Richter kommen auch ans Bett

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Mein Problem hat sich grade gelöst. Mein Vater darf den Zettel nicht mehr unterschreiben.

Wusstet ihr, dass Richter auch ins Krankenhaus kommen???

Ich wusste von nix und plötzlich klopft es und ein Typ kam rein. So vielleicht 60 und mit grauen Haaren. Ich dachte erst, das wär der Opa von meiner Bettnachbarin, aber der wollte zu mir. Er sagte, er ist Richter und heißt Olaf XY…

Die Stationsärztin hat ihn angerufen, ohne mir irgendwas zu sagen! Sie hat meine Eltern auch hierher bestellt und die haben auch nichts zu mir gesagt. Zu um 7. Er will sich ein Bild machen von mir und wie es mir geht und er hat gehört dass ich Ärger habe mit der Versicherung. Ob ich das mal genau erzählen kann.

Naja, ich hab ihm halt das erzählt mit den 12 Tausend Euro und dass mein Vater das unterschreiben will, weil er keinen Streit will. Und ich habe ihm einen Brief gezeigt vom Krankenhaus, wo meine Verletzungen drauf stehen. Und dann kamen meine Eltern, und meine Mutter meinte gleich so völlig aufgedreht, als er sich vorgestellt hat: Ich glaub das jetzt nicht, jetzt hetzt uns meine Tochter die Justiz auf den Hals.

Aber er hat dann gesagt: Ihre Tochter hetzt gar nichts. Das Krankenhaus hat bei uns angerufen. Dann sagte meine Mutter: Das wird ja immer schlimmer. Wenn das so weiter geht, werden wir unser Kind verlegen lassen.

Und dann sagte der Richter: Nein das werden sie nicht. Jetzt werden Sie mal vernünftig und lassen Sie uns reden wie erwachsene Menschen. Ich bin hier, weil ich Ihnen helfen will.

Dann hat er meinen Vater gefragt, ob er das von der Versicherung dabei hat. Dann hat sich der Richter das angeguckt und gefragt, ob er das unterschreiben will. Ja eigentlich schon, er will keinen Ärger.

„Ihre Tochter möchte das aber nicht, und ehrlich gesagt, halte ich das auch nicht für klug, das zu unterschreiben. Ich lege das Schmerzensgeld zwar nicht fest, aber ich halte die angebotene Summe für einen Witz nach den Verletzungen, die ihre Tochter abgekriegt hat.“

Dann sagte mein Vater: „Ja, nur wir haben das sorgerecht. Und was wollen Sie tun, wenn ich keinen Streit mit der Versicherung will?“

Und dann sagte der Richter ohne eine Sekunde zu überlegen: „Dann ordne ich das an. Dann bekommt Ihre Tochter einen Verfahrenspfleger, der sich nur darum kümmert, die Ansprüche ihrer Tochter durchzusetzen. Dann sind Sie komplett raus aus der Sache, Eltern hin oder her. Sie müssen zum Wohl Ihres Kindes entscheiden. Dazu sind Sie verpflichtet. Zum Sorgerecht gehört auch Sorgepflicht. Sie unterschreiben nicht für sich selbst!“

Zack!

Dann fragte mein Vater: „Also was heißt das jetzt konkret? Entweder beauftrage ich einen Rechtsanwalt oder es gibt einen Verfahrenspfleger, der das macht. Und was ist, wenn ich in der Zwischenzeit diesen Brief bereits unterschrieben habe?“

Und dann sagte der Richter: „Och Herr …!!! Dann kriegen Sie Stress mit Ihrer Tochter, und zwar für den Rest Ihres Lebens. Bevor wir jetzt noch lange reden: Wer von uns beiden beauftragt denn jetzt den Rechtsanwalt? Sie oder ich?“

Und dann hat mein Vater gesagt: „Ja ich nicht.“

Und dann hat der Richter sein Diktiergerät rausgeholt und angefangen zu labern: „… ergeht folgender Beschluss … wird einstweilen angeordnet … sofort wirksam … in Augenschein genommen … schwer verletzte Tochter … blablabla“

Und am Ende: „Von Kosten wird abgesehen. Ich halte Ihnen zugute, dass Sie von dem Unfall Ihrer Tochter tief bestürzt und überfordert sind. Ich kann mich nicht in Ihre Situation rein versetzen, denn meine Töchter sind zum Glück gesund. Ich will es Ihnen nicht noch schwerer machen. Aber Sie sind ihrer Tochter im Moment keine große Hilfe.“ (Endlich mal jemand, der das einsieht.)

