Gute Vorsätze und: Wie man damit umgeht

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„Gute Vorsätze“ ist, glaube ich, ein Instrument, um vom Jahreswechsel-Blues, den viele Menschen schieben, wenn sie die letzten 365,25 Tage in ihren Gedanken Revue passieren lassen, abzulenken. Genauso wie die Knallerei. Die soll böse Geister vertreiben. Vermutlich nicht nur die draußen, sondern auch die, die auf der Psyche liegen. Wenn Weihnachten, das Fest der Liebe, vorbei ist, und alle Aufregung verflogen, dann brauchen die Menschen etwas, an dem sie sich festhalten können. Gute Vorsätze.

Früher oder später ist der Jahreswechsel-Blues weg. Alle sind wieder im Alltag angekommen, sind wieder im Stress, sind mittendrin. Mit ihm weg sind dann auch die guten Vorsätze. Einmal pro Tag ins Schwitzen kommen, respektvoll und wertschätzend mit meinen Mitmenschen umgehen, nicht auf Behindertenparkplätzen parken und so weiter – spätestens Ende Januar ist alles so wie früher.

Alle Behindertenparkplätze sind belegt, mit Leuten ohne Ausweis. Das Schwimmbad ist wieder leer, niemand zieht mehr seine Bahnen. Außer die Verrückten, die auch ohne gute Vorsätze schon immer regelmäßig trainiert haben. So wie Marie und ich, die heute beide 2,8 Kilometer geschwommen sind. Und Helena, die nebenbei, ganz cool, ihr Jugendschwimm-Abzeichen in Silber geschafft hat. Zum Sprung vom Dreimeter-Brett ist die Mitarbeiterin der Schwimmhalle doch tatsächlich Stufe für Stufe mit ihr die Leiter hochgeklettert und hat sie gesichert. Und oben, ohne lange zu überlegen: Zack, erledigt.

Vorher musste Helena eine Karte lösen. Marie und ich nicht, wir kommen mit unserem Mitgliedsausweis rein. Helena stellt sich brav an der Kasse an, vor ihr führt eine ältere Dame unendliche Gespräche wegen Gutscheinen und Rabatten. Als Helena endlich dran ist und schon Luft holt, kommt eine Frau von rechts und drängelt sich vor. Helena, nicht auf den Mund gefallen, fragt ganz höflich: „Möchten Sie vor?“ – Da sagt doch die Frau: „Nicht nötig, ich bin schon dran.“

Löst ihre Karte, bezahlt mit einem Dutzend Münzen, grinst Helena nochmal an, dreht sich zum Eingang und muss ruckartig stehen bleiben, weil ich mich ihr in den Weg gestellt habe. Ich frage: „Was war das denn eben?“ – Sie geht um mich herum ohne zu antworten. Ich hätte ja große Lust, sie in der Halle noch einmal anzusprechen. Aber was würde das bringen? Sie hat sich lediglich vorgedrängelt. Ich denke mir so: Hoffentlich verschluckt sie bei der nächsten Wende zwei Liter Beckenwasser mit drei richtig fetten Haarbüscheln. Und ein wenig ärgert es mich, dass ich nicht auf Kommando neben ihr pinkeln kann.

Während wir unsere Bahnen schwimmen, schiebt plötzlich ein Badegast unsere beiden Rollstühle an die Wand. Also er hebt sie mehr als dass er sie trägt, weil sie ja festgebremst sind. 25 Meter Kraul schaffe ich, wenn ich mich beeile, in rund 20 Sekunden. Das ist eine Geschwindigkeit von immerhin fast 2,5 Knoten! Oder 4,5 km/h. Okay, die schnellste Schwimmerin der Welt mit einer in etwa vergleichbaren körperlichen Einschränkung schafft rund 6,5 km/h, aber das Ziel, die weltschnellste Schwimmerin mit Querschnittlähmung im Lumbalbereich zu sein, hatte ich noch nie. „Entschuldigung, was machen Sie mit unseren Rollstühlen?“, frage ich den recht sportlich aussehenden Herrn, der zwischen 55 und 60 Jahre alt sein dürfte.

