Christin und Amerika

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Für irgendwelche kulturellen Sehenswürdigkeiten hatten wir in den Tagen in Amerika keine Zeit. Wir hätten uns Zeit nehmen können, aber unser Hunger war hauptsächlich der nach Sonne. Wir haben es beide geschafft, schon vor unserem Wettkampf etwas Sonnenlicht zu bekommen ohne dabei die Haut zu verbrennen. Immerhin würde ich während meiner Schwimmzeit der prallen Sonne ausgesetzt sein. Wir lagen also am Strand, hatten uns einen Sonnenschirm geliehen (ohne den es nicht auszuhalten war), soffen literweise Wasser und gingen alle zwei Stunden mal in die Wellen. Vorausgesetzt, das Wasser war da. Wobei ein wenig Wasser immer da war.

Christin bat darum, die Klimaanlage nachts abgeschaltet zu lassen und lieber das Fenster weit zu öffnen, um sich nicht noch zu erkälten. Draußen kühlte es auch nachts nicht unter 20 Grad ab, so dass wir nackt unter einer großen Bettdecke lagen. Nein, eine feste Beziehung (im Sinne einer offiziellen Partnerschaft) haben wir nach wie vor nicht miteinander. Das sehen wir zum Glück beide so. Zum Glück, weil ich Einigkeit und Ehrlichkeit mag. Eine enge Freundschaft zweifelsfrei, und wenn ich mir vor Jahren auch noch nicht so sicher war, ob Sexualität und „keine feste Beziehung“ zusammenpassen, so empfinde ich zurzeit Sexualität nicht als etwas so Einzigartiges, dass das nur mit mir alleine oder mit einem festen Partner geht. Klar, nackt nebeneinander im Bett zu liegen, weil es warm ist, hat nicht unbedingt etwas mit Sexualität zu tun, wenn ich es ganz pragmatisch sehen möchte. Und ich halte nach wie vor und ausschließlich nach dem männlichen Geschlecht Ausschau. Wobei ich inzwischen weiß, wie anspruchsvoll ich bin.

Es geht eindeutig von ihr aus. Sie will. Sie will oft und lange. Sie ist nicht übergriffig, ich könnte alles sofort und jederzeit beenden. Aber sie zeigt mir sehr genau, was sie will. Führt meine Hand, lässt mich fühlen, schmiegt sich an, hat sehr großes Verlangen. Küsst gut, schmeckt gut, fühlt sich gut an. Und, und das gefällt mir ganz besonders, hat keine Berührungsängste mit Blick auf meine Querschnittlähmung. Nein, sie kann nichts kaputt machen und nein, ich bin nicht aus Zucker. Während ich eher etwas zurückhaltender bin, nimmt sie sich mich so, wie sie es gerade braucht. Und hat volles Vertrauen, dass ich „Nein“ und „Stopp“ sagen würde. Wenn ich etwas nicht möchte. Ich möchte aber und es fühlt sich verdammt gut an.

Am Tag vor Christins Wettkampf reiste eine amerikanische Sportlerin an, checkte im selben Hotel ein und fragte uns gleich, ob wir zusammen Mittagessen wollen. Christin und die amerikanische Sportlerin sind klare Konkurrentinnen im Sport, kämpfen um jede Sekunde gegeneinander. Allerdings nur im Wettkampf. Diese professionelle und faire Trennung, die ich mir im Privatleben, im Job, im Verhältnis zu anderen Eltern aus Helenas Klasse oder nur ganz allgemein viel mehr wünschen würde, wurde hier wirklich gelebt. Wir futterten zusammen, Christin und die Sportlerin quatschten über ihren letzten Wettkampf und über einen bestimmten Schiedsrichter, ich wurde gefragt, woher wir uns kennen, was meine Hobbys sind, und bekam gleich ein indirektes Lob, dass sie es faszinierend fände, wie gut und wie viele Deutsche Englisch sprechen könnten. Sie sagte, dass Deutsch so eine komplizierte Sprache sei, und wir übten am Beispiel „Frei-Wasser-Schwimmen“ das deutsche Wort für „Open Water Swimming“. Das „Sch“ machte ihr anfangs große Probleme, irgendwann konnte sie es aber. Ich bin in den Stunden nicht ein einziges Mal auf meine Behinderung angesprochen worden. Kein einziger Kommentar, weder, dass mein Rollstuhl sportlich sei, noch wie es passiert ist. Kurzum: Sie hat es mir überlassen, ihr davon zu erzählen. Und nicht umgekehrt.