Und dann war er weg. Alter Schwede, wieso kann der sowas einfach so machen?! Ich meine, ich bin ja glücklich, aber ich hätte nie gedacht, dass ein Richter sowas einfach so darf.

Und dann sind meine Eltern raus, ohne noch ein Wort zu sagen. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Hoffentlich wird das jetzt alles gut.

Der 50. Geburtstag meiner Mutter

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Bei mir ist schon wieder Stress.

Ich hab Stress mit meinen Eltern. Genauer gesagt mit meiner Muddi. Die wird morgen 50. Ich bin im Krankenhaus seit einiger zeit und meine Eltern gehen mir einfach nur noch auf den Keks weil sie einfach nur ungeduldig sind, besonders meine Mutter. Vor Weihnachten haben wir uns so heftig gezofft, dass ich sie gebeten habe, mich ganz in Ruhe zu lassen und hier erst mal nicht mehr vorbei zu kommen. Sie haben gesagt, dass sie sich daran halten, aber nur bis zum Geburtstag von meiner Mutter. Der ist morgen.

Ich habe eine Einladung bekommen für morgen und sollte eigentlich von um halb 12 bis um halb Ausgang bekommen und dorthin zum Mittagessen in eine Gaststätte.

Eigentlich hatte ich schon die ganze Zeit keinen Bock dadrauf, weil da nur alte Leute sind, die alle nur oberflächlich sind. Wer hat das größte Auto und wer hat wem die Meinung gesagt und wie, und wer ist der größte Held. Aber für meine Mutter hätte ich das gemacht.

Und ich hatte keinen Bock, weil dann alle nur fragen: Was hast du denn gemacht und wieso im Krankenhaus und wie lange noch und wird wieder alles gut? Und das nervt, weil die sowieso alle nichts peilen und gute Tipps geben und mich mit falschem Mitleid und klugen Ratschlägen überschütten. Aber wie gesagt, ich hätte es gemacht.

Aber jetzt kam heute der Arzt rein, ich muss ja die meiste Zeit im Bett liegen und darf immer nur mal zwei, drei, höchstens vier Stunden aufstehen. Durch das Liegen den ganzen Tag habe ich jetzt am Arsch eine Stelle, die ein bißchen gerötet ist. Der Arzt meinte, ich soll die Stelle entlasten und nicht länger als 1 Stunde am Stück aus dem Bett raus. Ich hab gesagt, dass ich morgen Ausgang hab und er sagte: Das vergessen Sie mal.

Nun hab ich eben meine Mutter angerufen und ihr gesagt (ganz höflich!!! extra höflich!!! extra ruhig!!!) dass es mir Leid tut aber ich nicht kommen kann. Da ist die voll ausgerastet! Sie wird nur ein mal 50 und sie hat kein Verständnis. Sie will mit dem Arzt sprechen, welcher Arzt das war. Hab ich gar nicht drauf reagiert, sondern nochmal gesagt: Mach dir morgen einen schönen Tag und wir feiern das nach, wenn es mir ein bißchen besser geht. Da sagt sie: Das brauchen wir nicht nachfeiern. Das Essen ist bezahlt und ich mach mir einen schönen Tag, weil morgen kommen die Leute, denen was an ihr liegt und ich kann mir das überlegen, entweder ich komme oder ich bin nicht mehr ihre Tochter.

Ich hab dann gesagt, dass ich das gemein finde wie sie mit mir redet. Ich habe mir das nicht ausgesucht. Dann sagte sie, dass ihr das auch Leid tut aber dann soll ich eben nur eine Stunde kommen. Aber eine Stunde muss ich schon alleine dorthin fahren, zurück macht zwei Stunden und ich darf nur eine Stunde aus dem Bett. Dann muss ich eben früher aufstehen, sagt sie. Oder ich kann mich ja zu Hause einen Moment hinlegen, dafür haben alle Verständnis.

Ich habe dann nochmal gesagt, dass ich nicht kommen kann und ihr alles Gute für den Tag morgen wünsche und dann sagte sie, dass sie dafür kein Verständnis hat und sie das alles nicht glaubt. Sie muss sich jetzt um ihren Besuch kümmern, aber ich das Thema ist noch nicht durch.

Ganz toll. Hätte ich was anders machen sollen? Hab ich was verkehrt gemacht?