„Die dürfen hier nicht am Beckenrand stehen, das ist eine Unfallgefahr“, sagt er. Ich antworte: „Und wie kommen die später wieder zu uns zurück? Ich krabbel doch jetzt nicht quer über die Fliesen.“ – „Das müssen Sie auch nicht. Sagen Sie mir einfach Bescheid, dann hole ich sie Ihnen wieder.“ – „Nein, lassen Sie die bitte hier am Beckenrand stehen.“ – „Unfallgefahr. Die müssen hier weg.“ – „Dann müssten Sie die Startblöcke da aber auch abmontieren. Ob die nun da stehen oder direkt daneben ein Rollstuhl …“ – „Die Startblöcke sind fest, die Rollstühle beweglich. Jemand könnte darüber stolpern und mit den Stühlen ins Wasser stürzen.“ – „Nun ist aber gut.“ – „Wie gesagt, sagen Sie mir kurz Bescheid, wenn Sie wieder raus wollen. Ich bin dahinten in Bahn 2. Wenn es sein muss, hebe ich Sie sogar hoch. Ich habe jahrelang meine behinderte Mutter gepflegt, von daher weiß ich, wie man damit umgeht.“

Wie man damit umgeht. Aha. Ich schwimme zurück, tauche unter der Leine durch und kralle mir die Schwimmhallen-Aufsicht. „Entschuldigung? Der Herr dort hinten hat unsere Rollstühle vor die Wand geschoben. So kommen wir jetzt aber nicht mehr dran. Könnten Sie uns die bitte wieder an den Beckenrand stellen?“ – „Ja, selbstverständlich.“ – „Danke.“

Wie man damit umgeht.

Liebend getan

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Vielleicht hat der Eine oder die Andere gedacht, dass ich heute ein Gyrosbaguette essen würde. Und lag damit richtig. Allerdings nicht dort, wo sich die Crew, die mich vor zehn Jahren von der Straße gekratzt hat, am Tag meines Unfalls ihr Gyrosbaguette geholt hat. Denn den griechischen Imbiss gibt es nicht mehr. Und auch „meine“ Notärztin, die mich vor zehn Jahren im Heli begleitete und vermutet hatte, dass ich meine Verletzungen nicht überleben werde, gibt es leider nicht mehr. Sie ist, wie ich gestern erfuhr, im September letzten Jahres verstorben.

Warum, wieso, weshalb, weiß ich nicht. So alt, dass man damit rechnen müsste, war sie noch nicht. Sie hat mich in meinen gesundheitlich schwersten Minuten begleitet und korrekt behandelt. Ohne sie wäre ich vermutlich tot. Und trotzdem kannte ich sie nicht wirklich. Ich habe sie, einerseits aus einer Schüchternheit heraus, andererseits aus großem Interesse mal gefragt, warum sie Ärztin geworden ist. Sie hat geantwortet: „Aus Liebe.“ – Sie war eine „Institution“ für mich, keine Bekannte oder Freundin. Die Nachricht schockt mich, auch noch am heutigen „Tag danach“, extrem. Ich habe mit vielem gerechnet, dass sie mal versetzt werden könnte, inzwischen vielleicht gekündigt hat, woanders arbeitet – aber nicht mit ihrem Tod. Das berührt mich gerade sehr, und das nimmt mich emotional auch gerade sehr mit. Ich habe bereits einige Tränen vergossen. Es kam, zugegebenermaßen, höchst unerwartet.

Zehn Jahre ist der Unfall jetzt her. Zehn Jahre Querschnittlähmung. Sie sind vergangen wie im Flug. Ich hatte überwiegend eine schöne Zeit, wenngleich ich gerade in den letzten drei Jahren einige Erfahrungen gemacht habe, von denen ich noch nicht vollständig verstanden habe, wofür sie gut sein werden. Ich merke aber, dass mich diese Erfahrungen sehr viel gelassener, vorausschauender, kritischer und vor allem selbstbewusster gemacht haben. Und dass ich sehr viel über Menschen gelernt habe. Viele Eigenschaften, die mir bis dahin fremd waren, und die ich an mir sofort ändern würde, sind offenbar sehr verbreitet.