Ich will nicht sagen, dass man mich nicht fragen darf. Wobei ich am liebsten gefragt werde, ob ich darüber sprechen möchte, weil es mir die Chance gibt, mich für ein „Nein“ zu entscheiden. Es ist um ein Vielfaches anstrengender, die Frage „Warum sitzt du im Rollstuhl“ mit „Darüber möchte ich nicht sprechen“ zu beantworten. Die nötige stärkere Zurückweisung des Anliegens bringt nicht selten einen Rechtfertigungsdruck mit sich, der vom Fragesteller oft auch ganz bewusst erzeugt, eingesetzt oder sogar ausgenutzt wird, beispielsweise durch Nachhaken oder durch eine eingeschnappte Vertrauensfrage.

Und so habe ich es genossen, dass meine Behinderung mal nicht im Vordergrund stand, auch wenn ich kein Problem gehabt hätte, mich mit ihr darüber zu unterhalten.

Keine Paranoia

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Zum Check-In waren wir rechtzeitig im Flughafen, und während Christin genauestens auf Waffen und andere verbotene Gegenstände durchsucht und durchleuchtet wurde, wurde ich nur halb überprüft. Die Arme, der Rücken … hätte ich eine Handgranate in der Hosentasche gehabt, hätte das wohl niemand gemerkt. Immerhin wurde aber der Rollstuhlrahmen auf früheren Kontakt zu Sprengstoff beprobt. Jetzt fehlte nur noch, dass Emma nach ihrem letzten Schießtraining meinen Rollstuhl angefasst hat und dort jetzt noch Munitionsanhaftungen kleben. War aber alles negativ.

Wir waren gerade mit der Kontrolle fertig, da kam bereits eine Mitarbeiterin auf uns zu. „Sind Sie Frau Socke? Schön, dass Sie rechtzeitig da sind. Ich würde Sie gerne jetzt schon in Ihr Flugzeug bringen. Sie und Ihre Begleitung steigen zuerst ein. Sie dürfen mit Ihrem Rollstuhl bis zu Ihrem Sitzplatz fahren, anschließend wird der aber im Frachtraum verstaut. Ich lese hier, Sie sind eine WCHC, das heißt, Sie brauchen den Kabinenrollstuhl, um auf die Toilette zu kommen, richtig? Melden Sie sich bitte bei meinen Kolleginnen und Kollegen an Bord, sobald Sie ihn benötigen.“

Etwa zehn Minuten nach uns kamen die anderen Reisenden in den Flieger. Einige von ihnen glotzten, andere bekamen es gar nicht richtig mit, dass schon zwei Fluggäste dort saßen. Ein Mann schnaufte wie eine Lokomotive und hatte einen dunkelroten Kopf. Für mich sah das aus wie Bluthochdruck, aber es ist nicht mein Job, das zu bemerken. Und vielleicht täuschte ich mich auch. Ich hoffte nur, dass ich ihm nicht gleich helfen müsste. Ich wurde persönlich von einer Crew-Mitarbeiterin begrüßt und gefragt, ob es mir gut ging, dann rollte der Vogel los. Nach den Sicherheitshinweisen wussten wir alle, wie der Gurt anzulegen ist, wann die Sauerstoffmaske aus der Decke fällt und wo die Notausgänge sind, und wenig später waren wir schon in der Luft. Wir gewannen sehr schnell an Höhe, es dröhnte, wackelte und rumpelte ziemlich, während wir eine graue Wolkendecke durchquerten.

Der Flug verlief reibungslos und ohne medizinische oder andere Zwischenfälle. Auch der Klogang war unspektakulär. Wir haben uns ein wenig unterhalten, ich habe auch eine Zeitlang geschlafen. Irgendwann, schneller als gedacht, konnten wir wieder Festland unter uns sehen. Zum Aussteigen bekam ich, zwar erst, nachdem alle anderen draußen waren, aber immerhin persönlich meinen unbeschädigten Rollstuhl zurück. Die Passkontrolle, über die ja im Vorfeld so viel Dramatisches berichtet wurde, war völlig unspektakulär. Wir mussten unsere Papiere vorlegen und wurden gefragt, mit welcher Absicht wir ins Land reisen. Wir gaben an, an einem sportlichen Wettkampf teilnehmen zu wollen. Keine drei Minuten, dann war alles erledigt. Der Flieger war klimatisiert, der Flughafen auch, als wir allerdings nach draußen kamen, dachte ich, mich trifft der Schlag: Über 30 Grad Lufttemperatur schon vor dem Mittagessen, ein paar kleine Wölkchen am Himmel und eine Luftfeuchtigkeit, die an eine Waschküche erinnerte. Christin, die ja öfter mal auf internationalen Wettkämpfen startet, meinte, es sei günstiger, in einiger Entfernung zum Flughafen einen Mietwagen zu ordern als direkt im Flughafen. Womit sie völlig recht haben sollte. Während am Flughafen diverse Autovermieter ihre Station hatten, deren Namen oder Logo auch in Deutschland bekannt ist, gerieten wir drei Straßen weiter an einen lokalen Anbieter.

