. er löst die Aufgabe aber wir tragen ein.

  22. @Thomas sagt: 16. Dezember 2019 um 12:08 Uhr
    „Aber bevor man das beschließt, sollten eben diese Fragen der praktischen Umsetzung auf Realisierbarkeit mal geklärt werden.“

    Jein. Es sollte eigentlich reichen, wenn nichts dagegen spricht, dass die Schule das können soll. Die hat auch einen Verantwortungs- und Gestaltungsbereich. Alles von ganz oben bis in’s Kleinste durchzuplanen ist auch nicht so der Bringer. Ich hatte mal mit Meßgeräten aus russischer Produktion zu tun. Das Handbuch war toll. Es hat wirklich die Funktion des Meßgeräts in allen Details erläutert. Und den inneren Aufbau. Und wie man es öffnet, zerlegt, welche Komponenten es sind, wo was wie repariert werden kann. Und wie es zum Versand sicher zu verpacken ist, welche Materialien, welche Abstände. Und wie mehrere so verpackte Meßgeräte in einer Umverpackung gemeinsam zu verpacken sind. Und welche Paletten zu verwenden sind, um mehrere solcher Meßgeräte in mehreren Umverpackungen wie genau darauf zu stapeln sind. Da blieb wirklich keine Frage unbeantwortet. Alles im Endbenutzerhandbuch des Geräts.

    Kurz: Auswüchse der Planwirtschaft gab und gibt es durchaus. Dabei bin ich sicher nicht der große Freund der jetzt herrschenden marktwirtschaftlichen Ideologie. Das hängt halt ab. Für mich waren das erst und zweite „und“ oben teilweise auch noch interessant, aber manchem Endverbraucher dürfte die reine „welchen Knopf drück ich um was zu messen“-Anleitung auch gereicht haben. Oder schon zuviel, weil auch da jeder noch so außergewöhnliche Anwendungsfall, der dem Autor bekannt war, durchgenudelt wurde. Ich habe selbst beruflich u.a. Handbücher geschrieben und weiß: das ist unmöglich. Es ist absolut unmöglich ein Handbuch zu schreiben, für mehrere Benutzer, so dass alle zufrieden sind. Selbst wenn man die Benutzer alle kennt, oder sogar besonders dann. Z.B. hab ich für ein neues in-house-Programm eine alpha-Version des Handbuchs verteilt und jeden gebeten er darf und soll sich bei mir beschweren, wenn ihm etwas nicht gefällt. Die Beschwerden war meistens, das dies oder das nicht klar war, weil es zu knapp erklärt wurde und sie erst nach viel Rumprobieren verstanden hätten, wie der Text gemeint war. Also wurde es dicker und dicker. Schließlich fragte der Chef, wann denn die endgültige Version erscheine. Ich präsentierte, was ich bis dahin getan hatte. Kurzes Durchblättern. Schön, aber das muss viel schlanker werden.

    So funktioniert das nicht. Es ist auch hier wie im berühmten Lincoln-Zitat. Man kann Einzelnen das Denken zu einzelnen Dingen abnehmen und Ihnen alles vorkauen, aber nicht allen zu allem. Es sind zuviele und zudem noch unbekannte Adressaten.

    Wenn ich mir allein die Vorschläge, die hier im Forum kommen ansehe, ist mir nicht klar, warum die Schule das Problem nicht durch eigenes Nachdenken und Handeln lösen kann. Als ich das letztemal nachgesehen habe, hatten Lehrer sowas wie ’ne akademische Ausbildung. Uni. Spätestens da sollte man Selberdenken gelernt haben. Aber irgendwie rutschen da auch andere durch. Diejenigen, die meinen Lehrersein bestünde nur darin, den Schülern Aufgaben aus dem Schulbuch zu geben und zu prüfen, ob rauskommt, was in der Lehrerversion steht. Oder die wie die Taschenspielerlehrkraft, die offen die Anweisung unterläuft. Da frag ich mich, ist die bloß zu faul, sich eine Lösung zu überlegen und durchzuführen, oder hat sie überhaupt was gegen Nachteilsausgleiche. Gibt ja so Marktradikale, die sagen, das dürfe nicht sein. Von schlimmer ganz zu schweigen. So könnte Björn Höcke gehandelt haben, als er noch Lehrer wäre. Schön versuchen die äußere rechtliche Form zu wahren, aber die Behinderte können wir hier nicht berücksichtigen. Wenn die was besonders braucht, soll sie doch irgendwoanders hin. Wo sie billiger verwahrt ist. Den Aufwand den diese Erbkranke in der Schule verursacht, zahlst auch Du Volksgenosse, dass die Lehrer mit der mehr Arbeit haben, geht auch zu Lasten deiner Kinder!