Ich bin früher eher still gewesen. Nicht schüchtern, aber ich mochte es nicht, wenn mich Menschen ansprachen. Wenn mich jemand nach dem Weg fragte, konnte ich darauf reagieren, die Uhrzeit bekam ich auch immer zusammen. Aber mit dummen Sprüchen bin ich früher eher selten konfrontiert worden. Das hat sich, seit ich im Rollstuhl fahre, enorm geändert. Eigentlich täglich sprechen mich in der Öffentlichkeit Menschen an. Gerade heute im Supermarkt wollte ebenfalls eine wildfremde Frau von mir wissen, ob ich eine Querschnittlähmung hätte. Zwischen dem Erdbeerregal und der Salatbar. Und sie erzählte mir, ohne dass ich es wissen wollte und während ich mein Gemüse zusammensuchte, dass sie mit einem sehr berühmten Ernährungsprogramm zwanzig Kilo abgenommen hat und dass sie es nicht mag, wenn Menschen mit ihren Handys laut im Supermarkt telefonieren.

Auch bin ich früher kein großes sportliches Licht gewesen. Heute habe ich eine gewisse Trainingsdisziplin, den Ehrgeiz, etwas schaffen zu wollen, und ich habe auch eine vergleichbar gute Kondition. Oft, wenn ich im Schwimmbad meine Bahnen ziehe, und ja, es können auch mal 100 Stück oder sogar noch mehr in einer Trainingszeit sein, sind Menschen davon fasziniert. Und dann denke ich oft: Leute, wenn ihr zehn Jahre das Schwimmen ohne Beine trainiert, würdet ihr das mindestens genauso gut können. Andererseits ist diese Bewunderung, die diese Menschen dann äußern, auch eine gewisse Motivation für mich. Offenbar trauen sie es sich dann doch nicht zu, sich am Schopf zu packen und sich einfach verbessern zu wollen.

Ich hatte früher, und auch dieses Thema wird oft angesprochen, auch von wildfremden Menschen, die dann aber meistens keine Antwort von mir bekommen, keinen Sex. Vor meinem Unfall habe ich mich nicht einmal selbst befriedigt. Klar, Busen hatte ich schon, Regel auch schon lange, aber sexuelle Bedürfnisse? Die waren einfach nie so ausgeprägt, dass ich sie gezielt befriedigen wollte oder sogar musste. Nach meinem Unfall war ich sehr neugierig, was geht und was ich empfinde. Und vielleicht ist das sogar sehr gut gewesen, weil ich so etwas dazubekommen habe, anstatt dass mir etwas weggenommen wurde.

An anderer Stelle wurde mir sehr viel weggenommen. Meine früheren Freunde, meine Eltern. Aber auch hier habe ich etwas dazu gewonnen: Marie mit ihrer Familie, einzelne Menschen, die ich im Blog nicht (mehr) erwähne, und auf die ich mich verlassen kann.

Ich weiß nicht, wie ich den Kreis schließen soll. Ich könnte jetzt noch ganz viel schreiben, um am Ende dieses Beitrags noch einmal zu meiner Heli-Ärztin zu kommen. Ich habe ihre Traueranzeige im Internet gesucht und gefunden. Ihre Urne wurde weit weg von Hamburg begraben, vermutlich an ihrem Geburtsort. Ihre beiden Eltern haben die Anzeige aufgegeben. Sie trägt einen Trauerspruch von Horatius Bonar (schottischer Geistlicher aus dem 19. Jahrhundert): „Nimmer vergeht, was Du liebend getan.“

Handbikes und Autos

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Es passiert leider immer wieder. Ich rede schreibe von Unfällen zwischen Handbikern, insbesondere Rennbikern, und motorisierten Fahrzeugen. Gerade wieder mit tödlichen Folgen: Vorgestern wurde im Raum Siegen, das liegt rund 70 Kilometer östlich von Köln, ein 52 Jahre alter Rennbike-Fahrer von einem abbiegenden Auto erwischt. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Ein zweiter Rennbiker wich aus, stürzte und verletzte sich schwer. Die beiden befuhren innerhalb einer geschlossenen Ortschaft einen so genannten Schutzstreifen, also einen von der allgemeinen Fahrbahn durch eine durchgezogene Linie abgeteilten Radweg. Der Pkw war vor der Kollision nach links auf ein Fabrikgelände abgebogen und hatte die beiden entgegenkommenden Rennbiker dabei vermutlich übersehen.