Hier bekam ich zum ersten Mal mit, was Kundenservice heißt. Als Christin und ich das Grundstück des Autovermieters betraten, eine Art Tankstellengelände zwischen ein paar Geschäftshäusern an einer vielbefahrenen Straße, hielt uns erstmal ein Mitarbeiter die Tür auf. Obwohl gerade schon jemand bedient wurde, wurden wir sofort gefragt, ob wir ein Auto mieten wollten. Wir bekamen einen Sitzplatz an einem runden Glastisch, bekamen ein Glas Wasser hingestellt – mit Unmengen von Eiswürfeln. „Sie ziehen Ihr Gepäck hinter sich her, Sie sind bestimmt gerade am Flughafen gelandet“, fragte uns der Mitarbeiter auf Englisch. Und fuhr fort: „Und jetzt suchen Sie einen Mietwagen. Ich bin mir sicher, wir werden das Passende für Sie finden. Haben Sie schon eine Idee, bevorzugen Sie eine bestimmte Marke?“

Christin sagte: „Nein, wir suchen nur einen fahrbaren Untersatz.“ – „Woher kommen Sie?“ – „Aus Deutschland.“ – „Oh, aus Deutschland! Das ist ja fantastisch! Ich habe schon viel gehört, es soll sehr schön dort sein. Eine Sache müssen Sie mir erstmal erklären: Wie fühlt es sich an, ohne jede Geschwindigkeitsbegrenzung fahren zu dürfen? Ich stelle es mir irre vor. Die Polizei im Rücken und du darfst fahren so schnell wie du willst.“ – Er amüsierte sich. Christin sagte: „Das Besondere daran ist ja: Wenn du so schnell fährst, wie es die Physik erlaubt, gibt es immer noch jemanden, der schneller fährt als du.“ – „Das muss ich gleich meinem Kollegen erzählen. Was war das Schnellste, was du je gefahren bist?“ – Inzwischen hörte uns ein weiterer Mitarbeiter zu. Christin sagte: „Ich bin mal bei ihr mitgefahren“, sagte sie und deutete auf mich, „da fuhren wir 220 Kilometer pro Stunde.“ – Unser Mitarbeiter fragte den anderen: „Wie rechnet man das in Meilen um?“ – Der andere Mitarbeiter antwortete: „Das machst du so wie du es am besten kannst.“

Dann kamen wir endlich zum Geschäftlichen: „Ich habe für euch ein deutsches Auto. Schönes Auto. Einen Wulkswahn. Dschätta. Automatik, Air Condition, Benziner, alle Meilen inklusive, Versicherung gegen Kollision und Diebstahl ohne Selbstbeteiligung, alle Gebühren und Steuern inklusive für 31,50 Dollar pro Tag. Vollgetankt ist er, vollgetankt muss er wieder abgegeben werden. Den würde ich nehmen. Wenn das zu teuer ist, hätte ich auch noch einen kleinen Mitsubishi für 26,50 Dollar pro Tag. Der fährt auch, aber ich würde den Dschätta nehmen. Einen Toyota SUV für 34 Dollar hätte ich auch noch. Oder, wenn es was luxuriöses sein soll, dann einen Bi-Emm-Dabbelju Icks Feif für 96 Dollar am Tag.“ – Einen Ford Transit als 15-Sitzer hätten wir auch haben können, für 170 Dollar pro Tag. Wir einigten uns auf den Toyota SUV, weil dort mein Rollstuhl ohne irgendwelches Gebastel in den Kofferraum passte. Beim Jetta hätten wir den erst zerlegen müssen. Kombis gab es gar nicht, nur Automatik, alle Autos hatten Klimaanlage. Kreditkarte, internationaler Führerschein vorzeigen, fertig. Der Mitarbeiter brachte uns zu unserem Auto, er erklärte einige Besonderheiten – und los ging es zum Hotel.

Wir mussten noch etwa 70 Kilometer fahren. Wir fuhren über eine sechsspurige Straße, und obwohl es einigen Verkehr gab, war alles sehr viel entspannter. Alle hielten sich sehr genau an das Tempolimit, einzig gewöhnungsbedürftig war, dass manchmal die rechte Spur recht unangekündigt in eine Ausfahrt überging. Etwas merkwürdig war auch, dass das Rechtsabbiegen bei Rot generell erlaubt war, solange das nicht ausdrücklich verboten war und man niemanden behinderte. Das klappte alles ganz gut.