  23. @Clavicular sagt: 15. Dezember 2019 um 18:47 Uhr

    „Das Wort „Taschenspielertrick“ ist ein super Wort. Beschähmend, dass sie sich hierfür (schriftlich !) entschuldigen musste, blanker Hohn !
    Dass Lehrkräfte gerne zeigen wo „oben und unten“ ist, ist nichts neues.“

    Das ist die nicht seltene Kombination von Dünkel und dumm. Alles was das so präparierte Lehregehirn … pardon … Lehrergehirn hört ist „Sie hat mich einen Taschenspieler genannt!“ Das ist natürlich nicht der Fall. Auch Nichttaschenspieler können Taschenspielertricks einsetzen. Wie erklärt ist das, was hier am ehesten beleidigt wurde, die Intelligenz und Fertigkeiten der Taschenspieler.

  24. „… ohne Murren …“

    Das schwierige Kind, mit dem ihre früheren Pflegeeltern so arg geplagt waren.

    „Übel 1: Die Lehrkraft möchte auch ihre Pause haben …“

    Ja, ich möchte auch magische Ponies und alles selbst gestalten, wie es mir passt. Die darf still neben Helena sitzen und den Wiedereinlauf der Gladiatoren bändigen. Der Arbeitsanfall beim Beaufsichtigen einer schreibenden Person dürfte eh wenig über die bloße Anwesenheit hinausgehen. Mal zum Vergleich: wenn der kleine Arbeiter (Gehwegreinigen, Fugenauskratzen etc.) mit dem Bus seine Arbeitsstellen abklappert, was ist dann die Zeit der Busfahrt arbeitsrechtlich? Keine Arbeitszeit.

    Helena jedenfalls hat hier das gigantische Privileg in Ihrer Pause weiterzuarbeiten. Bin schon ganz gelb vor Neid. Was ist mit deren selbstbestimmter Erholung?

    „Die Lehrkraft der Folgestunde …“ ist informiert und hat das zu berücksichtigen. „… beginnt ihren Unterricht und labert rum, malt Tafelbilder, beginnt Dialoge, …“

    Um das mal klarzustellen: Schule ist eine hochartifizielle Lernsituation (was auch meist der tiefere Grund für ihre Unbeliebtheit ist). Früher war Lernen lebensintegriert. Der Vater ist mit seinem Sohn durch die Wälder gezogen und hat im das Jagen beigebracht. Der mittelalterliche Meister ist mit seinem Lehrling in der Werkstatt oder beim Kunden zugange gewesen. Heute lernt man (oder auch nicht) über das Mittelalter, was der Lehrplan vorgibt und der da vorne erzählt und für Bilder zeigt. Die Info in dieser extrem beschränkten Lage an das Kind zu bringen, ist pädagogische Aufgabe. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Auch z.B. stilles Arbeiten. Da kann man allerhand organisieren und Umstellen. Aber da müsste man als Lehrer tun, was man behauptet: dass man jede Stunde zu Hause individuell vorbereitet, nicht nur den Ablauf vom letzten Jahr kopiert. Was nicht heißen soll, dass das ausreichen würde. Aber wenn man der vorunterrichtenden Kraft schon den Gefallen tun will, dann hat man auch die dazu nötigen Arbeiten zu leisten, nicht einfach mal Behindertenrechte zu ignorieren.

    „Übel 2:“ Die Zeit, die unterschiedslos jeder für die Arbeit zur Verfügung hat, ist die vorgegebene Zeit. Das sind hier 90 Minuten. Ob sich der Lehrer vorstellt, das als Summe aus Ansatz und Überziehen zu sehen oder was auch immer, ist unwichtig.

    „Übel 3: … „Wer zu spät kommt, kann nicht noch Vergünstigungen in Anspruch nehmen.“

    Ein echter Runner Up zum 90=70 Typen. Selbst wenn die Verspätung verschuldet wäre, was soll da bitte die Begründung für diesen „Lehrsatz“ sein? Im Gegenteil. Die Zeitverlängerung ist selbstverständlich nicht DER Nachteilausgleich, sondern nur der bei Klassenarbeiten. Daneben hat sie auch ein Recht auf Ausgleich bei allem anderen schulisch erforderlichen Tätigkeiten bis hin dazu, sich über das Schulgelände zu bewegen. Wenn sie das nicht kann, ist ihr die verlorene Zeit gut zu schreiben.