Ich habe die beiden verunfallten Kollegen nicht persönlich gekannt. Mit welcher Geschwindigkeit die beiden auf der Straße, die an dieser Stelle bergab geht, unterwegs waren, kann ich auch nicht sagen. Beide hatten ein Fähnchen am Bike, also ein auf rund zwei Meter Höhe stehendes leuchtendrotes Flatterding an einer flexiblen Plastikstange, das den anderen Verkehrsteilnehmern signalisieren soll, dass da noch jemand auf rund einem halben Meter Höhe über der Fahrbahn schwebt. Ob sie einen Helm auf dem Kopf hatten, weiß ich auch nicht. Ob die Sonne geblendet hat, auch nicht. Ich möchte insgesamt nicht spekulieren und die Unfallauswertung der zuständigen Behörde überlassen. Ich bin nur sehr erschrocken und alarmiert angesichts der Häufigkeit dieser Unfälle. Mal wieder. Es gibt keinen aus der Szene, der nicht mindestens einen tödlich verunfallten Kollegen kennt, und der nicht mindestens von drei bis fünf zum Glück glimpflicher verlaufenen Kollisionen mit Autos weiß. Und das liegt nicht nur daran, dass die Handbike-Szene eng vernetzt ist.

Ich selbst kenne eine Handbikerin aus Hamburg, die wirklich sehr umsichtig und vorsichtig fährt. Die auch seit vielen (ich glaube 30) Jahren einen Pkw-Führerschein hat, die aber auch regelmäßig auf der Straße trainiert und dabei bereits mehrere Unfälle mit Autos hatte. Zum Glück ist nie mehr passiert als gebrochene Knochen. Der letzte Crash hat sie ein Jahr lang außer Gefecht gesetzt.

Angesichts solcher Erfahrungen lehne ich es nach wie vor strikt ab, mit meinem Rennbike auf einer öffentliche Straße im fließenden Verkehr zu fahren. Das ist mir einfach zu gefährlich. Die Leute sehen dich auch mit 20 flatternden Fähnchen und Warnweste nicht. Sie rechnen auch nicht damit, dass da jemand in der Höhe mit 20, 30 oder sogar 40 km/h angeschossen kommt. Ich muss eigentlich immer und ständig in alle Richtungen Blickkontakt haben. Und dabei kann ich eben nicht trainieren. Ich muss darauf vertrauen können, dass die Leute hinter mir und die, die meinen Weg kreuzen, mich gesehen haben. Und das kann ich einfach nicht. Von daher trainiere ich nicht im fließenden Straßenverkehr – auch wenn immer wieder behauptet wird, dass man so „nicht richtig“ trainieren könne – und bin bisher zum Glück von Unfällen verschont geblieben.

Schon als Radfahrer nützt es mir nichts, wenn ich hinterher sagen kann: „Der Autofahrer hatte Schuld.“ – Als Rennbikefahrer (also liegend) habe ich gute Chancen, dass ich einen Crash, den ein Radfahrer noch einigermaßen glimpflich übersteht, nicht überlebe. Ich habe schon, als ich mich vor einem Jahr kritisch über das Thema äußerte, einige Dresche bezogen. Ich kann es aber trotzdem nur wiederholen und werde weiterhin an meine Kolleginnen und Kollegen appellieren: Trainiert nicht im fließenden Straßenverkehr! Auch nicht in Ermangelung einer gesicherten Trainingsstrecke.

Ich habe am Studienort auch neu überlegen und Karten studieren, viel ausprobieren müssen. Und es ist auch noch nicht alles optimal. Aber es gibt Strecken, auf denen man mit Autoverkehr kaum zu rechnen hat. Oder ihn zumindest schon von Weitem sieht, ihn nicht kreuzen muss. Und wenn doch, dann muss man an dieser Stelle eben anhalten, das Training unterbrechen und abwarten, bis entweder alles frei ist oder alle einen gesehen haben. Solange die Straßen hauptsächtlich für motorisierte zweispurige Kraftfahrzeuge ausgelegt sind, geht es meiner Meinung nach nicht anders.