Unser Hotel lag direkt am Meer, allerdings hatten wir aus Kostengründen ein Zimmer mit Blick zur anderen Seite gewählt. Der Unterschied lag bei fast 100 Dollar am Tag, was nun wirklich übertrieben war. Die Ausstattung war einfach, aber zweckmäßig. Der Raum war klimatisiert, es gab einen mit etlichen Säften, Mineralwasser und Softdrinks gefüllten Kühlschrank, eine barrierefreie Dusche, zwei Einzelbetten mit elektrisch verstellbarem Kopfteil, einen großen Flat-TV, der sogar ARD und ZDF digital empfangen konnte, vier Kissen pro Bett, kurzum: Nichts zu meckern.

Als erstes fuhren wir in ein Einkaufszentrum, um Sonnencreme, ein paar Lebensmittel und Getränke zu kaufen. Danach wollte ich nur noch eins: Gib mir Sonne, gib mir Strand, gib mir Meer. Am Strand gab es einen befestigten Weg und an einer Station, die auch Fahrräder vermietete, gab es Strandrollstühle zu mieten. Selbst für die 12 Dollar pro Tag brauchte es eine Kreditkarte, mit Bargeld wären wir nicht weitergekommen. Aber es gab keinen Kommentar, keine Diskussion, keinen blöden Spruch. Ich möchte so ein Ding ausleihen, und ich konnte so ein Ding ausleihen. Die Mitarbeiter benahmen sich so als würden sie den ganzen Tag nichts anderes machen als Strandrollstühle an Menschen mit Behinderung zu verleihen. In Deutschland würde dafür erstmal der Bürgermeister angerufen und nach den Verwaltungsvorschriften gefragt werden. Ist jetzt übertrieben, aber so kommt es mir häufig vor. Es war hier alles so unkompliziert.

Auch im Hotel. In unserem Raum gab es einen Sitz für die barrierefreie Dusche. Und fest montierte Haltegriffe. Ansage beim Check-In: Wenn Sie mobile Haltegriffe, die man mit Unterdruck an die Fliesen klebt, oder einen Dusch- oder Toilettenrollstuhl benötigen, oder Lagerungskissen oder weitere Decken, dann sagen Sie bitte Bescheid. Es gab einen Eimer für Hygienemüll im Bad. Alle Spiegel waren in sitzender Position nutzbar. Selbst am nächsten Morgen beim Frühstück gab es wahlweise eine Art kleinen Einkaufswagen, auf den man sein Tablett stellen konnte und das Ding vor sich herschieben konnte, oder ein Tablett mit einer Art Kissen drunter, das man sich auf den Schoß stellen konnte.

Insgesamt waren die Menschen dort sehr viel entspannter. Es drehte sich niemand nach mir um. Es glotzte mich auf der Strandpromenade niemand an. Es laberte mich niemand dicht, die ganze Woche lang nicht. Niemand erzählte mir, was besser für mich sei oder dass er auch schon einmal in einem Rollstuhl gesessen hat. Einmal saß ein kleiner Junge in unserem Frühstücksraum mitten im Weg. Bevor ich dort ankam, sagte die Mutter zu ihm: „Denke bitte dran, dass auch andere Menschen hier sind und du nicht mitten in einem Durchgang sitzt.“ – Daraufhin sagte der Junge: „Die Menschen kommen aber an mir vorbei.“ – „Die Frau im Rollstuhl beispielsweise nicht.“ – Woraufhin er sich ohne ein weiteres Wort anders hinsetzte. In Deutschland gibt es Menschen, die stellen oder setzen sich bewusst in den Weg, um mit mir ins Gespräch zu kommen. Nein, keine Paranoia.

Elftes Gyrosbaguette

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Ich stelle mir gerade vor, ich hätte Geburtstag. Nicht meinen richtigen, der in meiner Geburtsurkunde steht, sondern den anderen. Also den Zweitgeburtstag. Den ich immer an dem Tag berolle, an dem ich einst dem Sensenmann erst die Hand geschüttelt, dann aber nochmal „Auf Wiedersehen“ gesagt habe.

Der Tag, an dessen Jährung ich früher immer Gyrosbaguette gegessen habe. Was mir inzwischen aber keinen Spaß mehr macht, weil erstens Gyrosbaguette so viele Zwiebeln enthält, dass ich davon in einer Tour laut pupsen muss, zweitens es den Imbiss nicht mehr gibt, an dem sich die Heli-Crew an meinem Unfalltag sowas geholt und dann aus Gründen liegen gelassen hat, drittens es die Notärztin nicht mehr gibt, die mir damals nicht mit einem Gyrosbaguette, sondern mit viel Liebe, ein wenig Gas, viel Wasser und ein paar Drogen das Leben gerettet hat.

Ich stelle mir gerade vor, es wäre mein elfter Zweitgeburtstag. Ich hätte dienstfrei, würde morgens mit Marie eine Runde im Meer trainieren, würde mich nachmittags noch mit einer Freundin treffen, die extra ihr Fahrrad auf dem Auto mitbringt, weil wir beide schon seit Monaten gemeinsam an paar Kilometer abreißen und dabei quatschen wollen, sie auf dem Fahrrad und ich mit meinem Handbike; ich würde von Marie einen Kuchen mit elf Kerzen bekommen und gar nicht mehr so viel über das alles nachdenken, denn es ist bereits elf Jahre her.