    „…. künftig dann als letzte Zeile zu schreiben: „ZV verweigert, 11:20 Uhr unfertig abgeben müssen.“ – Ich dachte, dass so etwas die Lehrkraft vielleicht zu einem schriftlichen Kommentar verleitet. Nö: Sie malt einen Smiley dahinter.“

    Man kann’s mal im Guten versuchen, die Gehirntätigkeit anzuregen, aber bei Merkbefreiten muss man mit dem Chef kommen.

    „Übel 4: … Und dann stand drunter: „Vokabeln lernen ist eine Fleißarbeit!!“

    Im Vgl. zu den anderen Kronen ihres Jobs, lass ich das mal als ein wenig uninformiert durchgehen. Bei denen möchte man ja mit fefe fragen „Herr Lehrer, was machen sie eigentlich so beruflich?“ Staatsprüfung im Lotto gewonnen oder Urkunde selbst gemalt, wie damals Dr. Dr. Gert Postel?

    „Der Schulleiter war sichtlich mitgenommen …“

    Wenigstens ein Lichtblick. Immerhin.

    „… sein wird.“

    Go Socke! Do what it takes.

  25. @KM: Von anderen Schulen lernen und übernehmen, was sich dort als erfolgreich erwiesen hat? Womöglich noch von Schulen in anderen Bundesländern? Igitt!!! Damit würde doch nur unser wunderbares, segenbringendes, föderales Bildungssystem in Frage gestellt!

  26. Wo genau liegt denn das Problem mit dem Begriff „Taschenspielertrick“? Genau das ist es ja. Und Augenwischerei. Ich hätte sowas damals eher als „Besch… Sauerei“ bezeichnet (und dafür wohl nicht mal Ärger gekriegt, aufm Land in Bayern ist der Ton gerne mal… ehrlicher…

  27. Cassandra ist des Teufels. Hohe Literatur, klar. Aber Himmel noch eins….alleine der erste Satz geht über die komplette erste Seite und einen Teil der zweiten. Ernsthaft! Und in dem Stil geht es weiter. Ich habe es im Deutsch LK fürs Abitur lesen müssen. Habs nicht geschafft. Und ich bin nicht doof, lese 2-3 Bücher wöchentlich. Ich habe es schlichtweg nicht lesen können.

  28. Ich liebe das Buch Kassandra, aber auch ich hatte das in der 12. Klasse LK Deutsch und hätte es ganz bestimmt nicht kapiert ohne die Schritt-für-Schritt-Durchführung unserer Lehrerin. plus Diskussionen im Klassenverband. Wir haben etwa 2 oder 3 Monate mit dem Buch verbracht. Sowas liest man nicht mal eben nebenbei, schon gar nicht ohne Hilfestellung und schon gar nicht in der 8. Klasse.

    Taschenspielertrick, was für ein klasse Wort. Muss ihr leider zustimmen, ich halte das für einen eben solchen. Zumal sich die Lehrerin mit ihrer Argumentation, dass es ja 90 Minuten und nicht 70 waren, selber in den Fuß schoss.

    Ich bin froh, dass der Direktor so verständnisvoll ist und hoffe sehr, dass er auch tatsächlich etwas macht.

    P.S.: Diese Menge an Hausaufgaben ist nicht ok. Sollte sich da nix ändern, würde ich mich an nächst höhere Stellen wenden, sprich Schulamt und dann Kultus.

  29. @Gi0nbecell sagt: 18. Dezember 2019 um 22:25 Uhr

    „Wo genau liegt denn das Problem mit dem Begriff „Taschenspielertrick“?“

    Es ist ein Nazivergleich, richtiger gesagt ist es hier strukturell dasselbe Problem wie bei angeblichen Nazivergleichen.

    Sagen wir mal ich diskutiere über konkrete Unzulänglichkeiten im Sozialsystem. nun kommt mir einer mit ständiger Abwiegelei, „Ja, ja, da mag ja so manches vielleicht nicht ganz ideal sein, aber ist es nicht toll dass der Staat überhaupt ein Sozialsystem hat“ nachdem ich das dreimal ignoriert und fünfmal darauf hingewiesen habe, dass es nichts zur Sache tut, platzt mir der Kragen und ich sage „Ja toll, wir haben ‚ein Sozialsystem‘, die Nazis hatten auch ‚ein Sozialsystem'“ https://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law
    Das kann man jetzt so verstehen, wie es gemeint ist. Das Argument „immerhin haben wir doch überhaupt ein Sozialsystem“ ist in dieser Diskussion doof, insbesondere zeigt es nicht, dass wir einen tollen Staat haben. Das kann man leicht sehen, denn dann müssten ja alle Staaten, die ein Sozialsystem haben/hatten toll sein/gewesen sein. Das ist aber falsch. Das sieht man leicht, den der Nationalsozialismus, hatte auch ein Sozialsystem war aber nicht toll. Den Nationalsozialismus wähle ich deswegen als Gegenbeispiel hier, weil ich mir da sicher sein kann, dass wir übereinstimmen, dass der nicht toll ist. Also ist gezeigt, dass „überhaupt ein Sozialsystem“ nicht reicht. Also können wir jetzt bitte endlich über die Details des Sozialsystems diskutieren?