Ich wünsche dem verletzten Kollegen gute Besserung und der hinterbliebenen Familie mein Beileid.

Neue Kraft für eine neue Saison

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Der Sport hat mich aus einem der tiefsten seelischen Tiefs meines Lebens geholt. Das ist jetzt fünf Jahre, sieben Monate und ein paar Zerdrückte her. Über den Sport habe ich die ersten Kontakte zur Rollstuhl-Szene gefunden. Der Sport hat meinem Leben nach dem Unfall einen ersten Sinn gegeben. Ohne den Sport wäre ich heute nicht da, wo ich heute bin.

Dennoch habe ich mich am letzten Samstag nach einem sehr langen persönlichen Gespräch dazu entschieden, ab dem kommenden Jahr neue Wege zu gehen rollen. Die Gründe dafür waren weniger, dass ich aktuell nicht in Hamburg bin, schließlich komme ich ja zurück, sondern mehr, dass meine Vorstellungen vom organisierten Sport aktuell nicht mehr mit der örtlichen Realität unter einen Hut zu bringen sind.

Das soll nicht heißen, dass ich keinen Sport mehr machen möchte. Im Gegenteil, ich freue mich schon auf den ersten Triathlon-Wettkampf im neuen Jahr und nutze die Winterzeit eifrig für Training. Sondern das soll heißen, dass ich mich voerst nicht mehr in dem Umfang für gemeinsame Ziele einbringe, wie ich es einst versucht habe. Ich werde in dieser Hinsicht egoistischer und kümmere mich erstmal um mich.

Denn mein Engagement für andere Menschen im Sport scheint trotz bestem Willen zu lästig geworden zu sein. Ich habe wahrgenommen, sobald ich unerwünschte Fragen gestellt oder allzu kritisch kommentiert hatte, war es mit der Sachlichkeit vorbei. Vielleicht muss ich mir tatsächlich vorwerfen lassen, dass mir eine schriftliche Auseinandersetzung mit einer Sache mehr liegt und weniger emotional gelingt als eine mündliche, und ich insofern für persönliche Gespräche am Ende nicht mehr zur Verfügung stand. Vielleicht muss ich mir ebenfalls vorwerfen lassen, wegen der Probleme mit meiner Mutter nicht so offen mit meinen persönlichen Daten umzugehen wie es andere Menschen machen – politisches Engagement aus einer bestehenden Deckung heraus kann tatsächlich schwierig sein. Auch ich mache Fehler, auch ich lerne dazu.

Ich habe gehofft, etwas Gutes tun und etwas Besseres erreichen zu können. Es hat Kraft gekostet. Diese Kraft werde ich künftig anders einsetzen. Für mich. Und für meine Freunde, die meine Kraft und meine Gutmütigkeit teilen möchten.

Ich bin sehr froh, keinen Mannschaftssport zu treiben. Und im Triathlon auch am neuen Studienort so gut aufgestellt zu sein, dass der Schritt meine sportliche Laufbahn kaum beeinflussen wird. Ich habe allerdings auch dazugelernt und rechtzeitig persönliche Erfahrungen gemacht, die mich vor noch größeren Enttäuschungen bewahrt haben. So kann ich meine Energie anders verwenden und nach dem Winter mit neuer Kraft in eine neue Saison starten.

Eins noch: Ich führe hier für mich ein Tagebuch. Nicht mehr und nicht weniger. Ich führe es öffentlich, weil ich Menschen an meinem Leben, an meinen Gedanken und an meinen Träumen teilhaben lassen möchte. Ich wünsche mir allerdings von keinem Leser irgendeinen Aktionismus in dieser Sache. So aufgeheizt, wie die Stimmung hier ist, schadet das im Moment nur den Menschen, die mich jahrelang unterstützt haben. Und das wäre keineswegs in meinem Sinne.