Und ich stelle mir vor, ich hätte am Morgen ein paar Leuten geschrieben, das ich heute meinen elften Zweitgeburtstag feiere und mit allen, die wollen, anstoße. Ohne mir viel dabei zu denken. Und dann passiert *Trommelwirbel* etwas, womit niemand gerechnet hat: In den zwei Stunden danach wollen 100 Leute mit mir anstoßen und prosten mir zu. Ich freue mich riesig über die Aufmerksamkeit. Auch wenn ich mich inzwischen für ausgeglichen halte, so ein Zweitgeburtstag ist immer Scheiße. Auch nach elf Jahren sind Gedanken da. Keine, die mich umwerfen, keine, die mich noch zum Heulen bringen, aber am Abend davor in alten Fotoalben geblättert zu haben, war ohnehin nicht richtig. Nein, einfach nur ein wenig Melancholie. Ablenkung tut gut, und Anteilnahme auch. Mitleid nicht.

Naja, und dann stelle ich mir vor, in den zwei Stunden danach wollen noch weitere 100 Leute mit mir anstoßen. Auch wenn ich nur noch vorsichtig nippe, ist mir schon ganz schwindelig. Ich muss Sekt nachkaufen, weil ich mit einem solchen Ansturm gar nicht gerechnet habe. Neben aneinanderklirrenden Gläsern bekomme ich viele schöne Worte.

Ich stelle mir vor, dass ich vier Stunden später von dem ganzen Sekt völlig betrunken bin. Inzwischen hat jemand 1.300 Menschen gezählt. Auch wenn ich noch gedacht habe, ich heule nicht, kommen mir die Tränen. Noch vier Stunden später habe ich gefühlte 11 Promille Alkohol im Blut und weiß gar nicht mehr, was ich noch sagen soll. Denn inzwischen haben 4.000 Menschen mit mir angestoßen.

Spinne ich? Ja. Es waren keine 4.000 Leute in meinem Garten. Und auch nicht in meinem Haus. Ich habe keinen Tropfen Alkohol getrunken. Aber ich hatte am Morgen nach einiger Überlegung, ob ich es überhaupt posten sollte, beim Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben, dass heute mein elfter Zweitgeburtstag wäre. Dass die Frau, die mich damals umfuhr, hupte statt zu bremsen und ich deshalb jetzt rolle statt zu laufen. Das Ding ging buchstäblich durch die Decke.

Als ich heute vom Dienst wiederkam, hatten über 13.000 verschiedene Menschen meinen Tweet geliked, rund 1.000 verschiedene Menschen meinen Tweet geteilt und, und darüber freue ich mich noch einmal besonders, rund 400 Menschen mir mit persönlichen Worten zu meinem „Geburtstag“ gratuliert. Anteil genommen, mitgefühlt, mich gefeiert. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.

Meine Followerzahl hat sich innerhalb von 24 Stunden mehr als verdreifacht. Es wird vermutlich Stunden dauern, zu sichten, wer mir alles seine Visitenkarte in den Briefkasten geworfen hat. Gut, zwei oder drei haben vor lauter Sekt in meinen Vorgarten gekotzt, das mache ich demnächst weg, aber die gibt es ja immer. Hätte ich das für möglich gehalten, dass mir an einem Tag mal deutlich über 10.000 Menschen ihre Aufmerksamkeit schenken?

Ja, es gab mal einen Tag, an dem mein Blog über 22.000 Mal aufgerufen wurde. Nach einer Verlinkung des Bild-Blogs. An einem „normalen“ Wochentag wird mein Blog derzeit etwa 3.500 bis 6.000 Mal aufgerufen. In den letzten 24 Stunden wurden meine Blog-Seiten über 38.000 Mal aufgerufen. Ich wollte es nur mal erwähnen. Denn eigentlich blogge ich nur ein wenig.

Ihr Lieben, danke für das das positive Feedback, die aufmerksamen und mitfühlenden Worte. Ich freue mich, dass so viele Menschen in meinem Leben mitlesen und meinen Zweitgeburtstag mitfeiern wollen. In diesem Sinne: Prost!

Marmelade

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Eigentlich wollte ich heute ganz viel Positives schreiben, einige schöne Ostseefotos posten … nee. Ich warne schonmal vor: Wer ohnehin schon genervt ist, sollte sich vielleicht vorher und rechtzeitig eine Tischkante zum Reinbeißen suchen. Ich bin auch Tage danach noch schwer genervt. Marie auch. Helena sowieso. Es macht einfach nur fassungslos.