    So wird es aber leider meistens nicht verstanden, sondern als „Du hast mich Nazi genannt!“

    Das ist der eigentliche Grund, warum, man Nazivergleiche meistens lassen sollte, diejenigen, die einen solchen Hammer am nötigsten hätten, um zu verstehen, sind zu dumm, den eigentlichen Sinn des Vergleichs zu verstehen.

    Man kann „Taschenspielertrick“ hier so verstehen, wie es gemeint ist: Sie bringen mich hier um das mir zustehende Recht und versuchen dies noch zu kaschieren. Ihr Verhalten hier gleicht dem eines Taschenspielers, ist also insbesondere einer staatlichen Lehrkraft unwürdig.

    Das ist es was ich aus der Situation destilliere, das Helena sagen wollte. Nur reden Kinder numal nicht so gestelzt wie Philosophiestudenten im Ethikseminar.

    Selbst angenommen, der Lehrkraft würde irgendwie dämmern, wie das gemeint ist, bezweifle ich, dass die anders reagiert hätte. Das erfordert nämlich Charakter und Fähigkeit zur Selbstkritik. Es ist hier Helena, die SACHLICH ZURECHT die belehrende Rolle einnimmt und den Lehrer maßregelt, dass sein Verhalten inakzeptabel ist. Dazu braucht es einen wirklich guten Lehrer, um mit einer solchen Rolleninversion umzugehen. Wirklich gute Lehrer kommen aber meist schon von vorneherein nicht in die Situation, weil sie so etwas ja nicht machen.

    Dem allerletzten Hilfsaufgebot der Pädagogik, das da zugange war, bleibt freilich nichts anderes als „Sie hat Taschenspielertrick gesagt!“ zu rufen und sich zu empören. Damit kann man immerhin auf gewissen Rückhalt bei den anderen Doofen rechnen, die auch nix kapieren und sich mitempören. Wo der Verstand nicht reicht, klammert man sich an Formalia.

    Das sind die eigentlichen geistig-sozial Behinderten, die wir hier mitziehen müssen. Machen wir aber. Da gibt’s gar keine Diskussion. Auch wenn da mal einer von uns, der geistig eine Ebene über denen operiert, einstecken muss, wie es Helena hier wiederfahren ist. Machen wir. Weil wir ja die Guten sind. Und weil wir nicht an einer Seuche, ausgelöst durch ein unzureichend desinfiziertes Telefon eingehen wollen. https://de.wikipedia.org/wiki/Planeten_und_Orte_aus_dem_Roman_Per_Anhalter_durch_die_Galaxis#Golgafrincham

  30. @nickel sagt: 20. Dezember 2019 um 13:43 Uhr
    „… mit ihrer Argumentation, dass es ja 90 Minuten und nicht 70 waren, selber in den Fuß schoss.“

    Daher ist die einzig mögliche Kritik an Helenas Äußerung hier, dass der Vergleich noch zu zuvorkommend war. Echte Trickser vermeiden es eher sich peinlich in den Fuß zu schießen, sowohl die legale Art, die etwa auf Kreuzfahrten von Tisch zu Tisch geht und Tricks vorführt (weil sie sonst nicht mehr engagiert werden) wie auch die Hütchenspieler und Konsorten (weil sie nicht mit die Otto-Mannen anziehen wollen).

    Übrigens hatte das BVerfG vor Kurzem die Frage der Nazivergleiche auf dem Tisch und ich bin sehr froh, dass es der verstandesgemäßen Auslegung gefolgt ist http://www.internet-law.de/2019/07/bverfg-zieht-grenzen-der-meinungsfreiheit-erneut-weit.html

  31. Lösungsvorschlag für „Übel 1“:
    Die nachfolgende Stunde nach der Klassenarbeit wird für Helenas Klasse grundsätzlich zur Freistunde erklärt.