Helena kam am Freitag vom Einkaufen zurück. Es war ihr irgendwie wichtig, das alleine zu machen. Also zum Wochenende noch alles das zu holen, was wir nicht vorher einkaufen konnten. Das Meiste hatten wir schon mit dem Auto geholt, aber Frisches und Vergessenes fehlte noch. Zudem hatten sich Susi und Otto kurzfristig angekündigt. Helena hatte sich einen großen Rucksack geschnappt, ihn an ihren Rolli gehängt und war losgeflitzt.

Sie heulte Rotz und Wasser. Sie war richtig außer sich. Was ich einerseits gut fand, weil sie sich früher auch schnell gleichgültig und distanziert gegeben hat; andererseits möchte ich natürlich nicht, dass es ihr so schlecht geht. „So eine verfluchte Scheiße“, schimpfte sie. Ich bat ihr meinen Schoß an. Sie kam sofort, setzte sich auf mich und drückte ihr Gesicht gegen meine Schulter. Ich streichelte ihr erstmal den Rücken. Fragte nicht, was los war. Sie würde das ohnehin gleich erzählen, wenn sie sich etwas beruhigt hatte.

Ich machte mir so meine Gedanken. Geld vergessen? Dann würde sie nicht so ausrasten. Sondern zurückkommen, einmal erwähnen, dass sie verplant ist, und wieder abhauen. Es musste irgendwas vorgefallen sein. Hatte sie jemand geärgert? Bevor ich weiter überlegen konnte, platzte es aus ihr heraus: „Ich hab voll den Scheiß gemacht! Und bin bei [Supermarkt] rausgeflogen. Die waren so gemein zu mir. Ich habe was runtergeschmissen und dann war da einer vom Personal, der hat erst über mich gelacht und anschließend gesagt, ich soll den Laden verlassen, bevor noch mehr passiert. Ich bin eine Zumutung.“

„Was?! Das hat er gesagt?“ – „Ja.“ – „Das ist ja unglaublich.“ – „Das ist nicht gelogen!“ – „Ich habe es unglücklich ausgedrückt. Ich meinte nicht, dass ich dir nicht glaube, sondern dass das ein unglaublich schlimmes Verhalten ist. Und er hat wirklich darüber gelacht, dass dir was runtergefallen ist?“ – „Nein. Ich hab ihn gefragt, ob er mir ein Glas von oben aus dem Regal holen kann, weil das da so bescheuert gestapelt war. Und da meinte er, ich soll doch das von unten nehmen und ist weggegangen. Aber das war was anderes und das wollte ich nicht. Und dann hab ich mich hingestellt und mich festgehalten und dann kam ich auch da oben ran. Ich hab aber nicht gesehen, dass in der Reihe dahinter auch noch Gläser oben drauf gestapelt waren. Und die kamen dann mit runter. Wie eine Lawine. Ich hab vor Schreck die Hände hochgenommen, konnte mich nicht mehr halten, bin umgekippt, hab mich da voll auf die Fresse gelegt, der ganze Mist ist auf mich drauf gefallen. Und dann kam der Mitarbeiter wieder um die Ecke und hat mich ausgelacht. Und dann bin ich wieder aufgestanden, ein Mann hat mir seine Hand gegeben und gesagt, ich soll mir nichts draus machen, der Supermarkt ist dagegen versichert. Und dann bin ich raus. Und draußen hab ich dann gemerkt, dass ich mich dabei dem Sturz auch noch angepinkelt habe, aber wahrscheinlich hat das in der schwarzen Leggings niemand gesehen.“

„Und dann setzt du dich mit deinem nassen Po auf meinen Schoß?“ – „Ja, das ist jetzt erstmal nicht so wichtig“, weinte sie. Das hat sie also so entschieden. Ich versuchte, sie zu beruhigen: „Helena, hör mir mal zu: Wenn du was kaputt machst, dann können wir das entweder so bezahlen oder wir haben dafür eine Versicherung. Das kann und darf jedem passieren. Das ist überhaupt kein Problem, solange du nichts mutwillig kaputt machst.“ – „War es nicht.“ – „Ich weiß. Und den Rest: Ich fahre da jetzt hin und mach den Typen rund. So geht niemand mit dir um, schon gar keiner, der unser Geld damit verdient. Möchtest du mitkommen oder soll ich alleine fahren?“ – „Ich komme mit. Jetzt sofort?“ – „Erst was Trockenes anziehen. Und dann fahren wir mit unseren Handbikes hin?“ – „Ja. Und du reißt ihm so richtig den Ar*** auf?“ – „So richtig. Sowas geht nicht.“ – Helena holte sich ein Taschentuch, putzte sich die Nase und lächelte vorsichtig.

Marie war arbeiten. Ich hätte sie gerne als moralische Unterstützung dabei gehabt. Wenn das jetzt der Schicht- oder gar Marktleiter war … aber das konnte ich mir nicht vorstellen. Helena und ich kamen in den Markt und steuerten direkt auf eine Situation zu, die dem ganzen Vorfall noch eine Krone aufsetzte. Offensichtlich derjenige, der sich eben schon so unmöglich benommen hatte, ein Jugendlicher, geschätzt 16 Jahre alt, stand mit zwei gleichalten Jungs an einem Getränkeregal und spielte offenbar die Szene mit Helena nach. Die Füße und Knie nach innen gedreht und die Arme wie zur Balance auf einem Drahtseil ausgebreitet, stolperte er durch den Gang und sagte mit verstellter Stimme: „Kannst du mir mal einen runterholen? Warte, ich machs mir selbst.“ Und dann nahm er drei Dosen und begann damit zu jonglieren. Helena guckte ihn mit großen Augen an, er hatte uns noch nicht bemerkt. Ich hatte genug gesehen, fuhr so dicht an ihn heran, dass er bei nächster Bewegung gegen meinen Rollstuhl stoßen würde. Er fing die Dosen auf und ich sagte: „Ich hoffe, du findest neben deinen Privatvorstellungen noch Zeit, mir zu sagen, wo dein Chef sich gerade aufhält.“

Er sah mich, sah Helena, und konnte sich wohl den Rest zusammenreimen. „Dahinten irgendwo“, sagte er kleinlaut. Ich setzte meine ernsteste Miene auf und sagte: „Hättest du dann vielleicht die Güte, mich zu ihm zu bringen?“ – Er trottete vorweg. Der Chef saß in seinem Büro, das sich hinter einer Schiebetür mit ein paar sich anschließenden Stufen befand. Womit er beschäftigt war, konnte ich nicht sehen, aber er kam gleich hinaus. Der merkwürdige Mitarbeiter ging in die Richtung seiner Getränke zurück. „Wie kann ich helfen?“, fragte er mich. Ich antwortete: „Ich bin mit Helena zurückgekommen, um den Schaden von vorhin zu regulieren. Da sind wohl ein paar Marmeladengläser zu Bruch gegangen.“ – „Achso. Das ist sehr freundlich von Ihnen, aber das wäre nicht nötig gewesen. Das macht ja niemand mit Absicht.“ – „Achso. Also hat sich die Lage wieder beruhigt?“ – „Ich habe das gar nicht mitbekommen, aber hier fällt so viel runter am Tag, das sammeln wir gleich wieder auf und dann ist gut.“ – „Also kein Hausverbot?“ – „Nein, um Himmels Willen. Dann hätten wir ja bald keine Kunden mehr.“

„Ihr Mitarbeiter hat Helena des Ladens verwiesen.“ – „Wann? Heute?“ – „Ja, vor einer Stunde etwa. Der Kollege, der uns gerade zu Ihnen geführt hat. Er meinte, Helenas Anwesenheit sei eine Zumutung für dieses Geschäft.“ – „Nein. Das hat er gesagt?“ – Helena antwortete: „Ja. Und er hat sich über mich lustig gemacht. Weil ich nicht an die Gläser rangekommen bin und mir das alles auf den Kopf gefallen ist.“ – „Haben Sie sich verletzt?“ – „Nein.“ – „Wenn das für Sie zu hoch ist, können Sie auch immer jemanden fragen. Wir helfen Ihnen gerne.“ – Das war die nächste Steilvorlage: „Ihr Kollege soll das abgelehnt und Helena auf ein anderes Produkt unten im Regal verwiesen haben.“ – „Ich werde wahnsinnig“, seufzte der Marktleiter und ging in sein Büro. Der Mitarbeiter wurde ausgerufen und kam kurz danach angetrottet. Inzwischen mit hochroten Ohren.

Eins rechne ich ihm jedoch an. Er sagte: „Chef, kann ich Sie mal kurz unter vier Augen sprechen? Ich habe Mist gebaut.“ – Der Chef sagte: „Ich bin gleich wieder da“, und verschwand mit ihm im Büro. Nach fünf Minuten ging die Schiebetür auf. Der junge Mann kam tränenüberströmt raus, ging auf Helena zu und streckte ihr die Hand hin. „Ich möchte mich entschuldigen“, sagte er. Helena drehte sich weg und sagte: „Nee. Das können Sie sich abschminken. Sie beleidigen mich bis auf die Knochen und jetzt haben Sie Angst um den Job? Vergessen Sie es.“ – „Dann eben nicht“, sagte er und verschwand. Ich musste mich zusammenreißen, nicht mit dem Kopf zu schütteln: Dann eben nicht – genau.