    Beispiel:
    Es wird eine Klassenarbeit in Deutsch geschrieben, die 90 min dauert. Alle Schüler außer Helena werden rausgeschickt und dürfen den Raum erst nach 27 min, also wenn Helena ihre Arbeit abgegeben hat, wieder betreten. Die dann eigentlich stattfindende Stunde (z.B. Mathe) wird entweder später (nachmittags?) nachgeholt oder ersatzlos gestrichen – je nach Ermessen der Schule. Helena kann in Ruhe zu Ende schreiben und muss zudem nicht auf Ihre Pause verzichten, da sie ja nach der Klassenarbeit immer noch die restlichen 18 min von der Freistunde hat. Die Mathe-Lehrerin der ausgefallenen Mathestunde übernimmt für die 27 min der Zeitverlängerung die Aufsicht, da sie ebenfalls danach 18 min Pause machen kann. Die Deutschlehrerin kann nach einsammeln der Klassenarbeiten von Helenas Mitschülern ihre reguläre Pause machen und dann zu ihrer nächsten Stunde; für sie ändert sich also nichts.

    Ich denke, auf diese Weise würden alle profitieren? Einziges Problem wäre der „verpasste“ Lehrstoff der ausgefallenen Mathestunde. Aber die könnte, wie bereits erwähnt, bei Bedarf später nachgeholt werden. Alternativ könnte die Mathelehrerin Helenas Mitschülern für die Dauer der Freistunde Aufgaben zu selbstständigen Bearbeitung aufgeben.

  32. Ach, jetzt hab ich mich in meinem obigen Beitrag glatt verrechnet :-I
    Helena und die Lehrkraft der ausgefallenen Stunde (hier die Mathelehrerin) hätten in meinem Beispiel sogar eine Pause von 33 Minuten, nachdem Helena abgegeben hat (und nicht bloß 18 min, wie ich oben irrtümlich geschrieben habe), da sie ja die große Pause zwischen der Deutsch- und Mathestunde durchschreibt.

  33. @Kieler Sprotte: Man kann Schüler nicht einfach rausschicken, denn es besteht eine Aufsichtspflicht der Lehrkraft. Außerdem werden die anderen Schüler sicher begeistert sein, wenn sie nachmittags noch einmal kommen dürfen, weil Helena nachgeschrieben hat. Abgesehen davon, dass ich es auch verstehen kann, dass Lehrer einmal eine Pause brauchen und der Job nicht eben mit Rumsitzen und Beaufsichtigen getan ist, wie einige hier behaupten. Trotzdem ist es Aufgabe der Schule eine Lösung zu finden, die Helena nicht benachteiligt und es gibt schon andere Bundesländer in denen die Inklusion deutlich besser umgesetzt ist. Spoiler: Es ist überall Luft nach oben. Es ist gut, dass du das Gespräch gesucht hast, die Fahrstuhlsituation war Vielen (Lehrerinnen, Direktor) wohl überhaupt nicht klar. Kommunikation ist hier das Schlüsselwort und wie genau Helena den Begriff „Taschenspielertrick“ gegenüber der Lehrkraft verwendet hat (der Ton macht auch die Musik), kann hier niemand bewerten…

  34. Hier ist noch ’ne tolle Idee. Demnach sollte Helena vermutlich in noch kürzerer Zeit noch mehr schaffen:

    „Andererseits ist aber auch von einer „Führungsperson“ zu berichten, die mich mit dem weniger wohltuenden Hinweis erschrak im Hinblick auf eine für mich völlig ungeeignete Stelle, meine behinderungsbedingt schweren Arbeitsbelastungen könne ich doch bestimmt gut kompensieren, da ich ja von Geburt an besondere Belastungen gewohnt sei.“

    Mit Contergan-Handicap als Richter in der Justiz, RiLG Prof. Dr. Herbert Taubner

    https://www.juris.de/jportal/cms/juris/media/pdf/juris_jm/jm_2020_01.pdf

    Ich wüsste wirklich nicht, was ich da spontan sagen würden, wenn jemand mit solchem Blödsinn auf mich zukommt, der einen offensichtlichen Nachteil als Vorteil auslegt.

    Aber das ist andernorts auch üblich. Hier die Version warum Armut in Wirklichkeit ein Vorteil ist. Die einfachen Leute haben es doch so schön! Müssen sich nicht plagen, was sie mit Ihrem vielen Geld machen. So beneidenswert!

    It’s a good thing
    You don’t have bus fare
    It would fall through the hole
    In your pocket and you’d lose it
    In the snow on the ground

    https://www.youtube.com/watch?v=SVmjKHkgxis

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