Der Marktleiter kam hinterher und sagte leise: „Herr […] ist eine Aushilfe und packt einmal pro Woche Getränke auf. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll, und ich darf im Einzelnen nicht darüber reden, nur soviel: Ich beschäftige ihn, weil ich ihm eine Chance geben möchte. Wie gesagt, Einzelheiten darf ich nicht sagen. Ich habe gewusst, dass das nicht einfach sein wird, als er hier angefangen hat, aber ich vermute, dass er zu Hause … ach, ich weiß es nicht, warum er sowas tut. Es geht auf jeden Fall nicht. Ich hatte ihn zuerst nur im Lager, an zwei Nachmittagen, wenn wir Ware bekommen haben, und dort hatte er mir viel Grund zu Optimismus gegeben, so dass ich ihn zuletzt auch im Laden beschäftigt habe. Das war offensichtlich ein Fehler. Mein Fehler. Ich weiß noch nicht, ob ich ihn jetzt wieder ins Lager zurückversetze oder ob ich mich ganz von ihm trenne. Ich bin wirklich sprachlos. Helena, nehmen Sie denn meine Entschuldigung an?“, sagte er und streckte ihr die Hand aus. Sie guckte mich an, dann gab sie ihm die Hand.

Irgendwas im Rahmen einer Bewährung? Irgendwelche Sozialstunden? Wobei Supermarkt ja nun weniger mit Sozialer Arbeit zu tun hat. Oder schon woanders rausgeflogen. Egal. Ja, ich bin unbedingt dafür, Menschen eine zweite Chance zu geben. Aber ich bin auch der Meinung, dass so ein Verhalten sanktioniert werden muss. Helena hat das mit ihren 13 Jahren schon sehr richtig gesehen, dass er wohl eher deshalb plötzlich so kleinlaut war, weil er Angst um seinen Job hatte, als dass er Reue zeigte. So habe ich das jedenfalls auch wahrgenommen.

Wir waren gerade mal zwei Stunden wieder zu Hause, da klingelte ein Nachbar aus der Parallelstraße an unserer Tür. Ich öffnete. „Ich habe hier was für Helena angenommen. Da kam eben ein Taxi, die Fahrerin stieg aus und fragte, ob ich wüsste, wo hier in der Straße eine Helena im Rollstuhl wohnt. Ich habe es an mich genommen und gesagt, ich liefere es ab. Ich wollte die genaue Adresse nicht rausgeben. Man weiß ja nie.“ – Es war ein in Folie eingewickelter Korb mit jeder Menge Süßigkeiten, Kerzen, Shampoo und in der Mitte einem kleinen Plüsch-Affen. An dem Plüsch-Affen war ein Briefumschlag befestigt, darin eine Postkarte und ein Einkaufsgutschein über 30 Euro. Auf der Postkarte stand: „Liebe Helena, ich wünsche mir, dass Sie trotz allem meine Kundin bleiben, und bitte Sie noch einmal aufrichtig um Entschuldigung für das, was Sie heute in meinem Geschäft erleben mussten. Ich verspreche Ihnen, dass das niemals wieder vorkommt.“

Vom Marktleiter unterschrieben. Ich weiß zwar noch nicht, woher der unsere (ungefähre) Adresse hat, allerdings kennt in einem Dorf immer irgendjemand irgendwen. Wie furchtbar. Ich hoffe nur, dass der doofe Mitarbeiter jetzt nicht auch weiß, wo Helena wohnt. Das macht mir etwas Angst. Immerhin wusste keiner, dass Helena Diabetikerin ist und deshalb die ganzen Süßigkeiten wohl noch drei Jahre vorhalten werden.

Ich vermute sehr stark, dass dieser junge Mitarbeiter sehr viel Dominanz zu Hause erlebt hat. Und sich derzeit nur cool fühlen kann, wenn er andere Menschen dominiert. Ich halte das für sehr gefährlich und würde wohlwollend empfehlen, dem Jungen nicht nur mit einem Arbeitsplatz im Lager helfen zu wollen, sondern ihm mal professionelle Hilfe zukommen zu lassen.

Und Helena? Sah den Korb und fragte zuerst: „Woher haben die unsere Adresse?“ – Ich zuckte mit den Schultern. Und dann: „Ist das alles für mich? Okay, das scheint dem Chef dann aber richtig peinlich gewesen zu sein. Aber richtig so. Ist dir aufgefallen, dass er mich gesiezt hat? Das war richtig komisch. Aber damit ist das jetzt dann auch erledigt. Echt, Jule, als du angefangen hast, wir wollen den Schaden bezahlen, wäre ich fast geplatzt. Aber dann hab auch ich Dussel den Trick verstanden. Jedenfalls danke, Jule.“

Ich bekam einen Kuss auf die Wange. Das war das allererste Mal, dass sie sich bei mir für etwas direkt bedankt hat. Ich sag ja: Unsere Große wird erwachsen.